Nietzsche
Abstract
A philosophical autobiography written shortly before his 1889 mental collapse, in which Nietzsche rereads his own work chapter by chapter under the sign of amor fati and overcome decadence. He presents Zarathustra as his greatest gift to humanity and announces the transvaluation of all values as his imminent task.
Connections
Assi: Fine della vita, Senso della storia
Posizioni: amor fati, decadenza
Concetti: nichilismo, trasvalutazione di tutti i valori, volontà
Scuole: vitalismo
Testo originale tedesco · Anaconda Verlag, 2013 · pubblico dominio
Vorwort
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In Voraussicht, dass ich über kurzem mit der schwersten Forderung an die Menschheit herantreten muss, die je an sie gestellt wurde, scheint es mir unerlässlich, zu sagen, wer ich bin. Im Grunde dürfte man’s wissen: denn ich habe mich nicht »unbezeugt gelassen«. Das Missverhältnis aber zwischen der Größe meiner Aufgabe und der Kleinheit meiner Zeitgenossen ist darin zum Ausdruck gekommen, dass man mich weder gehört, noch auch nur gesehn hat. Ich lebe auf meinen eignen Kredit hin, es ist vielleicht bloß ein Vorurteil, dass ich lebe? … Ich brauche nur irgendeinen »Gebildeten« zu sprechen, der im Sommer ins Ober/Engadin kommt, um mich zu überzeugen, dass ich nicht lebe … Unter diesen Umständen gibt es eine Pflicht, gegen die im Grunde meine Gewohnheit, noch mehr der Stolz meiner Instinkte revoltiert, nämlich zu sagen: Hört mich! denn ich bin der und der. Verwechselt mich vor allem nicht!
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Ich bin zum Beispiel durchaus kein Popanz, kein Moral-Ungeheuer – ich bin sogar eine Gegensatz-Natur zu der Art Mensch, die man bisher als tugendhaft verehrt hat. Unter uns, es scheint mir, dass gerade das zu meinem Stolz gehört. Ich bin ein Jünger des Philosophen Dionysos, ich zöge vor, eher noch ein Satyr zu sein als ein Heiliger. Aber man lese nur diese Schrift. Vielleicht gelang es mir, vielleicht hatte diese Schrift gar keinen andren Sinn, als diesen Gegensatz zu einer heitren und menschenfreundlichen Weise zum Ausdruck zu bringen. Das Letzte, was ich versprechen würde, wäre, die Menschheit zu »verbessern«. Von mir werden keine neuen Götzen aufgerichtet; die alten mögen lernen, was es mit tönernen Beinen auf sich hat. Götzen (mein Wort für »Ideale«) umwerfen – das gehört schon eher zu meinem Handwerk. Man hat die Realität in dem Grade um ihren Wert, ihren Sinn, ihre Wahrhaftigkeit gebracht, als man eine ideale Welt erlog … Die »wahre Welt« und die »scheinbare Welt« – auf deutsch: die erlogne Welt und die Realität … Die Lüge des Ideals war bisher der Fluch über die Realität, die Menschheit selbst ist durch sie bis in ihre untersten Instinkte hinein verlogen und falsch geworden – bis zur Anbetung der umgekehrten Werte, als die sind, mit denen ihr erst das Gedeihen, die Zukunft, das hohe Recht auf Zukunft verbürgt wäre.
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– Wer die Luft meiner Schriften zu atmen weiß, weiß, dass es eine Luft der Höhe ist, eine starke Luft. Man muss für sie geschaffen sein, sonst ist die Gefahr keine kleine, sich in ihr zu erkälten. Das Eis ist nahe, die Einsamkeit ist ungeheuer – aber wie ruhig alle Dinge im Lichte liegen! Wie frei man atmet! Wie viel man unter sich fühlt! – Philosophie, wie ich sie bisher verstanden und gelebt habe, ist das freiwillige Leben in Eis und Hochgebirge – das Aufsuchen alles Fremden und Fragwürdigen im Dasein, alles dessen, was durch die Moral bisher in Bann getan war. Aus einer langen Erfahrung, welche eine solche Wanderung im Verbotenen gab, lernte ich die Ursachen, aus denen bisher moralisiert und idealisiert wurde, sehr anders ansehn, als es erwünscht sein mag: die verborgene Geschichte der Philosophen, die Psychologie ihrer großen Namen kam für mich ans Licht. – Wie viel Wahrheit erträgt, wie viel Wahrheit wagt ein Geist? Das wurde für mich immer mehr der eigentliche Wertmesser. Irrtum (– der Glaube ans Ideal –) ist nicht Blindheit, Irrtum ist Feigheit … Jede Errungenschaft, jeder Schritt vorwärts in der Erkenntnis folgt aus dem Mut, aus der Härte gegen sich, aus der Sauberkeit gegen sich … Ich widerlege die Ideale nicht, ich ziehe bloß Handschuhe vor ihnen an … Nitimur in vetitum: in diesem Zeichen siegt einmal meine Philosophie, denn man verbot bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit. –
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– Innerhalb meiner Schriften steht für sich mein Zarathustra. Ich habe mit ihm der Menschheit das größte Geschenk gemacht, das ihr bisher gemacht worden ist. Dies Buch, mit einer Stimme über Jahrtausende hinweg, ist nicht nur das höchste Buch, das es gibt, das eigentliche Höhenluft-Buch – die ganze Tatsache Mensch liegt in ungeheurer Ferne unter ihm –, es ist auch das tiefste, das aus dem innersten Reichtum der Wahrheit heraus geborene, ein unerschöpflicher Brunnen, in den kein Eimer hinabsteigt, ohne mit Gold und Güte gefüllt heraufzukommen. Hier redet kein »Prophet«, keiner jener schauerlichen Zwitter von Krankheit und Willen zur Macht, die man Religionsstifter nennt. Man muss vor allem den Ton, der aus diesem Munde kommt, diesen halkyonischen Ton richtig hören, um dem Sinn seiner Weisheit nicht erbarmungswürdig unrecht zu tun. »Die stillsten Worte sind es, welche den Sturm bringen, Gedanken, die mit Taubenfüßen kommen, lenken die Welt –«
Die Feigen fallen von den Bäumen, sie sind gut und süß: und indem sie fallen, reißt ihnen die rote Haut. Ein Nordwind bin ich reifen Feigen.
Also, gleich Feigen, fallen euch diese Lehren zu, meine Freunde: nun trinkt ihren Saft und ihr süßes Fleisch! Herbst ist es umher und reiner Himmel und Nachmittag –
Hier redet kein Fanatiker, hier wird nicht »gepredigt«, hier wird nicht Glauben verlangt: aus einer unendlichen Lichtfülle und Glückstiefe fällt Tropfen für Tropfen, Wort für Wort – eine zärtliche Langsamkeit ist das Tempo dieser Reden. Dergleichen gelangt nur zu den Auserwähltesten; es ist ein Vorrecht ohnegleichen, hier Hörer zu sein; es steht niemandem frei, für Zarathustra Ohren zu haben … Ist Zarathustra mit alledem nicht ein Verführer? … Aber was sagt er doch selbst, als er zum ersten Male wieder in seine Einsamkeit zurückkehrt! Genau das Gegenteil von dem, was irgendein »Weiser«, »Heiliger«, »Welt-Erlöser« und andrer décadent in einem solchen Falle sagen würde … Er redet nicht nur anders, er ist auch anders …
Allein gehe ich nun, meine Jünger! Auch ihr geht nun davon und allein! So will ich es.
Geht fort von mir und wehrt euch gegen Zarathustra! Und besser noch: schämt euch seiner! Vielleicht betrog er euch.
Der Mensch der Erkenntnis muss nicht nur seine Feinde lieben, er muss auch seine Freunde hassen können.
Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen?
Ihr verehrt mich: aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, dass euch nicht eine Bildsäule erschlage!
Ihr sagt, ihr glaubt an Zarathustra! Aber was liegt an Zarathustra! Ihr seid meine Gläubigen, aber was liegt an allen Gläubigen!
Ihr hattet euch noch nicht gesucht: da fandet ihr mich. So tun alle Gläubigen; darum ist es so wenig mit allem Glauben.
Nun heiße ich euch, mich verlieren und euch finden; und erst, wenn ihr mich alle verleugnet habt, will ich euch wiederkehren …
Friedrich Nietzsche
An diesem vollkommnen Tage, wo alles reift und nicht nur die Traube braun wird, fiel mir eben ein Sonnenblick auf mein Leben: ich sah rückwärts, ich sah hinaus, ich sah nie so viel und so gute Dinge auf einmal. Nicht umsonst begrub ich heute mein vierundvierzigstes Jahr, ich durfte es begraben – was in ihm Leben war, ist gerettet, ist unsterblich. Das erste Buch der Umwertung aller Werte, die Lieder Zarathustras, die Götzen-Dämmerung, mein Versuch, mit dem Hammer zu philosophieren – alles Geschenke dieses Jahrs, sogar seines letzten Vierteljahrs! Wie sollte ich nicht meinem ganzen Leben dankbar sein? – Und so erzähle ich mir mein Leben.
Warum ich so weise bin
1
Preface
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In light of the fact that I will soon have to address humanity with the most severe challenge it has ever faced, it seems essential for me to state who I am. Essentially, people should know; after all, I have not chosen to remain “anonymous.” However, the disparity between the magnitude of my task and the insignificance of my contemporaries is such that no one has heard of me, nor even seen me. I exist solely on my own merits—perhaps it is merely a prejudice that I am alive at all. All I need to do is speak to any “educated” person who comes to the Ober/Engadin in the summer, and they will convince me that I don’t really exist. Under such circumstances, there exists a duty—that, in truth, goes against my usual habits, even against the pride of my instincts—to declare: Listen to me! For I am this person, and do not confuse me with anyone else.
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For instance, I am by no means a hypocrite or a moral monster; in fact, I represent the very opposite of the kind of person who has been regarded as virtuous up until now. To me, it seems that precisely this is what constitutes my pride. I am a disciple of the philosopher Dionysos; I would rather be called a satyr than a saint. But just read these writings. Perhaps I succeeded in expressing this very opposition to a fervent and humanistic way of life. The last thing I would ever claim is that I aim to “improve” humanity. No new gods will be established by me; perhaps the old ones can learn what it truly means to have “clay feet.” Overthrowing gods—well, that is more in line with my approach. Humanity has devalued reality to such an extent that its value, meaning, and truth have been distorted, all because we have imagined an ideal world. The “true world” and the “apparent world”—in other words, the fictional world and reality itself. The lie of ideals has thus become a curse upon reality. Humanity itself has been deceived and corrupted at its very core, to such an extent that it now worships values that are precisely the opposite of those that would truly ensure its prosperity, its future, its right to a bright destiny.
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– He who knows how to breathe the air of my writings understands that it is an air of the heights, a powerful air. One must be born for it; otherwise, the danger of catching a chill in it is not slight. The ice is near, and loneliness is immense – yet how calmly all things lie in that light! How freely one breathes! How much one feels beneath oneself! – Philosophy, as I have understood and lived it until now, is the voluntary pursuit of a life amidst ice and high mountains; it is the exploration of everything foreign and questionable in existence, of all that has hitherto been forbidden by morality. From a long experience of such wandering into the prohibited realms, I came to view the reasons for past moralizing and idealization in a very different light from what might be desirable: the hidden history of philosophers, the psychology behind their great names, all became clear to me. – How much truth can a mind endure? How much truth dares it to embrace? For me, this became the true measure of value. Error (– that is, faith in ideals) is not blindness; error is cowardice. Every achievement, every step forward in knowledge arises from courage, from harshness towards oneself, from purity towards oneself. I do not reject ideals; I merely put on gloves when dealing with them, “Nitimur in vetitum”: in this regard, my philosophy triumphs once again, for hitherto, truth has always been fundamentally forbidden. –
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– Within my writings, Zarathustra stands as a work in its own right. With it, I have bestowed upon humanity the greatest gift ever given to it. This book, speaking with one voice across thousands of years, is not only the highest of all books, the very essence of elevated wisdom—where the entire reality of human existence lies in immense distance beneath it—but it is also the deepest, born from the innermost wealth of truth itself, an inexhaustible well from which no bucket can draw without returning filled with gold and goodness. Here, no “prophet” speaks; none of those grotesque hybrids of disease and will to power whom we call religious founders. Above all, one must hear rightly the tone that comes from this mouth, that harmonious, celestial voice, if one is not to grievously misunderstand the meaning of its wisdom. “It is the quietest words that bring about storms; thoughts that come with the feet of doves are those that guide the world, ”
The figs fall from the trees; they are good and sweet. And as they fall, their red skin tears away. I am like a north wind that carries the ripe figs.
Also, since it is now the season for figs, my friends, these teachings are suitable for us: now drink their juice and eat their sweet flesh! Autumn has arrived, with clear skies and pleasant afternoons.
Here, no fanatic speaks; no “preaching” takes place; no belief is demanded. From an endless expanse of light and profound happiness, drop by drop, word by word, something emerges—a gentle slowness constitutes the tempo of these words. Such things are reserved for the most chosen; to be among those who hear them is an unparalleled privilege; not everyone is entitled to listen to Zarathustra. Isn’t Zarathustra, in all this, nothing but a seducer?. But what does he himself say when he returns to his solitude for the first time? The very opposite of what any so-called “wise man,” “saint,” “world-savior,” or other decadent figure would say in such a situation. He doesn’t just speak differently; he is also different.
I shall go now alone, my disciples! You too must now depart and go alone! Such is my will.
Depart from me and resist Zarathustra! Even better: feel ashamed of him! Perhaps he deceived you.
The man of knowledge must not only be able to love his enemies; he must also be capable of hating his friends.
One does not repay a teacher properly if one always remains merely a student. And why don’t you all want to pull at my crown?
You worship me: but what if your worship were to cease one day? Beware that a statue might not strike you down!
You say that you believe in Zarathustra! But what is Zarathustra really! You are my believers, but what is the essence of all believers!
You had not yet sought one another out; yet, you found me. All believers do the same; and precisely for this reason, there is so little actual fulfillment in all their faith.
Now I call upon you to lose me and find yourselves; and only when you have all denied me will I return to you.
Friedrich Nietzsche
On this perfect day, when everything comes to maturity and not only do the grapes turn brown, I suddenly caught a glimpse of the good things in my life: I looked back, I looked around, and for the first time, I saw so many wonderful things all at once. No wonder I buried my forty-fourth year today—I was allowed to do so; whatever life lay within it has been saved, made immortal. The first book of the reevaluation of all values, Zarathustra’s songs, The Twilight of the Gods, my attempt to philosophize with a hammer—these are all gifts from this year, even from its last quarter! How could I not be grateful for my entire life? And so, I tell myself this story about my life.
Why I am so wise
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Prefazione
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Prevedendo che presto dovrò affrontare la richiesta più ardua mai posta all’umanità, mi sembra indispensabile chiarire chi sono. In fondo, dovrebbero saperlo: non mi sono lasciato “non testimoniare”. Tuttavia, il divario tra la grandezza della mia missione e la meschinità dei miei contemporanei si è manifestato nel fatto che nessuno mi ha ascoltato, né tantomeno visto. Vivo soltanto grazie al mio stesso merito. Forse è solo un pregiudizio il credere che io esista davvero. Basta parlare con qualsiasi “istruito” venga in Alta/Engadina in estate per convincersi che non esisto affatto. In queste circostanze, sorge una responsabilità contro cui, in fondo, si ribella sia la mia abitudine che l’orgoglio dei miei istinti: devo dire: “Ascoltatemi! Perché io sono questo e quest’altro”. E soprattutto, non confondetemi con nessun altro!
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Ad esempio, io non sono affatto un mostro morale; anzi, rappresento l’antitesi di quel tipo di persona che finora è stata considerata virtuosa. Credo che proprio questo sia motivo di orgoglio per me. Sono discepolo del filosofo Dioniso; preferirei essere definito un satiro piuttosto che un santo. Ma leggete soltanto queste parole. Forse ci sono riuscito; forse questo scritto non aveva altro scopo se non quello di esprimere questa contrapposizione rispetto a una visione del mondo troppo idealistica e poco umana. L’ultima cosa che prometterei è di “migliorare” l’umanità: non introdurrò nuovi dèi; forse gli antichi dovrebbero imparare qualcosa riguardo alle conseguenze delle loro credenze. Crollare gli ideali. Questo, piuttosto, rientra nel mio ambito di competenza. La realtà è stata degradata nella misura in cui si è inventato un mondo ideale. Il “vero mondo” e il “mondo apparente”. In altre parole: il mondo fittizio creato dall’uomo e la realtà stessa. La menzogna dell’ideale è stata finora una maledizione per la realtà; l’umanità stessa, attraverso di essa, è diventata falsa e distorta fino nei suoi istinti più profondi. Fino all’adorazione di valori completamente opposti a quelli che potrebbero realmente garantire il suo progresso, il suo futuro, il suo diritto legittimo a un domani migliore.
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Chi sa respirare l’“aria” delle mie scritture comprende che si tratta di un’aria elevata, potente. Bisogna essere destinati a essa; altrimenti il rischio di raffreddarsi in essa è davvero grande. Il ghiaccio è vicino, la solitudine è terribile. Ma quanto sono serene tutte le cose alla luce! Quanto si respira liberamente! Quanto si percepisce chiaramente ciò che ci circonda. La filosofia, così come l’ho intesa e vissuta finora, è una vita volontaria tra ghiaccio e montagne innevate: è l’esplorazione di tutto ciò che è estraneo e ambiguo nell’esistenza, di tutto ciò che la morale ha fino ad ora proibito. Dalla lunga esperienza derivante da tali esplorazioni nel “proibito”, ho imparato a considerare in modo molto diverso le ragioni per cui si è sempre moralizzato e idealizzato. La vera storia dei filosofi, la psicologia dei loro grandi nomi sono venute alla luce. Quanta verità un intelletto può sopportare. Quanta verità osa affrontare? Questo è diventato per me il vero criterio di valore. L’errore, il credere nell’ideale, non è cecità: l’errore è codardia. Ogni conquista, ogni passo avanti nella conoscenza derivano dal coraggio, dalla durezza verso se stessi, dalla purezza nei propri principi. Non nego gli ideali, ma indosso semplicemente dei “guanti” davanti a loro, “Nitimur in vetitum”: in questo senso la mia filosofia vince, perché fino ad ora si è sempre proibito, in linea di principio, la verità stessa.
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Nelle mie opere, il mio Zarathustra rappresenta in sé stesso qualcosa di unico e irripetibile. Gliel’ho donato all’umanità come il più grande regalo che le sia mai stato fatto. Questo libro, con una voce che attraversa i secoli, non è soltanto il libro più elevato che esista, il vero “libro dell’essenza umana” – tutta la realtà umana si trova, in modo incommensurabile, al di sotto di esso – ma è anche il libro più profondo, nato dal ricco tesoro della verità stessa; un pozzo inesauribile da cui ogni persona che vi si immerge esce riempita di oro e bene. Qui non parla un “profeta”, né uno di quegli strani ibridi di malattia e desiderio di potere che vengono chiamati fondatori di religioni. È soprattutto il tono con cui queste parole vengono pronunciate che bisogna ascoltare attentamente, per non tradire in modo spregevole il significato della sua saggezza. “Sono le parole più silenziose quelle che scatenano tempeste; i pensieri che avanzano con passi leggeri come quelli di una colomba guidano il mondo, ”
Le fichi cadono dagli alberi; sono buoni e dolci. E mentre cadono, la loro buccia rossa si strappa via. Io sono un vento del nord che soffia sulle fichi mature.
Anche queste lezioni vi sembrano deliziose, miei amici. Ora bevete il loro succo e mangiate la loro carne dolce! È autunno intorno a noi, cielo sereno e pomeriggio.
Qui non parla un fanatico; qui non si “predica”, qui non si chiede fede: da una fonte infinita di luce e felicità cadono goccia dopo goccia, parola dopo parola. Un ritmo dolce e lento caratterizza queste parole. Qualcosa del genere può raggiungere soltanto gli eletti; essere ascoltatori qui è un privilegio senza pari; nessuno ha il diritto di “ascoltare” Zarathustra. Non è forse Zarathustra, con tutto ciò, un seduttore?. Ma cosa dice egli stesso quando per la prima volta ritorna nella sua solitudine? Esattamente il contrario di ciò che direbbe qualsiasi “saggio”, “santo”, “redentore del mondo” o altro individuo decadente in una situazione simile. Non solo parla in modo diverso, ma è anche diverso.
Ora me ne vado da solo, miei giovani discepoli! Anche voi andate ora via, da soli! È così che desidero io.
Andate via da me e combattete contro Zarathustra! E ancora meglio: vergognatevi di lui! Forse vi ha ingannati.
L’uomo della conoscenza non deve solo amare i suoi nemici, ma deve anche essere in grado di odiare i suoi amici.
Non si rende giustizia a un insegnante se si rimane sempre solo uno studente. E perché non volete strappare i fiori dal mio mazzo?
Mi venerate, ma che accadrà se un giorno questa vostra venerazione dovesse svanire? State attenti, che una statua non vi schiacci sotto il proprio peso!
Dite di credere in Zarathustra. Ma che importanza ha Zarathustra? Voi siete i miei fedeli. Ma che significato hanno tutti i fedeli?
Non vi eravate ancora cercati a vicenda, quando mi avete trovato. Tutti i credenti fanno lo stesso; ed è proprio per questo che il vero significato di tutto ciò in cui credono rimane così poco evidente.
Ora vi invito a perdervi in me e a ritrovarvi in me stesso; e solo quando mi avrete tutti rinnegato, allora tornerò da voi.
Friedrich Nietzsche
In questo giorno perfetto, in cui tutto matura e non solo l’uva diventa rossastra, mi è balenata alla mente un’immagine della mia vita: ho guardato indietro, ho guardato intorno. Non avevo mai visto così tante cose belle e positive tutte insieme. Non a caso oggi ho sepolto il mio quarantaquattresimo anno: ciò che in esso c’era di vitale è stato salvato, è diventato immortale. Il primo libro della Rivalutazione di tutti i valori, le canzoni di Zarathustra, “Il tramonto degli dei”, il mio tentativo di filosofare. Tutti doni di questo anno, persino dell’ultimo suo quarto! Come potrei non essere grato per tutta la mia vita? Ed è così che racconto la mia storia.
Perché sono così saggio.
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Das Glück meines Daseins, seine Einzigkeit vielleicht, liegt in seinem Verhängnis: ich bin, um es in Rätselform auszudrücken, als mein Vater bereits gestorben, als meine Mutter lebe ich noch und werde alt. Diese doppelte Herkunft, gleichsam aus der obersten und der untersten Sprosse an der Leiter des Lebens, décadent zugleich und Anfang – dies, wenn irgendetwas, erklärt jene Neutralität, jene Freiheit von Partei im Verhältnis zum Gesamtproblem des Lebens, die mich vielleicht auszeichnet. Ich habe für die Zeichen von Aufgang und Niedergang eine feinere Witterung als je ein Mensch gehabt hat, ich bin der Lehrer par excellence hierfür – ich kenne beides, ich bin beides. – Mein Vater starb mit sechsunddreißig Jahren: er war zart, liebenswürdig und morbid, wie ein nur zum Vorübergehn bestimmtes Wesen – eher eine gütige Erinnerung an das Leben, als das Leben selbst. Im gleichen Jahre, wo sein Leben abwärts ging, ging auch das meine abwärts: Im sechsunddreißigsten Lebensjahre kam ich auf den niedrigsten Punkt meiner Vitalität – ich lebte noch, doch ohne drei Schritt weit vor mich zu sehn. Damals – es war 1879 – legte ich meine Basler Professur nieder, lebte den Sommer über wie ein Schatten in St.Moritz und den nächsten Winter, den sonnenärmsten meines Lebens, als Schatten in Naumburg. Dies war mein Minimum: »Der Wanderer und sein Schatten« entstand währenddem. Unzweifelhaft, ich verstand mich damals auf Schatten … Im Winter darauf, meinem ersten Genueser Winter, brachte jene Versüßung und Vergeistigung, die mit einer extremen Armut an Blut und Muskel beinahe bedingt ist, die »Morgenröte« hervor. Die vollkommne Helle und Heiterkeit, selbst Exuberanz des Geistes, welche das genannte Werk widerspiegelt, verträgt sich bei mir nicht nur mit der tiefsten physiologischen Schwäche, sondern sogar mit einem Exzess von Schmerzgefühl. Mitten in Martern, die ein ununterbrochner dreitägiger Gehirn-Schmerz samt mühseligem Schleim-Erbrechen mit sich bringt – besaß ich eine Dialektiker-Klarheit par excellence und dachte Dinge sehr kaltblütig durch, zu denen ich in gesünderen Verhältnissen nicht Kletterer, nicht raffiniert, nicht kalt genug bin. Meine Leser wissen vielleicht, inwiefern ich Dialektik als Décadence-Symptom betrachte, zum Beispiel im allerberühmtesten Fall: im Fall des Sokrates. – Alle krankhaften Störungen des Intellekts, selbst jene Halbbetäubung, die das Fieber im Gefolge hat, sind mir bis heute gänzlich fremde Dinge geblieben, über deren Natur und Häufigkeit ich mich erst auf gelehrtem Wege zu unterrichten hatte. Mein Blut läuft langsam. Niemand hat je an mir Fieber konstatieren können. Ein Arzt, der mich länger als Nervenkranken behandelte, sagte schließlich: »Nein!, an Ihren Nerven liegt’s nicht, ich selber bin nur nervös«. Schlechterdings unnachweisbar irgendeine lokale Entartung; kein organisch bedingtes Magenleiden, wie sehr auch immer, als Folge der Gesamterschöpfung, die tiefste Schwäche des gastrischen Systems. Auch das Augenleiden, dem Blindwerden zeitweilig sich gefährlich annähernd, nur Folge, nicht ursächlich: sodass mit jeder Zunahme an Lebenskraft auch die Sehkraft wieder zugenommen hat. – Eine lange, allzu lange Reihe von Jahren bedeutet bei mir Genesung – sie bedeutet leider auch zugleich Rückfall, Verfall, Periodik einer Art décadence. Brauche ich, nach alledem, zu sagen, dass ich in Fragen der décadence erfahren bin? Ich habe sie vorwärts und rückwärts buchstabiert. Selbst jene Filigran-Kunst des Greifens und Begreifens überhaupt, jene Finger für nuances, jene Psychologie des »Um-die-Ecke-sehns« und was sonst mir eignet, ward damals erst erlernt, ist das eigentliche Geschenk jener Zeit, in der alles sich bei mir verfeinerte, die Beobachtung selbst wie alle Organe der Beobachtung. Von der Kranken-Optik aus nach gesünderen Begriffen und Werten, und wiederum umgekehrt aus der Fülle und Selbstgewissheit des reichen Lebens hinuntersehn in die heimliche Arbeit des Décadence-Instinkts – das war meine längste Übung, meine eigentliche Erfahrung, wenn irgendworin wurde ich darin Meister. Ich habe es jetzt in der Hand, ich habe die Hand dafür, Perspektiven umzustellen: erster Grund, weshalb für mich allein vielleicht eine »Umwertung der Werte« überhaupt möglich ist. –
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Abgerechnet nämlich, dass ich ein décadent bin, bin ich auch dessen Gegensatz. Mein Beweis dafür ist, unter anderem, dass ich instinktiv gegen die schlimmen Zustände immer die rechten Mittel wählte: während der décadent an sich immer die ihm nachteiligen Mittel wählt. Als summa summarum war ich gesund, als Winkel, als Spezialität war ich décadent. Jene Energie zur absoluten Vereinsamung und Herauslösung aus gewohnten Verhältnissen, der Zwang gegen mich, mich nicht mehr besorgen, bedienen, beärzteln zu lassen – das verrät die unbedingte Instinkt-Gewissheit darüber, was damals, vor allem not tat. Ich nahm mich selbst in die Hand, ich machte mich selber wieder gesund: die Bedingung dazu – jeder Physiologe wird das zugeben – ist, dass man im Grunde gesund ist. Ein typisch morbides Wesen kann nicht gesund werden, noch weniger sich selbst gesund machen; für einen typisch Gesunden kann umgekehrt Kranksein sogar ein energisches Stimulans zum Leben, zum Mehrleben sein. So in der Tat erscheint mir jetzt jene lange Krankheits-Zeit: ich entdeckte das Leben gleichsam neu, mich selber eingerechnet, ich schmeckte alle guten und selbst kleinen Dinge, wie sie andre nicht leicht schmecken könnten – ich machte aus meinem Willen zur Gesundheit, zum Leben, meine Philosophie … Denn man gebe acht darauf: die Jahre meiner niedrigsten Vitalität waren es, wo ich aufhörte, Pessimist zu sein: der Instinkt der Selbst-Wiederherstellung verbot mir eine Philosophie der Armut und Entmutigung … Und woran erkennt man im Grunde die Wohlgeratenheit! Dass ein wohlgeratner Mensch unsern Sinnen wohltut: dass er aus einem Holze geschnitzt ist, das hart, zart und wohlriechend zugleich ist. Ihm schmeckt nur, was ihm zuträglich ist; sein Gefallen, seine Lust hört auf, wo das Maß des Zuträglichen überschritten wird. Er errät Heilmittel gegen Schädigungen, er nützt schlimme Zufälle zu seinem Vorteil aus; was ihn nicht umbringt, macht ihn stärker. Er sammelt instinktiv aus allem, was er sieht, hört, erlebt, seine Summe: er ist ein auswählendes Prinzip, er lässt viel durchfallen. Er ist immer in seiner Gesellschaft, ob er mit Büchern, Menschen oder Landschaften verkehrt: er ehrt, indem er wählt, indem er zulässt, indem er vertraut. Er reagiert auf alle Art Reize langsam, mit jener Langsamkeit, die eine lange Vorsicht und ein gewollter Stolz ihm angezüchtet haben – er prüft den Reiz, der herankommt, er ist fern davon, ihm entgegenzugehn. Er glaubt weder an »Unglück«, noch an »Schuld«: er wird fertig, mit sich, mit anderen, er weiß zu vergessen, – er ist stark genug, dass ihm alles zum Besten gereichen muss. – Wohlan, ich bin das Gegenstück eines décadent: denn ich beschrieb eben mich.
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The happiness of my existence, perhaps its very uniqueness, lies in its fate: to put it in riddles, I existed when my father had already died, and I am still alive as my mother grows old. This dual origin—rooted both at the highest and lowest rungs of the ladder of life, simultaneously decadent and primal—perhaps explains that neutrality, that freedom from bias in regard to the overall problem of existence, which perhaps distinguishes me. I have possessed a finer sensitivity to the signs of rise and fall than any other person; I am the very teacher of such things—I know both extremes; I am both. My father died at thirty-six: he was delicate, endearing, and morbid, like a being destined only for fleeting existence—more of a kind memory of life than life itself. In the very year when his life began to decline, mine too took a downward turn: at thirty-six, I reached the lowest point of my vitality—I was still alive, but unable to see more than three steps ahead. That was in 1879; I resigned my position as professor in Basel, spent the summer like a shadow in St. Moritz, and the following winter, the sunniest of my life, as a shadow in Naumburg. That was my lowest point: during that time, The Wanderer and His Shadow was written. Undoubtedly, at that time I had a profound understanding of shadows. The following winter, my first in Genoa, brought about that sweetness and intoxication that are almost inseparable from extreme weakness in blood and muscle. The perfect clarity and joy, even the exuberance of the mind that characterize that work, are not only compatible with the deepest physical frailty but also with an excess of pain. Amidst torments—three days of relentless headaches accompanied by difficult vomiting—I possessed a kind of dialectical clarity and could think things through with such coldness that I would never have been able to do so in healthier conditions. My readers may know how I regard dialectics as a symptom of decadence, especially in the most famous case: Socrates. All those pathological disorders of the intellect, even that half-numbness that often follows fever, have remained entirely foreign to me; I had to learn about their nature and prevalence through academic study. My blood flows slowly; no one has ever noticed fever in me. A doctor who treated me for what he thought were nervous disorders eventually said, “No! It’s not your nerves; I’m just nervous myself.” Unfortunately, there is no evidence of any localized degeneration; no organic stomach disorder, no matter how severe, resulting from the overall structure of my being—only the deepest weakness of my digestive system. Even those eye ailments that occasionally bordered on blindness were merely consequences, not causes; indeed, with every increase in vitality, my eyesight also improved. For me, a long—far too long—series of years signifies recovery, yet unfortunately, it also means relapse, decline, a kind of periodic degeneration. Need I say more that I have gained profound knowledge in the realm of decadence? I have studied it in every possible way. Even that delicate art of grasping and understanding, those fingers capable of capturing nuances, that psychology of longing to “see around the corner”—everything that was inherent to me was actually learned during that period when everything within me became more refined, whether it was my ability to observe or any of the senses involved in observation. To look from the perspective of illness toward healthier concepts and values, and then vice versa—to descend from the abundance and confidence of a rich life into the hidden workings of the decadence instinct—this was my longest journey, my true experience; if there is anything I became master at, it was this. Now I hold that power in my hands; I have the ability to shift perspectives. Perhaps this is precisely why, for me alone, such a “revaluation of values” is even possible at all.
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In fact, by considering myself a decadent, I am also its very antithesis. My proof of this is, among other things, that I instinctively always chose the right means to counteract those terrible conditions—whereas a true decadent would always choose the means that harm him. In summary, overall, I was healthy; in certain aspects, as a special case, I was decadent. That energy toward complete isolation and breaking away from habitual relationships, that drive to stop caring for myself, to stop letting others serve or heal me—these all reveal an absolute instinctive certainty about what was truly necessary at the time. I took charge of my own health; the condition for this—every physiologist would agree—is that one must essentially be healthy in order to do so. A typically morbid person cannot become healthy, let alone restore themselves; for a truly healthy person, however, illness can even be an energetic stimulus for life and greater vitality. Indeed, now I look back on that long period of illness as if discovering life anew—including myself within it. I savored all the good things, even the smallest ones, which others might not easily appreciate. I made my will to be healthy, to live, my very philosophy. For one thing is certain: during those years of lowest vitality, I stopped being pessimistic—the instinct for self-recovery prevented me from embracing a philosophy of poverty and discouragement. And how else can we recognize the signs of good fortune? A fortunate person brings benefit to our senses; they are made of material that is both hard and tender, both fragrant and durable. They only find pleasure in what is beneficial to them; their enjoyment ceases whenever that balance is disrupted. They instinctively identify remedies for harm, turn misfortune to their advantage; what does not kill them makes them stronger. They instinctively gather from everything they see, hear, experience—what is essential for them. They are a principle of selection, discarding much that is irrelevant. They are always in their own company, whether among books, people, or landscapes; they show respect by choosing, by allowing, by trusting. They respond slowly to all kinds of stimuli—because of long-term caution and deliberate pride. They examine whatever approaches them, avoiding rushing toward it. They believe neither in “misfortune” nor in “guilt”; they learn to let go, to forget. They are strong enough to ensure that everything works in their favor. Well then, I am the very antithesis of a decadent—because I have just described myself.
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La fortuna della mia esistenza, forse la sua unicità, risiede nel suo destino: sono, per così dire, nato quando mio padre era già morto, mentre mia madre vive ancora e invecchia. Questa doppia origine, che mi colloca sia all’estremità superiore che a quella inferiore della “scala della vita”, mi rende al contempo decadente e, un punto di partenza. Se c’è qualcosa che spiega questa neutralità, questa “libertà” da qualsiasi parte politica o ideologica rispetto al problema complessivo della vita, allora è proprio questo. Ho avuto una sensibilità più acuta di chiunque altro per i segni dell’ascesa e del declino; sono il maestro per eccellenza in questo campo: conosco entrambi gli aspetti. Mio padre morì a trentasei anni: era delicato, affascinante, ma anche malaticcio, come un essere destinato soltanto ad attraversare questa vita in fretta; più una bella memoria della vita stessa che la vita vera e propria. Nello stesso anno in cui la sua vita iniziò a declinare, anche la mia prese la stessa direzione: nel trentaseiesimo anno della mia vita raggiunsi il punto più basso della mia vitalità. Ero ancora vivo, ma non riuscivo a vedere oltre i prossimi tre passi. Quell’anno – era il 1879 – lasciai la mia cattedra a Basilea; trascorsi l’estate come un’ombra a St.Moritz e l’inverno successivo, il più freddo della mia vita, come un’ombra a Naumburg. Quello fu il mio minimo. Fu in quel periodo che nacque “Il viandante e la sua ombra”. Senza dubbio, in quel momento comprendevo perfettamente il significato delle ombre. L’inverno seguente, il mio primo in Genova, portò con sé quella dolcezza e quella spiritualità che spesso derivano da una estrema povertà di sangue e muscoli. Quella luce perfetta, quella serenità, persino quell’eleganza dello spirito che si riflettono in quell’opera, non solo erano compatibili con la mia più profonda debolezza fisica, ma anche con un’estrema sofferenza. Nel mezzo di tormenti causati da continui dolori cerebrali e vomiti di muco, possedevo una chiarezza di pensiero davvero eccezionale; riuscivo a riflettere con estrema freddezza su cose per cui, in condizioni normali, non sarei stato abbastanza determinato, abbastanza sofisticato, abbastanza freddo. I miei lettori forse sanno già in che modo considero la dialettica come un sintomo del decadimento. Ad esempio, nel caso più famoso: quello di Socrate. Tutte quelle alterazioni patologiche dell’intelligenza, persino quella sorta di intorpidimento che segue la febbre, sono rimaste per me cose completamente estranee; ho dovuto imparare a conoscere la loro natura e la loro frequenza attraverso lo studio. Il mio sangue scorre lentamente. Nessuno ha mai potuto constatare che avessi la febbre. Un medico che mi curò per molto tempo come paziente nevrotico disse infine: “No, il problema non sono i suoi nervi, anch’io sono semplicemente nervoso”. Purtroppo, non si può escludere alcuna forma di degenerazione locale. Nessun disturbo organico allo stomaco, per quanto grave possa essere, come conseguenza della struttura stessa della vita umana. La mia è senz’altro la più profonda debolezza del sistema digestivo. Anche i disturbi oculari, che a volte si avvicinavano pericolosamente alla cecità, non erano la causa principale, ma soltanto una conseguenza: quindi, con ogni aumento della forza vitale, anche la vista migliorava di nuovo. Una lunga serie di anni, troppo lunghi, per me significava guarigione, ma purtroppo significava anche ricadute, declino, un ciclo continuo di decadenza. Dopo tutto ciò, devo forse dire di essere esperto in materia di decadenza? L’ho studiata nei suoi aspetti più diversi, da ogni angolazione possibile. Anche quell’arte raffinata di percepire e comprendere le sfumature, quelle capacità di cogliere le sottilità, quella psicologia del desiderio di “vedere oltre l’angolo”, tutto ciò che mi è proprio è stato acquisito in quel periodo in cui ogni cosa in me si perfezionava: sia la capacità di osservare che tutti gli organi utilizzati per tale scopo. Guardare dalla prospettiva della malattia verso concetti e valori più sani, e viceversa, scendere dalla ricchezza e dalla sicurezza di una vita piena verso il lavoro nascosto dell’istinto della decadenza. Questa è stata la mia lunga pratica, la vera “esperienza” che ho acquisito in questo campo; forse proprio per questo sono riuscito a realizzare una “rivalutazione dei valori”.
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In definitiva, sebbene io sia considerato un decadente, sono anche l’opposto di ciò che rappresenta il decadimento. La prova di ciò è, tra le altre cose, il fatto che ho sempre scelto, in modo istintivo, i mezzi giusti per contrastare le condizioni negative: mentre il vero decadente sceglie sempre quei mezzi che lo danneggiano. In sintesi, nel complesso ero sano; come aspetto particolare o caratteristica specifica, ero decadente. Quell’energia volta all’assoluta solitudine e al distacco dalle abitudini quotidiane, quella forza che mi spingeva a non curarmi più di me stesso, a non lasciarmi assistere o guarire da altri, tutto ciò testimonia una certezza istintiva riguardo a ciò che era veramente necessario in quel momento. Ho preso in mano la mia vita e mi sono ristabilito: la condizione indispensabile per farlo – lo ammetterà qualsiasi fisiologo – è essere fondamentalmente sani. Un essere tipicamente malato non può guarire, né tantomeno riprendersi da solo; al contrario, per una persona sana, la malattia può rappresentare addirittura uno stimolo energico per vivere, per crescere. Proprio così vedo ora quel lungo periodo di malattia: ho riscoperto la vita, includendoci anche me stesso; ho assaporato tutte le cose belle, anche quelle piccole e apparentemente insignificanti, che altri difficilmente riescono a percepire. Ho fatto della mia volontà di guarire, di vivere, la mia stessa filosofia. Perché notate bene: sono stati proprio gli anni in cui la mia vitalità era al minimo che ho smesso di essere pessimista; l’istinto di autoregolazione mi impediva di adottare una filosofia basata sulla povertà e sullo sconforto. E in fondo, come si può riconoscere la vera fortuna di una persona? Il fatto che il suo modo di vivere faccia del bene ai nostri sensi; che sia fatta di materiali duri, delicati e al contempo profumati. A lei piacciono solo le cose che le sono benefiche; il suo gusto, la sua gioia cessano non appena viene superato il limite di ciò che è realmente utile per lei. Lei riesce a individuare rimedi contro i danni, sfrutta a proprio vantaggio gli eventi negativi. Quello che non la uccide la rende più forte. In modo istintivo, raccoglie da tutto ciò che vede, sente, vive, quella “somma” essenziale per sé: è un principio selettivo, lascia molte cose fuori dalla sua considerazione. È sempre con se stessa, sia che interagisca con libri, persone o paesaggi: onora attraverso la scelta, attraverso il permesso, attraverso la fiducia. Reagisce lentamente a ogni tipo di stimolo, con quella lentezza che deriva da una lunga prudenza e da un orgoglio consapevole. Valuta attentamente lo stimolo che le si presenta, evita di andargli incontro. Non crede né nel “sfortunio” né nella “colpa”: si riconcilia con se stessa, con gli altri, sa come dimenticare. È abbastanza forte perché tutto ciò che accade debba necessariamente portare al suo bene. Bene, io sono l’opposto di un decadente: perché ho appena descritto me stesso.
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Diese doppelte Reihe von Erfahrungen, diese Zugänglichkeit zu anscheinend getrennten Welten wiederholt sich in meiner Natur in jeder Hinsicht – ich bin ein Doppelgänger, ich habe auch das »zweite« Gesicht noch außer dem ersten. Und vielleicht auch noch das dritte … Schon meiner Abkunft nach ist mir ein Blick erlaubt jenseits aller bloß lokal, bloß national bedingten Perspektiven, es kostet mich keine Mühe, ein »guter Europäer« zu sein. Andrerseits bin ich vielleicht mehr deutsch, als jetzige Deutsche, bloße Reichsdeutsche es noch zu sein vermöchten – ich, der letzte antipolitische Deutsche. Und doch waren meine Vorfahren polnische Edelleute: ich habe von daher viel Rassen-Instinkte im Leibe, wer weiß? zuletzt gar noch das liberum veto. Denke ich daran, wie oft ich unterwegs als Pole angeredet werde und von Polen selbst, wie selten man mich für einen Deutschen nimmt, so könnte es scheinen, dass ich nur zu den angesprenkelten Deutschen gehörte. Aber meine Mutter, Franziska Oehler, ist jedenfalls etwas sehr Deutsches; insgleichen meine Großmutter väterlicherseits, Erdmuthe Krause. Letztere lebte ihre ganze Jugend mitten im guten alten Weimar, nicht ohne Zusammenhang mit dem Goetheschen Kreise. Ihr Bruder, der Professor der Theologie Krause in Königsberg, wurde nach Herders Tod als Generalsuperintendent nach Weimar berufen. Es ist nicht unmöglich, dass ihre Mutter, meine Urgroßmutter, unter dem Namen »Muthgen« im Tagebuch des jungen Goethe vorkommt. Sie verheiratete sich zum zweiten Mal mit dem Superintendent Nietzsche in Eilenburg; an dem Tage des großen Kriegsjahrs 1813, wo Napoleon mit seinem Generalstab in Eilenburg einzog, am 10. Oktober hatte sie ihre Niederkunft. Sie war, als Sächsin, eine große Verehrerin Napoleons; es könnte sein, dass ich’s auch noch bin. Mein Vater, 1813 geboren, starb 1849. Er lebte, bevor er das Pfarramt der Gemeinde Röcken unweit Lützen übernahm, einige Jahre auf dem Altenburger Schlosse und unterrichtete die vier Prinzessinnen daselbst. Seine Schülerinnen sind die Königin von Hannover, die Großfürstin Constantin, die Großherzogin von Oldenburg und die Prinzess Therese von Sachsen-Altenburg. Er war voll tiefer Pietät gegen den preußischen König Friedrich Wilhelm den Vierten, von dem er auch sein Pfarramt erhielt; die Ereignisse von 1848 betrübten ihn über die Maßen. Ich selber, am Geburtstage des genannten Königs geboren, am 15. Oktober, erhielt, wie billig, die Hohenzollern-Namen Friedrich Wilhelm. Einen Vorteil hatte jedenfalls die Wahl dieses Tages: mein Geburtstag war meine ganze Kindheit hindurch ein Festtag. – Ich betrachte es als ein großes Vorrecht, einen solchen Vater gehabt zu haben: es scheint mir sogar, dass sich damit alles erklärt, was ich sonst an Vorrechten habe – das Leben, das große Ja zum Leben nicht eingerechnet. Vor allem, dass es für mich keiner Absicht dazu bedarf, sondern eines bloßen Abwartens, um unfreiwillig in eine Welt hoher und zarter Dinge einzutreten: ich bin dort zu Hause, meine innerste Leidenschaft wird dort erst frei. Dass ich für dies Vorrecht beinahe mit dem Leben zahlte, ist gewiss kein unbilliger Handel. – Um nur etwas von meinem Zarathustra zu verstehn, muss man vielleicht ähnlich bedingt sein, wie ich es bin – mit einem Fuße jenseits des Lebens …
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Ich habe nie die Kunst verstanden, gegen mich einzunehmen – auch das verdanke ich meinem unvergleichlichem Vater –, und selbst noch, wenn es mir von großem Werte schien. Ich bin sogar, wie sehr immer das unchristlich scheinen mag, nicht einmal gegen mich eingenommen, man mag mein Leben hin- und herwenden, man wird darin nur selten, im Grunde nur einmal Spuren davon entdecken, dass jemand bösen Willen gegen mich gehabt hätte – vielleicht aber etwas zu viel Spuren von gutem Willen … Meine Erfahrungen selbst mit solchen, an denen jedermann schlechte Erfahrungen macht, sprechen ohne Ausnahme zu deren Gunsten; ich zähme jeden Bär, ich mache die Hanswürste noch sittsam. In den sieben Jahren wo ich an der obersten Klasse des Basler Pädagogiums Griechisch lehrte, habe ich keinen Anlass gehabt, eine Strafe zu verhängen; die Faulsten waren bei mir fleißig. Dem Zufall bin ich immer gewachsen; ich muss unvorbereitet sein, um meiner Herr zu sein. Das Instrument, es sei, welches es wolle, es sei so verstimmt, wie nur das Instrument »Mensch« verstimmt werden kann – ich müsste krank sein, wenn es mir nicht gelingen sollte, ihm etwas Anhörbares abzugewinnen. Und wie oft habe ich das von den »Instrumenten« selber gehört, dass sie sich noch nie so gehört hätten … Am schönsten vielleicht von jenem unverzeihlich jung gestorbenen Heinrich von Stein, der einmal, nach sorgsam eingeholter Erlaubnis, auf drei Tage in Sils-Maria erschien, jedermann erklärend, dass er nicht wegen des Engadins komme. Dieser ausgezeichnete Mensch, der mit der ganzen ungestümen Einfalt eines preußischen Junkers in den Wagnerschen Sumpf hineingewatet war (– und außerdem noch in den Dühringschen!) war diese drei Tage wie umgewandelt durch einen Sturmwind der Freiheit, gleich einem, der plötzlich in seine Höhe gehoben wird und Flügel bekommt. Ich sagte ihm immer, das mache die gute Luft hier oben, so gehe es jedem, man sei nicht umsonst 6000 Fuß über Bayreuth – aber er wollte mir’s nicht glauben … Wenn trotzdem an mir manche kleine und große Missetat verübt worden ist, so war nicht »der Wille«, am wenigsten der böse Wille Grund davon: eher schon hätte ich mich – ich deutete es eben an – über den guten Willen zu beklagen, der keinen kleinen Unfug in meinem Leben angerichtet hat. Meine Erfahrungen geben mir ein Anrecht auf Misstrauen überhaupt hinsichtlich der sogenannten »selbstlosen« Triebe, der gesamten zu Rat und Tat bereiten »Nächstenliebe«. Sie gilt mir an sich als Schwäche, als Einzelfall der Widerstands-Unfähigkeit gegen Reize – das Mitleiden heißt nur bei décadents eine Tugend. Ich werfe den Mitleidigen vor, dass ihnen die Scham, die Ehrfurcht, das Zartgefühl vor Distanzen leicht abhanden kommt, dass Mitleiden im Handumdrehn nach Pöbel riecht und schlechten Manieren zum Verwechseln ähnlich sieht – dass mitleidige Hände unter Umständen geradezu zerstörerisch in ein großes Schicksal, in eine Vereinsamung unter Wunden, in ein Vorrecht auf schwere Schuld hineingreifen können. Die Überwindung des Mitleids rechne ich unter die vornehmen Tugenden: ich habe als »Versuchung Zarathustras« einen Fall gedichtet, wo ein großer Notschrei an ihn kommt, wo das Mitleiden wie eine letzte Sünde ihn überfallen, ihn von sich abspenstig machen will. Hier Herr bleiben, hier die Höhe seiner Aufgabe rein halten von den viel niedrigeren und kurzsichtigeren Antrieben, welche in den sogenannten selbstlosen Handlungen tätig sind, das ist die Probe, die letzte Probe vielleicht, die ein Zarathustra abzulegen hat – sein eigentlicher Beweis von Kraft …
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Auch noch in einem anderen Punkte bin ich bloß mein Vater noch einmal und gleichsam sein Fortleben nach einem allzu frühen Tode. Gleich jedem, der nie unter seinesgleichen lebte und dem der Begriff »Vergeltung« so unzugänglich ist wie etwa der Begriff »gleiche Rechte«, verbiete ich mir in Fällen, wo eine kleine oder sehr große Torheit an mir begangen wird, jede Gegenmaßregel, jede Schutzmaßregel – wie billig, auch jede Verteidigung, jede »Rechtfertigung«. Meine Art Vergeltung besteht darin, der Dummheit so schnell wie möglich eine Klugheit nachzuschicken: so holt man sie vielleicht noch ein. Im Gleichnis geredet: ich schicke einen Topf mit Konfitüren, um eine sauere Geschichte loszuwerden … Man hat nur etwas an mir schlimm zu machen, ich »vergelte« es, dessen sei man sicher: Ich finde über kurzem eine Gelegenheit, dem »Missetäter« meinen Dank auszudrücken (mitunter sogar für die Missetat) – oder ihn um etwas zu bitten, was verbindlicher sein kann als etwas geben … Auch scheint es mir, dass das gröbste Wort, der gröbste Brief noch gutartiger, noch honetter sind als Schweigen. Solchen, die schweigen, fehlt es fast immer an Feinheit und Höflichkeit des Herzens; Schweigen ist ein Einwand, Hinunterschlucken macht notwendig einen schlechten Charakter – es verdirbt selbst den Magen. Alle Schweiger sind dyspeptisch. – Man sieht, ich möchte die Grobheit nicht unterschätzt wissen, sie ist bei Weitem die humanste Form des Widerspruchs und, inmitten der modernen Verzärtelung, eine unsrer ersten Tugenden. – Wenn man reich genug dazu ist, ist es selbst ein Glück, unrecht zu haben. Ein Gott, der auf die Erde käme, dürfte gar nichts andres tun als Unrecht – nicht die Strafe, sondern die Schuld auf sich zu nehmen wäre erst göttlich.
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This dual series of experiences, this ability to access seemingly separate worlds, repeats itself in every aspect of my nature—I am a doppelganger; I possess not only the “first” face but perhaps also a “second” one, and maybe even a third. Already by my very origin, I am granted the perspective to look beyond all merely local or national boundaries; it does not cost me any effort to be a “good European.” On the other hand, I may be more German than even today’s Germans can be—perhaps the last anti-political German of them all. Yet my ancestors were Polish nobles; therefore, I carry many racial instincts within me—who knows? Perhaps even the right to exercise what was once called the “liberum veto.” Often when I am out and about, people address me as a Pole, and Poles themselves rarely mistake me for a German; it might seem as if I merely belong to those scattered Germans. But my mother, Franziska Oehler, is certainly very German—so is my maternal grandmother, Erdmuthe Krause. She spent her entire youth in the old town of Weimar, not without connections to Goethe’s circle. Her brother, Professor Krause of Theology in Königsberg, was appointed General Superintendent of Weimar after Herder’s death. It is not impossible that my great-grandmother, under the name “Muthgen,” appeared in the diary of young Goethe. She married again, this time to Superintendent Nietzsche in Eilenburg; on October 10th, 1813, the year of the great war when Napoleon entered Eilenburg with his staff, she gave birth. As a Saxon, she was a great admirer of Napoleon; perhaps I am too. My father, born in 1813, died in 1849. Before taking up the parish at Röcken near Lützen, he lived for several years at the Altenburg Castle, where he taught the four princesses. His students included the Queen of Hanover, Grand Princess Constantin, Grand Duchess of Oldenburg, and Princess Therese of Saxony-Altenburg. He held deep piety toward King Friedrich Wilhelm IV of Prussia, from whom he also received his parish; the events of 1848 filled him with profound sorrow. I myself was born on the birthday of that king, on October 15th, and thus was given the Hohenzollern name Friedrich Wilhelm. At least there was one advantage to choosing such a day: my birthday remained a festive occasion throughout my childhood. I consider it a great privilege to have had such a father; in fact, it seems as if all my other privileges can be explained by that alone—except for the life itself, that ultimate “yes” to existence. Above all, it requires no intention on my part; merely waiting patiently is enough to involuntarily enter a world of noble and delicate things. There, I feel at home; my deepest passions are finally set free. The fact that I almost paid with my life for this privilege is certainly not an unjust trade. – To understand even a little of my Zarathustra, one must perhaps be in similar circumstances as I am: with one foot on the other side of life.
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I have never understood the art of opposing myself—even that I owe to my incomparable father—and even when it seemed of great value to me, I never resorted to such means. To be honest, and no matter how unchristianly this may sound, I have never opposed myself at all. One could turn my life upside down, but one would rarely, in fact, ever find any traces of someone harboring ill will toward me—perhaps too many traces of good will instead. My own experiences with those whom everyone else encounters difficulties with speak without exception in their favor; I manage to tame every “bear” and even make the “sausages” behave properly. In the seven years that I taught Greek at the top grade level of the Basel Pedagogium, I never had reason to impose any punishment; even the laziest students became diligent under my guidance. I have always relied on chance; I must be unprepared in order to be my own master. No matter what instrument it is, no matter how out of tune it may be—since the “instrument human” can be tuned in the worst possible ways—I would have to be sick if I were unable to extract something audible from it. And how often have I heard these very instruments themselves claim that they had never sounded so good before. Perhaps most beautifully by that incomparably young Heinrich von Stein, who once, after carefully obtaining permission, spent three days in Sils-Maria, explaining to everyone that he had not come there for the sake of Engadin. This outstanding man, who with the entire reckless simplicity of a Prussian junker had waded into the mire of Wagner’s ideas (and also those of Dühring!), seemed transformed during those three days by a stormy wind of freedom, as if suddenly lifted into the air and given wings. I always told him that it was the good air up here that did all that—but he would not believe me. If, nonetheless, some small or great misdeeds have been committed against me, it was certainly not “will” that was at fault, let alone evil will; rather, I might even complain—as I have hinted—about the excessive good will that has prevented any mischief from occurring in my life. My own experiences give me every right to be skeptical of so-called “selfless” impulses and of all that pretense of “compassion” that is always ready to offer advice and help. To me, such behavior represents weakness, an individual case of inability to resist temptation—merely a virtue among decadents. I accuse those who feel compassion of the fact that shame, reverence, and sensitivity toward distance often vanish easily in them; I claim that compassion can quickly take on the stench of vulgarity and that it often bears a striking resemblance to bad manners. Compassionate hands, under certain circumstances, can prove utterly destructive, intervening in great destinies, in solitude laced with pain, or in situations that seem to warrant heavy guilt. Overcoming compassion, I consider, belongs among the noblest virtues. As part of my poem “The Temptation of Zarathustra,” I depicted a moment when a desperate cry for help reaches him; compassion, in that instance, assaults him like the last sin, trying to turn him away from himself. To remain true to oneself, to preserve the purity of one’s mission despite the much lower and more shortsighted motives that often drive what are called selfless actions—this is perhaps the ultimate test that Zarathustra must face: his true proof of strength.
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In another respect as well, I am merely my father once more, in a sense his continuation after an untimely death. Just like anyone who has never lived among their own kind, for whom the concept of “revenge” is as incomprehensible as the idea of “equal rights,” I forbid myself, in cases where some petty or grave foolishness is committed against me, to take any counteraction, any protective measure—even the simplest form of defense or “justification.” My way of revenge is to respond to stupidity with wisdom as quickly as possible; perhaps in this way, one can still avert greater harm. To use a metaphor: I send a pot of jam to put an end to a sour situation. If someone does me wrong, be assured that I will soon find an opportunity to express my “revenge”—sometimes even for the very wrongdoing itself—or perhaps to ask them for something that could prove far more binding than anything I might give them. It also seems to me that the grossest words, the most crude letters, are actually kinder and more gracious than silence. Those who remain silent almost always lack the refinement and courtesy of true compassion; silence is often a sign of weakness, while suppressing one’s feelings can lead to a corrupt character—it even harms one’s very soul. All those who stay silent suffer from digestive disorders. Clearly, I do not wish to underestimate the power of rudeness; in many ways, it is the most humane form of protest—and, amidst today’s excessive delicacy and sensitivity, one of our most fundamental virtues. If one is wealthy enough to afford it, it can even be a blessing to suffer injustice. A god who descended to earth would have no other duty than to bear injustice itself—not to punish it, but to take responsibility for it—that would truly be divine.
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Questa doppia serie di esperienze, questa possibilità di accedere a mondi apparentemente separati, si ripete nella mia natura in ogni senso: sono un doppelgänger; ho anche un “secondo” volto, oltre al primo. E forse anche un terzo. Già per la mia origine, mi è concesso di guardare al di là di tutte le prospettive puramente locali o nazionali; non mi costa alcuno sforzo essere considerato un “buon europeo”. D’altra parte, forse sono più tedesco di quanto lo siano i tedeschi di oggi. Io, l’ultimo tedesco antipolitico. Eppure i miei antenati erano nobili polacchi: per questo ho molti istinti razziali in me. Chissà. Forse anche il cosiddetto “liberum veto”. Penso spesso a come venga chiamato “polacco” quando sono in viaggio, e a come raramente venga considerato tedesco. Sembra quasi che appartenga solo a quei tedeschi “sparsi qua e là”. Ma mia madre, Franziska Oehler, è certamente molto tedesca; lo stesso vale per mia nonna materna, Erdmuthe Krause. Quest’ultima trascorse tutta la sua giovinezza nel buon vecchio Weimar, con legami con il circolo di Goethe. Suo fratello, il professor di teologia Krause a Königsberg, fu nominato superintendente generale dopo la morte di Herder. Non è impossibile che mia bisnonna venga menzionata nel diario del giovane Goethe con il nome “Muthgen”. Si sposò per la seconda volta con il superintendente Nietzsche a Eilenburg; il 10 ottobre 1813, anno della grande guerra in cui Napoleone entrò a Eilenburg con il suo stato maggiore, diede alla luce mio padre. Essendo sassone, era una grande ammiratrice di Napoleone. Forse lo sono ancora io. Mio padre, nato nel 1813, morì nel 1849. Prima di assumere la carica di pastore nella comunità di Röcken vicino a Lützen, visse alcuni anni al castello di Altenburg, dove insegnò alle quattro principesse. Le sue allieve furono la regina di Hannover, la granduchessa Constantin, la granduchessa di Oldenburg e la principessa Therese di Sassonia-Altenburg. Nutriva una profonda devozione per il re prussiano Federico Guglielmo IV, da cui ricevette anche la sua carica pastorale; gli eventi del 1848 lo addolorarono profondamente. Io stesso, nato nel giorno di nascita di quel re, il 15 ottobre, ricevetti, come è consuetudine, il nome tedesco Friedrich Wilhelm. Comunque, la scelta di quel giorno ebbe un vantaggio: il mio compleanno fu sempre una festa per tutta la mia infanzia. Considero un grande privilegio aver avuto un padre del genere. Mi sembra persino che tutto ciò che ho di privilegiato nella vita si possa spiegare proprio con questo. A parte, naturalmente, la possibilità stessa di vivere. Soprattutto il fatto che, per me, non sia necessaria alcuna intenzione particolare: basta semplicemente attendere affinché io entri involontariamente in un mondo di cose elevate e delicate; lì mi sento a casa mia, e la mia più profonda passione può finalmente liberarsi. Il fatto che abbia pagato quasi con la vita per questo privilegio non è certamente un prezzo ingiusto. Per comprendere anche solo qualcosa del mio Zarathustra, forse bisogna essere nelle stesse condizioni in cui mi trovo io: con un piede al di là della vita.
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Non ho mai imparato l’arte di oppormi a me stesso; anche questo lo devo al mio incomparabile padre. E anche quando mi sarebbe sembrato molto importante farlo, non l’ho mai fatto. Anzi, per quanto possa sembrare immorale, non mi sono mai opposto a me stesso: si può mettere la mia vita sottosopra e si scopriranno raramente, in realtà solo una volta, tracce di cattive intenzioni nei miei confronti. Forse, invece, troppi segni di buone intenzioni. Le mie stesse esperienze con persone che tutti considerano negative parlano senza eccezione a loro favore: io domino ogni “orso”, rendo persino i “maiali” più docili. Negli otto anni in cui ho insegnato greco al corso superiore del Pädagogium di Basilea, non ho mai avuto motivo di infliggere punizioni; anche i più pigri erano diligenti con me. Sono sempre stato un uomo del caso: devo essere impreparato per poter dominare. Qualunque strumento sia, per quanto stonato possa essere – come lo è lo strumento “uomo” – dovrei essere malato se non riuscissi a farne emergere qualcosa di ascoltabile. E quante volte ho sentito gli stessi “strumenti” dire di non essersi mai sentiti così bene prima. Forse il più bello esempio è quello di quel Heinrich von Stein, morto prematuramente: una volta, dopo aver ottenuto il permesso necessario, si recò per tre giorni a Sils-Maria, spiegando a tutti che non era lì per l’Engadino. Quell’uomo eccezionale, con tutta la semplicità impetuosa di un giovane ufficiale prussiano, entrò nel “fango” delle idee di Wagner, e anche in quello di Dühring. Durante quei tre giorni sembrava trasformato da un vento violento di “libertà”, come se fosse stato improvvisamente sollevato in alto e avesse acquisito le ali. Gli dicevo sempre che era merito dell’aria buona di lassù. Ma lui non voleva crederci. Se comunque sono state commesse alcune piccole o grandi cattive azioni nei miei confronti, non è stato certo il “desiderio”, tantomeno il cattivo desiderio, a essere la causa: piuttosto, dovrei lamentarmi del buon desiderio che non ha mai causato alcun piccolo disastro nella mia vita. Le mie esperienze mi danno il diritto di essere scettico riguardo a quelle cosiddette “spinte altruistiche”, a tutta quella “carità” pronta ad aiutare e consigliare gli altri. Per me, queste rappresentano una debolezza, un caso particolare di incapacità di resistere alle tentazioni. Il pietà, per i decadenti, è solo una virtù. Accuso coloro che provano compassione di perdere facilmente la vergogna, il rispetto, la sensibilità verso le distanze; accuso il loro sentimento di compassione di trasformarsi in qualcosa di volgare in un attimo, e di assomigliare troppo a cattive maniere. Accuso anche quelle “mani compassionevoli” di poter diventare addirittura distruttive quando intervengono in situazioni tragiche, di solitudine, di sofferenza o di colpe gravi. Superare il sentimento di compassione ritengo sia una delle virtù più nobili: ho scritto, infatti, un poema intitolato “La tentazione di Zarathustra”, in cui si racconta di un grande grido d’aiuto rivolto a lui; in quel momento, la compassione lo assale come l’ultima delle colpe, cercando di allontanarlo da sé stesso. Rimanere padrone di sé, mantenere l’altezza della propria missione purificandola da motivazioni più basse e meschine che spesso si nascondono dietro azioni cosiddette “altruistiche”: questa è la prova, forse l’ultima prova che un Zarathustra deve affrontare, il vero segno della sua forza.
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Anche in un altro aspetto, sono semplicemente mio padre una seconda volta, e in qualche modo la sua continuazione dopo una morte prematura. Come chiunque non abbia mai vissuto tra i suoi simili e per il quale concetti come “vendetta” o “uguagli diritti” siano del tutto incomprensibili, mi impongo di non prendere alcuna misura di controffazione, alcun provvedimento protettivo – né tantomeno difendermi o “giustificarmi” – quando qualcuno compie un errore, piccolo o grande che sia. Il mio modo di “vendicarmi” consiste nel rispondere alla stupidità con la saggezza il prima possibile: forse così si riesce ancora a recuperare qualcosa. Per usare un esempio: invio una pentola di marmellata per eliminare una situazione spiacevole. Basta che qualcuno mi faccia del male, e sono sicuro che troverò presto l’occasione per “ringraziarlo” (a volte persino per il male commesso), o per chiedergli qualcosa di ancora più vincolante di ciò che potrei offrirgli. Inoltre, mi sembra che anche la parola più grossolana, la lettera più scortese siano in realtà più gentili e più rispettabili del silenzio. A coloro che tacciono manca quasi sempre la delicatezza e la cortesia nel cuore; il silenzio è un’obiezione, mentre ingoiare in silenzio rende necessario avere un cattivo carattere. E questo rovina persino lo stomaco. Tutti coloro che tacciono soffrono di disturbi digestivi. Come si vede, non intendo sottovalutare la grossolanità: essa rappresenta di gran lunga la forma più umana di opposizione, e in mezzo alla moderna effemminazione, è una delle nostre prime virtù. Se si è abbastanza ricchi per poterlo permettersi, anche commettere un errore può essere considerato una fortuna. Un dio che scendesse sulla Terra non dovrebbe fare altro che commettere errori. Non sarebbe divino assumersi la colpa o infliggere punizioni.
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Die Freiheit vom Ressentiment, die Aufklärung über das Ressentiment – wer weiß, wie sehr ich zuletzt auch darin meiner langen Krankheit zu Dank verpflichtet bin! Das Problem ist nicht gerade einfach: man muss es aus der Kraft heraus und aus der Schwäche heraus erlebt haben. Wenn irgendetwas überhaupt gegen Kranksein, gegen Schwachsein geltend gemacht werden muss, so ist es, dass in ihm der eigentliche Heilinstinkt, das ist der Wehr- und Waffen-Instinkt im Menschen mürbe wird. Man weiß von nichts loszukommen, man weiß mit nichts fertig zu werden, man weiß nichts zurückzustoßen – alles verletzt. Mensch und Ding kommen zudringlich nahe, die Erlebnisse treffen zu tief, die Erinnerung ist eine eiternde Wunde. Kranksein ist eine Art Ressentiment selbst. – Hiergegen hat der Kranke nur ein großes Heilmittel – ich nenne es den russischen Fatalismus, jenen Fatalismus ohne Revolte, mit dem sich ein russischer Soldat, dem der Feldzug zu hart wird, zuletzt in den Schnee legt. Nichts überhaupt mehr annehmen, an sich nehmen, in sich hineinnehmen – überhaupt nicht mehr reagieren … Die große Vernunft dieses Fatalismus, der nicht immer nur der Mut zum Tode ist, als Leben erhaltend unter den lebensgefährlichsten Umständen, ist die Herabsetzung des Stoffwechsels, dessen Verlangsamung, eine Art Wille zum Winterschlaf. Ein paar Schritte weiter in dieser Logik, und man hat den Fakir, der wochenlang in einem Grabe schläft … Weil man zu schnell sich verbrauchen würde, wenn man überhaupt reagierte, reagiert man gar nicht mehr: dies ist die Logik. Und mit nichts brennt man rascher ab, als mit den Ressentiments-Affekten. Der Ärger, die krankhafte Verletzlichkeit, die Ohnmacht zur Rache, die Lust, der Durst nach der Rache, das Giftmischen in jedem Sinne – das ist für Erschöpfte sicherlich die nachteiligste Art zu reagieren: ein rapider Verbrauch von Nervenkraft, eine krankhafte Steigerung schädlicher Ausleerungen, zum Beispiel der Galle in den Magen, ist damit bedingt. Das Ressentiment ist das Verbotene an sich für den Kranken – sein Böses: leider auch sein natürlichster Hang. – Das begriff jener tiefe Physiolog Buddha. Seine »Religion«, die man besser als eine Hygiene bezeichnen dürfte, um sie nicht mit so erbarmungswürdigen Dingen wie das Christentum ist, zu vermischen, machte ihre Wirkung abhängig von dem Sieg über das Ressentiment: die Seele davon frei machen – erster Schritt zur Genesung. »Nicht durch Feindschaft kommt Feindschaft zu Ende, durch Freundschaft kommt Feindschaft zu Ende«: das steht am Anfang der Lehre Buddhas – so redet nicht die Moral, so redet die Physiologie. – Das Ressentiment, aus der Schwäche geboren, niemandem schädlicher als dem Schwachen selbst – im andern Falle, wo eine reiche Natur die Voraussetzung ist, ein überflüssiges Gefühl, ein Gefühl, über das Herr zu bleiben beinahe der Beweis des Reichtums ist. Wer den Ernst kennt, mit dem meine Philosophie den Kampf mit den Rach- und Nachgefühlen bis in die Lehre vom »freien Willen« hinein aufgenommen hat – der Kampf mit dem Christentum ist nur ein Einzelfall daraus –, wird verstehn, weshalb ich mein persönliches Verhalten, meine Instinkt-Sicherheit in der Praxis hier gerade ans Licht stelle. In den Zeiten der décadence verbot ich sie mir als schädlich; sobald das Leben wieder reich und stolz genug dazu war, verbot ich sie mir als unter mir. Jener »russische Fatalismus«, von dem ich sprach, trat darin bei mir hervor, dass ich beinahe unerträgliche Lagen, Orte, Wohnungen, Gesellschaften, nachdem sie einmal, durch Zufall, gegeben waren, jahrelang zäh festhielt – es war besser, als sie ändern, als sie veränderbar zu fühlen – als sich gegen sie aufzulehnen … Mich in diesem Fatalismus stören, mich gewaltsam aufwecken nahm ich damals tödlich übel – in Wahrheit war es auch jedes Mal tödlich gefährlich. – Sich selbst wie ein Fatum nehmen, nicht sich »anders« wollen – das ist in solchen Zuständen die große Vernunft selbst.
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Ein ander Ding ist der Krieg. Ich bin meiner Art nach kriegerisch. Angreifen gehört zu meinen Instinkten. Feind sein können, Feind sein – das setzt vielleicht eine starke Natur voraus, jedenfalls ist es bedingt in jeder starken Natur. Sie braucht Widerstände, folglich sucht sie Widerstand: das aggressive Pathos gehört ebenso notwendig zur Stärke als das Rach- und Nachgefühl zur Schwäche. Das Weib zum Beispiel ist rachsüchtig: das ist in seiner Schwäche bestimmt, so gut wie seine Reizbarkeit für fremde Not. – Die Stärke des Angreifenden hat in der Gegnerschaft, die er nötig hat, eine Art Maß; jedes Wachstum verrät sich im Aufsuchen eines gewaltigen Gegners – oder Problems: denn ein Philosoph, der kriegerisch ist, fordert auch Probleme zum Zweikampf heraus. Die Aufgabe ist nicht, überhaupt über Widerstände Herr zu werden, sondern über solche, an denen man seine ganze Kraft, Geschmeidigkeit und Waffen-Meisterschaft einzusetzen hat – über gleiche Gegner … Gleichheit vor dem Feinde – erste Voraussetzung zu einem rechtschaffnen Duell. Wo man verachtet, kann man nicht Krieg führen; wo man befiehlt, wo man etwas unter sich sieht, hat man nicht Krieg zu führen. – Meine Kriegs-Praxis ist in vier Sätze zu fassen. Erstens: ich greife nur Sachen an, die siegreich sind – ich warte unter Umständen, bis sie siegreich sind. Zweitens: ich greife nur Sachen an, wo ich keine Bundesgenossen finden würde, wo ich allein stehe – wo ich mich allein kompromittiere … Ich habe nie einen Schritt öffentlich getan, der nicht kompromittierte: das ist mein Kriterium des rechten Handelns. Drittens: ich greife nie Personen an – ich bediene mich der Person nur wie eines starken Vergrößerungsglases, mit dem man einen allgemeinen, aber schleichenden, aber wenig greif baren Notstand sichtbar machen kann. So griff ich David Strauß an, genauer den Erfolg eines altersschwachen Buchs bei der deutschen »Bildung« – ich ertappte diese Bildung dabei auf der Tat … So griff ich Wagner an, genauer die Falschheit, die Instinkt-Halbschlächtigkeit unsrer »Kultur«, welche die Raffinierten mit den Reichen, die Späten mit den Großen verwechselt. Viertens: ich greife nur Dinge an, wo jedwede Personen-Differenz ausgeschlossen ist, wo jeder Hintergrund schlimmer Erfahrungen fehlt. Im Gegenteil, angreifen ist bei mir ein Beweis des Wohlwollens, unter Umständen der Dankbarkeit. Ich ehre, ich zeichne aus damit, dass ich meinen Namen mit dem einer Sache, einer Person verbinde: für oder wider – das gilt mir darin gleich. Wenn ich dem Christentum den Krieg mache, so steht dies mir zu, weil ich von dieser Seite aus keine Fatalitäten und Hemmungen erlebt habe – die ernstesten Christen sind mir immer gewogen gewesen. Ich selber, ein Gegner des Christentums de rigueur, bin ferne davon, es dem Einzelnen nachzutragen, was das Verhängnis von Jahrtausenden ist. –
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Darf ich noch einen letzten Zug meiner Natur anzudeuten wagen, der mir im Umgang mit Menschen keine kleine Schwierigkeit macht? Mir eignet eine vollkommen unheimliche Reizbarkeit des Reinlichkeits-Instinkts, sodass ich die Nähe oder – was sage ich! – das Innerlichste, die »Eingeweide« jeder Seele physiologisch wahrnehme – rieche … Ich habe an dieser Reizbarkeit psychologische Fühlhörner, mit denen ich jedes Geheimnis betaste und in die Hand bekomme: der viele verborgene Schmutz auf dem Grunde mancher Natur, vielleicht in schlechtem Blut bedingt, aber durch Erziehung übertüncht, wird mir fast bei der ersten Berührung schon bewusst. Wenn ich recht beobachtet habe, empfinden solche meiner Reinlichkeit unzuträgliche Naturen die Vorsicht meines Ekels auch ihrerseits: sie werden damit nicht wohlriechender … So wie ich mich immer gewöhnt habe – eine extreme Lauterkeit gegen mich ist meine Daseins-Voraussetzung, ich komme um unter unreinen Bedingungen –, schwimme und bade und plätschere ich gleichsam beständig im Wasser, in irgendeinem vollkommen durchsichtigen und glänzenden Elemente. Das macht mir aus dem Verkehr mit Menschen keine kleine Geduldsprobe; meine Humanität besteht nicht darin, mitzufühlen, wie der Mensch ist, sondern es auszuhalten, dass ich ihn mitfühle … Meine Humanität ist eine beständige Selbstüberwindung. – Aber ich habe Einsamkeit nötig, will sagen, Genesung, Rückkehr zu mir, den Atem einer freien leichten spielenden Luft … Mein ganzer Zarathustra ist ein Dithyrambus auf die Einsamkeit, oder, wenn man mich verstanden hat, auf die Reinheit … Zum Glück nicht auf die reine Torheit. – Wer Augen für Farben hat, wird ihn diamanten nennen. – Der Ekel am Menschen, am »Gesindel« war immer meine größte Gefahr … Will man die Worte hören, in denen Zarathustra von der Erlösung vom Ekel redet!
Was geschah mir doch? Wie erlöste ich mich vom Ekel! Wer verjüngte mein Auge? Wie erflog ich die Höhe, wo kein Gesindel mehr am Brunnen sitzt!
Schuf mein Ekel selber mir Flügel und quellenahnende Kräfte! Wahrlich, ins Höchste musste ich fliegen, dass ich den Born der Lust wiederfände! –
O ich fand ihn, meine Brüder! Hier im Höchsten quillt mir der Born der Lust! Und es gibt ein Leben, an dem kein Gesindel mittrinkt!
Fast zu heftig strömst du mir, Quell der Lust! Und oft leerst du den Becher wieder, dadurch, dass du ihn füllen willst.
Und noch muss ich lernen, bescheidener dir zu nahen: allzu heftig strömt dir noch mein Herz entgegen:
– mein Herz, auf dem mein Sommer brennt, der kurze, heiße, schwermütige, überselige: wie verlangt mein Sommer-Herz nach deiner Kühle!
Vorbei die zögernde Trübsal meines Frühlings! Vorüber die Schneeflocken meiner Bosheit im Juni! Sommer wurde ich ganz und Sommer-Mittag, –
Freedom from resentment, enlightenment regarding resentment—who knows how much I owe this, in recent times, to my long illness! The problem is not easy to solve: one must have experienced it both through strength and through weakness. If anything needs to be said against illness, against weakness, it is that within them the true instinct for healing—the human instinct for defense and aggression—becomes weakened. One knows not how to escape anything, not how to deal with anything, not how to repel anything; everything seems to wound one. Humans and objects intrude too closely upon each other, experiences become too profound, and memory becomes a festering wound. Illness itself is a form of resentment. Against this, the sick person has only one powerful remedy—I call it Russian fatalism, that fatalism without rebellion, with which a Russian soldier, when the campaign becomes too hard to bear, simply lies down in the snow. To accept nothing at all, to take nothing for oneself, to let nothing enter within oneself—simply not to react at all. The great rationality of this fatalism, which is not always merely the courage to face death but also a way to preserve life under the most dangerous circumstances, lies in slowing down one’s metabolic processes, in kind of an will to enter into hibernation. Take this logic a few steps further, and you arrive at the fakir who sleeps in a grave for weeks. Because one would be exhausted too quickly if one were to react at all; therefore, one reacts not at all—this is the logic of it. And nothing burns up more rapidly than resentment. Anger, pathological vulnerability, the powerlessness to seek revenge, the desire and thirst for vengeance, the poisoning in every sense—these are surely the most harmful ways for those who are exhausted to react: a rapid depletion of nervous energy, a pathological increase in harmful waste products, such as bile flowing into the stomach. Resentment is what is inherently forbidden to the sick person—it is their evil; unfortunately, it is also their most natural inclination. This understanding belonged to that profound physiologist, Buddha. His “religion,” which might better be called a form of hygiene, so as not to confuse it with pitiful things like Christianity, made its effectiveness dependent on overcoming resentment: freeing the soul from it—this is the first step toward recovery. “Enmity does not end through enmity; it ends through friendship”: this lies at the beginning of Buddha’s teachings—not morality speaks this way, but physiology. Resentment, born out of weakness, harms no one more than the weak themselves; in other cases, where a rich nature is present, it is merely an unnecessary emotion, an emotion over which to gain control—almost a sign of wealth itself. Those who understand the seriousness with which my philosophy has undertaken the struggle against feelings of revenge and resentment—even right down to its teachings on “free will”—will comprehend why I am bringing up my own behavior, my instinctive confidence in practice here. In times of decline, I forbade myself such things as harmful; once life again became rich enough and proud enough, I forbade them because I felt they were beneath me. That “Russian fatalism” of which I spoke manifested itself in my tendency to cling tenaciously to almost unbearable circumstances, places, homes, societies—once they had been given to me, by chance—I would hold onto them for years. It was better than trying to change them, than even feeling that they could be changed. Than resisting them. To disturb myself out of this fatalism, to force myself awake, I found utterly unbearable at the time—in fact, it was always deadly dangerous too. To regard oneself as nothing but a fate and not to desire to “become different”. That is, in such states, the very essence of wisdom itself.
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War is another matter entirely. By nature, I am inclined toward warfare; attacking is one of my instincts. To be an enemy—indeed, to be a determined enemy—may perhaps require a strong character; at any rate, it is inherent in every strong nature. Strength needs opposition, and therefore it seeks it out: just as the aggressive spirit is an essential aspect of strength, so too are feelings of revenge and resentment signs of weakness. For instance, women tend to be vengeful—a trait that stems from their inherent weakness, just as their irritability toward the suffering of others is a natural consequence of their vulnerability. The strength of the attacker is measured by the opposition he encounters; any sign of growth reveals itself in the pursuit of a formidable adversary—or, rather, a formidable problem, for a philosopher who is at heart a warrior will also seek out challenges to engage in a duel of wits. The goal is not merely to overcome opposition in general, but to confront those kinds that require the full exertion of one’s strength, agility, and tactical skill—against equals. Equality before the enemy is the primary condition for a fair duel. One cannot wage war where there is no respect; one cannot fight where one feels superior or considers others beneath oneself. My approach to warfare can be summarized in four points: First, I only attack things that are destined to succeed—I may even wait until they achieve victory. Second, I only engage with forces against which I cannot expect any allies, forces that leave me alone to face the consequences of my actions. I have never taken a public step that did not involve some risk or compromise; that is my criterion for right conduct. Third, I never attack individuals; rather, I use them as a powerful lens through which to reveal broader, subtle, yet often elusive issues. Thus, I attacked David Strauss—specifically, the success of an aging book within German “education”; I exposed the hypocrisy of that educational system in action. Similarly, I targeted Wagner—the falsehoods and instinctive crudeness inherent in our “culture,” which confuses the sophisticated with the wealthy, the late-blooming with the great. Fourth, I only attack issues where all personal differences are eliminated, where there is no background of past suffering. On the contrary, for me, attacking is often a gesture of goodwill—even gratitude. By associating my name with a cause or a person, I show my respect and distinction. Whether in support or opposition, it makes no difference to me. When I wage war against Christianity, it is because I have never encountered any fatalities or obstacles stemming from that tradition; indeed, the most devout Christians have always been on my side. As someone who opposes Christianity outright, I am far from holding personal grudges against individuals for what thousands of years of history have brought upon them.
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May I dare to mention one last aspect of my nature that causes me some difficulty in interacting with people? I possess an utterly unnaturally sensitive purity instinct; it allows me to physiologically perceive the proximity—or, rather, the very essence, the “innermost parts”—of every soul. I can smell it. With this sensitivity, I have a kind of psychological “antenna” that enables me to uncover and grasp any secret: all that hidden dirt at the bottom of some people’s nature—perhaps caused by poor blood or concealed by upbringing—becomes apparent to me almost at the first touch. If I observe carefully, I notice that those whose nature is incompatible with my purity also react with caution toward my aversion; it doesn’t make them any more “scented.” Just as I always need extreme noise to exist—I can’t thrive in unclean surroundings—so I constantly swim, bathe, and splash about in water, in some utterly transparent and gleaming element. This doesn’t pose much of a challenge to my patience when interacting with people; my humanity does not lie in understanding how human beings are, but in enduring the fact that I perceive them as they are. My humanity is a constant effort at overcoming myself. Yet I need solitude—rather, healing, a return to myself, the breath of free, light, playful air. My entire “Zarathustra” is essentially a hymn to solitude, or, if one understands me, to purity. Fortunately, not to sheer foolishness. Anyone with eyes for color would call it diamond-like. My aversion toward humans, toward that “scum,” has always been my greatest danger. Would anyone like to hear the words in which Zarathustra speaks of being freed from this aversion?
What exactly happened to me? How did I free myself from that disgust! Who rejuvenated my eyes? How did I ascend to those heights where no vile people sat by the well anymore!
It was my own disgust that gave me wings and powers akin to those of a spring! Truly, I had to fly to the highest heights in order to find again the source of all pleasure!
Oh, I have found him, my brothers! Here, in the highest realms, springs the source of all pleasure! And there is a life in which no vile vermin participate in it!
You flow towards me with such intensity, oh source of delight! Yet often you empty the cup again, precisely because you strive to fill it.
And yet, I still need to learn to approach you with more humility—my heart still flows towards you with too much intensity.
— My heart, on which my summer burns—that brief, hot, melancholic, lonely summer. How eagerly my heart longs for your coolness!
Away with the hesitant gloom of my spring! Gone are the snowflakes of my malice in June! I have become entirely summer, and the very heart of summer.
La libertà dal risentimento, la illuminazione riguardo al risentimento. Chissà quanto in questo io debba ringraziare anche la mia lunga malattia! Il problema non è certo semplice: bisogna averlo vissuto sia nella forza che nella debolezza. Se c’è qualcosa che possa davvero contrastare la malattia, la debolezza, allora è proprio il fatto che in esse si indebolisce l’istinto vero alla guarigione, cioè quell’istinto di difesa e di lotta che è insito nell’uomo. Non si sa come liberarsi di nulla, non si sa come far fronte a nulla, non si sa come respingere nulla, tutto ferisce. L’uomo e le cose si avvicinano in modo invasivo, le esperienze colpiscono troppo profondamente, il ricordo diventa una ferita purulenta. La malattia stessa è un tipo di risentimento. Contro questo, il malato ha soltanto un grande rimedio: lo chiamo fatalismo russo, quel fatalismo senza rivolta con cui un soldato russo, quando la battaglia diventa troppo dura, si sdraia semplicemente nella neve. Non accettare più nulla, non assorbire nulla, non trattenere nulla dentro di sé, non reagire affatto. La grande ragione di questo fatalismo, che non è sempre soltanto il coraggio di morire, ma anche un modo per sopravvivere nelle circostanze più pericolose, consiste nel rallentare il proprio metabolismo, in una sorta di volontà di entrare in letargo invernale. Procedendo ancora oltre in questa logica, si arriva al fakir che dorme per settimane intere in una tomba. Perché se ci si fosse mossi troppo rapidamente, ci si sarebbe esauriti completamente; quindi non si reagisce affatto. Questa è la logica. E nulla brucia più velocemente delle emozioni negative legate al risentimento: l’ira, la vulnerabilità patologica, l’impotenza di vendicarsi, il desiderio e la sete di vendetta, il veleno che si diffonde in ogni senso. Per chi è stanco, questa è sicuramente la forma più dannosa di reagire: un consumo rapido delle energie nervose, un aumento patologico degli effetti negativi del corpo, ad esempio, l’accumulo di bile nello stomaco. Il risentimento rappresenta ciò che è proibito per il malato, il suo male, purtroppo anche il suo istinto più naturale. Questo lo capì quel profondo conoscitore della fisiologia che fu Buddha. La sua “religione”, che sarebbe meglio definire una forma di igiene piuttosto che confonderla con cose così miserevoli come il cristianesimo, faceva sì che la sua efficacia dipendesse dalla vittoria sul risentimento: liberare l’anima da esso, il primo passo verso la guarigione. “Non è attraverso l’odio che si finisce con l’odio, ma attraverso l’amore”: questa è l’inizio dell’insegnamento di Buddha. Non è la morale a dirlo, è la fisiologia. Il risentimento, nato dalla debolezza, non fa del male a nessuno più di chi è debole, tranne che in casi in cui una natura ricca ne costituisce la premessa; allora diventa un sentimento superfluo, un sentimento su cui avere il controllo, quasi una prova della propria ricchezza. Chi conosce la serietà con cui la mia filosofia ha affrontato la lotta contro i sentimenti di rancore e di vendetta, fino ad arrivare alla dottrina del “libero arbitrio” – e la lotta contro il cristianesimo non è che un caso particolare di questa lotta – comprenderà perché metto qui in evidenza il mio comportamento personale, la sicurezza derivante dai miei istinti nella pratica. Nei tempi della decadenza me li proibivo, ritenendoli dannosi; non appena la vita diventava di nuovo abbastanza ricca e orgogliosa, me li proibivo, considerandoli inferiori a me stesso. Quel “fatalismo russo” di cui ho parlato si manifestava nel fatto che, una volta create situazioni, luoghi, abitazioni, compagnie insopportabili per caso, io li tenevo saldamente fissi per anni: era meglio non cambiarli, non sentirli modificabili, piuttosto che opporsi loro. Allora trovavo estremamente offensivo essere disturbato in questo fatalismo, essere svegliato con la forza; in realtà, ogni volta era anche mortalmente pericoloso. Ritenersi come un “fato”, non voler cambiare se stessi, questa è, in tali circostanze, la vera saggezza.
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Un’altra cosa è la guerra. Per natura, io sono incline al conflitto; attaccare fa parte dei miei istinti. Essere nemici, forse questo richiede una natura particolarmente forte; comunque, è una caratteristica intrinseca a qualsiasi essere vigoroso. La forza ha bisogno di ostacoli, quindi cerca proprio gli ostacoli: il pathos aggressivo è altrettanto necessario per la forza quanto il desiderio di vendetta e il senso di rivalsa sono tipici della debolezza. Ad esempio, la donna è spesso vendicativa. Questo deriva dalla sua natura debole, proprio come la sua irritabilità di fronte alla sofferenza altrui. La forza dell’attaccante ha una sorta di misura nella natura del suo avversario; ogni forma di crescita si manifesta nel cercare un nemico potente, o un problema: infatti, un filosofo che è incline al conflitto cerca anche problemi da affrontare in duello. L’obiettivo non è semplicemente dominare gli ostacoli, ma quelli contro cui si può mettere a disposizione tutta la propria forza, agilità e abilità, nemici alla pari. Uguaglianza di fronte al nemico: questa è la prima condizione per un duello onesto. Chi disprezza non può combattere; chi comanda, chi considera gli altri inferiori, non ha il diritto di fare guerra. La mia pratica bellica si può riassumere in quattro punti: primo, attacco solo ciò che è destinato a vincere, a volte aspetto che diventi vincente prima di intervenire; secondo, attacco solo ciò contro cui non posso trovare alleati, ciò che affronto da solo, rischiando personalmente. Non ho mai fatto un passo pubblico che non comportasse dei rischi: questa è la mia regola per agire correttamente; terzo, non attacco mai le persone, le utilizzo soltanto come strumenti per evidenziare situazioni generali ma difficili da comprendere. È così che ho attaccato David Strauss, più precisamente il successo di un libro ormai obsoleto nell’ambito dell’“educazione” tedesca. Ho smascherato quella forma di educazione mentre si manifestava concretamente. Allo stesso modo, ho attaccato Wagner: la falsità, l’istintualità della nostra “cultura”, che confonde i raffinati con i ricchi, i tardivi con i grandi; quarto, attacco solo ciò in cui ogni differenza personale è esclusa, dove mancano esperienze negative. Al contrario, per me attaccare significa dimostrare benevolenza, a volte persino gratitudine. Onoro, evidenzio, perché unisco il mio nome a qualcosa o a qualcuno: a favore o contro, per me non fa differenza. Quando combatto contro il cristianesimo, lo faccio perché non ho mai incontrato fatalità né ostacoli da quella parte. Anzi, i cristiani più seri mi sono sempre stati favorevoli. Io stesso, che sono un oppositore convinto del cristianesimo, sono lontano dall’incolpare gli individui per le tragedie di migliaia di anni.
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Posso osare ancora menzionare un ultimo tratto della mia natura che mi causa non poche difficoltà nel rapporto con le persone? Sono caratterizzato da una straordinaria sensibilità dell’istinto di pulizia, al punto da percepire fisicamente la vicinanza – o meglio, il “interno” più profondo – di ogni anima; riesco persino a “odorare” queste cose. Dispongo di una sorta di antenne psicologiche che mi permettono di esplorare e comprendere ogni segreto: lo sporco nascosto in fondo alla natura umana, forse causato da sangue impuro ma mascherato dall’educazione, diventa quasi immediatamente evidente non appena lo sfioro. Se ho osservato bene, coloro che hanno una natura così sensibile alla sporcizia percepiscono anch’essi la mia cautela e il mio disgusto. Questo li rende certo meno “profumati”. Proprio come io ho sempre avuto bisogno di un ambiente estremamente pulito per esistere: non posso vivere in condizioni impure. Nuoto, mi bagno, scherzo costantemente nell’acqua, in un elemento completamente trasparente e luminoso. Questo non rappresenta certo una prova di pazienza nel rapporto con le persone; la mia umanità non consiste nel provare empatia per ciò che gli esseri umani sono, ma nel sopportare il fatto che io li “percepisca” in quel modo. La mia umanità è una continua autodominazione. Tuttavia ho bisogno della solitudine. Voglio dire, di guarigione, di un ritorno a me stesso, dell’aria fresca e libera. L’intero “Zarathustra” mio è in realtà un inno alla solitudine. O, per chi mi ha compreso, all’purezza. Fortunatamente non alla pura follia. Chi ha occhi per i colori lo definirebbe certamente “diamante”. Il disgusto per l’uomo, per il “brutto gentiluomo”, è sempre stato la mia più grande minaccia. Vogliamo davvero ascoltare le parole in cui Zarathustra parla della liberazione dal disgusto?
Che cosa mi è accaduto? Come ho potuto liberarmi di quell’orrore! Chi ha rinnovato il mio sguardo? Come sono riuscito a raggiungere quella vetta dove più non si trova gente indegna vicino alla fontana!
Fu la mia stessa repulsione a donarmi ali e forze straordinarie. Davvero, dovevo volare fino alle altezze più lontane per ritrovare la fonte della gioia!
Oh, l’ho trovato, miei fratelli! Qui, nel luogo più alto, sgorga la fonte del piacere. E c’è una vita in cui nessun volgare partecipa.
Fluisci verso di me con troppa forza, fonte di piacere. E spesso riempi nuovamente il calice, proprio nel tentativo di riempirlo del tutto.
E devo ancora imparare ad avvicinarmi a te con più umiltà: il mio cuore si riversa ancora verso di te con troppa intensità.
– Mio cuore, su cui brucia il mio estate, breve, calda, malinconica, desolata: quanto anela il mio cuore estivo alla tua freschezza!
Addio alla malinconia esitante della mia primavera. Addio alle “foglie di neve” della mia cattiveria a giugno. Sono diventato completamente estate, il pieno mezzogiorno dell’estate.
– ein Sommer im Höchsten mit kalten Quellen und seliger Stille: o kommt, meine Freunde, dass die Stille noch seliger werde!
Denn dies ist unsre Höhe und unsre Heimat: zu hoch und steil wohnen wir hier allen Unreinen und ihrem Durste.
Werft nur eure reinen Augen in den Born meiner Lust, ihr Freunde! Wie sollte er darob trübe werden? Entgegenlachen soll er euch mit seiner Reinheit.
Auf dem Baume Zukunft bauen wir unser Nest; Adler sollen uns Einsamen Speise bringen in ihren Schnäbeln!
Wahrlich, keine Speise, an der Unsaubere mitessen dürften! Feuer würden sie zu fressen wähnen und sich die Mäuler verbrennen.
Wahrlich, keine Heimstätten halten wir hier bereit für Unsaubere! Eishöhle würde ihren Leibern unser Glück heißen und ihren Geistern!
Und wie starke Winde wollen wir über ihnen leben, Nachbarn den Adlern, Nachbarn dem Schnee, Nachbarn der Sonne: also leben starke Winde.
Und einem Winde gleich will ich einst noch zwischen sie blasen und mit meinem Geiste ihrem Geiste den Atem nehmen: so will es meine Zukunft.
Wahrlich, ein starker Wind ist Zarathustra allen Niederungen: und solchen Rat rät er seinen Feinden und allem, was spuckt und speit: hütet euch, gegen den Wind zu speien! …
Warum ich so klug bin
1
– Warum ich einiges mehr weiß? Warum ich überhaupt so klug bin? Ich habe nie über Fragen nachgedacht, die keine sind – ich habe mich nicht verschwendet. – Eigentliche religiöse Schwierigkeiten zum Beispiel kenne ich nicht aus Erfahrung. Es ist mir gänzlich entgangen, inwiefern ich »sündhaft« sein sollte. Insgleichen fehlt mir ein zuverlässiges Kriterium dafür, was ein Gewissensbiss ist: nach dem, was man darüber hört, scheint mir ein Gewissensbiss nichts Achtbares … Ich möchte nicht eine Handlung hinterdrein in Stich lassen, ich würde vorziehn, den schlimmen Ausgang, die Folgen grundsätzlich aus der Wertfrage wegzulassen. Man verliert beim schlimmen Ausgang gar zu leicht den richtigen Blick für das, was man tat: ein Gewissensbiss scheint mir eine Art: »böser Blick«. Etwas, das fehlschlägt, umso mehr bei sich in Ehren halten, weil es fehlschlug – das gehört eher schon zu meiner Moral. – »Gott«, »Unsterblichkeit der Seele«, »Erlösung«, »Jenseits«, lauter Begriffe, denen ich keine Aufmerksamkeit, auch keine Zeit geschenkt habe, selbst als Kind nicht – ich war vielleicht nie kindlich genug dazu? – Ich kenne den Atheismus durchaus nicht als Ergebnis, noch weniger als Ereignis: er versteht sich bei mir aus Instinkt. Ich bin zu neugierig, zu fragwürdig, zu übermütig, um mir eine faustgrobe Antwort gefallen zu lassen. Gott ist eine faustgrobe Antwort, eine Undelikatesse gegen uns Denker –, im Grunde sogar bloß ein faustgrobes Verbot an uns: ihr sollt nicht denken! … Ganz anders interessiert mich eine Frage, an der mehr das »Heil der Menschheit« hängt, als an irgendeiner Theologen-Kuriosität: die Frage der Ernährung. Man kann sie sich, zum Handgebrauch, so formulieren: »wie hast gerade du dich zu ernähren, um zu deinem Maximum von Kraft, von virtù im Renaissance-Stile, von moralinfreier Tugend zu kommen?« – Meine Erfahrungen sind hier so schlimm als möglich; ich bin erstaunt, diese Frage so spät gehört, aus diesen Erfahrungen so spät »Vernunft« gelernt zu haben. Nur die vollkommne Nichtswürdigkeit unsrer deutschen Bildung – ihr »Idealismus«– erklärt mir einigermaßen, weshalb ich gerade hier rückständig bis zur Heiligkeit war. Diese »Bildung«, welche von vornherein die Realitäten aus den Augen verlieren lehrt, um durchaus problematischen, sogenannten »idealen« Zielen nachzujagen, zum Beispiel der »klassischen Bildung« – als ob sie nicht von vornherein verurteilt wäre, »klassisch« und »deutsch« in einen Begriff zu einigen! Mehr noch, es wirkt erheiternd – man denke sich einmal einen »klassisch gebildeten« Leipziger! – In der Tat, ich habe bis zu meinen reifsten Jahren immer nur schlecht gegessen – moralisch ausgedrückt »unpersönlich«, »selbstlos«, »altruistisch«, zum Heil der Köche und andrer Mitchristen. Ich verneinte zum Beispiel durch Leipziger Küche, gleichzeitig mit meinem ersten Studium Schopenhauers (1865), sehr ernsthaft meinen »Willen zum Leben«. Sich zum Zweck unzureichender Ernährung auch noch den Magen verderben – dies Problem schien mir die genannte Küche zum Verwundern glücklich zu lösen. (Man sagt, 1866 habe darin eine Wendung hervorgebracht –.) Aber die deutsche Küche überhaupt – was hat sie nicht alles auf dem Gewissen! Die Suppe vor der Mahlzeit (noch in venezianischen Kochbüchern des 16. Jahrhunderts alla tedesca genannt); die ausgekochten Fleische, die fett und mehlig gemachten Gemüse; die Entartung der Mehlspeise zum Briefbeschwerer! Rechnet man gar noch die geradezu viehischen Nachguss-Bedürfnisse der alten, durchaus nicht bloß alten Deutschen dazu, so versteht man auch die Herkunft des deutschen Geistes – aus betrübten Eingeweiden … Der deutsche Geist ist eine Indigestion, er wird mit nichts fertig. – Aber auch die englische Diät, die, im Vergleich mit der deutschen, selbst der französischen, eine Art »Rückkehr zur Natur«, nämlich zum Kannibalismus ist, geht meinem eignen Instinkt tief zuwider; es scheint mir, dass sie dem Geist schwere Füße gibt – Engländerinnen-Füße … Die beste Küche ist die Piemonts. – Alkoholika sind mir nachteilig; ein Glas Wein oder Bier des Tags reicht vollkommen aus, mir aus dem Leben ein »Jammertal« zu machen – in München leben meine Antipoden. Gesetzt, dass ich dies ein wenig spät begriff, erlebt habe ich’s eigentlich von Kindesbeinen an. Als Knabe glaubte ich, Weintrinken sei wie Tabakrauchen anfangs nur eine Vanitas junger Männer, später eine schlechte Gewöhnung. Vielleicht, dass an diesem herben Urteil auch der Naumburger Wein mit schuld ist. Zu glauben, dass der Wein erheitert, dazu müsste ich Christ sein, will sagen glauben, was gerade für mich eine Absurdität ist. Seltsam genug, bei dieser extremen Verstimmbarkeit durch kleine, stark verdünnte Dosen Alkohol, werde ich beinahe zum Seemann, wenn es sich um starke Dosen handelt. Schon als Knabe hatte ich hierin meine Tapferkeit. Eine lange lateinische Abhandlung in einer Nachtwache niederzuschreiben und auch noch abzuschreiben, mit dem Ehrgeiz in der Feder, es meinem Vorbilde Sallust in Strenge und Gedrängtheit nachzutun und einigen Grog von schwerstem Kaliber über mein Latein zu gießen, dies stand schon, als ich Schüler der ehrwürdigen Schulpforta war, durchaus nicht im Widerspruch zu meiner Physiologie, noch vielleicht auch zu der des Sallust – wie sehr auch immer zur ehrwürdigen Schulpforta … Später, gegen die Mitte des Lebens hin, entschied ich mich freilich immer strenger gegen jedwedes »geistige« Getränk: ich, ein Gegner des Vegetariertums aus Erfahrung, ganz wie Richard Wagner, der mich bekehrt hat, weiß nicht ernsthaft genug die unbedingte Enthaltung von Alcoholicis allen geistigeren Naturen anzuraten. Wasser tut’s … Ich ziehe Orte vor, wo man überall Gelegenheit hat, aus fließenden Brunnen zu schöpfen (Nizza, Turin, Sils); ein kleines Glas läuft mir nach wie ein Hund. In vino veritas: es scheint, dass ich auch hier wieder über den Begriff »Wahrheit« mit aller Welt uneins bin – bei mir schwebt der Geist über dem Wasser … Ein paar Fingerzeige noch aus meiner Moral. Eine starke Mahlzeit ist leichter zu verdauen als eine zu kleine. Dass der Magen als Ganzes in Tätigkeit tritt, erste Voraussetzung einer guten Verdauung. Man muss die Größe seines Magens kennen. Aus gleichem Grunde sind jene langwierigen Mahlzeiten zu widerraten, die ich unterbrochne Opferfeste nenne, die an der table d’hôte. – Keine Zwischenmahlzeiten, keinen Kaffee: Kaffee verdüstert. Tee nur morgens zuträglich. Wenig, aber energisch: Tee sehr nachteilig und den ganzen Tag ankränkelnd, wenn er nur um einen Grad zu schwach ist. Jeder hat hier sein Maß, oft zwischen den engsten und delikatesten Grenzen. In einem sehr agaçanten Klima ist Tee als Anfang unrätlich: man soll eine Stunde vorher eine Tasse dicken entölten Kakaos den Anfang machen lassen. – So wenig als möglich sitzen; keinem Gedanken Glauben schenken, der nicht im Freien geboren ist und bei freier Bewegung – in dem nicht auch die Muskeln ein Fest feiern. Alle Vorteile kommen aus den Eingeweiden. – Das Sitzfleisch – ich sagte es schon einmal – die eigentliche Sünde wider den Heiligen Geist. –
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— A summer in the highest regions, with cold springs and blissful silence: oh come, my friends, so that this silence may become even more blissful!
For this is our realm and our homeland; we dwell here in such a high and steep place that we are far removed from all that is unclean and their desires.
Cast your pure eyes into the source of my pleasure, oh friends! How could it possibly become dimmed by that? Instead, it should smile back at you with its purity.
On the tree of the future, we build our nest; may eagles bring us food in their beaks for those who are alone!
Truly, there is no food that unclean people should dare to eat! They would think fire was edible and burn their mouths in doing so.
Truly, we prepare no abodes here for the unclean! An ice cave would be called happiness for their bodies and enlightenment for their animas!
How can we live above such powerful winds—neighbors of eagles, neighbors of snow, neighbors of the sun? Therefore, powerful winds truly exist.
Just as a wind, I too wish to blow among them one day and, with my spirit, take their breath away—such is the fate that awaits me.
Truly, a strong wind is an enemy to all that is lowly; and such advice does Zarathustra give to his enemies—and to everything that spits and belches: beware lest you spit against the wind!.
Why I am so clever
1
– Why do I know certain things? Why am I so intelligent at all? I have never wasted my tempo on questions that are not truly questions. For instance, I have no real religious difficulties; I have never even considered what it means to be “sinful.” Similarly, I lack a reliable criterion for what constitutes guilt: from what I hear about it, guilt seems nothing respectable. I would rather avoid any consequences of my actions altogether than to regret them later. When things go wrong, it’s too easy to lose perspective on what one has done; in my view, guilt is more like a “bad look” at oneself. To cling stubbornly to something that failed is, in fact, more in line with my moral principles. – Terms like “God,” “the immortality of the soul,” “salvation,” “the afterlife”—I have never given them any thought or time, not even as a child. Perhaps I was never truly childlike enough for that. I don’t perceive atheism as a result of anything, let alone an event in my life; it comes more from instinct. I am too curious, too skeptical, too rebellious to accept such crude answers. God is nothing but a crude answer, an insult to us thinkers. Essentially, it’s just a blunt prohibition on thinking! – What truly interests me is a question that matters far more to the “salvation of humanity” than any theological speculation: the issue of nutrition. One could formulate it this way: “How should one nourish oneself in order to achieve one’s maximum potential—be strong, virtuous, morally fearless?” My own esperienzas in this regard are extremely poor; I’m surprised that I didn’t consider this question earlier, that I didn’t draw any “ragioneing” from them until so late. Only the utter absurdity of our German educazione—its “idealismo”—can somewhat explain why I was so backward in this area, almost to the point of being “holy.” This kind of education, which teaches people to ignore reality in pursuit of so-called “ideal” goals—like the concept of “classical education”—seems inherently flawed. Indeed, the very idea of a “classically educated” person from Leipzig is laughable. To be honest, I ate poorly throughout my life—even morally speaking, in a way that was “unpersonal,” “selfless,” “altruistic,” to the benefit of chefs and other so-called Christians. For example, by rejecting Leipziger cuisine, I, along with beginning to study Schopenhauer in 1865, seriously rejected my own “will to live.” To ruin one’s stomach in order to satisfy an insufficient diet—this problem seemed to be miraculously solved by the aforementioned type of cuisine. (It is said that the year 1866 brought about a turning point in this regard, ) But German cuisine in general—what isn’t it responsible for! The soup eaten before meals (even mentioned in 16th-century Venetian cookbooks as “alla tedesca”); the overcooked meats, the vegetables turned soft and mushy; the degeneration of pasta into something akin to a source of complaint. If we also take into account the almost animalistic craving for such foods among the ancient Germans—and not just the old ones—then we can understand the origin of the German “spirit”: it stems from troubled intestines. The German “spirit” is nothing but indigestion; it cannot handle anything. But even the English diet, which, compared to German or even French cuisine, represents a sort of “return to natura”—that is, to cannibalism—deeply offends my own instincts. It seems to weigh heavily on the spirit. The best cuisine is that of Piedmont. Alcoholics are harmful to me; a glass of wine or beer in the course of the day is enough to turn my life into a “valley of woe.” In Munich, my “antipodes” live. Admittedly, I realized this somewhat late in life, but actually, I have experienced it since childhood. As a boy, I thought that drinking wine was, like smoking tobacco, at first merely a vain indulgence for young men, and later a bad habit. Perhaps the Naumburger wine also played some role in this harsh judgment of mine. To believe that wine brings joy would mean being a Christian—that is, believing something that is utterly absurd to me. Strangely enough, despite this extreme sensitivity to even small amounts of alcohol, when it comes to larger doses, I almost feel like a sailor. As a boy, I already showed courage in this regard. Writing a long Latin essay during a night watch and then copying it down, with the ambition to imitate my model Sallust in terms of rigor and conciseness, while also “dousing” my Latin with some rather strong liquor—this was entirely compatible with my physical constitution, and perhaps even with that of Sallust. Later, in the middle of my life, I became even more resolute in avoiding any “spiritual” beverages. As someone who has experienced firsthand the harm caused by vegetarianism, just like Richard Wagner, who converted me, I cannot seriously recommend abstaining from alcohol for anyone with a spiritual nature. Water will do just as well. I prefer places where one can easily fetch water from flowing springs (Nice, Turin, Sils); a small glass of wine follows me around like a dog. “In vino veritas”: it seems that once again I find myself in disagreement with everyone regarding the concept of “truth”. For me, the spirit floats on the water. A few more words from my philosophy: A hearty meal is easier to digest than one that is too light. For proper digestion, it is essential that the stomach functions as a whole; one must be aware of the size of their stomach. For the same reason, those lengthy meals that I call “interrupted sacrificial feasts” at the table d’hôte should be avoided. No snacks, no coffee—coffee darkens the mind. Tea is only suitable in the morning. Little, but vigorously: tea can be extremely harmful if it is too weak—even if by just a degree. Everyone has their own limit in this regard, often somewhere between the tightest and most delicate boundaries. In a very irritating climate, starting with tea is unwise; one should instead consume a cup of thick, degreased cocoa an hour beforehand. Sit as little as possible; do not believe any thought that is not born in the open air and in free movement—where even the muscles can participate in this celebration. All true benefits come from within the body. The flesh of our buttocks. I’ve said it before: it is the very sin against the Holy Spirit.
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Un’estate nel massimo della bellezza, con sorgenti fredde e una pace beata. Oh, venite, amici miei, affinché questa pace diventi ancora più beata!
Poiché questa è la nostra dimora, la nostra patria: viviamo qui in luoghi troppo alti e ripidi, lontani da ogni impurità e dal loro desiderio di contaminazione.
Gettate soltanto i vostri occhi puri nel “fiume” del mio piacere, o amici miei. Come potrebbe mai diventare torbido? Dovrebbe sorridervi con la sua stessa purezza.
Sul ramo del futuro costruiamo il nostro nido; gli aquile dovrebbero portarci cibo nei loro becchi, per noi solitari!
Davvero, nessun cibo di cui gli sporchi potessero mangiare! Penserebbero di dover mangiare il fuoco e si brucierebbero la bocca.
Davvero, non prepariamo alcun rifugio per coloro che sono sporchi e disordinati! Una grotta di ghiaccio sarebbe il luogo ideale per i loro corpi, e forse anche per le loro anime.
E come forti venti vogliamo vivere al loro fianco: vicini agli aquile, vicini alla neve, vicini al sole. Quindi, i forti venti vivono proprio così.
E come un vento, un giorno vorrò soffiare tra di loro e con il mio spirito togliere il respiro al loro spirito: così vuole la mia futura.
Veramente, un vento forte rappresenta una minaccia per ogni debolezza; ed è proprio questo consiglio che Zarathustra dà ai suoi nemici e a chiunque si abbia l’abitudine di sputare: “State attenti a non sputare contro il vento!”.
Perché sono così intelligente
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Perché so qualcosa in più? Perché sono così intelligente? Non ho mai riflettuto su domande che in realtà non lo sono. Non ho mai sprecato il mio tempo. Ad esempio, non conosco davvero le vere difficoltà religiose: mi è completamente sfuggito il concetto di “peccato”. Allo stesso modo, manca a me un criterio affidabile per capire cosa sia il rimorso. Secondo quanto si sente dire, il rimorso non sembra affatto qualcosa di lodevole. Non vorrei mai abbandonare un’azione compiuta; preferirei evitare del tutto un esito negativo o le sue conseguenze, partendo semplicemente dalla valutazione dei principi morali. Quando si verifica un esito negativo, è molto facile perdere la capacità di vedere con chiarezza ciò che si è fatto. Il rimorso, a mio parere, è più una sorta di “cattivo sguardo” su se stessi. Tentare di mantenere in alto il proprio onore dopo un fallimento. Questo rientra piuttosto nella mia concezione della morale. “Dio”, “immortalità dell’anima”, “redenzione”, “aldilà”: termini a cui non ho mai prestato attenzione, né dedicato del tempo, nemmeno da bambino. Forse non sono mai stato abbastanza “infantile” per farlo. Non conosco l’ateismo come un risultato logico, né tantomeno come un evento concreto: per me rappresenta semplicemente un istinto naturale. Sono troppo curioso, troppo incline a mettere in discussione le cose, troppo audace. Perché accettare una risposta superficiale? Dio è proprio una di queste risposte superficiali. Un insulto verso di noi pensatori. In realtà, è più un divieto brutale: “Non dovete pensare!”. Molto più interessante, invece, è una domanda che riguarda direttamente il “benessere dell’umanità”, piuttosto che qualche curiosità teologica. La questione dell’alimentazione, ad esempio. Si potrebbe formularla così: “Come si dovrebbe nutrirsi per raggiungere il proprio massimo potenziale, per sviluppare virtù nel senso rinascimentale, per praticare una forma di “virtù” priva di moralità?”. Le mie esperienze in questo campo sono davvero terribili. Sono sorpreso di aver affrontato questa questione solo ora, di aver imparato qualcosa sulla “ragione” attraverso queste esperienze. Solo l’assoluta mediocrità della nostra educazione tedesca – il suo “idealismo” – può spiegare perché fossi così arretrato in questo ambito. Quest’educazione, che fin dall’inizio insegna a ignorare la realtà per inseguire obiettivi presuntamente “ideali”, come quelli legati all’“educazione classica”. Come se questa non fosse già di per sé condannata ad essere considerata “classica” e “tedesca” nello stesso tempo. Anzi, sembra addirittura divertente. Immaginate un “uomo ben educato” di Lipsia. In realtà, fino ai miei anni più maturi ho sempre mangiato male. In termini morali, si potrebbe dire che il mio modo di nutrirmi fosse “impersonale”, “altruistico”. Rifiutavo, ad esempio, il cibo tipico di Lipsia. Proprio nel momento in cui ho iniziato a studiare Schopenhauer (1865), ho seriamente messo in discussione il mio “desiderio di vivere”. Rovinarsi lo stomaco soltanto a causa di un’alimentazione insufficiente. Questo problema sembrava essere felicemente risolto dalla cucina menzionata. Si dice che nel 1866 ci sia stata una svolta in questo senso. Ma la cucina tedesca, in generale. Quante cose non ha sulla coscienza! La zuppa prima dei pasti (già nei libri di cucina veneziani del XVI secolo chiamata “alla tedesca”); le carni troppo cotte, i verduri ridotti a una massa grassa e molliccia; l’abominabile degenerazione delle pietanze a base di farina. Se si aggiungono anche quelle esigenze quasi animalesche dei vecchi tedeschi, allora si capisce davvero l’origine dello “spirito tedesco”: da intestini malati. Lo “spirito tedesco” è una forma di indigestione; non riesce a fare fronte a nulla. Ma anche la dieta inglese, rispetto a quella tedesca e persino a quella francese, che rappresenta in qualche modo un “ritorno alla natura”, cioè al cannibalismo, mi è profondamente contraria per istinto; mi sembra che renda lo spirito pesante. I piedi delle donne inglesi. La migliore cucina è quella piemontese. Gli alcolici mi fanno male; un bicchiere di vino o birra al giorno basta perfettamente per trasformare la mia vita in un “valle di lamenti”. A Monaco vivono i miei antipodi. Ammetto di aver capito tutto questo un po’ tardi, ma in realtà l’ho sperimentato fin da bambino. Da ragazzo credevo che bere vino fosse, all’inizio, solo una vanità dei giovani uomini, e poi diventasse una cattiva abitudine. Forse anche il vino di Naumburg è colpevole di questa dura opinione. Pensare che il vino possa rallegrare. Per questo dovrei essere cristiano, cioè credere in qualcosa che per me è assurdo. Stranamente, nonostante questa estrema sensibilità agli alcolici, in dosi piccole e diluite, quando si tratta di dosi più forti, divento quasi come un marinaio. Già da ragazzo dimostravo coraggio in questo senso: scrivere una lunga dissertazione latina durante la notte e anche riscriverla, con l’ambizione di imitare rigorosamente il mio modello Sallustio, aggiungendo al mio latino del “grog” di forte gradazione. Questo non era affatto contrario alla mia fisiologia, né forse a quella di Sallustio. Comunque sia, più tardi, verso la metà della vita, ho deciso sempre più fermamente di rinunciare a qualsiasi bevanda “spiritosa”: io, che per esperienza sono un oppositore del vegetarianesimo, proprio come Richard Wagner che mi ha convertito, non posso davvero consigliare con sufficiente serietà l’astinenza assoluta da alcolici a tutte le persone dal temperamento più “spirituale”. L’acqua basta. Preferisco luoghi dove si può bere acqua fresca da fonti che scorrono ovunque (Nizza, Torino, Sils); un piccolo bicchiere mi segue dappertutto come un cane. “In vino veritas”: sembra che anche qui io sia in disaccordo con tutti riguardo al concetto di “verità”. Per me, l’anima “vola” sopra le acque. Alcuni altri pensieri tratti dalla mia morale: un pasto sostanzioso è più facile da digerire di uno troppo leggero. Che lo stomaco agisca come un tutto rappresenta la prima condizione necessaria per una buona digestione; bisogna conoscere le proprie capacità digestive. Per lo stesso motivo, si dovrebbero evitare quei pasti lunghi e noiosi che io definisco “feste sacrificali” consumate attorno al tavolo comune. Nessun spuntino, nessun caffè: il caffè offusca la mente. Il tè è adatto solo al mattino. Bisogna bere poco, ma con energia; tuttavia, il tè può risultare molto dannoso se bevuto in quantità insufficienti o per tutto il giorno. Ognuno ha il proprio limite, spesso situato tra i confini più stretti e delicati. In un clima particolarmente afoso, è sconsigliabile iniziare la giornata con il tè: si dovrebbe bere invece una tazza di cioccolato denaturato e privo di grassi un’ora prima. Bisogna stare il meno possibile seduti; non credere a nessun pensiero che non sia nato all’aperto e in condizioni di movimento libero. Tutti i benefici derivano dagli organi interni. La carne delle natiche. L’ho già detto: rappresenta davvero un peccato contro lo Spirito Santo.
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Mit der Frage der Ernährung ist nächstverwandt die Frage nach Ort und Klima. Es steht niemandem frei, überall zu leben; und wer große Aufgaben zu lösen hat, die seine ganze Kraft herausfordern, hat hier sogar eine sehr enge Wahl. Der klimatische Einfluss auf den Stoffwechsel, seine Hemmung, seine Beschleunigung, geht so weit, dass ein Fehlgriff in Ort und Klima jemanden nicht nur seiner Aufgabe entfremden, sondern ihm dieselbe überhaupt vorenthalten kann: er bekommt sie nie zu Gesicht. Der animalische vigor ist nie groß genug bei ihm geworden, dass jene ins Geistigste überströmende Freiheit erreicht wird, wo jemand erkennt: das kann ich allein … Eine zur schlechten Gewohnheit gewordne noch so kleine Eingeweide-Trägheit genügt vollständig, um aus einem Genie etwas Mittelmäßiges, etwas »Deutsches« zu machen; das deutsche Klima allein ist ausreichend, um starke und selbst heroisch angelegte Eingeweide zu entmutigen. Das tempo des Stoffwechsels steht in einem genauen Verhältnis zur Beweglichkeit oder Lahmheit der Füße des Geistes; der »Geist« selbst ist ja nur eine Art dieses Stoffwechsels. Man stelle sich die Orte zusammen, wo es geistreiche Menschen gibt und gab, wo Witz, Raffinement, Bosheit zum Glück gehörten, wo das Genie fast notwendig sich heimisch machte: sie haben alle eine ausgezeichnet trockne Luft. Paris, die Provence, Florenz, Jerusalem, Athen – diese Namen beweisen etwas: das Genie ist bedingt durch trockne Luft, durch reinen Himmel – das heißt durch rapiden Stoffwechsel, durch die Möglichkeit, große, selbst ungeheure Mengen Kraft sich immer wieder zuzuführen. Ich habe einen Fall vor Augen, wo ein bedeutend und frei angelegter Geist bloß durch Mangel an Instinkt-Feinheit im Klimatischen eng, verkrochen, Spezialist und Sauertopf wurde. Und ich selber hätte zuletzt dieser Fall werden können, gesetzt, dass mich nicht die Krankheit zur Vernunft, zum Nachdenken über die Vernunft in der Realität gezwungen hätte. Jetzt, wo ich die Wirkungen klimatischen und meteorologischen Ursprungs aus langer Übung an mir als an einem sehr feinen und zuverlässigen Instrumente ablese und bei einer kurzen Reise schon, etwa von Turin nach Mailand, den Wechsel in den Graden der Luftfeuchtigkeit physiologisch bei mir nachrechne, denke ich mit Schrecken an die unheimliche Tatsache, dass mein Leben bis auf die letzten zehn Jahre, die lebensgefährlichen Jahre, immer sich nur in falschen und mir geradezu verbotenen Orten abgespielt hat. Naumburg, Schulpforta, Thüringen überhaupt, Leipzig, Basel, Venedig – ebenso viele Unglücks-Orte für meine Physiologie. Wenn ich überhaupt von meiner ganzen Kindheit und Jugend keine willkommne Erinnerung habe, so wäre es eine Torheit, hier sogenannte »moralische« Ursachen geltend zu machen – etwa den unbestreitbaren Mangel an zureichender Gesellschaft: denn dieser Mangel besteht heute wie er immer bestand, ohne dass er mich hinderte, heiter und tapfer zu sein. Sondern die Unwissenheit in physiologicis – der verfluchte »Idealismus« – ist das eigentliche Verhängnis in meinem Leben, das Überflüssige und Dumme darin, etwas, aus dem nichts Gutes gewachsen, für das es keine Ausgleichung, keine Gegenrechnung gibt. Aus den Folgen dieses »Idealismus« erkläre ich mir alle Fehlgriffe, alle großen Instinkt-Abirrungen und »Bescheidenheiten« abseits der Aufgabe meines Lebens, zum Beispiel, dass ich Philologe wurde – warum zum Mindesten nicht Arzt oder sonst irgendetwas Augen-Aufschließendes? In meiner Basler Zeit war meine ganze geistige Diät, die Tages-Einteilung eingerechnet, ein vollkommen sinnloser Missbrauch außerordentlicher Kräfte, ohne eine irgendwie den Verbrauch deckende Zufuhr von Kräften, ohne ein Nachdenken selbst über Verbrauch und Ersatz. Es fehlte jede feinere Selbstigkeit, jede Obhut eines gebieterischen Instinkts, es war ein Sich-gleich-Setzen mit irgendwem, eine »Selbstlosigkeit«, ein Vergessen seiner Distanz – etwas, das ich mir nie verzeihe. Als ich fast am Ende war, dadurch, dass ich fast am Ende war, wurde ich nachdenklich über diese Grund-Unvernunft meines Lebens – den »Idealismus«. Die Krankheit brachte mich erst zur Vernunft. –
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Die Wahl in der Ernährung; die Wahl von Klima und Ort; – das Dritte, worin man um keinen Preis einen Fehlgriff tun darf, ist die Wahl seiner Art Erholung. Auch hier sind je nach dem Grade, in dem ein Geist sui generis ist, die Grenzen des ihm Erlaubten, das heißt Nützlichen, eng und enger. In meinem Fall gehört alles Lesen zu meinen Erholungen: folglich zu dem, was mich von mir losmacht, was mich in fremden Wissenschaften und Seelen Spazierengehen lässt – was ich nicht mehr ernst nehme. Lesen erholt mich eben von meinem Ernste. In tief arbeitsamen Zeiten sieht man keine Bücher bei mir: ich würde mich hüten, jemanden in meiner Nähe reden oder gar denken zu lassen. Und das hieße ja lesen … Hat man eigentlich beobachtet, dass in jener tiefen Spannung, zu der die Schwangerschaft den Geist und im Grunde den ganzen Organismus verurteilt, der Zufall, jede Art Reiz von außen her zu vehement wirkt, zu tief »einschlägt«? Man muss dem Zufall, dem Reiz von außen her so viel als möglich aus dem Wege gehn; eine Art Selbst-Vermauerung gehört zu den ersten Instinkt-Klugheiten der geistigen Schwangerschaft. Werde ich es erlauben, dass ein fremder Gedanke heimlich über die Mauer steigt! – Und das hieße ja lesen … Auf die Zeiten der Arbeit und Fruchtbarkeit folgt die Zeit der Erholung: heran mit euch, ihr angenehmen, ihr geistreichen, ihr gescheuten Bücher! – Werden es deutsche Bücher sein? … Ich muss ein Halbjahr zurückrechnen, dass ich mich mit einem Buch in der Hand ertappe. Was war es doch? – Eine ausgezeichnete Studie von Victor Brochard, les Sceptiques Grecs, in der auch meine Laertiana gut benutzt sind. Die Skeptiker, der einzige ehrenwerte Typus unter dem so zwei- bis fünfdeutigen Volk der Philosophen! … Sonst nehme ich meine Zuflucht fast immer zu denselben Büchern, einer kleinen Zahl im Grunde, den gerade für mich bewiesenen Büchern. Es liegt vielleicht nicht in meiner Art, viel und vielerlei zu lesen: ein Lesezimmer macht mich krank. Es liegt auch nicht in meiner Art, viel und vielerlei zu lieben. Vorsicht, selbst Feindseligkeit gegen neue Bücher gehört eher schon zu meinem Instinkte als »Toleranz«, »largeur ducœur« und andre »Nächstenliebe« … Im Grunde ist es eine kleine Anzahl älterer Franzosen, zu denen ich immer wieder zurückkehre: ich glaube nur an französische Bildung und halte alles, was sich sonst in Europa »Bildung« nennt, für Missverständnis, nicht zu reden von der deutschen Bildung … Die wenigen Fälle hoher Bildung, die ich in Deutschland vorfand, waren alle französischer Herkunft, vor allem Frau Cosima Wagner, bei Weitem die erste Stimme in Fragen des Geschmacks, die ich gehört habe. – Dass ich Pascal nicht lese, sondern liebe, als das lehrreichste Opfer des Christentums, langsam hingemordet, erst leiblich, dann psychologisch, die ganze Logik dieser schauderhaftesten Form unmenschlicher Grausamkeit; dass ich etwas von Montaignes Mutwillen im Geiste, wer weiß? vielleicht auch im Leibe habe; dass mein Artisten-Geschmack die Namen Molière, Corneille und Racine nicht ohne Ingrimm gegen ein wüstes Genie wie Shakespeare in Schutz nimmt: das schließt zuletzt nicht aus, dass mir nicht auch die allerletzten Franzosen eine charmante Gesellschaft wären. Ich sehe durchaus nicht ab, in welchem Jahrhundert der Geschichte man so neugierige und zugleich so delikate Psychologen zusammenfischen könnte, wie im jetzigen Paris: ich nenne versuchsweise – denn ihre Zahl ist gar nicht klein – die Herren Paul Bourget, Pierre Loti, Gyp, Meilhac, Anatole France, Jules Lemaître, oder um einen von der starken Rasse hervorzuheben, einen echten Lateiner, dem ich besonders zugetan bin, Guy de Maupassant. Ich ziehe diese Generation, unter uns gesagt, sogar ihren großen Lehrern vor, die allesamt durch deutsche Philosophie verdorben sind (Herr Taine zum Beispiel durch Hegel, dem er das Missverständnis großer Menschen und Zeiten verdankt). Soweit Deutschland reicht, verdirbt es die Kultur. Der Krieg erst hat den Geist in Frankreich »erlöst« … Stendhal, einer der schönsten Zufälle meines Lebens – denn alles, was in ihm Epoche macht, hat der Zufall, niemals eine Empfehlung mir zugetrieben – ist ganz unschätzbar mit seinem vorwegnehmenden Psychologen-Auge, mit seinem Tatsachen-Griff, der an die Nähe des größten Tatsächlichen erinnert (ex ungue Napoleonem –); endlich nicht am wenigsten als ehrlicher Atheist, eine in Frankreich spärliche und fast kaum auffindbare species – Prosper Mérimée in Ehren … Vielleicht bin ich selbst auf Stendhal neidisch? Er hat mir den besten Atheisten-Witz weggenommen, den gerade ich hätte machen können: »Die einzige Entschuldigung Gottes ist, dass er nicht existiert« … Ich selbst habe irgendwo gesagt: was war der größte Einwand gegen das Dasein bisher? Gott …
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The issue of nutrition is closely related to the questions of place and climate. No one has the freedom to live anywhere they wish; and those who must undertake great tasks that demand all their strength are actually faced with a very limited range of choices in this regard. The influence of climate on metabolism—whether it hinders or accelerates it—can be so significant that choosing the wrong place or climate can not only alienate a person from their mission but also prevent them from even undertaking it, preventing them from ever encountering the opportunities necessary for success. In such individuals, the natural vigor is never sufficient to achieve that kind of freedom which flows into the most spiritual realms, where one realizes: “This can be done by me alone, ” Even a minor habit of sluggish digestion, if it becomes ingrained, is enough to turn a genius into someone mediocre or, in German terms, “Germanic”—that is, to dampen even the strongest and most heroic qualities. The rate of metabolism is directly related to the agility or lethargy of one’s mental “movement”; after all, the “mind” itself is nothing but a form of metabolic activity. Consider those places where intelligent people have lived—Paris, Provence, Florence, Jerusalem, Athens—these names all point to one thing: genius is conditioned by dry air, by clear skies—that is, by rapid metabolism, by the ability to continuously replenish vast amounts of energy. I know of a case where a highly talented and free-minded person became confined, specialized, and lost his original vigor simply due to a lack of sensitivity to climatic factors. And I myself could have ended up in that same situation if it weren’t for the illness that forced me to reflect on reason and its role in reality. Now, having long observed the effects of climate and weather on myself—using myself as a very sensitive and reliable “instrument”—I can tell with dread that, apart from the last ten years, which were truly life-threatening, my entire life has been spent in places that were wrong for me, places that were practically forbidden to me. Naumburg, Schulpforta, Thüringen, Leipzig, Basel, Venice—each of these was a disaster for my physical well-being. If I have no pleasant memories from my childhood and adolescence at all, it would be foolish to attribute this to so-called “moral” reasons, such as the lack of suitable company; for that deficiency has always existed, yet it never prevented me from being cheerful and brave. Rather, it is the ignorance in physiological matters—the damned “idealism”—that constitutes the true tragedy of my life; it represents everything superfluous and foolish, something from which nothing good can ever emerge, something for which there is no compensation, no balance. I attribute all my mistakes, all those major deviations from instinct, and those so-called “modesties” that deviated from the purpose of my life to the consequences of this “idealism.” For instance, why did I become a philologist instead of a doctor or something truly meaningful? During my time in Basel, my entire mental regimen, including my daily schedule, was nothing but a completely senseless waste of extraordinary abilities—without any corresponding replenishment of those resources, without even considering the issue of consumption and replacement. There was a complete lack of self-discipline, no restraint exercised by an authoritative instinct; it was tantamount to identifying myself with some other entity, a form of “selflessness,” a forgetting of my own boundaries—a mistake I will never forgive. When I was on the verge of collapse, precisely because of this, I began to reflect seriously on this fundamental irrationality in my life: that “idealism.” It was only when illness struck that I finally came to my senses.
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The choice in one’s diet; the choice of climate and location;—the third aspect in which one must not make any mistakes at all is the choice of the manner in which one seeks to relax. Here too, depending on the degree to which a particular mind is unique and distinct, the limits of what is permissible—or, rather, what is beneficial—are narrow and increasingly so. In my case, reading belongs to my ways of relaxing: it is what frees me from myself, what allows me to wander through other sciences and into the realms of other souls—things that I no longer take seriously. Reading relieves me from my seriousness. During times of intense work, one never sees any books around me; I would avoid letting anyone speak or even think in my presence. And that would mean reading. Have people actually noticed how, during that deep state of tension that pregnancy imposes on the mind—and, in essence, on the entire organism—random events, any kind of external stimulus, seem to have such a powerful effect, to “penetrate” so deeply? One must do everything possible to avoid such random stimuli; a sort of self-isolation is one of the first instinctive precautions that one takes during this period of mental “pregnancy.” How could I allow some foreign idea to secretly “climb over the wall” and enter my mind!—And that would mean reading. After the times of work and productivity come the times of relaxation: here you come, you pleasant, intelligent, and subtle books!—Will they be German books?. I have to count back half a year to remember the last time I held a book in my hands. What was it again?. An excellent study by Victor Brochard, Les Sceptiques Grecs, in which my own research on Laertius is also well utilized. The Skeptics—the only truly respectable type among the often ambiguous and contradictory philosophers of history!. Otherwise, I almost always return to the same few books, those that have been proven useful to me. Perhaps it is not in my nature to read extensively or diversely; a reading room makes me sick. Nor is it in my nature to love many things. Be careful—even my aversion toward new books is more of an instinct than anything else, rather than a sign of “tolerance,” “open-mindedness,” or other forms of “kindness”. In essence, it is a small number of older French authors to whom I always return: I believe only in French education, and I consider anything that is called “education” in Europe to be nothing but misunderstanding, not to mention German education. The few instances of high-level education that I encountered in Germany were all of French origin—especially Frau Cosima Wagner, by far the most insightful voice I have ever heard on matters of taste.. That I do not read Pascal, but rather love him as the most instructive victim of Christianity, slowly murdered first physically and then psychologically—the entire logic of this most horrifying form of inhuman cruelty; that I find some kind of playful spirit in Montaigne’s writings. Who knows? Perhaps I also hold such views in my own person; perhaps my artistic taste causes me to protect the names of Molière, Corneille, and Racine with a certain bitterness toward a wild genius like Shakespeare. Nevertheless, this does not prevent me from finding even the latest French writers a charming company. I see no reason why, in some future century of history, one could not gather together as curious and subtly insightful psychologists as those we have in present-day Paris. To name a few—though their number is by no means small—I would mention Monsieurs Paul Bourget, Pierre Loti, Gyp, Meilhac, Anatole France, Jules Lemaître, and, to highlight one of the truly outstanding figures from this remarkable generation—a true Latin in spirit, whom I hold in particular esteem—Guy de Maupassant. In fact, I prefer this generation even to their great teachers, all of whom have been corrupted by German philosophy (for instance, Monsieur Taine was influenced by Hegel, which led him to misunderstand the greatness of many individuals and eras). Wherever Germany extends its influence, it corrupts culture. It was only the war that “liberated” the spirit in France. Stendhal—one of the most wonderful coincidences in my life, for everything about him that makes him a representative figure of his time was merely a coincidence; he was never influenced by me in any way—he possessed an uncanny ability to perceive human psychology and to grasp facts with such precision as to seem close to understanding the ultimate truths of existence (ex ungue Napoleonem). Lastly, he was an honest atheist, a trait that is exceedingly rare in France. In honor of Prosper Mérimée. Perhaps I even envy Stendhal? He took away from me the best possible way to express atheism—the one I myself could have expressed it: “The only excuse for God’s existence is that he does not exist at all, ” I have said somewhere before: what has been the greatest objection to the existence of God throughout history? God himself.
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La questione dell’alimentazione è strettamente legata a quelle del luogo e del clima. Nessuno ha la libertà di vivere ovunque; coloro che devono affrontare compiti impegnativi che richiedono tutta la loro forza hanno addirittura una scelta molto ristretta in questo senso. L’influenza climatica sul metabolismo, sia essa inibitoria che accelerante, può arrivare al punto di allontanare qualcuno dal proprio compito o persino di impedirgli di portarlo a termine: in tali casi, quella persona non avrà mai l’opportunità di realizzarlo. La vitalità animale non è mai stata abbastanza forte da permettere di raggiungere quella forma di libertà che si riversa nel mondo spirituale, dove si può comprendere: “Questo posso farlo da solo, ”. Una piccola pigrizia intestinale, diventata un’abitudine negativa, è sufficiente per trasformare un genio in una persona mediocre, “tedesca”; il clima tedesco, da solo, può scoraggiare anche le forze più grandi e eroiche. Il ritmo del metabolismo è strettamente legato alla capacità di movimento o all’immobilità dello spirito; lo stesso “spirito” non è altro che un tipo di metabolismo. Pensiamo ai luoghi in cui hanno vissuto persone intelligenti, dove l’ingegno, la raffinatezza e la malizia erano considerate qualità positive. Tutti questi luoghi avevano un’aria particolarmente secca. Parigi, la Provenza, Firenze, Gerusalemme, Atene: questi nomi dimostrano che l’ingegno è condizionato da un’aria secca, da un cielo pulito. In altre parole, da un metabolismo rapido e dalla possibilità di raccogliere continuamente grandi quantità di energia. Ho davanti agli occhi il caso di una persona con un’intelligenza notevole e libera che, a causa della mancanza di sensibilità climatica, è diventata limitata, specializzata in ambiti specifici. Anch’io avrei potuto finire così, se non fosse stata la malattia a costringermi a riflettere sulla realtà e sulla ragione. Ora che ho imparato a osservare gli effetti del clima e della meteorologia su di me stesso, come su uno strumento molto sensibile e affidabile, penso con orrore al fatto che la mia vita, tranne negli ultimi dieci anni, è sempre stata trascorsa in luoghi sbagliati, per me addirittura proibiti. Naumburg, Schulpforta, la Turingia in generale, Lipsia, Basilea, Venezia. Tanti luoghi di sventura per la mia fisiologia. Se non ho alcun ricordo positivo della mia infanzia e della mia giovinezza, sarebbe sciocco attribuire le mie difficoltà a ragioni “morali”, come la mancanza di una compagnia adeguata. Questa mancanza esisteva sempre, ma non mi ha mai impedito di essere felice e coraggioso. Ma proprio l’ignoranza in ambito fisiologico – quel maledetto “idealismo” – è la vera sventura della mia vita; rappresenta tutto ciò che è superfluo e stupido, qualcosa da cui non può derivare nulla di buono, per cui non esiste alcuna compensazione, alcun equilibrio. Dalle conseguenze di questo “idealismo” spiego tutti i miei errori, tutte le grandi deviazioni dei miei istinti e quelle “umiltà” che mi hanno allontanato dal compito reale della mia vita. Perché, ad esempio, non sono diventato medico o qualcosa di veramente significativo per gli altri? Durante il mio periodo a Basilea, l’intera mia attività intellettuale, compresa la routine quotidiana, rappresentava un uso completamente inutile di capacità straordinarie: senza alcun apporto di energie sufficienti a compensare quelle consumate, senza nemmeno riflettere su tali aspetti. Mancava ogni forma di autocontrollo, ogni rispetto per gli istinti naturali. Era come se mi fossi identificato con qualcun altro, una sorta di “altruismo” che in realtà significava dimenticare la mia vera natura. Qualcosa che non mi perdonerò mai. Quando ero quasi al limite, fu proprio questa follia fondamentale della mia vita a spingermi a riflettere seriamente. Fu la malattia a farmi tornare in me.
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La scelta nel campo dell’alimentazione; la scelta del clima e del luogo in cui trascorrere il tempo. Il terzo aspetto su cui non si può assolutamente commettere un errore è la scelta del proprio modo di rilassarsi. Anche in questo caso, a seconda del grado di originalità o di particolarità della propria natura, i limiti di ciò che è permesso, cioè di ciò che è utile, diventano sempre più stretti. Nel mio caso, leggere rientra tra le attività che mi aiutano a rilassarmi: è ciò che mi distacca da me stesso, che mi permette di immergermi in scienze straniere o di “passeggiare” nell’anima altrui, cose che ormai non prendo più sul serio. Leggere, infatti, mi aiuta a liberarmi dalla mia serietà. Nei periodi di intensa attività lavorativa, non si vedono mai libri intorno a me: farei di tutto per evitare che qualcuno vicino a me parlasse o anche solo pensasse. E questo significherebbe leggere. Avete mai osservato come, in quella profonda tensione che la gravidanza provoca nell’animo e, in fondo, in tutto l’organismo, il caso, qualsiasi stimolo esterno, agisca con una forza particolarmente intensa, “colpendo” a fondo? Bisogna evitare il più possibile il caso, gli stimoli esterni. Una sorta di auto-isolamento fa parte delle prime “intuizioni sagge” legate a questa fase particolare della vita. Come potrei permettere che un pensiero estraneo “si insinui” nella mia mente in segreto? E questo significherebbe leggere. Dopo i periodi di lavoro e produttività, arriva il momento del rilassamento: eccovi dunque, voi libri piacevoli, intelligenti, “timidi”. Saranno libri tedeschi? Devo contare un semestre indietro per ricordare l’ultima volta che ho tenuto in mano un libro. Che fosse? Uno studio eccellente di Victor Brochard, “I Sceptici Greci”, nel quale anche i miei studi su Laertes sono stati utilizzati efficacemente. I Sceptici, l’unico tipo di filosofo veramente rispettabile in mezzo a quel popolo di filosofi così ambigui e contraddittori. Altrimenti, mi rifugio quasi sempre negli stessi libri, un numero limitato di opere che si sono dimostrate utili per me. Forse non è nella mia natura leggere molto e di tutto: una stanza piena di libri mi farebbe ammalare. E nemmeno amo leggere molte cose diverse. Attenzione: anche l’avversione verso i nuovi libri fa parte dei miei istinti, piuttosto che della “tolleranza”, della “generosità d’animo” o di altre forme di “amore per il prossimo”. In fondo, sono sempre tornato a quei pochi autori francesi del passato: credo soltanto nell’educazione francese e considero tutto ciò che in Europa viene definito “educazione” come un malinteso. Per non parlare dell’educazione tedesca. I pochi esempi di alta cultura che ho incontrato in Germania avevano tutti origini francesi. In particolare, Frau Cosima Wagner: senza dubbio la prima persona che abbia espresso opinioni autentiche su questioni legate al gusto. Il fatto che non legga Pascal, ma lo amo, come il più prezioso esempio di ciò che il Cristianesimo ha offerto in termini di insegnamenti, un’esistenza lentamente distrutta, prima fisicamente e poi psicologicamente, tutta la logica di quella forma orribile di crudeltà umana. Il fatto che apprezzo, in qualche modo, l’irriverenza di Montaigne, chissà. Forse anche dentro di me esiste questo sentimento: il mio gusto artistico mi spinge a difendere nomi come Molière, Corneille e Racine con una certa rabbia nei confronti di un genio selvaggio come Shakespeare. Questo però non esclude che anche gli ultimi francesi possano rappresentare per me una compagnia piacevole. Non escludo affatto che in qualche secolo della storia si possano trovare psicologi così curiosi e al contempo così raffinati, come quelli presenti oggi a Parigi: per citarne alcuni – e ne esistono davvero molti – Paul Bourget, Pierre Loti, Gyp, Meilhac, Anatole France, Jules Lemaître. O, per evidenziare una figura di particolare rilievo appartenente a quella nobile razza latina di cui sono particolarmente affezionato, Guy de Maupassant. Questa generazione, tra noi, mi sembra persino superiore ai suoi grandi maestri, tutti corrotti dalla filosofia tedesca (ad esempio, Taine influenzato da Hegel, il quale gli ha fatto perdere la capacità di comprendere le grandi personalità e i grandi periodi storici). Fin dove arriva la Germania, essa corrompe la cultura. È stata solo la guerra a “liberare” lo spirito in Francia. Stendhal: uno dei più bei casi fortunati della mia vita. Tutto ciò che in lui rende il suo genio così eccezionale è frutto del caso, non di alcuna raccomandazione da parte mia. Il suo straordinario occhio psicologico, la sua capacità di afferrare i fatti con precisione, quasi come se si avvicinasse al più grande dei fatti reali. E soprattutto il fatto che fosse un ateo onesto, una caratteristica rara in Francia. Onore a Prosper Mérimée. Forse sono anch’io invidioso di Stendhal? Lui mi ha portato via il miglior esempio di umorismo ateo che avrei potuto esprimere io stesso: “L’unica scusa per l’esistenza di Dio è che non esiste, ” Io stesso ho detto una volta: qual è stata finora la più grande obiezione all’esistenza? Dio.
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Den höchsten Begriff vom Lyriker hat mir Heinrich Heine gegeben. Ich suche umsonst in allen Reichen der Jahrtausende nach einer gleich süßen und leidenschaftlichen Musik. Er besaß jene göttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommne nicht zu denken vermag – ich schätze den Wert von Menschen, von Rassen danach ab, wie notwendig sie den Gott nicht abgetrennt vom Satyr zu verstehen wissen. – Und wie er das Deutsche handhabt! Man wird einmal sagen, dass Heine und ich bei Weitem die ersten Artisten der deutschen Sprache gewesen sind – in einer unausrechenbaren Entfernung von allem, was bloße Deutsche mit ihr gemacht haben. – Mit Byrons Manfred muss ich tief verwandt sein: ich fand alle diese Abgründe in mir – mit dreizehn Jahren war ich für dies Werk reif. Ich habe kein Wort, bloß einen Blick für die, welche in Gegenwart des Manfred das Wort Faust auszusprechen wagen. Die Deutschen sind unfähig jedes Begriffs von Größe: Beweis Schumann. Ich habe eigens, aus Ingrimm gegen diesen süßlichen Sachsen, eine Gegenouvertüre zum Manfred komponiert, von der Hans von Bülow sagte, dergleichen habe er nie auf Notenpapier gesehn: das sei Notzucht an der Euterpe. – Wenn ich meine höchste Formel für Shakespeare suche, so finde ich immer nur die, dass er den Typus Cäsar konzipiert hat. Dergleichen errät man nicht – man ist es oder man ist es nicht. Der große Dichter schöpft nur aus seiner Realität – bis zu dem Grade, dass er hinterdrein sein Werk nicht mehr aushält … Wenn ich einen Blick in meinen Zarathustra geworfen habe, gehe ich eine halbe Stunde im Zimmer auf und ab, unfähig, über einen unerträglichen Krampf von Schluchzen Herr zu werden. – Ich kenne keine herzzerreißendere Lektüre als Shakespeare: was muss ein Mensch gelitten haben, um dergestalt es nötig zu haben, Hanswurst zu sein! – Versteht man den Hamlet? Nicht der Zweifel, die Gewissheit ist das, was wahnsinnig macht … Aber dazu muss man tief, Abgrund, Philosoph sein, um so zu fühlen … Wir fürchten uns alle vor der Wahrheit … Und, dass ich es bekenne: ich bin dessen instinktiv sicher und gewiss, dass Lord Bacon der Urheber, der Selbsttierquäler dieser unheimlichsten Art Literatur ist: was geht mich das erbarmungswürdige Geschwätz amerikanischer Wirr- und Flachköpfe an? Aber die Kraft zur mächtigsten Realität der Vision ist nicht nur verträglich mit der mächtigsten Kraft zur Tat, zum Ungeheuren der Tat, zum Verbrechen – sie setzt sie selbst voraus … Wir wissen lange nicht genug von Lord Bacon, dem ersten Realisten in jedem großen Sinn des Wortes, um zu wissen, was er alles getan, was er gewollt, was er mit sich erlebt hat … Und zum Teufel, meine Herrn Kritiker! Gesetzt, ich hätte meinen Zarathustra auf einen fremden Namen getauft, zum Beispiel auf den von Richard Wagner, der Scharfsinn von zwei Jahrtausenden hätte nicht ausgereicht, zu erraten, dass der Verfasser von »Menschliches, Allzumenschliches« der Visionär des Zarathustra ist …
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Hier, wo ich von den Erholungen meines Lebens rede, habe ich ein Wort nötig, um meine Dankbarkeit für das auszudrücken, was mich in ihm bei Weitem am tiefsten und herzlichsten erholt hat. Dies ist ohne allen Zweifel der intimere Verkehr mit Richard Wagner gewesen. Ich lasse den Rest meiner menschlichen Beziehungen billig; ich möchte um keinen Preis die Tage von Tribschen aus meinem Leben weggeben, Tage des Vertrauens, der Heiterkeit, der sublimen Zufälle – der tiefen Augenblicke … Ich weiß nicht, was andre mit Wagner erlebt haben: über unsern Himmel ist nie eine Wolke hinweggegangen. – Und hiermit komme ich nochmals auf Frankreich zurück – ich habe keine Gründe, ich habe bloß einen verachtenden Mundwinkel gegen Wagnerianer et hoc genus omne übrig, welche Wagner damit zu ehren glauben, dass sie ihn sich ähnlich finden … So wie ich bin, in meinen tiefsten Instinkten allem, was deutsch ist, fremd, sodass schon die Nähe eines Deutschen meine Verdauung verzögert, war die erste Berührung mit Wagner auch das erste Aufatmen in meinem Leben: ich empfand, ich verehrte ihn als Ausland, als Gegensatz, als leibhaften Protest gegen alle »deutschen Tugenden«. – Wir, die wir in der Sumpfluft der Fünfzigerjahre Kinder gewesen sind, sind mit Notwendigkeit Pessimisten für den Begriff »deutsch«; wir können gar nichts andres sein als Revolutionäre – wir werden keinen Zustand der Dinge zugeben, wo der Mucker obenauf ist. Es ist mir vollkommen gleichgültig, ob er heute in andren Farben spielt, ob er sich in Scharlach kleidet und Husaren-Uniformen anzieht … Wohlan! Wagner war ein Revolutionär – er lief von den Deutschen davon … Als Artist hat man keine Heimat in Europa außer in Paris: die délicatesse in allen fünf Kunstsinnen, die Wagners Kunst voraussetzt, die Finger für nuances, die psychologische Morbidität, findet sich nur in Paris. Man hat nirgendswo sonst die Leidenschaft in Fragen der Form, diesen Ernst in der mise en scène – es ist der Pariser Ernst par excellence. Man hat in Deutschland gar keinen Begriff von der ungeheuren Ambition, die in der Seele eines Pariser Künstlers lebt. Der Deutsche ist gutmütig – Wagner war durchaus nicht gutmütig … Aber ich habe schon zur Genüge ausgesprochen (in »Jenseits von Gut und Böse«: II 724f.), wohin Wagner gehört, in wem er seine Nächstverwandten hat: es ist die französische Spät-Romantik, jene hochfliegende und doch emporreißende Art von Künstlern wie Delacroix, wie Berlioz, mit einem fond von Krankheit, von Unheilbarkeit im Wesen, lauter Fanatiker des Ausdrucks, Virtuosen durch und durch … Wer war der erste intelligente Anhänger Wagners überhaupt? Charles Baudelaire, derselbe, der zuerst Delacroix verstand, jener typische décadent, in dem sich ein ganzes Geschlecht von Artisten wiedererkannt hat – er war vielleicht auch der letzte … Was ich Wagner nie vergeben habe? Dass er zu den Deutschen kondeszendierte – dass er reichsdeutsch wurde … So weit Deutschland reicht, verdirbt es die Kultur. –
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Alles erwogen, hätte ich meine Jugend nicht ausgehalten ohne Wagnersche Musik. Denn ich war verurteilt zu Deutschen. Wenn man von einem unerträglichen Druck loskommen will, so hat man Haschisch nötig. Wohlan, ich hatte Wagner nötig. Wagner ist das Gegengift gegen alles Deutsche par excellence – Gift, ich bestreite es nicht … Von dem Augenblick an, wo es einen Klavierauszug des Tristan gab – mein Kompliment, Herr von Bülow! –, war ich Wagnerianer. Die älteren Werke Wagners sah ich unter mir – noch zu gemein, zu »deutsch« … Aber ich suche heute noch nach einem Werke von gleich gefährlicher Faszination, von einer gleich schauerlichen und süßen Unendlichkeit, wie der Tristan ist – ich suche in allen Künsten vergebens. Alle Fremdheiten Leonardo da Vincis entzaubern sich beim ersten Tone des Tristan. Dies Werk ist durchaus das non plus ultra Wagners; er erholte sich von ihm mit den Meistersingern und dem Ring. Gesünder werden – das ist ein Rückschritt bei einer Natur wie Wagner … Ich nehme es als Glück ersten Rangs, zur rechten Zeit gelebt und gerade unter Deutschen gelebt zu haben, um reif für dies Werk zu sein: so weit geht bei mir die Neugierde des Psychologen. Die Welt ist arm für den, der niemals krank genug für diese »Wollust der Hölle« gewesen ist: es ist erlaubt, es ist fast geboten, hier eine Mystiker-Formel anzuwenden. – Ich denke, ich kenne besser als irgendjemand das Ungeheure, das Wagner vermag, die fünfzig Welten fremder Entzückungen, zu denen niemand außer ihm Flügel hatte; und so wie ich bin, stark genug, um mir auch das Fragwürdigste und Gefährlichste noch zum Vorteil zu wenden und damit stärker zu werden, nenne ich Wagner den großen Wohltäter meines Lebens. Das, worin wir verwandt sind, dass wir tiefer gelitten haben, auch aneinander, als Menschen dieses Jahrhunderts zu leiden vermöchten, wird unsre Namen ewig wieder zusammenbringen; und so gewiss Wagner unter Deutschen bloß ein Missverständnis ist, so gewiss bin ich’s und werde es immer sein. – Zwei Jahrhunderte psychologische und artistische Disziplin zuerst, meine Herrn Germanen! … Aber das holt man nicht nach. –
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Heinrich Heine gave me the highest conception of what a lyric poet can be. In all the realms of thousands of years, I search in vain for a music as sweet and passionate as his. He possessed that divine malice without which I cannot conceive anything perfect—I judge the value of people, of races, by how essential it is for them to understand that God cannot be separated from the satyr. And how he handled the German language! One day it will be said that Heine and I were undoubtedly the first true artists of the German language, utterly distinct from everything that mere Germans had ever done with it. I must be deeply related to Byron’s “Manfred”; I found all these depths within myself—at the age of thirteen, I was ready to create such a work. I have no words, only a look, for those who would dare to utter the name “Faust” in the presence of “Manfred.” The Germans lack any conception of greatness whatsoever—Schumann is proof of this. Out of sheer resentment toward this sweet-and-sour German, I composed a counter-opera to “Manfred”; Hans von Bülow said he had never seen anything like it on paper—it was nothing short of cruelty towards Euterpe. When I seek my highest definition of Shakespeare, all I find is that he created the archetype of Caesar. Such things cannot be guessed—they are either true or they are not. The great poet draws only from his own reality—to such an extent that he often cannot endure his own work in retrospect. Whenever I read “Zarathustra,” I walk back and forth in my room for half an hour, unable to control the unbearable cramps of grief that overtake me. I know no more heart-rending reading than Shakespeare’s works—what suffering must a man have endured to need to create something so absurd! Can one truly understand “Hamlet”? It is not doubt that leads to madness—it is certainty. But to feel that, one must be deep, one must be a philosopher who has explored the abysses of existence. We all fear the truth. And let me confess: I am instinctively certain that Lord Bacon is the originator of this most terrifying form of literature—what does the pitiful nonsense of American fools have to do with me? Yet the power to create such visionary reality is not only compatible with the greatest capacity for action, for monstrous acts, for crime—it actually requires it. We still know too little about Lord Bacon, the first true realist in every sense of that word—what he did, what he wanted, what experiences he had. And damn it all, my critics! Suppose I had given “Zarathustra” a foreign name, say that of Richard Wagner—even the keenest intellects of two millennia would not have been able to guess that the author of “Human, All-Too-Human” was the same person who envisioned “Zarathustra, ”
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Here, where I speak of the pleasures and rejuvenations in my life, I need a word to express my gratitude for that which has brought me the deepest and most heartfelt relief. Without any doubt, it was the intimate relationship I shared with Richard Wagner. I consider all other human relationships to be insignificant; at no cost would I give up the days spent with Tribschen—those days of trust, joy, sublime coincidences, those profound moments. I do not know what others have experienced with Wagner, but over our skies, not a single cloud has ever passed. And once again, I return to France: I have no reasons to do so; all I feel is contempt for those Wagnerians and their ilk who believe they are honoring Wagner by identifying themselves with him. Just as I am, in my deepest instincts, utterly alien to everything German—so much so that the mere presence of a German delays my digestion—even my first encounter with Wagner was like taking a deep breath of fresh air into my life. I felt that I revered him as something foreign, as an opposition, as a tangible protest against all “German virtues.” We who grew up in the mire of the 1850s are inevitably pessimists when it comes to the concept of “German”; we can only be revolutionaries—we will never accept any state of affairs where the mediocre prevail. It matters nothing to me whether he plays in different colors today, whether he dresses in scarlet or puts on cavalry uniforms. Well then! Wagner was a revolutionary—he ran away from the Germans. As an artist, one has no home in Europe except Paris: the delicacy required for all five artistic senses in Wagner’s art, the sensitivity to nuance, the psychological depth—these can only be found in Paris. Elsewhere, one cannot find such passion for form, such seriousness in staging—it is the very essence of Parisian seriousness. In Germany, people simply do not understand the immense ambition that resides in the soul of a Parisian artist. The German is kind-hearted—but Wagner was by no means kind-hearted. But I have said enough (in “Beyond Good and Evil”: II 724f.) about where Wagner belongs, about who his true kin are: it is the French late Romanticism—that lofty yet stirring style of artists like Delacroix and Berlioz, those with a fundamental sickness, an incurable morbidity in their very nature, fanatics of expression, virtuosi through and through. Who was Wagner’s first intelligent admirer? Charles Baudelaire—the same man who first understood Delacroix, that typical decadent whose spirit reflected an entire generation of artists; perhaps he was also the last such admirer. What I have never forgiven Wagner is that he condescended to be one of them—that he became “German” in his ways. Wherever Germany extends, it corrupts culture.
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Considering everything, I could not have endured my youth without Wagner’s music. For I was doomed to be German. If one wishes to escape an unbearable pressure, then hashish is needed. Well, I needed Wagner. Wagner is the very antidote to all that is German—poison, I do not deny it. From the moment there existed a piano transcription of Tristan—my compliments, Mr. von Bülow!—I became a Wagnerian. Wagner’s earlier works seemed too vulgar, too “German” to me. But to this day, I search in all arts in vain for another work that possesses such a similarly dangerous allure, such a terrifying and yet sweet infinite quality as Tristan. All the strangeness of Leonardo da Vinci’s creations is dissolved at the first note of Tristan. This work truly represents the pinnacle of Wagner’s achievement; he later sought to recover from its influence through works like the Meistersinger and the Ring. To become “healthier” in such a nature as Wagner’s would be a regression. I consider it the greatest fortune of my life to have lived at the right time, precisely among Germans, to have been ready for this work—such is the curiosity of a psychologist. The world is impoverished for those who have never been sick enough to experience this “lust of hell”; here, it is permissible—even almost obligatory—to employ mystical language. I believe I understand better than anyone the enormity of what Wagner accomplished, those fifty worlds of exotic delight to which no one else but him possessed the means to access them. And since I am strong enough to turn even the most questionable and dangerous things to my advantage and become stronger through them, I call Wagner the greatest benefactor of my life. What binds us is the fact that we have both endured suffering far beyond what people of this century are capable of. This bond will forever unite our names; and just as it is certain that Wagner is but a misunderstanding among Germans, so am I—and always will be. Two centuries of psychological and artistic discipline first, my German friends! But such things cannot be forced.
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La più alta definizione del poeta lirico me l’ha data Heinrich Heine. Inutile cercare in tutti i regni dei secoli una musica altrettanto dolce e appassionata: lui possedeva quella divina malvagità senza la quale non riesco a concepire il perfetto. Valuto il valore delle persone, delle razze, in base alla loro capacità di comprendere Dio come inseparabile dal Satiro. E come ha trattato la lingua tedesca! Si dirà un giorno che Heine e io siamo stati senza dubbio i primi veri artisti della lingua tedesca, lontani mille miglia da tutto ciò che gli altri tedeschi hanno mai fatto con essa. Devo essere profondamente imparentato con Byron: ho trovato in me tutti questi abissi. A tredici anni ero già maturo per quest’opera. Non ho parole, solo uno sguardo per coloro che osano pronunciare il nome “Faust” di fronte al personaggio di Manfred. I tedeschi sono incapaci di comprendere qualsiasi concetto di grandezza. La prova è Schumann. Per odio verso quel dolce sassone, ho composto una controouvertura a Manfred; Hans von Bülow disse che non aveva mai visto nulla del genere su carta: era come allevare l’Euterpe in cattività. Quando cerco la mia formula più alta per Shakespeare, trovo sempre solo questo: ha creato il tipo di Cesare. Una cosa del genere non si può indovinare. Si è o non si è. Il grande poeta attinge soltanto dalla sua realtà. Al punto che poi non riesce più a sopportare la propria opera. Quando getto uno sguardo nel mio Zarathustra, vado avanti e indietro per mezz’ora nella stanza, incapace di controllare i singhiozzi incontenibili. Non conosco lettura più straziante di Shakespeare: quanta sofferenza deve aver provato un uomo per sentirsi costretto a comportarsi come un buffone! Si capisce Hamlet? Non è il dubbio. È la certezza che fa impazzire. Ma per questo bisogna essere profondi, abissali, filosofi. Tutti abbiamo paura della verità. E devo ammetterlo: sono convinto, istintivamente certo, che Lord Bacon sia l’autore di questa sorta di letteratura più inquietante. Che cosa mi importa delle sciocchezze dei ridicoli americani? Ma la forza per creare visioni così potenti è compatibile soltanto con la forza per agire, per compiere atti terribili, crimini. Anzi, la prima richiede necessariamente la seconda. Non sappiamo ancora abbastanza su Lord Bacon, il primo vero realista in ogni senso del termine. Non sappiamo cosa abbia fatto, cosa abbia voluto, cosa abbia vissuto. E andate al diavolo, voi critici! Supponiamo che io abbia dato a Zarathustra un nome diverso, per esempio quello di Richard Wagner. Il acume di due millenni non sarebbe stato sufficiente per capire che l’autore di “Umano, troppo umano” è lo stesso visionario di Zarathustra.
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Qui, dove parlo delle gioie della mia vita, ho bisogno di una parola per esprimere la mia gratitudine per ciò che mi ha ristorato più profondamente e sinceramente in quel contesto: senza dubbio, si tratta del rapporto intimo con Richard Wagner. Tralascio volutamente le altre relazioni umane; a nessun costo vorrei perdere i giorni trascorsi a Tribschen, quei giorni di fiducia, allegria, incontri straordinari, momenti profondi e intensi. Non so cosa abbiano vissuto altri con Wagner, ma sul nostro cielo non è mai passata una nuvola. E tornando ancora una volta alla Francia: non ho alcun motivo per farlo, se non un disprezzo profondo per quegli wagneriani che credono di onorare Wagner imitandone i comportamenti. Proprio come io, nel profondo delle mie emozioni, sono estraneo a tutto ciò che è tedesco; la semplice vicinanza di un tedesco rallenta il mio “digestivo”. La mia prima esperienza con Wagner fu anche il primo momento di sollievo nella mia vita: lo consideravo un elemento straniero, un opposto, una protesta concreta contro tutte le “virtù tedesche”. Noi, che siamo cresciuti nel pantano degli anni ’50, siamo inevitabilmente pessimisti riguardo al concetto di “tedesco”; non possiamo essere altro che rivoluzionari. Non accetteremo mai uno stato delle cose in cui il “mucker” sia al potere. Non mi interessa affatto se oggi Wagner si esprime con altri colori, se si veste di rosso o indossa uniformi da ufficiale di cavalleria. Ebbene! Wagner era un rivoluzionario. Fuggì dai tedeschi. Un artista non ha una patria in Europa se non a Parigi: la raffinatezza in tutti e cinque i sensi artistici, che sono alla base dell’arte wagneriana, le dita capaci di esprimere sottili sfumature, quella morbidezza psicologica, tutto ciò si trova solo a Parigi. In nessun altro posto c’è la passione per la forma, quell’attenzione meticolosa nella messa in scena. È l’attenzione tipicamente parigina. In Germania non esiste nemmeno un concetto dell’enorme ambizione che anima l’anima di un artista parigino. Il tedesco è gentile. Wagner, invece, assolutamente no. Ma ho già detto abbastanza (nei “Dietro il bene e il male”, II 724f.) su dove appartiene Wagner, su chi sono i suoi veri simili: si tratta della tarda romantica francese, di quegli artisti elevati eppure appassionati come Delacroix, Berlioz, persone affette da malattie interiori, da un’irrimediabile fragilità, tutti fanatici dell’espressione, veri virtuosi in tutto ciò che fanno. Chi fu il primo vero seguace intellettuale di Wagner? Charles Baudelaire, lo stesso che per primo comprese Delacroix, quel tipico decadente in cui si riconobbe un’intera generazione di artisti. Forse fu anche l’ultimo. Cosa non gli ho mai perdonato? Il fatto che si sia adattato ai tedeschi, che sia diventato “tedesco” nel senso più stretto del termine. Ovunque vada la Germania, corrompe la cultura.
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Considerando tutto, non avrei potuto sopportare la mia giovinezza senza la musica di Wagner. Perché ero condannato ad essere tedesco. Se si vuole liberarsi da una pressione insopportabile, ci vuole l’hashish. Bene, a me serviva Wagner. Wagner è il rimedio perfetto contro tutto ciò che è tedesco. Un veleno, lo ammetto. Dal momento in cui esistette quella trascrizione per pianoforte del “Tristan” – complimenti, signor von Bülow! – diventai un wagneriano. Le opere più antiche di Wagner mi sembravano ancora troppo banali, troppo “tedesche”. Ma oggi cerco ancora invano un’opera altrettanto affascinante, dall’universalità altrettanto spaventosa e dolce. Tutta la stranezza di Leonardo da Vinci svanisce al primo suono del “Tristan”. Quest’opera rappresenta davvero il culmine delle creazioni wagneriane; Wagner si riposò dopo averla scritta, con le opere dei Maestri Cantori e il “Anello del Nibelungo”. Diventare più sani. Significherebbe retrocedere per una natura come quella di Wagner. Considero un grande privilegio essere nato nel momento giusto e proprio tra i tedeschi, per essere pronto ad apprezzare quest’opera. Questa è la mia curiosità da psicologo. Il mondo è povero di chi non abbia mai provato abbastanza dolore per questa “voluttà dell’inferno”. Qui si può, anzi si deve, usare formule mistiche. Penso di conoscere meglio di chiunque altro ciò che Wagner riesce a realizzare: quelle cinquanta dimensioni di piacere straordinario a cui nessuno, tranne lui, ha mai avuto accesso. E poiché sono abbastanza forte da trasformare anche il più dubioso e pericoloso in qualcosa di positivo, chiamo Wagner il grande benefattore della mia vita. Quello che ci unisce – il fatto di aver sofferto profondamente, anche a vicenda, in modo che nessun essere umano di questo secolo possa sopportare – farà sì che i nostri nomi rimangano per sempre legati. E anche se Wagner è solo un malinteso tra i tedeschi, io lo so e lo sarò sempre. Due secoli di disciplina psicologica e artistica prima di tutto, signori tedeschi. Ma questo non si può recuperare.
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– Ich sage noch ein Wort für die ausgesuchtesten Ohren: was ich eigentlich von der Musik will. Dass sie heiter und tief ist, wie ein Nachmittag im Oktober. Dass sie eigen, ausgelassen, zärtlich, ein kleines süßes Weib von Niedertracht und Anmut ist … Ich werde nie zulassen, dass ein Deutscher wissen könne, was Musik ist. Was man deutsche Musiker nennt, die größten voran, sind Ausländer, Slaven, Kroaten, Italiener, Niederländer – oder Juden: im andern Falle Deutsche der starken Rasse, ausgestorbene Deutsche, wie Heinrich Schütz, Bach und Händel. Ich selbst bin immer noch Pole genug, um gegen Chopin den Rest der Musik hinzugeben; ich nehme, aus drei Gründen, Wagners Siegfried-Idyll aus, vielleicht auch einiges von Liszt, der die vornehmen Orchester-Akzente vor allen Musikern voraushat; zuletzt noch alles, was jenseits der Alpen gewachsen ist – diesseits … Ich würde Rossini nicht zu missen wissen, noch weniger meinen Süden in der Musik, die Musik meines Venediger maëstro Pietro Gasti. Und wenn ich jenseits der Alpen sage, sage ich eigentlich nur Venedig. Wenn ich ein andres Wort für Musik suche, so finde ich immer nur das Wort Venedig. Ich weiß keinen Unterschied zwischen Tränen und Musik zu machen – ich weiß das Glück, den Süden nicht ohne Schauder von Furchtsamkeit zu denken.
An der Brücke stand
jüngst ich in brauner Nacht.
Fernher kam Gesang;
goldener Tropfen quolls
über die zitternde Fläche weg.
Gondeln, Lichter, Musik –
trunken schwamms in die Dämmrung hinaus …
Meine Seele, ein Saitenspiel,
sang sich, unsichtbar berührt,
heimlich ein Gondellied dazu,
zitternd vor bunter Seligkeit.
– Hörte jemand ihr zu?
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In alledem – in der Wahl der Nahrung, von Ort und Klima, von Erholung – gebietet ein Instinkt der Selbsterhaltung, der sich als Instinkt der Selbstverteidigung am unzweideutigsten ausspricht. Vieles nicht sehn, nicht hören, nicht an sich herankommen lassen – erste Klugheit, erster Beweis dafür, dass man kein Zufall, sondern eine Nezessität ist. Das gangbare Wort für diesen Selbstverteidigungs-Instinkt ist Geschmack. Sein Imperativ befiehlt nicht nur Nein zu sagen, wo das Ja eine »Selbstlosigkeit« sein würde, sondern auch so wenig als möglich Nein zu sagen. Sich trennen, sich abscheiden von dem, wo immer und immer wieder das Nein nötig werden würde. Die Vernunft darin ist, dass Defensiv-Ausgaben, selbst noch so kleine, zur Regel, zur Gewohnheit werdend, eine außerordentliche und vollkommen überflüssige Verarmung bedingen. Unsre großen Ausgaben sind die häufigsten kleinen. Das Abwehren, das Nichtheran-kommen-lassen ist eine Ausgabe – man täusche sich hierüber nicht –, eine zu negativen Zwecken verschwendete Kraft. Man kann, bloß in der beständigen Not der Abwehr, schwach genug werden, um sich nicht mehr wehren zu können. – Gesetzt, ich trete aus meinem Haus heraus und fände, statt des stillen und aristokratischen Turin, die deutsche Kleinstadt: mein Instinkt würde sich zu sperren haben, um alles das zurückzudrängen, was aus dieser platt gedrückten und feigen Welt auf ihn eindringt. Oder ich fände die deutsche Großstadt, dies gebaute Laster, wo nichts wächst, wo jedwedes Ding, Gutes und Schlimmes, eingeschleppt ist. Müsste ich nicht darüber zum Igel werden? – Aber Stacheln zu haben ist eine Vergeudung, ein doppelter Luxus sogar, wenn es freisteht, keine Stacheln zu haben, sondern offne Hände …
Eine andre Klugheit und Selbstverteidigung besteht darin, dass man so selten als möglich reagiert und dass man sich Lagen und Beziehungen entzieht, wo man verurteilt wäre, seine »Freiheit«, seine Initiative gleichsam auszuhängen und ein bloßes Reagens zu werden. Ich nehme als Gleichnis den Verkehr mit Büchern. Der Gelehrte, der im Grunde nur noch Bücher »wälzt« – der Philologe mit mäßigem Ansatz des Tags ungefähr 200 – verliert zuletzt ganz und gar das Vermögen, von sich aus zu denken. Wälzt er nicht, so denkt er nicht. Er antwortet auf einen Reiz (– einen gelesenen Gedanken), wenn er denkt – er reagiert zuletzt bloß noch. Der Gelehrte gibt seine ganze Kraft im Ja- und Neinsagen, in der Kritik von bereits Gedachtem ab – er selber denkt nicht mehr … Der Instinkt der Selbstverteidigung ist bei ihm mürbe geworden; im anderen Falle würde er sich gegen Bücher wehren. Der Gelehrte – ein décadent. – Das habe ich mit Augen gesehn: begabte, reich und frei angelegte Naturen schon in den dreißiger Jahren »zuschanden gelesen«, bloß noch Streichhölzer, die man reiben muss, damit sie Funken – »Gedanken« geben. – Frühmorgens beim Anbruch des Tags, in aller Frische, in der Morgenröte seiner Kraft, ein Buch lesen – das nenne ich lasterhaft! –
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An dieser Stelle ist nicht mehr zu umgehn, die eigentliche Antwort auf die Frage, wie man wird, was man ist, zu geben. Und damit berühre ich das Meisterstück in der Kunst der Selbsterhaltung – der Selbstsucht … Angenommen nämlich, dass die Aufgabe, die Bestimmung, das Schicksal der Aufgabe über ein durchschnittliches Maß bedeutend hinausliegt, so würde keine Gefahr größer sein, als sich selbst mit dieser Aufgabe zu Gesicht zu bekommen. Dass man wird, was man ist, setzt voraus, dass man nicht im entferntesten ahnt, was man ist. Aus diesem Gesichtspunkte haben selbst die Fehlgriffe des Lebens ihren eignen Sinn und Wert, die zeitweiligen Nebenwege und Abwege, die Verzögerungen, die »Bescheidenheiten«, der Ernst, auf Aufgaben verschwendet, die jenseits der Aufgabe liegen. Darin kommt eine große Klugheit, sogar die oberste Klugheit zum Ausdruck: wo nosce te ipsum das Rezept zum Untergang wäre, wird Sich-Vergessen, Sich-Missverstehn, Sich-Verkleinern, -Verengern, -Vermittelmäßigen zur Vernunft selber. Moralisch ausgedrückt: Nächstenliebe, Leben für andere und anderes kann die Schutzmaßregel zur Erhaltung der härtesten Selbstigkeit sein. Dies ist der Ausnahmefall, in welchem ich, gegen meine Regel und Überzeugung, die Partei der »selbstlosen« Triebe nehme: sie arbeiten hier im Dienste der Selbstsucht, Selbstzucht. – Man muss die ganze Oberfläche des Bewusstseins – Bewusstsein ist eine Oberfläche – rein erhalten von irgendeinem der großen Imperative. Vorsicht selbst vor jedem großen Worte, jeder großen Attitüde! Lauter Gefahren, dass der Instinkt zu früh »sich versteht« – –. Inzwischen wächst und wächst die organisierende, die zur Herrschaft berufne »Idee« in der Tiefe – sie beginnt zu befehlen, sie leitet langsam aus Nebenwegen und Abwegen zurück, sie bereitet einzelne Qualitäten und Tüchtigkeiten vor, die einmal als Mittel zum Ganzen sich unentbehrlich erweisen werden – sie bildet der Reihe nach alle dienenden Vermögen aus, bevor sie irgendetwas von der dominierenden Aufgabe, von »Ziel«, »Zweck«, »Sinn« verlauten lässt. – Nach dieser Seite hin betrachtet ist mein Leben einfach wundervoll. Zur Aufgabe einer Umwertung der Werte waren vielleicht mehr Vermögen nötig, als in einem einzelnen beieinander gewohnt haben, vor allem auch Gegensätze von Vermögen, ohne dass diese sich stören, zerstören durften. Rangordnung der Vermögen; Distanz; die Kunst zu trennen, ohne zu verfeinden; nichts vermischen, nichts »versöhnen«; eine ungeheure Vielheit, die trotzdem das Gegenstück des Chaos ist – dies war die Vorbedingung, die lange geheime Arbeit und Künstlerschaft meines Instinkts. Seine höhere Obhut zeigte sich in dem Maße stark, dass ich in keinem Falle auch nur geahnt habe, was in mir wächst – dass alle meine Fähigkeiten plötzlich reif, in ihrer letzten Vollkommenheit eines Tags hervorsprangen. Es fehlt in meiner Erinnerung, dass ich mich je bemüht hätte – es ist kein Zug von Ringen in meinem Leben nachweisbar, ich bin der Gegensatz einer heroischen Natur. Etwas »wollen«, nach etwas »streben«, einen »Zweck«, einen »Wunsch« im Auge haben – das kenne ich alles nicht aus Erfahrung. Noch in diesem Augenblick sehe ich auf meine Zukunft – eine weite Zukunft! – wie auf ein glattes Meer hinaus: kein Verlangen kräuselt sich auf ihm. Ich will nicht im Geringsten, dass etwas anders wird als es ist; ich selber will nicht anders werden … Aber so habe ich immer gelebt. Ich habe keinen Wunsch gehabt. Jemand, der nach seinem vierundvierzigsten Jahre sagen kann, dass er sich nie um Ehren, um Weiber, um Geld bemüht hat! – Nicht dass sie mir gefehlt hätten … So war ich zum Beispiel eines Tages Universitätsprofessor – ich hatte nie im entferntesten an dergleichen gedacht, denn ich war kaum 24 Jahre alt. So war ich zwei Jahr früher eines Tags Philolog: in dem Sinne, dass meine erste philologische Arbeit, mein Anfang in jedem Sinne, von meinem Lehrer Ritschl für sein »Rheinisches Museum« zum Druck verlangt wurde (Ritschl – ich sage es mit Verehrung – der einzige geniale Gelehrte, den ich bis heute zu Gesicht bekommen habe. Er besaß jene angenehme Verdorbenheit, die uns Thüringer auszeichnet und mit der sogar ein Deutscher sympathisch wird – wir ziehn selbst, um zur Wahrheit zu gelangen, noch die Schleichwege vor. Ich möchte mit diesen Worten meinen näheren Landsmann, den klugen Leopold von Ranke, durchaus nicht unterschätzt haben …).
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– Let me say one more thing for those ears that are truly discerning: what I actually want from music. That it should be joyful and profound, like an October afternoon. That it should be unique, unrestrained, tender – a little sweet, delicate woman of humility and grace. I will never allow a German to understand what music really is. What people call German musicians, the greatest among them, are actually foreigners: Slavs, Croats, Italians, Dutchmen – or Jews; otherwise, it’s Germans of the strong race, those Germans who have died out, like Heinrich Schütz, Bach, and Händel. I myself am still Polish enough to prefer Chopin to all other music. For three reasons, I exclude Wagner’s “Siegfried-Idyll”; perhaps also some of Liszt’s works, which surpass all other musicians in their exquisite orchestral craftsmanship; and finally, everything that has grown beyond the Alps. On this side of the Alps. I wouldn’t miss Rossini at all, nor would I miss the southern influence in music – the music of my Venetian maestro Pietro Gasti. And when I say “beyond the Alps,” I really mean only Venice. Whenever I look for another word to describe music, I always find myself using the word “Venice.” I can’t distinguish between tears and music. I know that to think of the south without a shudder of fear is to experience true happiness.
Standing by the bridge.
Recently, on a brown night.
In the distance, singing could be heard;
golden droplets of quoll
across the trembling surface.
Canoes, lights, music—
Drunk, he drifted out into the twilight.
My soul, a stringed instrument.
singing, invisibly touched.
Secretly composing a gondola song for it.
Trembling with vibrant joy.
– Did anyone listen to her?
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In all of this—whether in the choice of food, location, climate, or means of recreation—a self-preservation instinct comes into play, which manifests most clearly as an instinct for self-defense. To avoid seeing much, hearing much, letting things come close to oneself—this is true wisdom, the first proof that one is not a mere accident but a necessity. The common term for this instinct of self-defense is “taste.” Its imperative commands us not only to say “no” where a “yes” would mean “selflessness,” but also to say “no” as little as possible. To distance oneself from everything that repeatedly requires a “no.” The rationality behind this lies in the fact that defensive expenditures, even if small, often become habits and lead to an extraordinary and completely unnecessary impoverishment. Our greatest expenses are often those smallest ones. To resist, to keep things at bay—is an expense; one must not deceive oneself about this—it is a force wasted for negative purposes. In the constant necessity of defense, one can become weak enough to no longer be able to defend oneself at all. – Suppose I step out of my house and find, instead of the quiet, aristocratic Turin, some German small town: my instinct would surely drive me to shut myself off, to repel everything that comes from this flat, cowardly world. Or suppose I found a German metropolis, this constructed cesspool where nothing grows, where everything—good or bad—is imported. Wouldn’t I have to turn into an hedgehog? – But having spines is a waste, even a double luxury, if one has the freedom to choose not to have them and instead offer open hands.
Another form of wisdom and self-defense lies in reacting as seldom as possible, and in avoiding situations and relationships in which one would be forced to surrender one’s “freedom” and initiative, thus becoming merely a reactive being. I take the example of dealing with books: a scholar who merely “winds through” books—say, a philologist who reads about 200 pages a day—eventually loses entirely the ability to think independently. If he doesn’t read, he doesn’t think; when he does respond, it’s merely in reaction to some stimulus (a thought he has read). The scholar devotes all his energy to agreeing or disagreeing, to criticizing what has already been thought about—yet he no longer thinks for himself. His instinct for self-defense has weakened; otherwise, he would resist the influence of books. Such a scholar is a degenerate. I have seen it with my own eyes: talented, wealthy, and naturally gifted individuals, by the 1930s, had become reduced to mere “matchsticks” that needed to be rubbed to produce sparks—“thoughts.” To read a book in the early morning, at the dawn of the day, when one is fresh and full of energy. I call that a sin!
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At this point, it is no longer possible to avoid giving the actual answer to the question of how one becomes what one is. And by doing so, I touch upon the masterpiece in the art of self-preservation—self-seeking. Suppose, for instance, that the task at hand, its purpose, its destiny, goes far beyond what is ordinary; then there would be no greater danger than to confront oneself directly with such a task. To become what one is implies that one has not the slightest idea of what one actually is. From this perspective, even the mistakes in life have their own meaning and value—those temporary detours, delays, “modesties,” and the seriousness devoted to tasks that lie beyond the actual goal itself. In this lies a great wisdom, perhaps the supreme wisdom: where “know thyself” would be the recipe for destruction, self-forgetfulness, misunderstanding, self-deprecation, self-restraint—these become the very essence of reason itself. Morally speaking: love for others and dedication to their well-being can be the protective measure necessary to preserve the most steadfast selfhood. This is the exceptional case in which, against my own rules and convictions, I side with those “selfless” impulses—they serve here in the service of self-seeking, self-cultivation. One must keep the entire surface of consciousness—consciousness is after all a surface—pure, free from any of these dominant imperatives. Be cautious even of every grand word, every grand attitude! There are great dangers in allowing the instinct to “understand itself” too early. Meanwhile, in the depths, that organizing “idea,” destined to rule, continues to grow and develop—it begins to command, slowly guiding us back from detours and sidepaths, preparing individual qualities and abilities that will one day prove indispensable as means toward a greater whole. It gradually shapes all those subordinate capacities before revealing anything about the ultimate goal, the “purpose,” the “meaning” of our existence. From this perspective, my life has been truly wonderful. Perhaps it required more abilities than have ever existed together in one person, especially abilities that were contradictory to each other yet did not interfere with or destroy one another. A proper hierarchy of these abilities; distance; the art of separating without creating hostility; not mixing things up, not “reconciling” them; an immense diversity that, nonetheless, represents the very opposite of chaos—this was the prerequisite for the long, secret work and artistic endeavors of my instincts. Their ultimate success was evident in the fact that I never had the slightest idea of what was growing within me—how all my abilities would suddenly mature, reaching their final perfection one day. In my memory, I can recall never having made such efforts; there is not a single trace of striving in my life—I am the very antithesis of a heroic nature. The concept of “wanting” something, of “pursuing” a goal, of having a “purpose” or a “desire”—I know none of these from experience. Even at this moment, I look ahead to my future—a long future—and it appears to me like a smooth sea, without a single ripple. I don’t desire in the slightest for anything to change; I myself do not want to change. But this has always been my way of living. I have never had any desires. Someone who, at the age of forty-four, can say that he has never sought honor, women, or money—not that they were ever lacking to me. For instance, one day I became a university professor; I had never even thought of such a thing, for I was barely twenty-four years old. And yet, two years later, I found myself a philologist in the true sense of the word: my first philosophical work, my very beginning in every respect, was requested by my teacher Ritschl for publication by his “Rheinisches Museum” (Ritschl—I say this with reverence—the only genius scholar I have ever met. He possessed that pleasant degree of corruption particular to us Thüringers, a quality that even a German would find appealing; we Thüringers prefer indirect paths even when seeking the truth). With these words, I certainly do not mean to belittle my fellow countryman, the clever Leopold von Ranke.
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– Voglio ancora dire una parola, per quegli orecchi selezionati: quello che in realtà desidero dalla musica. Che sia allegra e profonda, come un pomeriggio d’ottobre; che sia originale, spensierata, tenera. Una sorta di piccola, dolce creatura di volgarità e grazia. Non permetterò mai che un tedesco possa comprendere veramente cos’è la musica. Quelli che vengono chiamati musicisti tedeschi, i più grandi tra loro, sono in realtà stranieri: slavi, croati, italiani, olandesi. O ebrei; altrimenti, tedeschi di razza forte. Tedeschi estinti, come Heinrich Schütz, Bach e Händel. Io stesso sono ancora abbastanza polacco per preferire Chopin a qualsiasi altro compositore. Escludo la “Siegfried-Idylle” di Wagner, forse anche alcune opere di Liszt, che tra tutti i musicisti è il primo ad utilizzare quegli accenti orchestrali raffinati. E infine, tutto ciò che è nato al di là delle Alpi. Qui da noi. Non mi mancherebbe affatto Rossini, né la musica del mio maestro veneziano Pietro Gasti. E quando parlo del “di là delle Alpi”, in realtà penso solo a Venezia. Se cerco un altro termine per descrivere la musica, trovo sempre soltanto il termine “Venezia”. Non so distinguere tra lacrime e musica. So soltanto che è un grande piacere pensare al Sud, senza provare paura.
In piedi sul ponte c’era.
Di recente, nella notte bruna.
Da lontano giungeva la voce di una canzone;
Gocciola d’oro.
Attraverso quella superficie tremante.
Barche a vela, luci, musica.
In stato di ebbrezza, galleggiava verso l’oscurità.
La mia ‘anima, un insieme di corde.
cantava, come se fosse stato toccato in modo invisibile.
Aggiungendo in segreto una canzone per gondola.
Tremando per una gioia intensa e colorata.
– Qualcuno l’ha ascoltata?
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In tutto ciò – nella scelta del cibo, del luogo e del clima, nel modo di riposarsi – un istinto di autoconservazione, che si manifesta in modo più chiaro di ogni altro come istinto di autodifesa, ci impone di evitare molte cose: non vedere, non sentire, non permettere a nulla di avvicinarsi a noi. Questa è la prima forma di saggezza, il primo segno che siamo qualcosa di più di un semplice caso fortuito. Il termine comune per indicare questo istinto di autodifesa è “gusto”. Il suo imperativo non ci ordina soltanto di dire “no” in quelle situazioni in cui dire “sì” significherebbe “autolesionismo”, ma anche di dire il meno possibile “no”. Dobbiamo allontanarci da tutto ciò che potrebbe richiedere costantemente un rifiuto. La “ragione” sta nel fatto che spese difensive, anche le più piccole, se diventano abitudini, possono portare a una povertà estrema e del tutto inutile. Le nostre spese maggiori sono spesso quelle più banali. Resistere, impedire che qualcosa si avvicini a noi è una forma di spreco. Una forza sprecata per scopi negativi. In una situazione costante di difesa, si può diventare così deboli da non riuscire più a proteggersi. Supponiamo che esca dalla mia casa e trovi, al posto del tranquillo e aristocratico Torino, una piccola città tedesca: il mio istinto mi spingerebbe ad chiudermi dentro, per respingere tutto ciò che proviene da quel mondo banale e codardo. Oppure che trovi una grande città tedesca, un insieme di cose costruite, dove nulla cresce, dove ogni cosa, buona o cattiva, viene semplicemente “portata dentro”. Non dovrei forse trasformarmi in un istrice?. Ma avere spine è uno spreco. Anzi, un doppio lusso. Se ci fosse la possibilità di non averle affatto, ma di tenere sempre le mani aperte.
Un’altra forma di saggezza e autodifesa consiste nel reagire il meno possibile e nel evitare situazioni e relazioni nelle quali si rischierebbe di perdere la propria “libertà” e la capacità di agire in modo autonomo, riducendosi a semplici reagenti. Prendo come esempio l’attività di consultazione dei libri: lo studioso che, nella sostanza, si limita a “scorrere” libri – un filologo che dedica circa 200 ore al giorno a questo compito – finisce per perdere completamente la capacità di pensare in modo autonomo. Se non legge, non pensa; risponde soltanto alle stimolazioni esterne (ad esempio, a un pensiero letto). Alla fine, si riduce a reagire passivamente. Lo studioso spende tutta la sua energia nel dare risposte affermative o negative, nella critica di ciò che è già stato pensato. Lui stesso non pensa più. Il suo istinto di autodifesa è ormai indebolito; altrimenti si difenderebbe contro i libri stessi. Lo studioso, un decadente. L’ho visto con i miei occhi: persone dotate, ricche e con un temperamento libero, già negli anni ’30, si riducevano a “leggere” in modo meccanico, diventando semplicemente strumenti per produrre pensieri. La mattina, all’alba, nella freschezza della propria energia vitale, leggere un libro. Questo lo definisco un vizio!
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In questo punto non si può più evitare di dare la vera risposta alla domanda su come ci si diventi ciò che si è. E con questo tocco il tema del capolavoro nell’arte della conservazione di sé stesso, dell’egoismo. Supponiamo infatti che la missione, il destino di una persona superino di gran lunga un livello medio; allora non esisterebbe pericolo maggiore che affrontare direttamente questa missione. Diventare ciò che si è presuppone che si ignori completamente ciò che si è veramente. Da questo punto di vista, anche gli errori della vita hanno il loro senso e valore, così come i sentieri secondari, le deviazioni, i ritardi, le “modestie”, l’impegno dedicato a compiti che in realtà trascendono tale scopo. In questo si esprime una grande saggezza, anzi la saggezza suprema: quando “nosce te ipsum” diventa il segreto del proprio declino, allora l’oblio di sé stesso, la mancanza di comprensione, la riduzione delle proprie capacità diventano in realtà la strada verso la ragione stessa. In termini morali: l’amore per gli altri e il sacrificio di sé possono rappresentare la difesa più efficace contro l’egoismo più radicato. Questo è l’eccezione in cui, contro le mie regole e convinzioni, prendo posizione a favore dei “desideri altruisti”: essi, in questo contesto, servono all’egoismo stesso, alla disciplina di sé. È necessario mantenere pulita tutta la superficie della coscienza – la coscienza è dopotutto una superficie – da qualsiasi tipo di imperativo. Attenzione anche davanti a ogni grande parola, a ogni grande atteggiamento: ci sono molti rischi nel caso che l’istinto si “comprenda” troppo presto. Nel frattempo, nella profondità dell’anima, cresce sempre di più quell’‘idea’ organizzatrice, destinata al dominio; essa inizia a comandare, guida lentamente attraverso sentieri secondari e deviazioni, prepara una serie di qualità e abilità che un giorno si riveleranno indispensabili per raggiungere l’obiettivo finale. Crea gradualmente tutte le capacità utili, prima ancora di rivelare qualcosa riguardo al compito dominante, al “fine”, allo “scopo”, al “senso” della vita. Guardando questa realtà, la mia vita è davvero meravigliosa. Per realizzare una rivoluzione dei valori, forse erano necessarie più capacità di quante ne avessimo mai incontrate insieme in un singolo individuo. In particolare, era necessario che queste capacità fossero opposte tra loro, senza che si ostacolassero o distruggessero a vicenda. Una gerarchia delle capacità, una distanza adeguata. L’arte di separare le cose senza creare inimicizie. Non mescolare nulla, non “armonizzare” nulla. Una enorme varietà che, nonostante tutto, rappresenti l’antitesi del caos. Questa era la condizione preliminare per quella lunga e segreta “lavoro” e arte del mio istinto. La sua protezione più efficace si è manifestata nel fatto che io non ho mai avuto il minimo sospetto di ciò che stava crescendo dentro di me. Che tutte le mie capacità, un giorno, sarebbero emerse mature, nella loro massima perfezione. Nella mia memoria non esiste alcun ricordo di aver mai cercato qualcosa; nella mia vita non si riscontra alcuna traccia di aspirazioni eroiche o di desideri forti. Non conosco cosa significhi “volere”, “cercare di raggiungere un obiettivo” o “avere uno scopo”. Anche in questo momento, guardo al mio futuro – un futuro lungo e incerto – come se fosse un mare liscio e calmo: su di esso non si muove alcun desiderio. Non desidero affatto che le cose cambino rispetto a come sono; nemmeno io stesso voglio cambiare. Ma è sempre stato così che ho vissuto. Non ho mai avuto desideri. C’è qualcuno, per esempio, che, all’età di quarantaquattro anni, può dire di non aver mai cercato onore, donne o denaro. Non che mi mancassero. Un giorno sono diventato professore universitario: non avevo mai nemmeno pensato a una cosa del genere, visto che avevo appena ventiquattro anni. In un altro momento, sono diventato filologo: il mio primo lavoro filologico, il mio vero inizio in questo campo, è stato richiesto dal mio insegnante Ritschl per la pubblicazione nel “Rheinisches Museum”. Ritschl – lo dico con ammirazione – l’unico grande studioso che abbia mai incontrato. Possedeva quella piacevole corruzione tipica dei tedeschi della Turingia. Una caratteristica che, a dire il vero, rende anche un tedesco simpatico. Noi, del resto, preferiamo sempre prendere vie traverse per raggiungere la verità. Con queste parole non intendo affatto sminuire il mio connazionale Leopold von Ranke.
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– Man wird mich fragen, warum ich eigentlich alle diese kleinen und nach herkömmlichem Urteil gleichgültigen Dinge erzählt habe: ich schade mir selbst damit, umso mehr, wenn ich große Aufgaben zu vertreten bestimmt sei. Antwort: diese kleinen Dinge – Ernährung, Ort, Klima, Erholung, die ganze Kasuistik der Selbstsucht – sind über alle Begriffe hinaus wichtiger als alles, was man bisher wichtig nahm. Hier gerade muss man anfangen, umzulernen. Das, was die Menschheit bisher ernsthaft erwogen hat, sind nicht einmal Realitäten, bloße Einbildungen, strenger geredet, Lügen aus den schlechten Instinkten kranker, im tiefsten Sinne schädlicher Naturen heraus – alle die Begriffe »Gott«, »Seele«, »Tugend«, »Sünde«, »Jenseits«, »Wahrheit«, »ewiges Leben« … Aber man hat die Größe der menschlichen Natur, ihre »Göttlichkeit« in ihnen gesucht … Alle Fragen der Politik, der Gesellschafts-Ordnung, der Erziehung sind dadurch bis in Grund und Boden gefälscht, dass man die schädlichsten Menschen für große Menschen nahm – dass man die »kleinen« Dinge, will sagen die Grundangelegenheiten des Lebens selber, verachten lehrte … Vergleiche ich mich nun mit den Menschen, die man bisher als erste Menschen ehrte, so ist der Unterschied handgreiflich. Ich rechne diese angeblich »Ersten« nicht einmal zu den Menschen überhaupt – sie sind für mich Ausschuss der Menschheit, Ausgeburten von Krankheit und rachsüchtigen Instinkten: sie sind lauter unheilvolle, im Grunde unheilbare Unmenschen, die am Leben Rache nehmen … Ich will dazu der Gegensatz sein: mein Vorrecht ist, die höchste Feinheit für alle Zeichen gesunder Instinkte zu haben. Es fehlt jeder krankhafte Zug an mir; ich bin selbst in Zeiten schwerer Krankheit nicht krankhaft geworden; umsonst, dass man in meinem Wesen einen Zug von Fanatismus sucht. Man wird mir aus keinem Augenblick meines Lebens irgendeine anmaßliche und pathetische Haltung nachweisen können. Das Pathos der Attitüde gehört nicht zur Größe; wer Attitüden überhaupt nötig hat, ist falsch … Vorsicht vor allen pittoresken Menschen! – Das Leben ist mir leicht geworden, am leichtesten, wenn es das Schwerste von mir verlangte. Wer mich in den siebzig Tagen dieses Herbstes gesehn hat, wo ich, ohne Unterbrechung, lauter Sachen ersten Ranges gemacht habe, die kein Mensch mir nachmacht – oder vormacht, mit einer Verantwortlichkeit für alle Jahrtausende nach mir, wird keinen Zug von Spannung an mir wahrgenommen haben, umso mehr eine überströmende Frische und Heiterkeit. Ich aß nie mit angenehmeren Gefühlen, ich schlief nie besser. – Ich kenne keine andre Art, mit großen Aufgaben zu verkehren als das Spiel: dies ist, als Anzeichen der Größe, eine wesentliche Voraussetzung. Der geringste Zwang, die düstre Miene, irgendein harter Ton im Halse sind alles Einwände gegen einen Menschen, um wie viel mehr gegen sein Werk! … Man darf keine Nerven haben … Auch an der Einsamkeit leiden ist ein Einwand – ich habe immer nur an der »Vielsamkeit« gelitten … In einer absurd frühen Zeit, mit sieben Jahren, wusste ich bereits, dass mich nie ein menschliches Wort erreichen würde: hat man mich je darüber betrübt gesehn? – Ich habe heute noch die gleiche Leutseligkeit gegen jedermann, ich bin selbst voller Auszeichnung für die Niedrigsten: in dem allen ist nicht ein Gran von Hochmut, von geheimer Verachtung. Wen ich verachte, der errät, dass er von mir verachtet wird: ich empöre durch mein bloßes Dasein alles, was schlechtes Blut im Leibe hat … Meine Formel für die Größe am Menschen ist amor fati: dass man nichts anders haben will, vorwärts nicht, rückwärts nicht, in alle Ewigkeit nicht. Das Notwendige nicht bloß ertragen, noch weniger verhehlen – aller Idealismus ist Verlogenheit vor dem Notwendigen –, sondern es lieben …
Warum ich so gute Bücher schreibe
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– People will ask me why I bothered to tell all these seemingly trivial and, by conventional standards, insignificant things: in doing so, I am only harming myself, especially since I claim to be destined to undertake great tasks. The answer is this: these seemingly small matters—diet, environment, climate, recreation, all the details of self-indulgence—are, beyond any definition, far more important than anything that has been considered significant in the past. It is precisely here that one must begin to learn anew. What humanity has seriously contemplated so far is not even reality; rather, it is mere imagination—or, to put it more bluntly, lies born of the evil instincts of sick and fundamentally harmful natures. All those concepts such as “God,” “soul,” “virtue,” “sin,” “afterlife,” “truth,” “eternal life”, are nothing but illusions. Yet people have sought the “divinity” of human nature within them. All questions regarding politics, social order, and education have been fundamentally distorted because the most harmful individuals have been regarded as great figures; the “small” things—that is, the very basics of life itself—have been despised. If I compare myself to those who have been revered as the “first humans,” the difference is undeniable. I do not even consider these so-called “firsts” to be human at all; in my eyes, they are mere aberrations, products of disease and vengeful instincts—they are nothing but harmful, essentially incurable inhumans who seek revenge through life itself. I aim to be the very opposite: it is my privilege to embody the highest form of healthy instinct. There is not a trace of morbidity in me; even during times of severe illness, I have never become ill—yet people futilely search for signs of fanaticism in my character. Throughout my life, no one will ever find any trace of arrogance or pathos in me. Pathos has nothing to do with greatness; anyone who needs to adopt an attitude at all is fundamentally flawed. Beware of all those so-called “pittoresque” people! For me, life has become easier—and indeed, the easiest— precisely when it demanded the most from me. Those who saw me over these seventy days of autumn, as I devoted myself without pause to tasks of utmost importance—tasks that no one else would dare undertake, bearing responsibility for countless future generations—would notice neither tension nor strain in me; instead, they saw only an overwhelming vitality and joy. I never ate with greater pleasure, nor slept better. I know no other way to approach great endeavors than through playfulness; indeed, this is a fundamental prerequisite of true greatness. The slightest hint of coercion, a gloomy expression, or a harsh tone are all obstacles—not just to a person’s character, but far more so to their achievements! . One must not have any nerves at all. Suffering from loneliness is also considered a flaw; I have always only suffered from “excessive sociability”. At an absurdly early age, seven years old, I already knew that no human word would ever reach me: have you ever seen me saddened by that? To this day, I am still as friendly with everyone; I am even filled with admiration for the lowest of people. In all of this, not a trace of arrogance or hidden disdain exists. Those whom I despise immediately realize that they are despised by me. My definition of greatness in human beings is amor fati: to want nothing else, neither forward nor backward, never for all eternity. Not merely to endure what is necessary, but far less to hide it—every form of idealism is hypocrisy in the face of necessity—but rather to love it.
Why I write such good books
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– Mi si chiederà perché abbia raccontato tutte queste piccole cose, che secondo il giudizio comune sembrano insignificanti: in realtà, con questo comportamento mi sto facendo del male, soprattutto se sono destinato a svolgere compiti importanti. Risposta: queste piccole cose – alimentazione, luogo, clima, riposo, tutta quella serie di aspetti legati all’autoindulgenza – sono, al di là di ogni definizione, più importanti di tutto ciò che finora si è ritenuto importante. È proprio da qui che bisogna iniziare a imparare. Quello che l’umanità ha seriamente considerato fino ad ora non è nemmeno la realtà, ma solo immaginazioni, o, per essere più precisi, menzogne nate dagli istinti malvagi di persone profondamente dannose. Tutti quei concetti come “Dio”, “anima”, “virtù”, “peccato”, “aldilà”, “verità”, “vita eterna”, sono stati utilizzati per nascondere la vera natura umana. Tutte le questioni relative alla politica, all’ordine sociale, all’educazione sono state falsificate dal fatto che si sono considerate persone grandi coloro che erano in realtà i più dannosi. Si è disprezzato ciò che è essenziale per la vita stessa. Se mi paragono alle persone che finora sono state ritenute le “prime” tra gli esseri umani, la differenza è evidente. Non considero nemmeno queste cosiddette “prime persone” parte dell’umanità: per me sono solo esemplari di malattia e istinti vendicativi. Sono tutti individui dannosi, nel profondo del loro essere, che cercano di vendicarsi attraverso la vita. Io voglio essere l’opposto: il mio privilegio è possedere la massima delicatezza come segno di istinti sani. Non ho alcun tratto malato in me; nemmeno nei momenti più difficili sono mai diventato malato. Eppure, nessuno ha mai trovato in me alcuna traccia di fanatismo. In nessun momento della mia vita ho mostrato atteggiamenti presuntuosi o patetici. Il pathos nell’atteggiamento non è un segno di grandezza; chi ha bisogno di atteggiamenti del genere, sbaglia. Fate attenzione a tutte quelle persone “pittoresche”. La vita è diventata più facile per me, soprattutto quando richiedeva il massimo sforzo. Chi mi ha visto negli ultimi settanta giorni di questo autunno, mentre svolgevo compiti di prim’ordine – compiti che nessuno osa imitare – non ha notato in me alcuna traccia di tensione. Al contrario, c’era solo una grande freschezza e allegria. Non ho mai mangiato con maggiore piacere, né dormito meglio. Non conosco altro modo per affrontare compiti importanti se non attraverso il gioco: questo, come segno di grandezza, è una condizione essenziale. Qualsiasi forma di costrizione, espressione cupa o tono duro sono tutti ostacoli per una persona, figuriamoci per il suo lavoro! . Non si deve avere alcun senso delle proprie emozioni. Anche soffrire per la solitudine è un motivo di lamentela; io ho sempre sofferto soltanto per l’“eccessiva socialità”. In un’età assurdamente precoce, a sette anni, sapevo già che nessuna parola umana avrebbe mai potuto raggiungermi: mi hanno mai visto triste per questo? Oggi ho ancora lo stesso desiderio di essere gentile con tutti; sono pieno di stima anche per i più umili. In tutto ciò non c’è nemmeno un briciolo di orgoglio, né di disprezzo nascosto. Chi io disprezzo, capisce immediatamente di essere oggetto del mio disprezzo. Il solo fatto della mia esistenza basta a suscitare indignazione in tutto ciò che possiede sangue malvagio nel proprio corpo. La mia definizione della grandezza umana è l’amor fati: non desiderare nulla di più, né avanzare, né retrocedere, mai per tutta l’eternità. Non limitarsi a sopportare ciò che è necessario, ma amarlo. Tutto l’idealismo non è altro che ipocrisia di fronte alla realtà necessaria.
Perché scrivo libri così buoni
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Das eine bin ich, das andre sind meine Schriften. – Hier werde, bevor ich von ihnen selber rede, die Frage nach dem Verstanden- oder Nicht-verstandenwerden dieser Schriften berührt. Ich tue es so nachlässig, als es sich irgendwie schickt: denn diese Frage ist durchaus noch nicht an der Zeit. Ich selber bin noch nicht an der Zeit, einige werden posthum geboren. – Irgendwann wird man Institutionen nötig haben, in denen man lebt und lehrt, wie ich leben und lehren verstehe: vielleicht selbst, dass man dann auch eigene Lehrstühle zur Interpretation des Zarathustra errichtet. Aber es wäre ein vollkommner Widerspruch zu mir, wenn ich heute bereits Ohren und Hände für meine Wahrheiten erwartete: dass man heute nicht hört, dass man heute nicht von mir zu nehmen weiß, ist nicht nur begreiflich, es scheint mir selbst das Rechte. Ich will nicht verwechselt werden – dazu gehört, dass ich mich selber nicht verwechsle. – Nochmals gesagt, es ist wenig in meinem Leben nachweisbar von »bösem Willen«; auch von literarischem »bösen Willen« wüsste ich kaum einen Fall zu erzählen. Dagegen zu viel von reiner Torheit! … Es scheint mir eine der seltensten Auszeichnungen, die jemand sich erweisen kann, wenn er ein Buch von mir in die Hand nimmt – ich nehme selbst an, er zieht dazu die Schuhe aus – nicht von Stiefeln zu reden … Als sich einmal der Doktor Heinrich von Stein ehrlich darüber beklagte, kein Wort aus meinem Zarathustra zu verstehn, sagte ich ihm, das sei in Ordnung: sechs Sätze daraus verstanden, das heißt: erlebt haben, hebe auf eine höhere Stufe der Sterblichen hinauf, als »moderne« Menschen erreichen könnten. Wie könnte ich, mit diesem Gefühle der Distanz, auch nur wünschen, von den »Modernen«, die ich kenne –, gelesen zu werden! – Mein Triumph ist gerade der umgekehrte, als der Schopenhauers war – ich sage »non legor, non legar«. – Nicht, dass ich das Vergnügen unterschätzen möchte, das mir mehrmals die Unschuld im Neinsagen zu meinen Schriften gemacht hat. Noch in diesem Sommer, zu einer Zeit, wo ich vielleicht mit meiner schwerwiegenden, zu schwer wiegenden Literatur den ganzen Rest von Literatur aus dem Gleichgewicht zu bringen vermöchte, gab mir ein Professor der Berliner Universität wohlwollend zu verstehn, ich sollte mich doch einer andren Form bedienen: so etwas lese niemand. – Zuletzt war es nicht Deutschland, sondern die Schweiz, die die zwei extremen Fälle geliefert hat. Ein Aufsatz des Dr. V. Widmann im »Bund«, über »Jenseits von Gut und Böse«, unter dem Titel »Nietzsches gefährliches Buch«, und ein Gesamtbericht über meine Bücher überhaupt seitens des Herrn Karl Spitteler, gleichfalls im »Bund«, sind ein Maximum in meinem Leben – ich hüte mich zu sagen wovon … Letzterer behandelte zum Beispiel meinen Zarathustra als höhere Stil-Übung, mit dem Wunsche, ich möchte später doch auch für Inhalt sorgen; Dr. Widmann drückte mir seine Achtung vor dem Mut aus, mit dem ich mich um Abschaffung aller anständigen Gefühle bemühe. Durch eine kleine Tücke von Zufall war hier jeder Satz, mit einer Folgerichtigkeit, die ich bewundert habe, eine auf den Kopf gestellte Wahrheit: man hatte im Grunde nichts zu tun, als alle »Werte umzuwerten«, um, auf eine sogar bemerkenswerte Weise, über mich den Nagel auf den Kopf zu treffen – statt meinen Kopf mit einem Nagel zu treffen … Umso mehr versuche ich eine Erklärung. – Zuletzt kann niemand aus den Dingen, die Bücher eingerechnet, mehr heraushören, als er bereits weiß. Wofür man vom Erlebnisse her keinen Zugang hat, dafür hat man kein Ohr. Denken wir uns nun einen äußersten Fall: dass ein Buch von lauter Erlebnissen redet, die gänzlich außerhalb der Möglichkeit einer häufigen oder auch nur seltenen Erfahrung liegen – dass es die erste Sprache für eine neue Reihe von Erfahrungen ist. In diesem Falle wird einfach nichts gehört, mit der akustischen Täuschung, dass, wo nichts gehört wird, auch nichts da ist … Dies ist zuletzt meine durchschnittliche Erfahrung und, wenn man will, die Originalität meiner Erfahrung. Wer etwas von mir verstanden zu haben glaubte, hatte sich etwas aus mir zurechtgemacht, nach seinem Bilde – nicht selten einen Gegensatz von mir, zum Beispiel einen »Idealisten«; wer nichts von mir verstanden hatte, leugnete, dass ich überhaupt in Betracht käme. – Das Wort »Übermensch« zur Bezeichnung eines Typus höchster Wohlgeratenheit, im Gegensatz zu »modernen« Menschen, zu »guten« Menschen, zu Christen und andren Nihilisten – ein Wort, das im Munde eines Zarathustra, des Vernichten der Moral, ein sehr nachdenkliches Wort wird – ist fast überall mit voller Unschuld im Sinn derjenigen Werte verstanden worden, deren Gegensatz in der Figur Zarathustras zur Erscheinung gebracht worden ist: will sagen als »idealistischer« Typus einer höheren Art Mensch, halb »Heiliger«, halb »Genie« … Andres gelehrtes Hornvieh hat mich seinethalben des Darwinismus verdächtigt; selbst der von mir so boshaft abgelehnte »Heroen-Kultus« jenes großen Falschmünzers wider Wissen und Willen, Carlyles, ist darin wiedererkannt worden. Wem ich ins Ohr flüsterte, er solle sich eher nach einem Cesare Borgia als nach einem Parsifal umsehn, der traute seinen Ohren nicht. – Dass ich gegen Besprechungen meiner Bücher, in Sonderheit durch Zeitungen, ohne jedwede Neugierde bin, wird man mir verzeihen müssen. Meine Freunde, meine Verleger wissen das und sprechen mir nicht von dergleichen. In einem besondren Falle bekam ich einmal alles zu Gesicht, was über ein einzelnes Buch – es war »Jenseits von Gut und Böse« – gesündigt worden ist; ich hätte einen artigen Bericht darüber abzustatten. Sollte man es glauben, dass die »Nationalzeitung« – eine preußische Zeitung, für meine ausländischen Leser bemerkt – ich selbst lese, mit Verlaub, nur das Journal des Débats – allen Ernstes das Buch als ein »Zeichen der Zeit« zu verstehn wusste, als die echte rechte Junker-Philosophie, zu der es der »Kreuzzeitung« nur an Mut gebreche? …
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Dies war für Deutsche gesagt: denn überall sonst habe ich Leser – lauter ausgesuchte Intelligenzen, bewährte, in hohen Stellungen und Pflichten erzogene Charaktere; ich habe sogar wirkliche Genies unter meinen Lesern. In Wien, in St. Petersburg, in Stockholm, in Kopenhagen, in Paris und New York – überall bin ich entdeckt: ich bin es nicht in Europas Flachland Deutschland … Und, dass ich es bekenne, ich freue mich noch mehr über meine Nicht-Leser, solche, die weder meinen Namen, noch das Wort Philosophie je gehört haben; aber wohin ich komme, hier in Turin zum Beispiel, erheitert und vergütigt sich bei meinem Anblick jedes Gesicht. Was mir bisher am meisten geschmeichelt hat, das ist, dass alte Hökerinnen nicht Ruhe haben, bevor sie mir nicht das Süßeste aus ihren Trauben zusammengesucht haben. So weit muss man Philosoph sein … Man nennt nicht umsonst die Polen die Franzosen unter den Slaven. Eine charmante Russin wird sich nicht einen Augenblick darüber vergreifen, wohin ich gehöre. Es gelingt mir nicht, feierlich zu werden, ich bringe es höchstens bis zur Verlegenheit … Deutsch denken, deutsch fühlen – ich kann alles, aber das geht über meine Kräfte … Mein alter Lehrer Ritschl behauptete sogar, ich konzipierte selbst noch meine philologischen Abhandlungen wie ein Pariser romancier – absurd spannend. In Paris selbst ist man erstaunt über »toutes mes audaces et finesses« – der Ausdruck ist von Monsieur Taine –; ich fürchte, bis in die höchsten Formen des Dithyrambus findet man bei mir von jenem Salze beigemischt, das niemals dumm – »deutsch« – wird, esprit … Ich kann nicht anders. Gott helfe mir! Amen. – Wir wissen alle, einige wissen es sogar aus Erfahrung, was ein Langohr ist. Wohlan, ich wage zu behaupten, dass ich die kleinsten Ohren habe. Dies interessiert gar nicht wenig die Weiblein – es scheint mir, sie fühlen sich besser von mir verstanden! … Ich bin der Antiesel par excellence und damit ein welthistorisches Untier – ich bin, auf griechisch und nicht nur auf griechisch, der Antichrist …
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One thing is me, and the other are my writings. – Before I even begin to speak about them themselves, the question arises as to whether these writings have been understood or not. I address this issue in a rather casual manner, as if it were entirely appropriate at this point; for such a question is certainly not yet the right tempo. I myself am not yet at the right time; some of my works will be born posthumously. – Eventually, people will need institutions in which to live and teach in the way that I understand how to live and teach; perhaps even then will people establish their own chairs for interpreting Zarathustra. But it would be a complete contradiction to my nature if I were to expect that people today are ready to receive and understand my truths. The fact that they do not hear me, that they cannot grasp what I have to say, is not only understandable; in fact, it seems entirely justified to me. I do not want to be confused with anything else; and to avoid confusion, I must make sure not to confuse myself myself. – Once again, there is very little in my life that can be attributed to “malicious intent”; as for literary “malice,” I could hardly recall a single instance of it. On the contrary, there is far too much sheer foolishness!. It seems to me that one of the rarest honors a person can receive is when someone takes up one of my books – and I would even say that they take off their shoes before doing so. Not to mention boots. Once, Dr. Heinrich von Stein honestly complained that he could not understand a single word of my Zarathustra; I told him that that was perfectly normal: understanding six sentences from it means having experienced them, which elevates one to a higher level than what “modern” people are capable of achieving. With such a sense of distance, how could I possibly wish to be read by the “moderns” I know?. My triumph is precisely the opposite of Schopenhauer’s: I say “non legor, non legar.” – Not that I wish to underestimate the pleasure that I have often derived from people’s innocence in refusing to read my works. Even this summer, at a time when my serious, perhaps even overly serious literature might well disrupt the balance of all other literary pursuits, a professor at the University of Berlin kindly suggested to me that I should adopt a different approach: such things, he said, no one reads anymore. – Recently, it was not Germany but Switzerland that provided these two extreme examples: an article by Dr. V. Widmann in “Bund,” titled “Nietzsche’s Dangerous Book,” and a comprehensive review of my works written by Herr Karl Spitteler, also in “Bund.” These represent the pinnacle of my life’s achievements – I dare not say exactly what. The latter, for example, regarded my Zarathustra as nothing more than a high-level stylistic exercise, expressing the hope that I would eventually also address substantive content; Dr. Widmann, on his part, expressed his admiration for the courage with which I strive to eliminate all decent sentiments. By a mere stroke of accidental luck, every sentence here presented a truth turned upside down, in such a coherent manner that I couldn’t help but admire it. Essentially, all one had to do was “revalue” all those “values” in order, in a rather remarkable way, to hit me right where it mattered—instead of hitting my head with a nail. The more I tried to find an explanation for this, the more I realized that ultimately, no one can extract from things—including books—more than they already know. What one lacks the means to understand through personal experience, that one simply has no way of perceiving. Let’s consider an extreme case: what if a book were entirely composed of experiences that lie far beyond the realm of either frequent or even occasional experience? If it were the first language to describe a whole new series of experiences. In that case, nothing would be heard at all; there would merely be the acoustic illusion that where nothing is heard, nothing exists. This, in my experience, is the norm—what one might call the “originality” of my experience. Those who thought they understood me had actually crafted an image of me based on their own assumptions—often a complete opposite of me, for example, an “idealist.” Those who didn’t understand me at all simply denied that I even existed as a figure worth considering. The term „Übermensch“—used to describe a type of person possessing the highest degree of excellence, in contrast to “modern” people, “good” people, Christians, or other nihilists—is, in the mouth of Zarathustra, who seeks to destroy morality, a term laden with profound meaning. Yet almost everywhere, it has been understood in the purest sense, as representing the very values that Zarathustra’s figure embodies: that is, as an “idealistic” type of superior human being, half „saint,” half „genius“. Because of my views on Darwinism, some have accused me; even the so-called “hero cult” of that great fraud Carlyle has been misinterpreted against my will. Those to whom I whispered that they should look more toward a Cesare Borgia than a Parsifal did not believe their own ears. That I show no interest in discussions about my books, especially when they appear in newspapers, must be forgiven. My friends and publishers know this and never bring such matters up with me. On one particular occasion, I was exposed to everything that had been said about a single book of mine—„Beyond Good and Evil“; I could have provided a proper account of it. Would anyone really believe that the „Nationalzeitung“—a Prussian newspaper, for my foreign readers—thought I actually read it? To be honest, I only read the “Journal des Débats.” Yet they seriously regarded that book as a “sign of the times,” as the true philosophy of the right-wing nobility—only lacking the courage to express it openly.
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This was said for the Germans: because elsewhere I have readers—only the most distinguished intelligentsia, characters who have been proven to be trustworthy and raised to high positions and duties; among my readers, there are even true geniuses. In Vienna, St. Petersburg, Stockholm, Copenhagen, Paris, New York—everywhere I have been recognized; but not in Germany, the flatlands of Europe. And, to confess it, I am even more pleased by those who are not my readers, those who have never heard my name or even the word “philosophy.” But wherever I go—for instance, here in Turin—every face lights up and seems gratified at the sight of me. What has pleased me most so far is that old peddlers cannot rest until they have gathered for me the sweetest grapes from their stocks. That’s how much one must be a philosopher. No wonder the Poles are called the “French among the Slavs.” A charming Russian woman would not hesitate for a moment to figure out where I belong. I simply cannot manage to appear solemn; at best, I end up feeling embarrassed. To think Germanly, to feel Germanly—I can do everything, but that goes beyond my abilities. My old teacher Ritschl even claimed that I still conceive my philological essays in the style of a Parisian novelist—absurdly suspenseful. Even in Paris, people are amazed by “all my audacity and subtlety”—that expression is from Monsieur Taine. I fear that even in the highest forms of the dithyramb, one can find in my work that “salt” which can never become dull—“German.” It’s just my nature. God help me! Amen. – We all know what a long-eared person is; some of us even know it from experience. Well, I dare to claim that I have the smallest ears of all. This interests women quite a lot—it seems they feel better understood by me!. I am the very essence of anti-Germanism, and thus a historical monster. In Greek, and not just in Greek, I am the Antichrist.
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Io sono una cosa, e le mie opere sono un’altra. Prima ancora di parlare delle opere stesse, qui sorge la questione del loro essere state comprese o meno. Lo faccio in modo apparentemente casuale, come se fosse opportuno. Ma questa domanda non è affatto ancora il momento giusto per essere posta. Io stesso non sono ancora arrivato al momento giusto; alcuni di me nasceranno postumi. Un giorno, saranno necessarie istituzioni in cui si possa vivere e insegnare secondo la mia comprensione di ciò che significa vivere e insegnare. Forse anche allora si costruiranno cattedre dedicate all’interpretazione del Zarathustra. Ma sarebbe un completo contrasto con me se oggi già aspettassi che qualcuno fosse disposto ad ascoltarmi, a comprendere le mie verità. Il fatto che oggi nessuno voglia ascoltarmi, che nessuno sia in grado di comprendermi, non è solo comprensibile. Mi sembra addirittura giusto. Non voglio essere confuso con altri. E questo significa anche non confondere me stesso. Ancora una volta: nella mia vita c’è poco che possa essere considerato “cattivo volere”; difficilmente potrei raccontare un esempio di “cattivo volere” letterario. Al contrario, ci sono molti esempi di pura stupidità. Mi sembra che uno dei rari onori che qualcuno possa ricevere sia quello di prendere in mano un mio libro. Anzi, penso che si debbano persino togliersi le scarpe prima di farlo. Una volta il dottor Heinrich von Stein si lamentò sinceramente di non riuscire a comprendere una parola del mio Zarathustra; gli dissi che andava bene così: comprendere sei frasi significa averle vissute. Questo significa elevarsi a un livello superiore rispetto agli “uomini moderni”. Come potrei, con questo senso di distanza, desiderare essere letto dagli “moderni” che conosco? Il mio trionfo è proprio l’opposto di quello di Schopenhauer: dico “non leggere, non insegnare”. Non voglio sottovalutare il piacere che mi ha dato, in più occasioni, il rifiuto da parte delle persone di accettare le mie opere. Anche quest’estate, in un momento in cui forse la mia letteratura così seria e complessa avrebbe potuto disturbare l’equilibrio di tutta la letteratura esistente, un professore dell’Università di Berlino mi ha gentilmente suggerito di adottare un altro tipo di approccio, “Nessuno legge queste cose”, ha detto. L’ultima volta non è stata la Germania, ma la Svizzera a fornire due esempi estremi: un saggio del dottor V. Widmann sul “Bund”, intitolato “Il libro pericoloso di Nietzsche”, e un resoconto completo sui miei libri pubblicato dal signor Karl Spitteler, sempre sul “Bund”. Questi sono i momenti più importanti della mia vita. Mi guarderei bene dal dire di cosa si tratti. Il signor Spitteler ha parlato del mio Zarathustra come di un esercizio stilistico elevato, auspicando che in futuro mi occupassi anche dei contenuti. Il dottor Widmann ha espresso il suo rispetto per il coraggio con cui cerco di eliminare tutti i sentimenti “onesti”. Per una piccola ironia del caso, ogni frase qui presentata seguiva una logica che ho ammirato profondamente: in realtà non c’era nulla da fare se non “rivalutare tutti i valori” per, in modo sorprendente, colpire esattamente il bersaglio riguardo a me, senza però ferirmi davvero. Per questo motivo cerco ancora una spiegazione. Alla fine, nessuno può trarre dalle cose – compresi i libri – nulla di più di ciò che già sa; ciò a cui non si ha accesso attraverso l’esperienza, non viene nemmeno considerato. Immaginiamo ora un caso estremo: un libro che parli esclusivamente di esperienze completamente al di fuori della possibilità di viverle frequentemente o anche solo occasionalmente, un libro che rappresenti la prima lingua per una nuova serie di esperienze. In questo caso, semplicemente nulla verrà compreso, con l’illusione acustica che, dove non si sente nulla, non esista nemmeno nulla. Questa è, in definitiva, la mia esperienza media, e, se si vuole, la “originalità” della mia esperienza. Chi ha creduto di avermi capito, si è creato un’immagine di me a proprio piacimento, spesso un’immagine opposta a quella reale; ad esempio, un “idealista”. Chi non mi ha capito, ha negato addirittura che io esistessi. Il termine “Übermensch”, utilizzato per designare un tipo di persona eccezionalmente virtuosa, in contrapposizione alle persone “moderne”, “buone”, cristiane o altri nichilisti, un termine che, nelle parole di Zarathustra, il distruttore della morale, assume un significato molto profondo, è stato quasi ovunque interpretato in modo innocente, come sinonimo dei valori opposti a quelli rappresentati da Zarathustra: cioè come tipo “idealista” di essere umano, metà “santo”, metà “genio”. Il mio amico Andres, influenzato dal darwinismo, mi ha accusato di questo; persino il “culto dell’eroe” di quel grande falsario che è Carlyle è stato, a sua insaputa e contro la sua volontà, interpretato in questo senso. Chiunque abbia cercato di comprendere ciò che dico, si è creato un’immagine distorta di me. Chi non ha capito nulla, ha semplicemente negato che io esistessi. Il fatto che non mostri alcun interesse alle recensioni dei miei libri, soprattutto quelle pubblicate dai giornali, deve essere perdonato. I miei amici e i miei editori lo sanno e non me ne parlano. In un caso particolare, ho avuto l’opportunità di vedere tutto ciò che era stato scritto su un mio libro in particolare: “Al di là del bene e del male”; avrei dovuto fornire una risposta appropriata. Si potrebbe credere davvero che il “Nationalzeitung”, un giornale prussiano, ritenesse che io leggessi personalmente quel giornale. Permettetemi di dire che leggo soltanto il “Journal des Débats”. E si può davvero pensare che quel libro sia stato considerato un “segno dei tempi”, la vera filosofia dei nobili moderni, se non mancasse loro solo il coraggio per ammetterlo?.
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Questo era detto per i tedeschi: perché in ogni altro luogo ho lettori – tutti intellettuali selezionati, persone di carattere affidabile, educate in alte posizioni e con grandi responsabilità; tra i miei lettori ci sono persino veri geni. A Vienna, a San Pietroburgo, a Stoccolma, a Copenaghen, a Parigi e a New York – ovunque sono stato accolto con entusiasmo; ma in Germania, nel cuore dell’Europa, non è così. E devo ammetterlo: mi compiaccio ancora di più dei miei “non lettori”, di coloro che non hanno mai sentito il mio nome né la parola “filosofia”; tuttavia, ovunque vada – ad esempio a Torino – il mio arrivo rallegra e rende felici tutte le persone che mi vedono. Quello che mi ha lusingato di più finora è che persino le vecchie venditrici di frutta non trovano pace finché non mi hanno portato la cosa più dolce tra le loro uve. Bisogna essere davvero un filosofo per arrivare a tanto. Non a caso i polacchi vengono chiamati i “francesi” tra gli slavi. Una russa affascinante non si meraviglia mai di sapere a quale categoria appartengo. Non riesco nemmeno a comportarmi in modo solenne: al massimo provo imbarazzo. Pensare in tedesco, sentire in tedesco. Posso fare tutto, ma questo va oltre le mie capacità. Il mio vecchio insegnante Ritschl sosteneva persino che io concepissi le mie ricerche filologiche nello stesso modo in cui un romanziere parigino scrive i suoi racconti: in modo assolutamente avvincente. Anche a Parigi la gente rimane sorpresa dalle “mie audacie e finesses”. Il termine è di Monsieur Taine. Temo che anche nelle forme più elevate del ditirambo si possa trovare, in ciò che scrivo, quel tocco di “spirito” che non diventa mai banale. È il mio carattere. Dio mi aiuti! Amen. – Tutti sappiamo, alcuni lo sanno per esperienza, cosa significhi essere “dai lunghi orecchi”. Beh, oserei dire di avere i più piccoli orecchi di tutti. Questo interessa molto le donne. Mi sembra che si sentano meglio quando capiscono ciò che penso. Sono l’antitesi stessa del tedesco. E quindi una creatura davvero unica nella storia del mondo. Sono, in greco e non solo in greco, l’Anticristo.
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Ich kenne einigermaßen meine Vorrechte als Schriftsteller; in einzelnen Fällen ist es mir auch bezeugt, wie sehr die Gewöhnung an meine Schriften den Geschmack »verdirbt«. Man hält einfach andre Bücher nicht mehr aus, am wenigsten philosophische. Es ist eine Auszeichnung ohnegleichen, in diese vornehme und delikate Welt einzutreten – man darf dazu durchaus kein Deutscher sein; es ist zuletzt eine Auszeichnung, die man sich verdient haben muss. Wer mir aber durch Höhe des Wollens verwandt ist, erlebt dabei wahre Ekstasen des Lernens: denn ich komme aus Höhen, die kein Vogel je erflog, ich kenne Abgründe, in die noch kein Fuß sich verirrt hat. Man hat mir gesagt, es sei nicht möglich, ein Buch von mir aus der Hand zu legen – ich störte selbst die Nachtruhe … Es gibt durchaus keine stolzere und zugleich raffiniertere Art von Büchern – sie erreichen hier und da das Höchste, was auf Erden erreicht werden kann, den Zynismus; man muss sie sich ebenso mit den zartesten Fingern wie mit den tapfersten Fäusten erobern. Jede Gebrechlichkeit der Seele schließt aus davon, ein für alle Mal, selbst jede Dyspepsie: man muss keine Nerven haben, man muss einen fröhlichen Unterleib haben. Nicht nur die Armut, die Winkel-Luft einer Seele schließt davon aus, noch viel mehr das Feige, das Unsaubere, das Heimlich-Rachsüchtige in den Eingeweiden: ein Wort von mir treibt alle schlechten Instinkte ins Gesicht. Ich habe an meinen Bekannten mehrere Versuchstiere, an denen ich mir die verschiedene, sehr lehrreich verschiedene Reaktion auf meine Schriften zu Gemüte führe. Wer nichts mit ihrem Inhalte zu tun haben will, meine sogenannten Freunde zum Beispiel, wird dabei »unpersönlich«: man wünscht mir Glück, wieder »so weit« zu sein – auch ergäbe sich ein Fortschritt in einer größeren Heiterkeit des Tons … Die vollkommen lasterhaften »Geister«, die »schönen Seelen«, die in Grund und Boden Verlognen wissen schlechterdings nicht, was sie mit diesen Büchern anfangen sollen – folglich sehen sie dieselben unter sich, die schöne Folgerichtigkeit aller »schönen Seelen«. Das Hornvieh unter meinen Bekannten, bloße Deutsche, mit Verlaub, gibt zu verstehn, man sei nicht immer meiner Meinung, aber doch mitunter … Ich habe dies selbst über den Zarathustra gehört … Insgleichen ist jeder »Feminismus« im Menschen, auch im Manne, ein Torschluss für mich: man wird niemals in dies Labyrinth verwegener Erkenntnisse eintreten. Man muss sich selbst nie geschont haben, man muss die Härte in seinen Gewohnheiten haben, um unter lauter harten Wahrheiten wohlgemut und heiter zu sein. Wenn ich mir das Bild eines vollkommnen Lesers ausdenke, so wird immer ein Untier von Mut und Neugierde daraus, außerdem noch etwas Biegsames, Listiges, Vorsichtiges, ein geborner Abenteurer und Entdecker. Zuletzt: ich wüsste es nicht besser zu sagen, zu wem ich im Grunde allein rede, als es Zarathustra gesagt hat: wem allein will er sein Rätsel erzählen?
Euch, den kühnen Suchern, Versuchern, und wer je sich mit listigen Segeln auf furchtbare Meere einschiffte, –
euch, den Rätsel-Trunkenen, den Zwielicht-Frohen, deren Seele mit Flöten zu jedem Irrschlunde gelockt wird:
– denn nicht wollt ihr mit feiger Hand einem Faden nachtasten; und wo ihr erraten könnt, da hasst ihr es, zu erschließen …
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Ich sage zugleich noch ein allgemeines Wort über meine Kunst des Stils. Einen Zustand, eine innere Spannung von Pathos durch Zeichen, eingerechnet das Tempo dieser Zeichen, mitzuteilen – das ist der Sinn jedes Stils; und in Anbetracht, dass die Vielheit innerer Zustände bei mir außerordentlich ist, gibt es bei mir viel Möglichkeiten des Stils – die vielfachste Kunst des Stils überhaupt, über die je ein Mensch verfügt hat. Gut ist jeder Stil, der einen inneren Zustand wirklich mitteilt, der sich über die Zeichen, über das Tempo der Zeichen, über die Gebärden – alle Gesetze der Periode sind Kunst der Gebärde – nicht vergreift. Mein Instinkt ist hier unfehlbar. – Guter Stil an sich – eine reine Torheit, bloßer »Idealismus«, etwa, wie das »Schöne an sich«, wie das »Gute an sich«, wie das »Ding an sich« … Immer noch vorausgesetzt, dass es Ohren gibt – dass es solche gibt, die eines gleichen Pathos fähig und würdig sind, dass die nicht fehlen, denen man sich mitteilen darf. – Mein Zarathustra zum Beispiel sucht einstweilen noch nach solchen – ach! er wird noch lange zu suchen haben! – Man muss dessen wert sein, ihn zu prüfen … Und bis dahin wird es niemanden geben, der die Kunst, die hier verschwendet worden ist, begreift: es hat nie jemand mehr von neuen, von unerhörten, von wirklich erst dazu geschaffnen Kunstmitteln zu verschwenden gehabt. Dass dergleichen gerade in deutscher Sprache möglich war, blieb zu beweisen: ich selbst hätte es vorher am härtesten abgelehnt. Man weiß vor mir nicht, was man mit der deutschen Sprache kann – was man überhaupt mit der Sprache kann. Die Kunst des großen Rhythmus, der große Stil der Periodik, zum Ausdruck eines ungeheuren Auf und Nieder von sublimer, von übermenschlicher Leidenschaft, ist erst von mir entdeckt; mit einem Dithyrambus wie dem letzten des dritten Zarathustra, »Die sieben Siegel« überschrieben, flog ich tausend Meilen über das hinaus, was bisher Poesie hieß.
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I am somewhat aware of my rights as a writer; in certain instances, it has also been acknowledged to me how accustomed people have become to my writings, to the extent that this habit “spoils” their taste. One simply can no longer tolerate other books, especially philosophical ones. It is an unparalleled honor to enter into this noble and delicate realm—though one certainly does not have to be German to do so; ultimately, it is an honor that one must have earned through their own merits. However, those who are connected to me by a shared will experience true ecstasy in the process of learning, for I come from heights that no bird has ever flown, and I know abysses into which no foot has ever ventured. People have told me that it is impossible to put down one of my books—even I disturb people’s sleep. There truly is no prouder and at the same time more refined kind of book; they occasionally reach the pinnacle of what can be achieved on earth: cynicism. One must conquer them with both the gentlest fingers and the bravest fists. Any weakness in the soul rules out the possibility of ever truly understanding such books—even the slightest discomfort is a barrier: one does not need to have nerves; one must have a cheerful disposition. Not only poverty, but also the squalidness, cowardice, and secret vindictiveness lurking within one’s being exclude the possibility of appreciating these books—my words bring all these negative instincts to the surface. Among my acquaintances, I have several “experimental subjects” on whom I can observe the various, often very instructive reactions to my writings. Those who have nothing to do with their content—such as my so-called friends—become “impersonal” in their responses: they wish me luck in “reaching that level again”; indeed, there might even be progress in terms of the greater cheerfulness of their tone. The utterly licentious “spirits” and “beautiful souls” who are thoroughly corrupt know not what to do with these books—they simply regard those who read them as representatives of all other “beautiful souls.” Among my acquaintances, the ordinary Germans, pardon me, make it clear that they may not always agree with me, but sometimes they do. I have even heard this from people regarding Zarathustra. Similarly, any form of “feminism” within a person—even in a man—is a barrier for me: one will never enter into this labyrinth of bewildering knowledge. One must never have spared oneself; one must have a hard-heartedness in one’s habits in order to remain cheerful and at ease amidst all these harsh truths. When I imagine what a perfect reader ought to be, I envision someone who is a beast of courage and curiosity, as well as something flexible, cunning, cautious—a natural adventurer and explorer. Lastly: I could not put it better than Zarathustra did—whom, in essence, am I speaking to if not to myself? To whom else would he want to tell his riddle?
To you, the brave seekers, experimenters, and all who have ever set sail on terrifying seas with cunning sails.
To you, the drunken enigmas, the joyous ones living in the twilight—whose souls are lured towards every abyss by flutes.
– for you do not wish to fumble with a thread with cowardly hands; and where you are able to guess the answer, you hate to actually discover it.
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I would also like to say a few general words about my art of style. To convey a certain state of mind, an inner tension filled with pathos, through the use of symbols—including their tempo—that is the essence of any style. Given that I possess an extraordinary range of inner states, I have at my disposal an immense variety of stylistic possibilities—the most diverse art of style anyone has ever had at their disposal. Any style that truly conveys an inner state, that does not misinterpret the symbols, their tempo, or the gestures—since all the laws of rhythm are essentially techniques of expression—is a good style. My instinct in this regard is infallible. Good style in itself, is nothing but pure folly, mere “idealism”—just like the concept of “beauty in itself,” or “goodness in itself,” or even “the thing in itself.” Of course, all this assumes that there are ears capable of appreciating such pathos, that such listeners exist, that one can truly communicate with them. For instance, my Zarathustra is still searching for such listeners—ah! it will take him a long time to find them. One must be worthy enough to be tested by such art. And until then, no one will understand the genius wasted in this work; no one has ever had the opportunity to squander such new, unheard-of, truly original artistic means. That such things were even possible in the German language remained to be proven—I myself would have vehemently opposed it beforehand. Before me, people do not yet know what can be achieved with the German language. What can be accomplished through language at all. The art of creating grand rhythms, the magnificent style of periodicity—used to express immense fluctuations of sublime, almost superhuman passion—is something I alone have discovered. With a dithyramb like the last one in the third part of Zarathustra, titled “The Seven Seals,” I transcended everything that had previously been called poetry.
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Conosco abbastanza bene i miei diritti di scrittore; in alcuni casi mi è stato anche confermato quanto l’abitudine ai miei scritti possa “corrompere” il gusto delle persone. Le altre opere, soprattutto quelle filosofiche, non vengono più tollerate. È un onore senza pari entrare in questo mondo nobile e raffinato; per farlo non è nemmeno necessario essere tedeschi. Alla fine, si tratta di un onore che bisogna meritarsi. Tuttavia, coloro che sono legati a me dal desiderio sincero sperimentano vere e proprie estasi nell’apprendere: io provengo da altezze mai raggiunte da alcun uccello, conosco abissi in cui nessun piede umano si è mai inoltrato. Mi è stato detto che non è possibile mettere da parte un mio libro. Io stesso disturbavo il sonno delle persone. Non esistono libri più orgogliosi e al contempo più raffinati: talvolta raggiungono l’apice di ciò che è umanamente possibile, il cinismo. Bisogna conquistarli con le dita più delicate quanto con i pugni più forti. Qualsiasi debolezza dell’anima esclude la possibilità di apprezzarli veramente; anche la minima dispepsia. Non è necessario avere nervi fragili, bisogna avere un ventre sereno. Non solo la povertà, ma anche la meschinità, l’insudicizia, l’ambizione nascosta nell’intimo. Una mia parola fa emergere tutti i cattivi istinti. Ho diversi “cavalli da esperimento” tra i miei conoscenti, con cui osservo le varie reazioni alle mie opere. Chi non vuole avere nulla a che fare con il loro contenuto, ad esempio i miei cosiddetti amici, diventa “impersonale”: mi augura buona fortuna, spera che io possa di nuovo raggiungere quel livello. Ciò significherebbe anche un progresso nella serenità del tono. I “spiriti” completamente corrotti, le “anime belle”, quelle che conoscono a fondo la menzogna, non sanno proprio cosa fare con questi libri. Pertanto li considerano alla stessa stregua di tutte le altre cose “belle”. Il bestiame tra i miei conoscenti, semplici tedeschi, perdonatemi, mi fa capire che non tutti sono d’accordo con me. Ma a volte sì. L’ho sentito dire anche sul Zarathustra. Allo stesso modo, ogni forma di “femminismo” nell’uomo, anche negli uomini, rappresenta per me un ostacolo insormontabile: non si può mai entrare in questo labirinto di conoscenze folli. Bisogna non aver mai risparmiato se stessi, bisogna avere abitudini dure, per essere sereni e felici tra tante verità crudeli. Se immagino il ritratto di un lettore perfetto, vedo sempre in lui una creatura di coraggio e curiosità. Inoltre, deve essere flessibile, astuto, cauto. Un vero avventuriero e scopritore. Infine. Non saprei dire meglio a chi sto parlando, se non come lo ha fatto Zarathustra: a chi vuole raccontare il suo enigma.
A voi, coraggiosi cercatori, esploratori, e a coloro che si sono mai imbarcati su terribili mari con vele astute.
A voi, i bevitori di enigmi, i gioiosi nell’oscurità, le cui anime sono attirate da flauti verso ogni abisso di errore.
– perché non volete cercare con mani timide e incerte lungo un filo; e là dove potreste indovinare, odiate scoprire la verità.
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Desidero anche aggiungere qualche considerazione generale sulla mia arte dello stile. Il compito di trasmettere uno stato d’animo, una tensione interiore piena di pathos attraverso i segni, compreso il loro tempo, è lo scopo di ogni stile; e poiché nella mia opera la varietà degli stati d’animo è particolarmente ricca, esistono molte possibilità stilistiche: si tratta forse dell’arte dello stile più vasta che un essere umano abbia mai posseduto. Un buon stile è sempre quello che riesce davvero a trasmettere uno stato d’animo interno, senza confondersi con i segni stessi, con il loro ritmo, con le loro forme espressive: tutte queste regole della struttura periodica fanno parte dell’arte della forma. Il mio istinto in questo campo è infallibile. Un buon stile, in sé, rappresenta però una pura follia, un semplice “idealismo”, simile all’idea di “bellezza in sé”, di “bontà in sé”, di “cosa in sé”. Naturalmente, tutto ciò presuppone l’esistenza di ascoltatori capaci e desiderosi di comprendere tale pathos; ascoltatori che non manchino affatto. Il mio Zarathustra, ad esempio, cerca ancora tali persone. Ah! Ne avrà bisogno per molto tempo. Bisogna essere degni di ricevere ciò che si vuole comunicare. E fino a quando ciò non accadrà, nessuno sarà in grado di comprendere l’arte straordinaria che qui è stata sprecata: nessuno ha mai più avuto la possibilità di dissipare risorse creative così nuove, inedite, davvero create apposta per questo scopo. Il fatto che tutto ciò fosse possibile proprio nella lingua tedesca doveva ancora essere dimostrato. Io stesso l’avrei rifiutato con forza se me lo avessero proposto prima. Prima di me, nessuno sapeva cosa si potesse realizzare con la lingua tedesca. Quanto meno con la lingua in quanto tale. L’arte del grande ritmo, lo stile ricco e armonioso della struttura periodica, utilizzati per esprimere un’emozione intensa, sublime, quasi sovrumana, sono stati scoperti proprio da me; con un dittirambo come l’ultimo del terzo Zarathustra, intitolato “I sette sigilli”, ho volato migliaia di chilometri al di là di ciò che fino ad allora si considerava poesia.
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– Dass aus meinen Schriften ein Psychologe redet, der nicht seinesgleichen hat, das ist vielleicht die erste Einsicht, zu der ein guter Leser gelangt – ein Leser, wie ich ihn verdiene, der mich liest, wie gute alte Philologen ihren Horaz lasen. Die Sätze, über die im Grunde alle Welt einig ist – gar nicht zu reden von den Allerwelts-Philosophen, den Moralisten und andren Hohltöpfen, Kohlköpfen – erscheinen bei mir als Naivitäten des Fehlgriffs: zum Beispiel jener Glaube, dass »unegoistisch« und »egoistisch« Gegensätze sind, während das ego selbst bloß ein »höherer Schwindel«, ein »Ideal« ist … Es gibt weder egoistische noch unegoistische Handlungen: beide Begriffe sind psychologischer Widersinn. Oder der Satz »der Mensch strebt nach Glück« … Oder der Satz »das Glück ist der Lohn der Tugend« … Oder der Satz »Lust und Unlust sind Gegensätze« … Die Circe der Menschheit, die Moral, hat alle psychologica in Grund und Boden gefälscht – vermoralisiert – bis zu jenem schauderhaften Unsinn, dass die Liebe etwas »Unegoistisches« sein soll … Man muss fest auf sich sitzen, man muss tapfer auf seinen beiden Beinen stehn, sonst kann man gar nicht lieben. Das wissen zuletzt die Weiblein nur zu gut: sie machen sich den Teufel was aus selbstlosen, aus bloß objektiven Männern … Darf ich anbei die Vermutung wagen, dass ich die Weiblein kenne? Das gehört zu meiner dionysischen Mitgift. Wer weiß? vielleicht bin ich der erste Psycholog des Ewig-Weiblichen. Sie lieben mich alle – eine alte Geschichte: die verunglückten Weiblein abgerechnet, die »Emanzipierten«, denen das Zeug zu Kindern abgeht. – Zum Glück bin ich nicht willens, mich zerreißen zu lassen: das vollkommne Weib zerreißt, wenn es liebt … Ich kenne diese liebenswürdigen Mänaden … Ach, was für ein gefährliches, schleichendes, unterirdisches kleines Raubtier! Und so angenehm dabei! … Ein kleines Weib, das seiner Rache nachrennt, würde das Schicksal selbst über den Haufen rennen. – Das Weib ist unsäglich viel böser als der Mann, auch klüger; Güte am Weibe ist schon eine Form der Entartung … Bei allen sogenannten »schönen Seelen« gibt es einen physiologischen Übelstand auf dem Grunde – ich sage nicht alles, ich würde sonst medi-zynisch werden. Der Kampf um gleiche Rechte ist sogar ein Symptom von Krankheit: jeder Arzt weiß das. – Das Weib, je mehr Weib es ist, wehrt sich ja mit Händen und Füßen gegen Rechte überhaupt: der Naturzustand, der ewige Krieg zwischen den Geschlechtern gibt ihm ja bei Weitem den ersten Rang. – Hat man Ohren für meine Definition der Liebe gehabt? es ist die einzige, die eines Philosophen würdig ist. Liebe – in ihren Mitteln der Krieg, in ihrem Grunde der Todhass der Geschlechter. – Hat man meine Antwort auf die Frage gehört, wie man ein Weib kuriert – »erlöst«? Man macht ihm ein Kind. Das Weib hat Kinder nötig, der Mann ist immer nur Mittel: also sprach Zarathustra. – »Emanzipation des Weibes« – das ist der Instinkthass des missratenen, das heißt gebäruntüchtigen Weibes gegen das wohlgeratene – der Kampf gegen den »Mann« ist immer nur Mittel, Vorwand, Taktik. Sie wollen, indem sie sich hinaufheben, als »Weib an sich«, als »höheres Weib«, als »Idealistin« von Weib, das allgemeine Rang-Niveau des Weibes herunterbringen; kein sichereres Mittel dazu als Gymnasial-Bildung, Hosen und politische Stimmvieh-Rechte. Im Grunde sind die Emanzipierten die Anarchisten in der Welt des »Ewig-Weiblichen«, die Schlechtweggekommenen, deren unterster Instinkt Rache ist … Eine ganze Gattung des bösartigsten »Idealismus« – der übrigens auch bei Männern vorkommt, zum Beispiel bei Henrik Ibsen, dieser typischen alten Jungfrau – hat das Ziel, das gute Gewissen, die Natur in der Geschlechtsliebe zu vergiften … Und damit ich über meine in diesem Betracht ebenso honnette als strenge Gesinnung keinen Zweifel lasse, will ich noch einen Satz aus meinem Moral-Kodex gegen das Laster mitteilen: mit dem Wort Laster bekämpfe ich jede Art Widernatur oder, wenn man schöne Worte liebt, Idealismus. Der Satz heißt: »Die Predigt der Keuschheit ist eine öffentliche Aufreizung zur Widernatur. Jede Verachtung des geschlechtlichen Lebens, jede Verunreinigung desselben durch den Begriff ›unrein‹ ist das Verbrechen selbst am Leben – ist die eigentliche Sünde wider den Heiligen Geist des Lebens.« –
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Um einen Begriff von mir als Psychologen zu geben, nehme ich ein kurioses Stück Psychologie, das in »Jenseits von Gut und Böse« vorkommt, – ich verbiete übrigens jede Mutmaßung darüber, wen ich an dieser Stelle beschreibe. »Das Genie des Herzens, wie es jener große Verborgene hat, der Versucher-Gott und geborene Rattenfänger der Gewissen, dessen Stimme bis in die Unterwelt jeder Seele hinabzusteigen weiß, welcher nicht ein Wort sagt, nicht einen Blick blickt, in dem nicht eine Rücksicht und Falte der Lockung läge, zu dessen Meisterschaft es gehört, dass er zu scheinen versteht – und nicht das, was er ist, sondern was denen, die ihm folgen ein Zwang mehr ist, um sich immer näher an ihn zu drängen, um ihm immer innerlicher und gründlicher zu folgen … Das Genie des Herzens, das alles Laute und Selbstgefällige verstummen macht und horchen lehrt, das die rauen Seelen glättet und ihnen ein neues Verlangen zu kosten gibt – still zu liegen, wie ein Spiegel, dass sich der tiefe Himmel auf ihnen spiegele … Das Genie des Herzens, das die tölpische und überrasche Hand zögern und zierlicher greifen lehrt; das den verborgenen und vergessenen Schatz, den Tropfen Güte und süßer Geistigkeit unter trübem dickem Eise errät und eine Wünschelrute für jedes Korn Goldes ist, welches lange im Kerker vielen Schlammes und Sandes begraben lag … Das Genie des Herzens, von dessen Berührung jeder reicher fortgeht, nicht begnadet und überrascht, nicht wie von fremdem Gute beglückt und bedrückt, sondern reicher an sich selber, sich neuer als zuvor, aufgebrochen, von einem Tauwinde angeweht und ausgehorcht, unsicherer vielleicht, zärtlicher zerbrechlicher zerbrochener, aber voll Hoffnungen, die noch keinen Namen haben, voll neuen Willens und Strömens, voll neuen Unwillens und Zurückströmens …«
Die Geburt der Tragödie
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Um gegen die »Geburt der Tragödie« (1872) gerecht zu sein, wird man einiges vergessen müssen. Sie hat mit dem gewirkt und selbst fasziniert, was an ihr verfehlt war – mit ihrer Nutzanwendung auf die Wagnerei, als ob dieselbe ein Aufgangs-Symptom sei. Diese Schrift war eben damit im Leben Wagners ein Ereignis: von da an gab es erst große Hoffnungen bei dem Namen Wagner. Noch heute erinnert man mich daran, unter Umständen mitten aus dem Parsifal heraus: wie ich es eigentlich auf dem Gewissen habe, dass eine so hohe Meinung über den Kultur-Wert dieser Bewegung oben aufgekommen sei. – Ich fand die Schrift mehrmals zitiert als »die Wiedergeburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik«: man hat nur Ohren für eine neue Formel der Kunst, der Absicht, der Aufgabe Wagners gehabt – darüber wurde überhört, was die Schrift im Grunde Wertvolles barg. »Griechentum und Pessimismus«: das wäre ein unzweideutigerer Titel gewesen: nämlich als erste Belehrung darüber, wie die Griechen fertig wurden mit dem Pessimismus – womit sie ihn überwanden … Die Tragödie gerade ist der Beweis dafür, dass die Griechen keine Pessimisten waren: Schopenhauer vergriff sich hier, wie. er sich in allem vergriffen hat. – Mit einiger Neutralität in die Hand genommen, sieht die »Geburt der Tragödie« sehr unzeitgemäß aus: man würde sich nicht träumen lassen, dass sie unter den Donnern der Schlacht bei Wörth begonnen wurde. Ich habe diese Probleme vor den Mauern von Metz, in kalten September-Nächten, mitten im Dienste der Krankenpflege, durchgedacht; man könnte eher schon glauben, dass die Schrift fünfzig Jahre älter sei. Sie ist politisch indifferent – »undeutsch«, wird man heute sagen –, sie riecht anstößig Hegelisch, sie ist nur in einigen Formeln mit dem Leichenbitter-Parfüm Schopenhauers behaftet. Eine »Idee« – der Gegensatz dionysisch und apollinisch – ins Metaphysische übersetzt; die Geschichte selbst als die Entwicklung dieser »Idee«; in der Tragödie der Gegensatz zur Einheit aufgehoben; unter dieser Optik Dinge, die noch nie einander ins Gesicht gesehen hatten, plötzlich gegenübergestellt, aus einander beleuchtet und begriffen … die Oper zum Beispiel und die Revolution … Die zwei entscheidenden Neuerungen des Buchs sind einmal das Verständnis des dionysischen Phänomens bei den Griechen – es gibt dessen erste Psychologie, es sieht in ihm die eine Wurzel der ganzen griechischen Kunst –. Das andre ist das Verständnis des Sokratismus: Sokrates als Werkzeug der griechischen Auflösung, als typischer décadent zum ersten Male erkannt. »Vernünftigkeit« gegen Instinkt. Die »Vernünftigkeit« um jeden Preis als gefährliche, als leben-untergrabende Gewalt! – Tiefes feindseliges Schweigen über das Christentum im ganzen Buche. Es ist weder apollinisch, noch dionysisch; es negiert alle ästhetischen Werte – die einzigen Werte, die die »Geburt der Tragödie« anerkennt: es ist im tiefsten Sinne nihilistisch, während im dionysischen Symbol die äußerste Grenze der Bejahung erreicht ist. Einmal wird auf die christlichen Priester wie auf eine »tückische Art von Zwergen«, von »Unterirdischen« angespielt …
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– That what emerges from my writings is the voice of a psychologist unlike any other may well be the first insight that a discerning reader arrives at—a reader like me, who reads me in the same way that great classical philologists once read Horace. Those statements on which essentially everyone agrees, not to mention those so-called philosophers, moralists, and other empty-headed fools, appear to me to be nothing but naive misunderstandings. For instance, that belief that “unselfish” and “selfish” are opposites, when in reality the ego itself is merely a “higher form of delusion,” an “ideal.” There are no selfless or selfish actions: both terms are purely psychological absurdities. Or that statement “man strives for happiness,” or “happiness is the reward of virtue,” or even “pleasure and pain are opposites”. Morality, that Circe of humanity, has utterly distorted all such psychological truths—depraved them into something utterly ridiculous, like suggesting that love must be some form of “unselfishness.” One must be strong, one must stand firm on one’s own two feet; otherwise, it is impossible to love at all. Women know this all too well: they despise those men who are selfless in name only, those so-called “objective” men. May I dare to suggest that I understand women? That is part of my Dionysian heritage. Who knows? Perhaps I am the first psychologist to truly comprehend the eternal feminine. They all love me—of course, except for those unfortunate women and those so-called “emancipated” women who have lost their ability to bear children. Fortunately, I am not willing to let myself be torn apart: a perfect woman is destroyed when she falls in love. I know these charming, wild women too well. Ah, what a dangerous, insidious, underground little predator they are! And yet, at the same time, how utterly delightful. A woman pursuing her vengeance would throw even fate itself into disarray. – Women are far more evil than men, and also far wiser; any trace of goodness in women is already a sign of degeneration. Behind all those so-called “noble souls,” there always lies some physical disorder—at least that’s what I believe; I’m not saying everything here, or I would be committing medical heresy. The struggle for equal rights is nothing but a symptom of illness; any doctor will tell you that. – The more woman a woman is, the more fiercely she resists any notion of equality at all. The natural state of things, that eternal war between the sexes, gives her far greater importance. – Have people listened to my definition of love? It is the only one worthy of a philosopher. Love: in its methods, war; in its essence, the deadly hatred between the sexes. – And have you heard my answer to the question of how to “cure” a woman—“redeem” her? By giving her children. Women need children; men are always merely means to that end. Thus spoke Zarathustra. – “The Emancipation of Women” – this is nothing but the instinctive hatred of a failed, that is, an infertile woman, toward those who are successful; the so-called struggle against “men” is always merely a means, an excuse, a tactic. By elevating themselves to the status of “woman in herself,” of “superior woman,” of “idealist,” these women seek to lower the overall social status of women. There is no surer means to achieve this than through a liberal education, wearing trousers, and gaining political voting rights. In essence, the so-called feminists are the anarchists in the world of the “eternal feminine”; they are those who have gone astray, whose lowest instinct is vengeance. A whole breed of the most vicious “idealism” – which, by the way, also exists among men, for instance in Henrik Ibsen, that typical old virgin – aims to poison people’s good conscience, to corrupt the nature of sexual love. And to ensure that my views on this matter are both honest and firm, I would like to share another sentence from my code of morals against vice: By using the word “vice,” I mean to condemn any form of unnatural behavior—or, to use more elegant language, any form of idealism. That sentence reads: “The preaching of chastity is nothing but a public incitement to unnatural behavior. Any contempt for sexual life, any attempt to defile it by calling it ‘unclean’, is nothing less than a crime against life itself—the very sin against the Holy Spirit of life.”
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To give you some sense of what I mean as a psychologist, let me take an interesting example from “Beyond Good and Evil” – though I forbid any speculation about who I am referring to here. “The genius of the heart, as possessed by that great unknown one, that God of temptation and innate capturer of consciences, whose voice can reach into the underworld of every soul; one who speaks not a word, who looks not a glance, yet in whom lies every subtlety and allure; one whose mastery lies in knowing how to appear what he is not, but rather what compels those who follow him to draw ever closer to him, to pursue him more deeply and earnestly. The genius of the heart that silences all noise and self-indulgence, teaching us to listen; that smooths rough souls and awakens in them a new desire—to lie still, like a mirror reflecting the profound heavens above; that teaches the clumsy and unskilled hand to grasp with greater delicacy; that discovers the hidden, forgotten treasures—those drops of goodness and sweet spirituality buried beneath thick layers of darkness and indifference; that serves as a guiding rod for every grain of gold long buried in mud and sand. The genius of the heart—by whose touch everyone becomes richer, not through grace or surprise, nor through the happiness or burden of foreign kindness, but by becoming richer within themselves, more renewed, awakened by a gentle breeze, filled with hopes yet unnamed, with new desires and impulses, new resistances and retreats, ”
The birth of tragedy
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To be fair to “The Birth of Tragedy” (1872), one must forget certain things. It achieved and even fascinated people precisely through what was lacking in it—its application to the field of Wagnerian art, as if such an application were some kind of initial symptom or sign of progress. This work was indeed an event in Wagner’s life: from that point on, great hopes were associated with his name. To this day, it still reminds me, sometimes right out of the midst of “Parsifal,” of how I am acutely aware that such high regard for the cultural value of this movement originated from it. I have seen this work quoted many times as “the rebirth of tragedy in the spirit of music”: people were only attentive to its new formula for art, its intention, its relevance to Wagner’s goals—only these aspects were noticed, while what truly made the work valuable went unnoticed. “Greece and Pessimism” would have been a more straightforward title: it would have pointed out that this work was the first to demonstrate how the Greeks overcame pessimism. Tragedy itself is proof that the Greeks were not pessimists; Schopenhauer, in this regard, as in everything else he wrote, erred greatly. Taken with some degree of objectivity, “The Birth of Tragedy” seems quite anachronistic: one would never dream that it was conceived amidst the thunderous battles of Wörth. I pondered these issues behind the walls of Metz, on cold September nights, while engaged in nursing patients; one might even think the work was actually fifty years older than it really is. It is politically indifferent—some might say “un-German” today—it smells vaguely Hegelian, and only in certain phrases does it carry the somber tone of Schopenhauer’s philosophy. A “concept”—the opposition between what is “dionysian” and what is “apollinian”—translated into metaphysical terms; the history itself seen as the development of this concept; in tragedy, the contradiction between unity and diversity is resolved; under this perspective, things that had never previously been connected are suddenly placed face to face, illuminated and understood together. For example, opera and the Revolution. The two most significant innovations of this work are, first, the understanding of the dionysian phenomenon in Greek culture—this is the first psychological analysis of it; it sees this phenomenon as the very root of all Greek art. Second, the understanding of Socratic philosophy: Socrates seen as a tool for the spiritual transformation of Greek society, recognized for the first time as a typical representative of decadence. “Rationality” against instinct, “Rationality” regarded at all costs as a dangerous, life-undermining force!. Throughout the work, there is a deep, hostile silence toward Christianity. It is neither apolline nor dionysian; it denies all aesthetic values—the only values that the “birth of tragedy” acknowledges. In the deepest sense, it is nihilistic, whereas in the dionysian symbol, the ultimate limit of affirmation is reached. On one occasion, Christian priests are depicted as a “cunning kind of dwarves,” as “underground beings”.
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– Il fatto che dalle mie scritture parli un psicologo senza eguali è forse la prima intuizione a cui arriva un buon lettore, un lettore degno di me, che legge me come i grandi filologi del passato leggevano Orazio. Le frasi su cui sostanzialmente tutti sono d’accordo – per non parlare dei filosofi di bassa lega, dei moralisti e di tutte quelle figure vuote e insipide – appaiono a me come semplici ingenuità o errori di concezione: ad esempio, quella credenza che “non egoistico” e “egoistico” siano concetti opposti, quando in realtà l’ego stesso non è altro che un “inganno più elevato”, un “ideale”. Non esistono azioni egoistiche o altruiste: entrambi questi termini sono pura contraddizione psicologica. O ancora quella frase secondo cui “l’uomo cerca la felicità”, o “la felicità è la ricompensa della virtù”, o “piacere e dolore sono opposti”. La morale, quella Circe dell’umanità, ha falsificato completamente tutto ciò che riguarda la natura umana, l’ha trasformato in concetti moralistici, fino a quel ridicolo assurdo secondo cui l’amore dovrebbe essere qualcosa di “non egoistico”. Bisogna avere fermezza dentro di sé, bisogna saper stare in piedi con coraggio, altrimenti non si può amare affatto. Le donne lo sanno fin troppo bene: non hanno alcun interesse per gli uomini altruisti, per quelli che agiscono soltanto per motivi oggettivi. Posso osare ipotizzare di conoscere bene le donne? Questo fa parte della mia “dote dionisiaca”. Chissà, forse sono il primo psicologo che abbia mai compreso veramente ciò che è l’essenza femminile. Tutte mi amano, una vecchia storia, tranne quelle donne sfortunate, quelle “emancipate” a cui mancano i bambini. Fortunatamente non sono disposto a lasciarmi distruggere da queste dinamiche: la donna perfetta, quando ama, si distrugge completamente. Conosco bene queste “ménadi” affascinanti. Ah, che pericoloso, subdolo e oscuro animale è la donna! Eppure, quanto piacevole allo stesso tempo. Una donna in cerca di vendetta potrebbe anche rovinare il destino stesso. La donna è molto più malvagia dell’uomo, e anche più astuta; la bontà nelle donne rappresenta già una forma di degenerazione. In tutte quelle cosiddette “anime belle” c’è sempre un fondo di squilibrio fisiologico. Non dico tutto, altrimenti diventerei medico. La lotta per gli stessi diritti è persino un sintomo di malattia: lo sanno tutti i medici. La donna, quanto più donna è, tanto più si oppone strenuamente a qualsiasi forma di uguaglianza: lo stato naturale, la guerra eterna tra i sessi le danno infatti la priorità assoluta. Qualcuno ha ascoltato la mia definizione dell’amore? È l’unica degna di un filosofo. L’amore, nei suoi metodi una guerra; nella sua essenza l’odio mortale tra i sessi. Qualcuno ha sentito la mia risposta alla domanda su come “curare” una donna, “redimerla”? Basta farle avere un bambino. La donna ha bisogno di bambini, l’uomo è sempre soltanto uno strumento, ecco perché Zarathustra parlò così. – “Emancipazione della donna” – questo è l’odio istintivo di una donna fallita, cioè sterile, verso quella che ha avuto successo; la lotta contro l’“uomo” non è mai altro che un mezzo, una scusa, una tattica. Vogliono, elevandosi a “donna in sé”, a “donna superiore”, a “idealista”, abbassare il livello generale della donna; non esiste metodo più sicuro per questo scopo se non l’istruzione secondaria, i pantaloni e il diritto di voto politico. In fondo, le femministe sono gli anarchici nel mondo del “permanente femminile”, quelle che hanno preso una strada sbagliata, la cui istintiva voglia è quella di vendicarsi. Un intero genere di “idealismo” malvagio – che del resto si trova anche tra gli uomini, ad esempio in Henrik Ibsen, quel tipico vecchio zitello – ha lo scopo di avvelenare la coscienza pulita, la natura nell’amore sessuale. E per non lasciare alcun dubbio sulla mia intenzione, onesta e rigorosa in questo ambito, voglio condividere un’altra frase tratta dal mio codice morale contro il vizio: con la parola “vizio” combatto ogni forma di contraddizione alla natura, o, se si preferiscono parole più belle, di idealismo. La frase recita: “La predicazione della castità è una provocazione pubblica alla contraddizione alla natura. Ogni disprezzo per la vita sessuale, ogni contaminazione di essa con il concetto di ‘impura’, è in sé stesso un crimine contro la vita stessa – è il vero peccato contro lo spirito sacro della vita.”
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Per dare un’idea di ciò che io, come psicologo, intendo con questo termine, prendo un esempio curioso tratto da “Al di là del bene e del male”: vieto però qualsiasi supposizione riguardo a chi io stia descrivendo in questo momento. “Il genio del cuore, come quello di quel grande Essere nascosto che è il tentatore, il dio dei cuori e il cacciatore naturale delle coscienze; una voce capace di raggiungere anche l’inferno di ogni ‘anima; un essere che non pronuncia una parola, che non lancia uno sguardo senza che in esso non si nasconda una tentazione; il cui segreto mestiere consiste nel saper sembrare ciò che non è, ma piuttosto ciò che diventa per coloro che lo seguono, un’attrazione ancora più forte che li spinge ad avvicinarsi sempre di più a lui, a seguirlo in modo più profondo e intimo. Il genio del cuore che fa tacere ogni rumore e ogni vanità, che insegna ad ascoltare; che rende più dolci le anime ruvide, suscitando in loro il desiderio di assaporare la quiete, di rimanere immobili come uno specchio su cui si rifletta il cielo profondo. Il genio del cuore che insegna alla mano goffa e impacciata a muoversi con più delicatezza; che scopre il tesoro nascosto e dimenticato, quella goccia di bontà e dolcezza spirituale sepolta sotto uno strato spesso di ghiaccio opaco. Il genio del cuore che è come una bacchetta magica capace di individuare ogni granello d’oro sepolto da molto tempo nel fango e nella sabbia. Il genio del cuore: chi ne viene a contatto diventa più ricco di sé stesso, più nuovo, più aperto; è come se fosse colpito da una brezza fresca e profumata; forse diventa più incerto, più fragile, ma pieno di speranze ancora senza nome, pieno di un nuovo desiderio e di nuove forze, ”.
La nascita della tragedia
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Per essere giusti riguardo a “La nascita della tragedia” (1872), sarà necessario dimenticare alcune cose. Quest’opera ha avuto effetto e ha affascinato proprio ciò che in essa mancava: il suo utilizzo nel campo dell’industria musicale, come se questa rappresentasse un sintomo di declino culturale. Questo scritto fu davvero un evento nella vita di Wagner: da quel momento in poi, il nome Wagner suscitò grandi speranze. Ancora oggi, mi viene ricordato, a volte proprio mentre sto scrivendo il “Parsifal”: mi chiedo come sia possibile che si sia sviluppata un’opinione così alta sul valore culturale di questo movimento. Ho trovato più volte questa opera citata come “la rinascita della tragedia nata dall’anima della musica”; le persone ascoltavano soltanto le nuove formule artistiche, l’intento e la missione di Wagner. Si prestava attenzione a ciò che in essa c’era di realmente prezioso. “Grecità e pessimismo”: questo sarebbe stato un titolo più chiaro, poiché indicava appunto come i Greci affrontassero il pessimismo. La tragedia stessa ne è la prova: i Greci non erano pessimisti; Schopenhauer si sbagliava su questo, come si sbagliava in tutto ciò che scriveva. Se presa con un po’ di distacco, “La nascita della tragedia” appare davvero fuori tempo: non si potrebbe mai immaginare che sia stata scritta nel mezzo dei tuoni delle battaglie vicino a Wörth. Ho riflettuto su questi problemi davanti alle mura di Metz, nelle fredde notti di settembre, mentre svolgevo il mio lavoro nell’assistenza medica; si potrebbe quasi pensare che questo scritto sia vecchio di cinquant’anni. È politicamente indifferente; oggi verrebbe definito “antitedesco”; ha un retrogusto hegeliano; è soltanto in alcune sue formulazioni contaminato dal “profumo amaro” di Schopenhauer. Un’“idea”: il contrario di ciò che è “dionisiaco” e “apollineo”, tradotta nel campo della metafisica; la storia stessa vista come lo sviluppo di questa “idea”; nella tragedia, il contrasto tra unità e diversità viene superato; sotto questa prospettiva, cose che prima non avevano mai avuto rapporti tra loro vengono improvvisamente messe a confronto, illuminate e comprese. Ad esempio, l’opera lirica e la “rivoluzione”. Le due innovazioni principali di questo libro sono, da un lato, la comprensione del fenomeno dionisiaco nei Greci: per la prima volta viene analizzata la sua natura psicologica; esso viene visto come la radice stessa dell’intera arte greca. Dall’altro lato, c’è la comprensione del socratismo: Socrate considerato uno strumento della trasformazione culturale dei Greci, riconosciuto per la prima volta come un esempio tipico di decadimento, “Razionalità” contro istinto. La “razionalità”, vista come una forza pericolosa, che minaccia la vita stessa. Un profondo silenzio ostile nei confronti del cristianesimo in tutto il libro. Non è né apollineo né dionisiaco; nega tutti i valori estetici – gli unici valori che la “nascita della tragedia” riconosce: è, nel senso più profondo, nichilista, mentre nel simbolo dionisiaco viene raggiunta l’estrema soglia dell’affermazione. In un certo passaggio si fanno riferimenti ai sacerdoti cristiani come a una “sorta di folletti malvagi”, a “esseri sotterranei”.
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Dieser Anfang ist über alle Maßen merkwürdig. Ich hatte zu meiner innersten Erfahrung das einzige Gleichnis und Seitenstück, das die Geschichte hat, entdeckt – ich hatte eben damit das wundervolle Phänomen des Dionysischen als der erste begriffen. Insgleichen war damit, dass ich Sokrates als décadent erkannte, ein völlig unzweideutiger Beweis dafür gegeben, wie wenig die Sicherheit meines psychologischen Griffs vonseiten irgendeiner Moral-Idiosynkrasie Gefahr laufen werde – die Moral selbst als Décadence-Symptom ist eine Neuerung, eine Einzigkeit ersten Ranges in der Geschichte der Erkenntnis. Wie hoch war ich mit beidem über das erbärmliche Flachkopf-Geschwätz von Optimismus contra Pessimismus hinweggesprungen! – Ich sah zuerst den eigentlichen Gegensatz – den entartenden Instinkt, der sich gegen das Leben mit unterirdischer Rachsucht wendet (– Christentum, die Philosophie Schopenhauers, in gewissem Sinne schon die Philosophie Platos, der ganze Idealismus als typische Formen) und eine aus der Fülle, der Überfülle geborne Formel der höchsten Bejahung, ein Jasagen ohne Vorbehalt, zum Leiden selbst, zur Schuld selbst, zu allem Fragwürdigen und Fremden des Daseins selbst … Dieses letzte, freudigste, überschwänglich-übermütigste Ja zum Leben ist nicht nur die höchste Einsicht, es ist auch die tiefste, die von Wahrheit und Wissenschaft am strengsten bestätigte und aufrechterhaltene. Es ist nichts, was ist, abzurechnen, es ist nichts entbehrlich – die von den Christen und andren Nihilisten abgelehnten Seiten des Daseins sind sogar von unendlich höherer Ordnung in der Rangordnung der Werte als das, was der décadence-Instinkt gutheißen, gut heißen durfte. Dies zu begreifen, dazu gehört Mut und, als dessen Bedingung, ein Überschuss von Kraft: denn genau so weit als der Mut sich vorwärtswagen darf, genau nach dem Maß von Kraft nähert man sich der Wahrheit. Die Erkenntnis, das Jasagen zur Realität, ist für den Starken eine ebensolche Notwendigkeit, als für den Schwachen, unter der Inspiration der Schwäche, die Feigheit und Flucht vor der Realität – das »Ideal« … Es steht ihnen nicht frei, zu erkennen: die décadents haben die Lüge nötig – sie ist eine ihrer Erhaltungs-Bedingungen. – Wer das Wort »dionysisch« nicht nur begreift, sondern sich in dem Wort »dionysisch« begreift, hat keine Widerlegung Platos oder des Christentums oder Schopenhauers nötig – er riecht die Verwesung …
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Inwiefern ich eben damit den Begriff »tragisch«, die endliche Erkenntnis darüber, was die Psychologie der Tragödie ist, gefunden habe, habe ich zuletzt noch in der Götzen-Dämmerung (S. 816) zum Ausdruck gebracht. »Das Jasagen zum Leben selbst noch in seinen fremdesten und härtesten Problemen; der Wille zum Leben, im Opfer seiner höchsten Typen der eignen Unerschöpflichkeit froh werdend – das nannte ich dionysisch, das verstand ich als Brücke zur Psychologie des tragischen Dichters. Nicht um von Schrecken und Mitleiden loszukommen, nicht um sich von einem gefährlichen Affekt durch eine vehemente Entladung zu reinigen – so missverstand es Aristoteles –: sondern um, über Schrecken und Mitleiden hinaus, die ewige Lust des Werdens selbst zu sein – jene Lust, die auch noch die Lust am Vernichten in sich schließt …« In diesem Sinne habe ich das Recht, mich selber als den ersten tragischen Philosophen zu verstehn – dass heißt den äußersten Gegensatz und Antipoden eines pessimistischen Philosophen. Vor mir gibt es diese Umsetzung des dionysischen in ein philosophisches Pathos nicht: es fehlt die tragische Weisheit – ich habe vergebens nach Anzeichen davon selbst bei den großen Griechen der Philosophie, denen der zwei Jahrhunderte vor Sokrates, gesucht. Ein Zweifel blieb mir zurück bei Heraklit, in dessen Nähe überhaupt mir wärmer, mir wohler zumute wird als irgendwo sonst. Die Bejahung des Vergehens und Vernichtens, das Entscheidende in einer dionysischen Philosophie, das Jasagen zu Gegensatz und Krieg, das Werden, mit radikaler Ablehnung auch selbst des Begriffs »Sein« – darin muss ich unter allen Umständen das mir Verwandteste anerkennen, was bisher gedacht worden ist. Die Lehre von der »ewigen Wiederkunft«, das heißt vom unbedingten und unendlich wiederholten Kreislauf aller Dinge – diese Lehre Zarathustras könnte zuletzt auch schon von Heraklit gelehrt worden sein. Zum Mindesten hat die Stoa, die fast alle ihre grundsätzlichen Vorstellungen von Heraklit geerbt hat, Spuren davon. –
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Aus dieser Schrift redet eine ungeheure Hoffnung. Zuletzt fehlt mir jeder Grund, die Hoffnung auf eine dionysische Zukunft der Musik zurückzunehmen. Werfen wir einen Blick ein Jahrhundert voraus, setzen wir den Fall, dass mein Attentat auf zwei Jahrtausende Widernatur und Menschenschändung gelingt. Jene neue Partei des Lebens, welche die größte aller Aufgaben, die Höherzüchtung der Menschheit in die Hände nimmt, eingerechnet die schonungslose Vernichtung aller Entartenden und Parasitischen, wird jenes Zuviel von Leben auf Erden wieder möglich machen, aus dem auch der dionysische Zustand wieder erwachsen muss. Ich verspreche ein tragisches Zeitalter: die höchste Kunst im Jasagen zum Leben, die Tragödie, wird wiedergeboren werden, wenn die Menschheit das Bewusstsein der härtesten, aber notwendigsten Kriege hinter sich hat, ohne daran zu leiden … Ein Psychologe dürfte noch hinzufügen, dass was ich in jungen Jahren bei Wagnerscher Musik gehört habe, nichts überhaupt mit Wagner zu tun hat; dass wenn ich die dionysische Musik beschrieb, ich das beschrieb, was ich gehört hatte – dass ich instinktiv alles in den neuen Geist übersetzen und transfigurieren musste, den ich in mir trug. Der Beweis dafür, so stark als nur ein Beweis sein kann, ist meine Schrift »Wagner in Bayreuth«: an allen psychologisch entscheidenden Stellen ist nur von mir die Rede – man darf rücksichtslos meinen Namen oder das Wort »Zarathustra« hinstellen, wo der Text das Wort Wagner gibt. Das ganze Bild des dithyrambischen Künstlers ist das Bild des präexistenten Dichters des Zarathustra, mit abgründlicher Tiefe hingezeichnet und ohne einen Augenblick die Wagnersche Realität auch nur zu berühren. Wagner selbst hatte einen Begriff davon; er erkannte sich in der Schrift nicht wieder. – Insgleichen hatte sich »der Gedanke von Bayreuth« in etwas verwandelt, das den Kennern meines Zarathustra kein Rätsel-Begriff sein wird: in jenen großen Mittag, wo sich die Auserwähltesten zur größten aller Aufgaben weihen – wer weiß? Die Vision eines Festes, das ich noch erleben werde … Das Pathos der ersten Seiten ist welthistorisch; der Blick, von dem auf der siebenten Seite die Rede ist, ist der eigentliche Zarathustra-Blick; Wagner, Bayreuth, die ganze kleine deutsche Erbärmlichkeit ist eine Wolke, in der eine unendliche Fata Morgana der Zukunft sich spiegelt. Selbst psychologisch sind alle entscheidenden Züge meiner eignen Natur in die Wagners eingetragen – das Nebeneinander der lichtesten und verhängnisvollsten Kräfte, der Wille zur Macht, wie ihn nie ein Mensch besessen hat, die rücksichtslose Tapferkeit im Geistigen, die unbegrenzte Kraft zu lernen, ohne dass der Wille zur Tat damit erdrückt würde. Es ist alles an dieser Schrift vorherverkündend: die Nähe der Wiederkunft des griechischen Geistes, die Notwendigkeit von Gegen-Alexaniern, welche den Gordischen Knoten der griechischen Kultur wieder binden, nachdem er gelöst war … Man höre den welthistorischen Akzent, mit dem (I 34 f.) der Begriff »tragische Gesinnung« eingeführt wird: es sind lauter welthistorische Akzente in dieser Schrift. Dies ist die fremdartigste »Objektivität«, die es geben kann: die absolute Gewissheit darüber, was ich bin, projizierte sich auf irgendeine zufällige Realität – die Wahrheit über mich redete aus einer schauervollen Tiefe. Auf Seite 55 wird der Stil des Zarathustra mit einschneidender Sicherheit beschrieben und vorweggenommen; und niemals wird man einen großartigeren Ausdruck für das Ereignis Zarathustra, den Akt einer ungeheuren Reinigung und Weihung der Menschheit, finden, als er in den Seiten 41 bis 44 gefunden ist. –
Die Unzeitgemäßen
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Die vier Unzeitgemäßen sind durchaus kriegerisch. Sie beweisen, dass ich kein »Hans der Träumer« war, dass es mir Vergnügen macht, den Degen zu ziehn – vielleicht auch, dass ich das Handgelenk gefährlich frei habe. Der erste Angriff (1873) galt der deutschen Bildung, auf die ich damals schon mit schonungsloser Verachtung hinabblickte. Ohne Sinn, ohne Substanz, ohne Ziel: eine bloße »öffentliche Meinung«. Kein bösartigeres Missverständnis als zu glauben, der große Waffen-Erfolg der Deutschen beweise irgendetwas zugunsten dieser Bildung – oder gar ihren Sieg über Frankreich … Die zweite Unzeitgemäße (1874) bringt das Gefährliche, das Leben-Annagende und -Vergiftende in unsrer Art des Wissenschafts-Betriebs ans Licht –: das Leben krank an diesem entmenschten Räderwerk und Mechanismus, an der »Unpersönlichkeit« des Arbeiters, an der falschen Ökonomie der »Teilung der Arbeit«. Der Zweck geht verloren, die Kultur – das Mittel, der moderne Wissenschafts-Betrieb, barbarisiert … In dieser Abhandlung wurde der »historische Sinn«, auf den dies Jahrhundert stolz ist, zum ersten Mal als Krankheit erkannt, als typisches Zeichen des Verfalls. – In der dritten und vierten Unzeitgemäßen werden, als Fingerzeige zu einem höheren Begriff der Kultur, zur Wiederherstellung des Begriffs »Kultur«, zwei Bilder der härtesten Selbstsucht, Selbstzucht dagegen aufgestellt, unzeitgemäße Typen par excellence, voll souveräner Verachtung gegen alles, was um sie herum »Reich«, »Bildung«, »Christentum«, »Bismarck«, »Erfolg« hieß – Schopenhauer und Wagner oder, mit einem Wort, Nietzsche …
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This beginning is utterly peculiar. In my deepest experience, I had discovered the only analogy and parallel that this story possesses; it was through this that I first understood the wonderful phenomenon of the Dionysian. Similarly, by recognizing Socrates as a decadent, I provided absolutely clear evidence of how little the solidity of my psychological grasp is at risk due to any moral idiosyncrasy—indeed, morality itself, as a symptom of decadence, represents a novelty, a unique development in the history of knowledge. How far above the pitiful banter about optimism versus pessimism I had risen through these insights! First, I saw the true opposition: the degenerate instinct that turns against life with underground resentment—Christianity, Schopenhauer’s philosophy, and to some extent even Plato’s philosophy, as well as all forms of idealism—are typical examples of this. Then there was the formula for the highest affirmation, a unreserved “yes” even toward suffering, guilt, and everything questionable and alien about existence itself. This last, most joyful, ecstatic “yes” to life is not only the highest form of insight but also the deepest one, the one most rigorously confirmed and upheld by truth and science. It is nothing that can be dismissed as mere being; rather, it is something indispensable—those aspects of existence rejected by Christians and other nihilists are, in terms of value, of infinitely higher order than what the decadent instinct would approve or even dare to approve. To grasp this requires courage—and, as a prerequisite for that courage, an abundance of strength: for precisely to the extent that courage dares to advance, one approaches the truth. For the strong, the recognition of reality, the affirmation of it, is just as necessary as for the weak, who, inspired by weakness, flee from reality—into what they call “ideals.” They do not have the freedom to understand: the decadents need lies—they are one of the conditions for their survival. Whoever truly understands the word “dionysian” and even identifies with it does not need any rebuttals against Plato, Christianity, or Schopenhauer; they can smell the decay already present in it.
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In what way I have thus arrived at the concept of “tragic” – that is, to a definitive understanding of what the psychology of tragedy truly is – I expressed this most recently in Götzen-Dämmerung (page 816). “To affirm life itself even in its strangest and most difficult aspects; to let the will to live rejoice in the sacrifice of its highest forms of self-inefficiency – I called this ‘Dionysian,’ and I understood it as a bridge leading to the psychology of the tragic poet. Not in order to escape from fear and compassion, nor to cleanse oneself of dangerous emotions through violent catharsis – as Aristotle misunderstood it – but in order, beyond fear and compassion, to attain the eternal joy of existence itself: that joy which also includes the pleasure in destruction, ” In this sense, I claim the right to consider myself the first tragic philosopher – that is, the absolute antithesis of a pessimistic philosopher. No one before me has translated Dionysian elements into a philosophical pathos in this way; what is missing is the tragic wisdom. In vain did I search for traces of it even among the great Greek philosophers of the two centuries preceding Socrates. Yet Heraklit left me with a sense of warmth and comfort that no other philosopher has ever given me. His affirmation of transgression and destruction, his acceptance of opposition and conflict as essential to existence, his radical rejection of the very concept of “being” – in all these aspects, I must acknowledge what is most akin to my own thoughts among everything that has been thought before. Zarathustra’s doctrine of the “eternal recurrence,” that is, of the unconditional and endlessly recurring cycle of all things – this doctrine might well have been taught by Heraklit as well. At the very least, the Stoa, which inherited so many of its fundamental concepts from Heraklit, bears traces of it.
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This text speaks of immense hope. At present, I no longer have any reason to lose faith in the possibility of a dionysian future for music. Let us imagine a scenario a century from now: suppose my attempt to bring about two thousand years of counter-nature and human degradation succeeds. That new party of life, which takes upon itself the greatest of all tasks—raising humanity to higher levels, including the merciless elimination of all degenerates and parasites—will make it possible once again for that excess of life on Earth to flourish, from which the dionysian state must also re-emerge. I predict a tragic era: the highest art of rejoicing in life, tragedy itself, will be reborn when humanity has endured the hardest but most necessary wars without suffering. A psychologist might add that what I heard in my youth in Wagner’s music had nothing to do with Wagner at all; that when I described dionysian music, I was describing what I had heard—that I instinctively had to translate and transform it into the new spirit within me. The proof of this, as strong as any proof can be, is my book “Wagner in Bayreuth”: at all the psychologically crucial points, only I am mentioned—people may freely substitute my name or the word “Zarathustra” wherever the text refers to Wagner. The entire image of this dithyrambic artist is the image of the pre-existent poet of Zarathustra, depicted with profound depth without ever touching upon Wagner’s reality. Wagner himself had some understanding of this; he did not recognize himself in this writing. Similarly, “the idea of Bayreuth” has transformed into something that will not be a mysterious concept to those who know my Zarathustra: it represents that great moment when the chosen few dedicate themselves to the greatest of all tasks—who knows? The vision of a festival I shall yet experience. The pathos of these initial pages is of world-historical significance; the perspective discussed on the seventh page is the very essence of Zarathustra’s vision; Wagner, Bayreuth, and all the petty insignificance of German culture are but clouds within which an endless mirage of the future is reflected. Even psychologically, all the decisive aspects of my own nature have been incorporated into Wagner’s work—the coexistence of the brightest and most tragic forces, the will to power like no other human has ever possessed it, the relentless courage in the spiritual realm, the boundless capacity to learn without letting the will to act be overwhelmed by it. Everything about this text is prophetic: the impending return of the Greek spirit, the necessity of individuals who can rebind the “Gordian knot” of Greek culture once it has been untied. One can hear the profoundly historical context in which the term “tragic disposition” is introduced (I 34 f.). The entire text is permeated with such historical nuances. This is perhaps the most extraordinary form of “objectivity” that exists: the absolute certainty regarding who I am is projected onto some arbitrary reality; the truth about me speaks from depths that are truly terrifying. On page 55, Zarathustra’s style is described and anticipated with unwavering precision. And one will never find a more powerful expression for the event of Zarathustra—that act of immense purification and consecration of humanity—than what is conveyed on pages 41 to 44.
The out-of-date ones
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The four “Unzeitgemäßen” are indeed militaristic in nature. They prove that I was not some “dreamer”; they show that I take pleasure in drawing my sword—and perhaps also that I possess a dangerous degree of freedom at my disposal. The first attack (1873) was directed against German education, which I already viewed with merciless disdain at that time—senseless, devoid of substance, without purpose: nothing but mere “public opinion.” There could be no more harmful misunderstanding than to believe that Germany’s great military successes in any way supported this form of education—or even proved its superiority over France. The second “Unzeitgemäße” (1874) exposed the dangerous, life-deadening, and toxic aspects of our approach to scientific inquiry: society was sickened by this soulless machinery and bureaucracy, by the “impersonality” of the worker, by the flawed economics of the “division of labour.” The purpose was lost; culture—once a means to elevate humanity—was now being barbarized by modern scientific methods. In these writings, for the first time, the “historical significance” upon which this century prided itself was recognized as nothing more than a symptom of decay. The third and fourth “Unzeitgemäßen” offered two stark contrasts: they presented models of utmost selflessness and self-discipline as alternatives to the decadent values of the time—values that were associated with wealth, education, Christianity, Bismarck, success. Figures like Schopenhauer, Wagner, or, in a word, Nietzsche.
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Questo inizio è davvero straordinario. Per mia profonda esperienza interiore, avevo scoperto l’unica metafora e il solo elemento che possano rendere comprensibile questa storia; era proprio attraverso questo che avevo per la prima volta compreso il meraviglioso fenomeno del dionisiaco. Allo stesso modo, riconoscendo Socrate come un decadente, avevo fornito una prova assolutamente inequivoca di quanto poco la sicurezza della mia analisi psicologica fosse minacciata da alcuna forma di moralità distorta: la stessa morale, considerata come sintomo di decadenza, rappresenta in realtà una novità, un’unicità di prim’ordine nella storia della conoscenza. Quanto ero riuscito a superare con queste intuizioni il banale dibattito sull’ottimismo contro il pessimismo! Prima di tutto, avevo individuato l’autentico opposto: l’istinto degenerato che si rivolge contro la vita con una sete di vendetta oscena (il cristianesimo, la filosofia di Schopenhauer, in un certo senso anche quella di Platone, tutto l’idealismo come forma tipica di questo atteggiamento) e, al contrario, quella formula di assoluta affermazione della vita che nasce dalla sua pienezza, dal suo eccesso: un sì senza riserve, anche di fronte al dolore stesso, al peccato stesso, di fronte a tutto ciò che è incerto e straniero nell’esistenza. Questo ultimo “sì”, il più gioioso, il più appassionato, non è solo la più alta forma di comprensione; è anche quella più profonda, la più rigorosamente confermata dalla verità e dalla scienza. Non si tratta di qualcosa che possa essere messo in discussione o rifiutato: gli aspetti dell’esistenza che i cristiani e altri nichilisti hanno respinto sono, in realtà, di ordine molto più elevato nella gerarchia dei valori rispetto a ciò che l’istinto decadente può approvare. Comprendere questo richiede coraggio, e soprattutto una forza sovrabbondante: perché è proprio nella misura in cui il coraggio si spinge avanti, nella misura in cui la forza aumenta, che ci si avvicina alla verità. La conoscenza, l’affermazione della realtà, rappresentano per il forte una necessità altrettanto fondamentale di quanto lo sia, per il debole, sotto l’influenza della debolezza, la codardia e la fuga dalla realtà. L’“ideale”. Non hanno il diritto di conoscere: i decadenti hanno bisogno della menzogna; essa rappresenta una delle condizioni essenziali per la loro sopravvivenza. Chi comprende davvero il significato della parola “dionisiaco”, chi si riconosce in essa, non ha bisogno di confutare Platone, il cristianesimo o Schopenhauer. Perché sente già l’odore della decomposizione.
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In che misura io abbia effettivamente trovato con questo concetto il significato di “tragico”, ovvero la comprensione definitiva di ciò che costituisce la psicologia della tragedia, l’ho espresso ultimamente nel libro “Il tramonto degli dei” (pagina 816). “L’assenso alla vita stessa anche nei suoi problemi più estranei e più duri; il volere di vivere, che si rallegra nell’offerta delle proprie forme supreme di infinita ricchezza. Questo ho definito ‘dionisiaco’, e l’ho considerato un ponte verso la psicologia del poeta tragico. Non per liberarsi dal terrore e dalla compassione, né per purificarsi da un affetto pericoloso attraverso una scarica violenta – così lo ha frainteso Aristotele –, ma per andare oltre il terrore e la compassione, per vivere nella gioia eterna del divenire stesso, quella gioia che include anche il piacere della distruzione, ” In questo senso ho il diritto di considerarmi il primo filosofo tragico: cioè l’antitesi assoluta e l’opposto di un filosofo pessimista. Prima di me non esisteva questa interpretazione del dionisiaco in termini di pathos filosofico; mancava la saggezza tragica. Ho cercato invano tracce di essa anche tra i grandi greci filosofi dei due secoli precedenti a Socrate. Un dubbio mi è rimasto riguardo a Eraclito: in sua presenza mi sentivo sempre più vicino alla verità, più a mio agio che altrove. L’affermazione del male e della distruzione, l’essenziale di una filosofia dionisiaca, l’assenso al contrasto e alla guerra, il divenire stesso, con un rifiuto radicale anche del concetto stesso di “essere”. In tutto ciò devo riconoscere ciò che mi è più affine tra quanto sia stato pensato finora. La dottrina della “eterna ricorrenza”, cioè del ciclo incondizionato e infinitamente ripetuto di tutte le cose. Questa dottrina di Zarathustra potrebbe essere stata insegnata già da Eraclito. Almeno la Stoa, che ha ereditato da lui quasi tutte le sue idee fondamentali, ne porta tracce.
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Da questa scrittura emerge una speranza immensa. Ormai non ho più alcun motivo per rinunciare alla speranza in un futuro “dionisiaco” per la musica. Immaginiamo di tornare indietro di un secolo: supponiamo che il mio attacco riesca a distruggere due millenni di contraddizioni e offese contro l’umanità. Quel nuovo movimento per la vita, che si assume l’onore di intraprendere la più grande delle missioni: l’elevazione dell’umanità, compresa la distruzione spietata di tutti coloro che sono degenerati o parassiti – quel movimento renderà possibile nuovamente quella “sovrabbondanza di vita” sulla Terra da cui dovrà rinascere lo stato d’animo “dionisiaco”. Prometto un’epoca tragica: l’arte suprema dell’esultare nella vita, la tragedia, verrà rinnovata quando l’umanità avrà superato le più dure, ma necessarie guerre, senza che ciò le causi sofferenza. Un psicologo potrebbe aggiungere che ciò che ho ascoltato negli anni giovani nella musica di Wagner non ha alcun legame con lui stesso; che quando descrivevo la musica “dionisiaca”, in realtà descrivevo ciò che avevo sentito. Che, istintivamente, dovevo tradurre e trasformare tutto questo nel nuovo “spirito” che portavo dentro di me. La prova di ciò, così forte quanto una prova possa essere, è la mia scrittura “Wagner a Bayreuth”: in tutti i momenti psicologicamente decisivi, si parla soltanto di me. Si può tranquillamente sostituire il mio nome o la parola “Zarathustra” ovunque nel testo venga menzionato Wagner. L’intera immagine dell’artista “dittirambo” è in realtà l’immagine del poeta “Zarathustra”, delineata con una profondità senza fondo, senza mai toccare anche solo la realtà wagneriana. Lo stesso Wagner ne aveva un’idea; non si riconobbe nella mia scrittura. Allo stesso modo, il “concetto di Bayreuth” si è trasformato in qualcosa che per coloro che conoscono il mio “Zarathustra” non rappresenta affatto un enigma: in quel grande momento in cui i più eletti si dedicano alla più grande delle missioni. Chi sa? La visione di una festa che ancora vivrò. Il pathos delle prime pagine è di portata storica; lo sguardo di cui si parla nella settima pagina è proprio lo sguardo tipico di Zarathustra. Wagner, Bayreuth, tutta quella meschina realtà tedesca non sono altro che una nuvola attraverso la quale si riflette un’infinita “fata Morgana” del futuro. Anche dal punto di vista psicologico, tutti gli elementi decisivi della mia stessa natura sono stati incorporati nella figura di Wagner: l’alternanza tra le forze più luminose e quelle più pericolose, quel “desiderio di potere” che nessun altro essere umano ha mai avuto, quella coraggiosa determinazione nel campo dello spirito, quella capacità di imparare senza che il desiderio di agire venga soffocato. Tutto ciò che è contenuto in questo scritto ha un carattere profetico: l’imminenza del ritorno dello spirito greco, la necessità di individui capaci di “contrapporsi ad Alessandro” per riallacciare i legami della cultura greca, dopo che questi erano stati spezzati. Si percepisce chiaramente l’importanza storica mondiale che questo testo riveste: il termine “mentalità tragica”, introdotto in modo significativo a pagina 134, ne è un esempio evidente. Questo scritto rappresenta la forma più strana di “oggettività” possibile: una certezza assoluta su ciò che si è, proiettata su una realtà casuale. La verità su di me emerge da profondità inquietanti. A pagina 55 lo stile di Zarathustra viene descritto e preannunciato con estrema precisione; non esiste espressione più appropriata per descrivere l’evento rappresentato da Zarathustra, ovvero quell’atto di purificazione e consacrazione straordinaria dell’umanità, di quanto quella presente nelle pagine 41-44.
Coloro che sono fuori moda.
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I quattro “antiquati” sono senz’altro inclini alla guerra. Dimostrano che non ero affatto un “Hans il Sognatore”, che mi diverte estrarre la spada. Forse anche che ho un polso estremamente agile e feroce. Il primo attacco (1873) fu diretto contro l’“istruzione” tedesca, che allora già disprezzavo con crudeltà: senza senso, senza sostanza, senza scopo. Solo una “opinione pubblica”. Non c’è errore più grave che credere che il grande successo militare dei tedeschi dimostri qualcosa a favore di quell’istruzione, o addirittura il loro trionfo su Francia. Il secondo “antiquato” (1874) mette in luce ciò che è pericoloso, ciò che distrugge la vita nel nostro modo di praticare la scienza: la vita, malata a causa di quel meccanismo disumano, della “disumanità” del lavoratore, dell’economia errata della “divisione del lavoro”. Lo scopo viene dimenticato; la cultura, il mezzo per promuovere lo sviluppo scientifico moderno, diventa barbarica. In quest’opera, il “senso storico” di cui questo secolo si vanta è stato riconosciuto per la prima volta come una malattia, come un segno tipico del declino. Nel terzo e nel quarto “antiquati” vengono presentati, come esempi rappresentativi della più estrema autodifesa, dell’autodisciplina assoluta, figure antitetiche di tutto ciò che intorno a loro veniva definito “ricchezza”, “istruzione”, “cristianesimo”, “Bismarck”, “successo”. Schopenhauer e Wagner, o, in una parola, Nietzsche.
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Von diesen vier Attentaten hatte das erste einen außerordentlichen Erfolg. Der Lärm, den es hervorrief, war in jedem Sinne prachtvoll. Ich hatte einer siegreichen Nation an ihre wunde Stelle gerührt – dass ihr Sieg nicht ein Kultur-Ereignis sei, sondern vielleicht, vielleicht etwas ganz anderes … Die Antwort kam von allen Seiten und durchaus nicht bloß von den alten Freunden David Straußens, den ich als Typus eines deutschen Bildungsphilisters und satisfait, kurz als Verfasser seines Bierbank-Evangeliums vom »alten und neuen Glauben« lächerlich gemacht hatte (– das Wort Bildungsphilister ist von meiner Schrift her in der Sprache übrig geblieben). Diese alten Freunde, denen ich als Württembergern und Schwaben einen tiefen Stich versetzt hatte, als ich ihr Wundertier, ihren Strauß komisch fand, antworteten so bieder und grob, als ich’s irgendwie wünschen konnte; die preußischen Entgegnungen waren klüger – sie hatten mehr »Berliner Blau« in sich. Das Unanständigste leistete ein Leipziger Blatt, die berüchtigten »Grenzboten«; ich hatte Mühe, die entrüsteten Basler von Schritten abzuhalten. Unbedingt für mich entschieden sich nur einige alte Herrn, aus gemischten und zum Teil unausfindlichen Gründen. Darunter Ewald in Göttingen, der zu verstehn gab, mein Attentat sei für Strauß tödlich abgelaufen. Insgleichen der alte Hegelianer Bruno Bauer, an dem ich von da an einen meiner aufmerksamsten Leser gehabt habe. Er liebte es, in seinen letzten Jahren, auf mich zu verweisen, zum Beispiel Herrn von Treitschke, dem preußischen Historiografen, einen Wink zu geben, bei wem er sich Auskunft über den ihm verloren gegangenen Begriff »Kultur« holen könne. Das Nachdenklichste, auch das Längste über die Schrift und ihren Autor wurde von einem alten Schüler des Philosophen von Baader gesagt, einem Professor Hoffmann in Würzburg. Er sah aus der Schrift eine große Bestimmung für mich voraus – eine Art Krisis und höchste Entscheidung im Problem des Atheismus herbeizuführen, als dessen instinktivsten und rücksichtslosesten Typus er mich erriet. Der Atheismus war das, was mich zu Schopenhauer führte. – Bei Weitem am besten gehört, am bittersten empfunden wurde eine außerordentlich starke und tapfere Fürsprache des sonst so milden Karl Hillebrand, dieses letzten humanen Deutschen, der die Feder zu führen wusste. Man las seinen Aufsatz in der »Augsburger Zeitung«; man kann ihn heute, in einer etwas vorsichtigeren Form, in seinen gesammelten Schriften lesen. Hier war die Schrift als Ereignis, Wendepunkt, erste Selbstbesinnung, allerbestes Zeichen dargestellt, als eine wirkliche Wiederkehr des deutschen Ernstes und der deutschen Leidenschaft in geistigen Dingen. Hillebrand war voll hoher Auszeichnung für die Form der Schrift, für ihren reifen Geschmack, für ihren vollkommnen Takt in der Unterscheidung von Person und Sache: er zeichnete sie als die beste polemische Schrift aus, die deutsch geschrieben sei – in der gerade für Deutsche so gefährlichen, so widerratbaren Kunst der Polemik. Unbedingt jasagend, mich sogar in dem verschärfend, was ich über die Sprache Verlumpung in Deutschland zu sagen gewagt hatte (– heute spielen sie die Puristen und können keinen Satz mehr bauen –), in gleicher Verachtung gegen die »ersten Schriftsteller« dieser Nation, endete er damit, seine Bewunderung für meinen Mut auszudrücken – jenen »höchsten Mut, der gerade die Lieblinge eines Volkes auf die Anklagebank bringt« … Die Nachwirkung dieser Schrift ist geradezu unschätzbar in meinem Leben. Niemand hat bisher mit mir Händel gesucht. Man schweigt, man behandelt mich in Deutschland mit einer düstern Vorsicht: ich habe seit Jahren von einer unbedingten Redefreiheit Gebrauch gemacht, zu der niemand heute, am wenigsten im »Reich«, die Hand frei genug hat. Mein Paradies ist »unter dem Schatten meines Schwertes« … Im Grunde hatte ich eine Maxime Stendhals praktiziert: er rät an, seinen Eintritt in die Gesellschaft mit einem Duell zu machen. Und wie ich mir meinen Gegner gewählt hatte! den ersten deutschen Freigeist! … In der Tat, eine ganz neue Art Freigeisterei kam damit zum ersten Ausdruck: bis heute ist mir nichts fremder und unverwandter als die ganze europäische und amerikanische Spezies von »libres penseurs«. Mit ihnen als mit unverbesserlichen Flachköpfen und Hanswürsten der »modernen Ideen« befinde ich mich sogar in einem tieferen Zwiespalt als mit irgendwem von ihren Gegnern. Sie wollen auch, auf ihre Art, die Menschheit »verbessern«, nach ihrem Bilde, sie würden gegen das, was ich bin, was ich will, einen unversöhnlichen Krieg machen, gesetzt dass sie es verstünden – sie glauben allesamt noch ans »Ideal« … Ich bin der erste Immoralist –
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Dass die mit dem Namen Schopenhauer und Wagner abgezeichneten Unzeitgemäßen sonderlich zum Verständnis oder auch nur zur psychologischen Fragestellung beider Fälle dienen könnten, möchte ich nicht behaupten – Einzelnes, wie billig, ausgenommen. So wird zum Beispiel mit tiefer Instinkt-Sicherheit bereits hier das Elementarische in der Natur Wagners als eine Schauspieler-Begabung bezeichnet, die in seinen Mitteln und Absichten nur ihre Folgerungen zieht. Im Grunde wollte ich mit diesen Schriften etwas ganz andres als Psychologie treiben – ein Problem der Erziehung ohnegleichen, ein neuer Begriff der Selbstzucht, Selbstverteidigung bis zur Härte, ein Weg zur Größe und zu welthistorischen Aufgaben verlangte nach seinem ersten Ausdruck. Ins Große gerechnet nahm ich zwei berühmte und ganz und gar noch unfestgestellte Typen beim Schopf, wie man eine Gelegenheit beim Schopf nimmt, um etwas auszusprechen, um ein paar Formeln, Zeichen, Sprachmittel mehr in der Hand zu haben. Dies ist zuletzt mit vollkommen unheimlicher Sagazität, auf S. 350 der dritten Unzeitgemäßen auch angedeutet. Dergestalt hat sich Plato des Sokrates bedient, als einer Semiotik für Plato. – Jetzt, wo ich aus einiger Ferne auf jene Zustände zurückblicke, deren Zeugnis diese Schriften sind, möchte ich nicht verleugnen, dass sie im Grunde bloß von mir reden. Die Schrift »Wagner in Bayreuth« ist eine Vision meiner Zukunft; dagegen ist in »Schopenhauer als Erzieher« meine innerste Geschichte, mein Werden eingeschrieben. Vor allem mein Gelöbnis! … Was ich heute bin, wo ich heute bin – in einer Höhe, wo ich nicht mehr mit Worten, sondern mit Blitzen rede –, o wie fern davon war ich damals noch! – Aber ich sah das Land – ich betrog mich nicht einen Augenblick über Weg, Meer, Gefahr – und Erfolg! Die große Ruhe im Versprechen, dies glückliche Hinausschaun in eine Zukunft, welche nicht nur eine Verheißung bleiben soll! – Hier ist jedes Wort erlebt, tief, innerlich; es fehlt nicht am Schmerzlichsten, es sind Worte darin, die geradezu blutrünstig sind. Aber ein Wind der großen Freiheit bläst über alles weg; die Wunde selbst wirkt nicht als Einwand. – Wie ich den Philosophen verstehe, als einen furchtbaren Explosionsstoff, vor dem alles in Gefahr ist, wie ich meinen Begriff »Philosoph« meilenweit abtrenne von einem Begriff, der sogar noch einen Kant in sich schließt, nicht zu reden von den akademischen »Wiederkäuern« und andren Professoren der Philosophie: darüber gibt diese Schrift eine unschätzbare Belehrung, zugegeben selbst dass hier im Grunde nicht »Schopenhauer als Erzieher«, sondern sein Gegensatz, »Nietzsche als Erzieher«, zu Worte kommt. – In Anbetracht, dass damals mein Handwerk das eines Gelehrten war, und, vielleicht auch, dass ich mein Handwerk verstand, ist ein herbes Stück Psychologie des Gelehrten nicht ohne Bedeutung, das in dieser Schrift plötzlich zum Vorschein kommt: es drückt das Distanz-Gefühl aus, die tiefe Sicherheit darüber, was bei mir Aufgabe, was bloß Mittel, Zwischenakt und Nebenwerk sein kann. Es ist meine Klugheit, vieles und vielerorts gewesen zu sein, um eins werden zu können – um zu einem kommen zu können. Ich musste eine Zeitlang auch Gelehrter sein. –
Menschliches, Allzumenschliches
Mit zwei Fortsetzungen
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Of these four attacks, the first one was extraordinarily successful. The uproar it caused was truly magnificent in every sense. I had touched a wounded point of a victorious nation—indicating that their victory was not merely a cultural event, but perhaps something entirely different. Reactions came from all sides, and certainly not only from David Strauss’s old friends, whom I had ridiculed as typical examples of German Bildungsphilister—the self-satisfied, complacent sort who wrote his “Bierbank Gospel” on the “old and new faith” (the term “Bildungsphilister” has remained in use since my writings). These old friends, whom I had deeply offended as a Swab and Württemberger by finding their favorite figure, Strauss, ridiculous, responded in such a naive and crude manner as I could have possibly desired; the Prussian responses were more clever—they contained more of that “Berlin Blue.” The most outrageous reaction came from a Leipzig newspaper, those notorious “Grenzboten”; I had to do my best to prevent outraged Basilians from taking action. Only a few old gentlemen, for various and sometimes incomprehensible reasons, clearly sided with me. Among them was Ewald in Göttingen, who understood that my attack had proved fatal to Strauss. The same was true of the old Hegelian Bruno Bauer, who from then on became one of my most attentive readers. In his later years, he enjoyed referring to me and even hinting at Herr von Treitschke, the Prussian historian, as someone who might provide him with an explanation for the concept of “culture” that had escaped him. The most thoughtful and lengthy analysis of the work and its author came from a former student of the philosopher von Baader, Professor Hoffmann in Würzburg. He saw in my writing a great destiny for me—a kind of crisis and ultimate decision in the struggle against atheism, for he perceived me as its most instinctive and relentless representative. It was atheism that led me to Schopenhauer. By far the strongest and most heartfelt support came from Karl Hillebrand, that last truly humane German who knew how to wield the pen. His essay appeared in the “Augsburger Zeitung”; today it can be read, in a somewhat more cautious form, in his collected works. There, my writing was presented as an event, a turning point, a first act of self-reflection—and above all, as a true return of German seriousness and passion in intellectual matters. Hillebrand was filled with high praise for the form of this writing, for its mature taste, for its perfect grasp of distinguishing between person and thing; he hailed it as the finest polemical work written in German—in that most dangerous, most rebellious art of polemics particular to the Germans. Unquestioningly agreeing with me, even going so far as to amplify what I had said about the degeneration of language in Germany (—today, they pose as purists but are unable to construct a single coherent sentence—), and sharing my contempt for that nation’s “first-rate writers,” he ultimately expressed his admiration for my courage—that “highest kind of courage which brings a people’s favorites to the stand of accusation”. The impact of this letter has been immeasurable in my life. No one has ever challenged me directly; people in Germany treat me with a grim caution. For years, I have enjoyed an absolute freedom of speech that no one else dares to claim today, least of all in the “Reich.” My paradise lies “under the shadow of my sword”. In essence, I had followed Stendhal’s advice: he advised one to make one’s entry into society through a duel. And what an opponent I had chosen! The first German freethinker!. Indeed, a completely new form of freethinking was thus brought into being; to this day, nothing remains more alien and unconnected to me than all those European and American “libres penseurs.” Regarding them as incorrigible fools and buffoons of the “modern ideas,” I find myself in an even deeper conflict with them than with any of their opponents. They too, in their own way, wish to “improve” humanity according to their own ideals; they would wage a relentless war against what I am and what I stand for—were they only capable of understanding it. They still believe in the “ideal.” I am the first immoralist.
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I would not claim that those works marked with the names Schopenhauer and Wagner could be particularly helpful for understanding either case, or even for addressing the psychological aspects involved—except for certain individual instances, admittedly rather superficial ones. For example, it is stated with profound instinctive certainty that the fundamental elements of Wagner’s nature are merely his acting talents, which in their means and intentions merely lead to their inevitable consequences. In essence, what I intended to accomplish with these writings was something entirely different from psychology—a unique issue concerning education, a new concept of self-cultivation and self-defense through sheer determination, a path toward greatness and undertaking tasks of world-historical significance. Broadly speaking, I seized the opportunity to address two famous yet still unproven figures, just as one seizes an opportunity to express certain ideas and to gain a few more tools in the form of formulas, symbols, and linguistic means. This is also hinted at with utterly terrifying prescience on page 350 of the third of these works. In this way, Plato made use of Socrates as a kind of semiotics for his own purposes. Now, looking back from some distance at those states of mind that these writings bear witness to, I must admit that they essentially speak only of me. The work “Wagner in Bayreuth” is a vision of my future; whereas “Schopenhauer as an Educator” records my innermost story, my own process of development—above all, my own pledge!. What I am today, at this height where I no longer speak with words but with lightning—how far I was from that state back then! Yet I saw the path ahead; not for a moment did I deceive myself about the obstacles, seas, dangers—and successes that lay ahead. The great calmness inherent in these promises, this joyful outlook toward a future that must not remain merely a promise. Every word in these writings is born of profound personal experience; they contain even words that are downright bloody. But a wind of immense freedom sweeps everything away; the wound itself is not considered an obstacle. The way I understand philosophers—as terrifying explosives that put everything at risk—the way I separate my concept of “philosopher” from those who still cling to concepts like Kant’s, not to mention the academic “parrots” and other professors of philosophy: this work provides invaluable insights into these matters. Admittedly, what is actually expressed here is not so much “Schopenhauer as an Educator” but rather its opposite: “Nietzsche as an Educator.” – Considering that my profession at that time was that of a scholar, and perhaps also because I truly understood my craft, a certain aspect of the scholar’s mentality that emerges abruptly in this text is certainly not without significance: it expresses a sense of distance, a profound certainty regarding what can be considered my true mission and what merely serves as means, an intermediate step, or a secondary undertaking. It reflects my wisdom—in having been many things in many places—so as to ultimately become one thing, so as to achieve unity. For a time, I too had to be a scholar. –
Human, utterly human.
With two continuations.
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Di questi quattro attentati, il primo ebbe un successo straordinario. Il clamore che suscitò fu davvero imponente sotto ogni aspetto. Avevo toccato nel punto più sensibile una nazione vittoriosa, dimostrando che la sua vittoria non era affatto un evento culturale, ma forse, qualcos’altro del tutto diverso. Le risposte arrivarono da tutte le parti, e non solo dai vecchi amici di David Strauss, quegli che avevo deriso come tipici esempi di “filisti dell’educazione” tedeschi, soddisfatti di sé stessi, in breve, come autori del loro “Vangelo della birreria” sul “vecchio e nuovo credo” (il termine “filisti dell’educazione” è rimasto nella lingua grazie alla mia scrittura). Quegli stessi vecchi amici, a cui avevo inflitto un profondo dolore come Württemberger e Schwabe, quando avevo trovato ridicolo il loro “animale sacro”, Strauss, risposero in modo così semplicistico e grossolano proprio come avrei potuto desiderare; le risposte provenienti dalla Prussia erano invece più sagge, contenevano di più quel caratteristico “blu berlinese”. La cosa più indecente fu compiuta da un giornale di Lipsia, quei famigerati “Grenzboten”; ebbi difficoltà a impedire ai Basiliensi indignati di intraprendere qualche azione. Solo alcuni vecchi signori si pronunciarono decisamente a mio favore, per motivi misti e in parte incomprensibili. Tra questi c’era Ewald a Göttingen, che mi fece capire che il mio attacco aveva avuto conseguenze fatali per Strauss. Lo stesso valeva per l’ex hegeliano Bruno Bauer, che da allora divenne uno dei miei lettori più attenti; negli ultimi anni della sua vita amava fare riferimento a me, indicando ad esempio al storico prussiano von Treitschke la fonte da cui poteva attingere informazioni sul concetto di “cultura”, che gli era sfuggito. Le riflessioni più profonde e dettagliate sulla mia opera e sul suo autore vennero espresse da un vecchio allievo del filosofo von Baader, il professor Hoffmann a Würzburg. Lui vedeva nella mia opera una grande destinazione per me: quella di provocare una crisi e una decisione finale nel problema dell’ateismo, riconoscendomi come il suo tipo più istintivo e spietato. Fu proprio l’ateismo a portarmi verso Schopenhauer. Di gran lunga la reazione migliore e più sentita fu quella di Karl Hillebrand, solitamente così mite; egli scrisse un articolo molto forte e coraggioso sul “Augsburger Zeitung”; oggi possiamo leggerlo, in una forma un po’ più moderata, nelle sue opere raccolte. In quell’articolo la mia opera veniva presentata come un evento significativo, un punto di svolta, il primo segno di una vera riflessione su me stesso, come un vero ritorno alla serietà e alla passione tedesche in ambito spirituale. Hillebrand era pienamente convinto della bontà di quella forma letteraria: del suo gusto raffinato, del suo perfetto equilibrio nella distinzione tra persona e cosa. La definì la migliore opera polemica scritta in tedesco, proprio in quell’arte della polemica che per i tedeschi rappresenta una vera e propria minaccia, un’attività pericolosa e spregevole. Concordava pienamente con me, anzi, approvava ancora di più ciò che avevo detto riguardo alla degenerazione del linguaggio in Germania – oggi i puristi non sono più in grado nemmeno di costruire frasi corrette – e condivideva la mia stessa disprezzo per i “primi scrittori” di questa nazione. Alla fine, esprimeva il suo ammiramento per il mio coraggio, quel “coraggio supremo che porta proprio coloro che sono amati da un popolo sul banco degli imputati”. L’impatto di quella lettera è stato davvero inestimabile nella mia vita: nessuno ha mai cercato di confrontarsi con me. La gente tace, mi tratta in Germania con una sorta di timore reverenziale; da anni ho goduto di una libertà di espressione assoluta, qualcosa che oggi nessuno, soprattutto nel “Regno”, oserebbe più pretendere. Il mio paradiso, è “sotto l’ombra della mia spada”. In fondo, avevo applicato la massima di Stendhal: consiglia di entrare nella società attraverso un duello. E quale avversario avevo scelto! Il primo libero pensatore tedesco. In realtà, con lui si manifestò per la prima volta un tipo completamente nuovo di libertà di pensiero: fino ad oggi nulla mi è più estraneo e diverso da tutta quella specie di “liberi pensatori” europei e americani. Per me, loro rappresentano soltanto ignoranti e buffoni delle “idee moderne”; mi trovo in un conflitto ancora più profondo con loro che con i loro oppositori. Anche loro, a modo loro, vogliono “migliorare” l’umanità secondo i loro ideali. Se solo riuscissero a capire ciò che sono io, ciò che desidero. Tutti credono ancora nell’“ideale”. Io sono il primo immoralista.
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Non vorrei affermare che quelle opere contrassegnate dai nomi di Schopenhauer e Wagner possano essere particolarmente utili per comprendere, o anche solo per affrontare dal punto di vista psicologico, i casi in questione – ad eccezione di alcuni aspetti, ovviamente. Ad esempio, si indica con profonda certezza istintiva che l’elemento fondamentale presente nella natura di Wagner sia una sorta di talento recitativo, il quale, nei suoi mezzi e nelle sue intenzioni, non fa altro che produrre le proprie conseguenze. In realtà, con queste opere volevo affrontare qualcosa di completamente diverso dalla psicologia: un problema educativo senza precedenti, un nuovo concetto di autodisciplina e autodifesa fino alla massima severità; un percorso verso la grandezza e verso compiti di rilievo per la storia del mondo. In sostanza, ho preso due figure famose ma ancora del tutto inesplorate come strumenti per esprimere i miei pensieri, per disporre di ulteriori formule, segni e mezzi linguistici. Questo aspetto è anche accennato con estrema perspicacia a pagina 350 della terza delle opere in questione. In questo modo, Platone si è servito di Socrate come strumento per una sorta di semiotica. Ora, guardando da lontano a quei momenti di cui queste opere sono testimonianze, non voglio negare che, in fondo, parlino soltanto di me. Il saggio “Wagner a Bayreuth” è una visione del mio futuro; al contrario, nel “Schopenhauer come educatore” è racchiusa la mia storia più intima, il mio percorso personale. Soprattutto il mio impegno!. Quello che sono oggi, in questa posizione in cui non parlo più con parole, ma con lampi, quanto lontano ne ero allora!. Ma vedevo quel paese chiaramente; non mi sono mai ingannato riguardo al cammino da percorrere, ai mari da attraversare, ai pericoli da affrontare, e anche al successo! Quella grande tranquillità che deriva dalla fiducia in una futura che non debba rimanere solo una promessa. Ogni parola di queste opere è vissuta profondamente, interiormente; non mancano certo gli aspetti più dolorosi. Ci sono parole in esse che sembrano quasi crudele. Ma un vento di grande libertà soffia su tutto; la stessa ferita non rappresenta più un ostacolo. Come intendo comprendere il filosofo, come una sostanza esplosiva terribile dalla quale tutto può essere messo in pericolo. Come separo il concetto di “filosofo” da quello che include persino figure come Kant, per non parlare degli “ripetitori” accademici e di altri professori di filosofia. Quest’opera fornisce una lezione inestimabile su questo argomento; ammetto che, in fondo, non si tratti di “Schopenhauer come educatore”, ma del suo opposto: “Nietzsche come educatore”. – Considerando che all’epoca la mia professione era quella di studioso, e forse anche il fatto che ne comprendessi i meccanismi, un aspetto psicologico piuttosto marcato dello studioso non è privo di significato; appare improvvisamente in quest’opera e esprime quel senso di distanza, quell’assoluta certezza riguardo a ciò che può essere considerato mia vera missione e ciò che rappresenta soltanto mezzi, passaggi intermedi o elementi secondari. È stata la mia saggezza quella di aver vissuto molte esperienze in luoghi diversi, per poter unire tutto ciò in un’unica realtà. Per poter diventare qualcosa di concreto. Per un certo periodo, ho dovuto anche essere uno studioso. –
Umano, assolutamente umano.
Con due continuazioni.
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»Menschliches, Allzumenschliches« ist das Denkmal einer Krisis. Es heißt sich ein Buch für freie Geister: fast jeder Satz darindrückt einen Sieg aus – ich habe mich mit demselben vom Unzugehörigen in meiner Natur frei gemacht. Unzugehörig ist mir der Idealismus: der Titel sagt »wo ihr ideale Dinge seht, sehe ich – Menschliches, ach nur Allzumenschliches!« … Ich kenne den Menschen besser … In keinem andren Sinne will das Wort »freier Geist« hier verstanden werden: ein frei gewordner Geist, der von sich selber wieder Besitz ergriffen hat. Der Ton, der Stimmklang hat sich völlig verändert: man wird das Buch klug, kühl, unter Umständen hart und spöttisch finden. Eine gewisse Geistigkeit vornehmen Geschmacks scheint sich beständig gegen eine leidenschaftlichere Strömung auf dem Grunde obenauf zu halten. In diesem Zusammenhang hat es Sinn, dass es eigentlich die hundertjährige Todesfeier Voltaires ist, womit sich die Herausgabe des Buchs schon für das Jahr 1878 gleichsam entschuldigt. Denn Voltaire ist, im Gegensatz zu allem, was nach ihm schrieb, vor allem ein grandseigneur des Geistes: genau das, was ich auch bin. – Der Name Voltaire auf einer Schrift von mir – das war wirklich ein Fortschritt – zu mir … Sieht man genauer zu, so entdeckt man einen unbarmherzigen Geist, der alle Schlupfwinkel kennt, wo das Ideal heimisch ist – wo es seine Burgverliese und gleichsam seine letzte Sicherheit hat. Eine Fackel in den Händen, die durchaus kein »fackelndes« Licht gibt, mit einer schneidenden Helle wird in diese Unterwelt des Ideals hineingeleuchtet. Es ist der Krieg, aber der Krieg ohne Pulver und Dampf, ohne kriegerische Attitüden, ohne Pathos und verrenkte Gliedmaßen – dies alles selbst wäre noch »Idealismus«. Ein Irrtum nach dem andern wird gelassen aufs Eis gelegt, das Ideal wird nicht widerlegt – es erfriert … Hier zum Beispiel erfriert »das Genie«; eine Ecke weiter erfriert »der Heilige«: unter einem dicken Eiszapfen erfriert »der Held«; am Schluss erfriert »der Glaube«, die sogenannte »Überzeugung«, auch das »Mitleiden« kühlt sich bedeutend ab – fast überall erfriert »das Ding an sich« …
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Die Anfänge dieses Buchs gehören mitten in die Wochen der ersten Bayreuther Festspiele hinein; eine tiefe Fremdheit gegen alles, was mich dort umgab, ist eine seiner Voraussetzungen. Wer einen Begriff davon hat, was für Visionen mir schon damals über den Weg gelaufen waren, kann erraten, wie mir zumute war, als ich eines Tags in Bayreuth aufwachte. Ganz als ob ich träumte … Wo war ich doch? Ich erkannte nichts wieder, ich erkannte kaum Wagner wieder. Umsonst blätterte ich in meinen Erinnerungen. Tribschen – eine ferne Insel der Glückseligen: kein Schatten von Ähnlichkeit. Die unvergleichlichen Tage der Grundsteinlegung, die kleine zugehörige Gesellschaft, die sie feierte und der man nicht erst Finger für zarte Dinge zu wünschen hatte: kein Schatten von Ähnlichkeit. Was war geschehn? – Man hatte Wagner ins Deutsche übersetzt! Der Wagnerianer war Herr über Wagner geworden! – Die deutsche Kunst! Der deutsche Meister! Das deutsche Bier! … Wir andern, die wir nur zu gut wissen, zu was für raffinierten Artisten, zu welchem Kosmopolitismus des Geschmacks Wagners Kunst allein redet, waren außer uns, Wagner mit deutschen »Tugenden« behängt wiederzufinden. – Ich denke, ich kenne den Wagnerianer, ich habe drei Generationen »erlebt«, vom seligen Brendel an, der Wagner mit Hegel verwechselte, bis zu den »Idealisten« der Bayreuther Blätter, die Wagner mit sich selbst verwechseln – ich habe alle Art Bekenntnisse »schöner Seelen« über Wagner gehört. Ein Königreich für ein gescheites Wort! – In Wahrheit, eine haarsträubende Gesellschaft! Nohl, Pohl, Kohl mit Grazie in infinitum! Keine Missgeburt fehlt darunter, nicht einmal der Antisemit. – Der arme Wagner! Wohin war er geraten! – Wäre er doch wenigstens unter die Säue gefahren! Aber unter Deutsche! … Zuletzt sollte man, zur Belehrung der Nachwelt, einen echten Bayreuther ausstopfen, besser noch in Spiritus setzen, denn an Spiritus fehlt es –, mit der Unterschrift: so sah der »Geist« aus, auf den hin man das »Reich« gründete … Genug, ich reiste mitten drin für ein paar Wochen ab, sehr plötzlich, trotzdem dass eine charmante Pariserin mich zu trösten suchte; ich entschuldigte mich bei Wagner bloß mit einem fatalistischen Telegramm. In einem tief in Wäldern verborgnen Ort des Böhmerwalds, Klingenbrunn, trug ich meine Melancholie und Deutschen-Verachtung wie eine Krankheit mit mir herum – und schrieb von Zeit zu Zeit, unter dem Gesamttitel »Die Pflugschar«, einen Satz in mein Taschenbuch, lauter harte Psychologika, die sich vielleicht in »Menschliches, Allzumenschliches« noch wiederfinden lassen.
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Was sich damals bei mir entschied, war nicht etwa ein Bruch mit Wagner – ich empfand eine Gesamt-Abirrung meines Instinkts, von der der einzelne Fehlgriff, heiße er nun Wagner oder Basler Professur, bloß ein Zeichen war. Eine Ungeduld mit mir überfiel mich; ich sah ein, dass es die höchste Zeit war, mich auf mich zurückzubesinnen. Mit einem Male war mir auf eine schreckliche Weise klar, wie viel Zeit bereits verschwendet sei – wie nutzlos, wie willkürlich sich meine ganze Philologen-Existenz an meiner Aufgabe ausnehme. Ich schämte mich dieser falschen Bescheidenheit … Zehn Jahre hinter mir, wo ganz eigentlich die Ernährung des Geistes bei mir stillgestanden hatte, wo ich nichts Brauchbares hinzugelernt hatte, wo ich unsinnig viel über einen Krimskrams verstaubter Gelehrsamkeit vergessen hatte. Antike Metriker mit Akribie und schlechten Augen durchkriechen – dahin war es mit mir gekommen! – Ich sah mit Erbarmen mich ganz mager, ganz abgehungert: die Realitäten fehlten geradezu innerhalb meines Wissens, und die »Idealitäten« taugten den Teufel was! – Ein geradezu brennender Durst ergriff mich: von da an habe ich in der Tat nichts mehr getrieben als Physiologie, Medizin und Naturwissenschaften – selbst zu eigentlichen historischen Studien bin ich erst wieder zurückgekehrt, als die Aufgabe mich gebieterisch dazu zwang. Damals erriet ich auch zuerst den Zusammenhang zwischen einer instinktwidrig gewählten Tätigkeit, einem sogenannten »Beruf«, zu dem man am letzten berufen ist und jenem Bedürfnis nach einer Betäubung des Öde- und Hungergefühls durch eine narkotische Kunst – zum Beispiel durch die Wagnersche Kunst. Bei einem vorsichtigeren Umblick habe ich entdeckt, dass für eine große Anzahl junger Männer der gleiche Notstand besteht: eine Widernatur erzwingt förmlich eine zweite. In Deutschland, im »Reich«, um unzweideutig zu reden, sind nur zu viele verurteilt, sich unzeitig zu entscheiden und dann, unter einer unabwerfbar gewordnen Last, hinzusiechen … Diese verlangen nach Wagner als nach einem Opiat – sie vergessen sich, sie werden sich einen Augenblick los … Was sage ich! fünf bis sechs Stunden! –
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Damals entschied sich mein Instinkt unerbittlich gegen ein noch längeres Nachgeben, Mitgehn, Mich-selbst-Verwechseln. Jede Art Leben, die ungünstigsten Bedingungen, Krankheit, Armut – alles schien mir jener unwürdigen »Selbstlosigkeit« vorziehenswert, in die ich zuerst aus Unwissenheit, aus Jugend geraten war, in der ich später aus Trägheit, aus sogenanntem »Pflichtgefühl« hängen geblieben war. – Hier kam mir auf eine Weise, die ich nicht genug bewundern kann, und gerade zur rechten Zeit jene schlimme Erbschaft vonseiten meines Vaters her zu Hilfe – im Grunde eine Vorbestimmung zu einem frühen Tode. Die Krankheit löste mich langsam heraus: sie ersparte mir jeden Bruch, jeden gewalttätigen und anstößigen Schritt. Ich habe kein Wohlwollen damals eingebüßt und viel noch hinzugewonnen. Die Krankheit gab mir insgleichen ein Recht zu einer vollkommnen Umkehr aller meiner Gewohnheiten; sie erlaubte, sie geht mir Vergessen; sie beschenkte mich mit der Nötigung zum Stillliegen, zum Müßiggang, zum Warten und Geduldigsein … Aber das heißt ja denken! … Meine Augen allein machten ein Ende mit aller Bücherwürmerei, auf deutsch Philologie: ich war vom »Buch« erlöst, ich las jahrelang nichts mehr – die größte Wohltat, die ich mir je erwiesen habe! – Jenes unterste Selbst, gleichsam verschüttet, gleichsam still geworden unter einem beständigen Hören-Müssen auf andre Selbste (– und das heißt ja lesen!) erwachte langsam, schüchtern, zweifelhaft – aber endlich redete es wieder. Nie habe ich so viel Glück an mir gehabt als in den kränksten und schmerzhaftesten Zeiten meines Lebens: man hat nur die »Morgenröte« oder etwa den »Wanderer und seinen Schatten« sich anzusehn, um zu begreifen, was diese »Rückkehr zu mir« war: eine höchste Art von Genesung selbst! … Die andre folgte bloß daraus. –
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“Humanity, nothing but humanity” is a monument to a crisis. It claims to be a book for free-minded souls: nearly every sentence in it celebrates a victory—I have used the same approach to free myself from what is alien to my very nature. Idealism is something alien to me; the title says, “Where you see ideal things, I see only humanity—nothing but humanity!”. I know humans better than anyone else. In no other sense should the phrase “free-minded soul” be understood here: it refers to a mind that has been set free but has once again taken control of itself. The tone, the manner in which these ideas are expressed, has completely changed; one might find this book clever, cold, and even harsh and mocking at times. A certain intellectual sophistication seems constantly to be fighting against a more passionate underlying current. In this context, it makes sense that this publication actually marks the centenary of Voltaire’s death—thus, it could be said that the release of this book is in some way an apology for the year 1878. For Voltaire, unlike everything that was written after him, was foremost a lord of the intellect: precisely what I am too.. The name Voltaire on one of my writings—that was truly a step forward. Upon closer inspection, however, one discovers a merciless mind that knows all the hiding places where idealism dwells—where it has its dungeons and its last bastions of security. Holding a torch that emits no “flaming” light, but rather a piercing brightness, this mind shines into the underworld of ideals. It is a war—but a war without gunpowder or steam, without aggressive attitudes, without pathos or distorted emotions; even all these things would still be considered “idealism.” One mistake after another is calmly laid bare; the ideal is not refuted—it simply freezes. Here, for example, “genius” freezes; a little further on, “the holy” freezes; under a thick layer of ice, “the hero” freezes; and in the end, even “faith,” that so-called “conviction,” cools down significantly—almost everywhere, “things themselves” freeze.
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The beginnings of this book coincide with the first weeks of the Bayreuth Festspiele; a profound sense of alienation towards everything surrounding me there was one of its underlying conditions. Anyone who has any idea of the kind of visions that confronted me back then can imagine how I must have felt when I woke up in Bayreuth one day. It was as if I were dreaming. Where was I? I didn’t recognize anything anymore; I could hardly even recognize Wagner. In vain did I rummage through my memories. Tribschen—a distant island of blissful happiness, not the slightest resemblance. Those unparalleled days of the festival’s inception, the small circle of people who celebrated it, for whom one didn’t even need to wish for delicate things, not a single trace of similarity. What had happened? Wagner had been translated into German! The Wagnerian had become the master of Wagner’s work! German art! The German genius! German beer!. We others, who know all too well what kind of sophisticated “artists” and what kind of cosmopolitanism of taste Wagner’s art alone can inspire, were simply stunned to find Wagner adorned with German “virtues.”. I think I know the Wagnerian well; I have “experienced” three generations of them—starting with the blessed Brendel, who confused Wagner with Hegel, all the way to the “idealists” of the Bayreuth Blätter, who confuse Wagner with himself. I have heard all sorts of declarations from “noble souls” about Wagner. A kingdom for a clever word indeed!. In truth, it’s a truly horrifying society: Nohl, Pohl, Kohl—each one of them plunging headlong into infinitude with their grace. Not a single freak or even an antisemit is missing from the bunch.. Poor Wagner! Where had he ended up?. It would have been better if he had gone to live among pigs! But instead, among Germans!. Finally, for the education of future generations, one should stuff a real Bayreuther into a museum exhibit—preferably soak him in alcohol, since there is certainly a shortage of that these days—and label it: “This is what the ‘spirit’ looked like when they built this ‘realm’, ” Enough. I left suddenly, during those weeks, even though a charming Parisian woman tried to comfort me; I merely sent Wagner a fatalistic telegram as my excuse. In a remote place hidden deep in the Bohemian Forest, in Klingenbrunn, I carried around my melancholy and my contempt for Germans like a disease. From time to time, under the overall title “The Plowshare,” I would jot down a sentence or two in my notebook—mostly harsh psychological observations that might perhaps still be found within the realm of “humanity, in all its humanity.”
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What happened to me at that time was not so much a break with Wagner as rather a complete deviation from my instincts—each individual mistake, whether it involved Wagner or a position as a professor in Basel, was merely a symptom of this broader deviation. A sense of impatience overtook me; I realized it was high time for me to reflect deeply on myself. Suddenly, in a terrifying way, I became aware of how much time had already been wasted—how utterly useless and arbitrary my entire career as a philologist had been in relation to my true goals. I felt ashamed of this false modesty. Ten years had passed during which I had done nothing meaningful to nourish my mind; instead, I had wasted countless hours on trivial matters related to outdated scholarship. There I was—scratching through ancient metrical rules with meticulousness but poor eyesight! With compassion, I saw how emaciated and depleted I had become: the realities of life were virtually absent from my knowledge, while those so-called “ideals” were utterly worthless! A burning thirst seized me—I then devoted myself entirely to the study of physiology, medicine, and natural sciences. It was only when these pursuits became imperative that I returned to historical studies. At that moment, I also understood for the first time the connection between an activity chosen against one’s instincts—a so-called “career”—and the desire to numb feelings of boredom and hunger through some form of artistic indulgence, such as Wagner’s music. Upon closer reflection, I realized that countless young men face the same dilemma: a force contrary to their nature forces them to pursue a path they are truly not meant for. In Germany, to use no euphemisms, far too many people are doomed to make ill-chosen decisions and then struggle under an unbearable burden. They crave Wagner as if it were an opiate—temporarily forgetting themselves, even if for just a few hours.
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At that time, my instinct unyieldingly refused to yield any further, to continue to comply, to confuse myself with others. Any kind of life, the most unfavorable conditions, illness, poverty—everything seemed preferable to that unworthy “selflessness” into which I had first fallen out of ignorance, out of youth, and later remained stuck there out of laziness, out of so-called “sense of duty.” – At that very moment, in a way I can hardly enough admire, that terrible inheritance from my father came to my rescue—essentially, a predestined fate for an early death. The illness gradually freed me: it spared me every struggle, every violent and offensive step. I did not lose any goodwill at that time; on the contrary, I gained much. The illness even gave me the right to completely change all my habits; it allowed me to forget them; it bestowed upon me the necessity to lie still, to idle away time, to wait, and to be patient. But that means thinking!. Just by looking at things around me, I put an end to all that pedantic concern with books, with German philology: I was liberated from the “book”; for many years, I read nothing at all—the greatest kindness I have ever done to myself! – That lowest part of my self, which had seemed to be buried, to have become silent under the constant need to listen to other selves (– and that means reading, after all!) gradually awakened, timidly, hesitantly, but finally, it spoke again. I have never had so much luck in my life as during those most sick and painful times: one only needs to look at things like “The Dawn” or “The Wanderer and His Shadow” to understand what this “return to myself” meant—a supreme form of healing!. The rest simply followed from that.
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“Cose umane, soltanto cose umane” è un monumento a una crisi. Si tratta di un libro destinato a spiriti liberi: quasi ogni frase esprime una vittoria; anch’io mi sono liberato con lo stesso spirito da ciò che era estraneo alla mia natura. L’idealismo è per me qualcosa di estraneo: il titolo dice “dove voi vedete cose ideali, io vedo soltanto cose umane, ”. Conosco meglio l’uomo. In nessun altro senso si deve intendere qui il termine “spirito libero”: si tratta di uno spirito che si è liberato e che ha nuovamente preso possesso di sé stesso. Il tono, il timbro della voce sono completamente cambiati: si troverà questo libro intelligente, freddo, talvolta duro e sarcastico. Una certa intelligenza di gusto apparentemente nobile sembra sempre opporsi a una corrente più appassionata che si nasconde in profondità. In questo contesto ha senso il fatto che sia proprio la centenaria celebrazione della morte di Voltaire ad aver motivato la pubblicazione di questo libro già per l’anno 1878. Perché Voltaire, a differenza di tutto ciò che è stato scritto dopo di lui, è soprattutto un “gran signore dello spirito”: proprio ciò che sono anch’io. Il nome Voltaire su una mia opera. Questo è davvero stato un passo avanti. Se si guarda più attentamente, si scopre uno spirito spietato che conosce tutti gli angoli nascosti in cui l’ideale ha il suo rifugio, le sue prigioni, la sua ultima sicurezza. Con una torcia in mano – che tuttavia non emette alcuna luce “fiammeggiante” – si illumina questo regno sotterraneo dell’ideale. È la guerra, ma una guerra senza polvere da sparo né vapore, senza atteggiamenti bellicosi, senza pathos né arti marziali contorte. Anche tutto ciò potrebbe essere considerato “idealismo”. Un errore dopo l’altro viene lasciato tranquillamente esposto al freddo; l’ideale non viene confutato, si congela semplicemente. Qui, ad esempio, “il genio” si congela; poco più avanti “il santo”; sotto un grosso ghiacciolo “l’eroe”; alla fine “la fede”, quella cosiddetta “convizione”; anche il “compassione” si raffredda notevolmente. Quasi ovunque “la cosa in sé” si congela.
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Gli inizi di questo libro risalgono proprio alle settimane dei primi Festival di Bayreuth; una profonda estraneità verso tutto ciò che mi circondava lì è stata una delle condizioni necessarie per scriverlo. Chi abbia un’idea di quali visioni mi si siano presentate in quel periodo può immaginare come mi sentissi quando un giorno mi svegliai a Bayreuth. Come se fossi in sogno. Dove ero finito? Non riconoscevo più nulla, quasi nemmeno Wagner. Inutilmente sfogliavo i miei ricordi. Tribschen, un’isola lontana di felicità. Nessuna somiglianza con ciò che avevo vissuto prima. I giorni indimenticabili della fondazione del festival, quella piccola comunità che li celebrava, nessuna traccia di quei tempi. Cosa era successo? Avevano tradotto Wagner in tedesco. Il wagneriano era diventato il padrone stesso dell’opera di Wagner. L’arte tedesca. Il maestro tedesco. La birra tedesca. Noi, che sappiamo troppo bene a quali raffinati “artisti” e a quale cosmopolitismo del gusto si riferisce l’arte wagneriana, eravamo sconvolti all’idea di ritrovare Wagner adornato delle “virtù” tedesche. Penso di conoscere bene questi wagneriani. Ho “vissuto” tre generazioni: da quel beato Brendel che confondeva Wagner con Hegel, fino agli “idealisti” delle riviste di Bayreuth che confondevano Wagner con se stessi. Ho ascoltato ogni sorta di dichiarazioni di “anime belle” su Wagner. Un regno per una parola intelligente. In realtà, una società davvero inquietante. Nohl, Pohl, Kohl, e tanti altri, tutti immersi nell’“infinito”. Non manca nessuna figura strana, nemmeno quelli antisemiti. Povero Wagner. Dove era finito. Meglio se fosse andato tra i maiali. Ma tra i tedeschi. Alla fine, per l’insegnamento delle future generazioni, si dovrebbe imbalsamare un vero bayreutese, meglio ancora conservarlo in alcol, perché di alcol non manca certo, con la seguente didascalia: così appariva lo “spirito” su cui si fondava quel “regno”. Basta. Partii all’improvviso, nonostante una affascinante parigina cercasse di consolarmi. Mi scusai con Wagner con un telegramma fatalista. In un luogo nascosto tra le foreste del Bohmerwald, Klingenbrunn, portavo con me la mia malinconia e il mio disprezzo per i tedeschi. Di tanto in tanto scrivevo qualcosa nel mio taccuino, sotto il titolo generale “La falce che ara”, frasi dure, di psicologia spietata, forse ancora riconducibili a concetti di “umanità, cose umane”.
3
Quello che allora decisi non fu certo una rottura con Wagner: piuttosto, percepii un’intera deviazione del mio istinto, di cui ogni singolo errore commesso – che si trattasse di Wagner o di una posizione accademica a Basilea – non era altro che un segno. Una sorta di impazienza mi assalì; capii che era giunto il momento di riflettere seriamente su me stesso. All’improvviso, in modo terribile, mi resi conto di quanta tempo fosse stato sprecato. Di quanto fosse inutile e casuale la mia intera esistenza da filologo rispetto all’obiettivo che mi ero prefisso. Mi vergognai di quella falsa umiltà. Dieci anni erano trascorsi senza che il mio spirito ricevesse alcun nutrimento reale; non avevo imparato nulla di utile, avevo dimenticato troppe cose riguardo a quelle noiose questioni accademiche. Passare le giornate a studiare metri antichi con meticolosità e cattivi occhi. Ecco a cosa era ridotta la mia vita! Mi vidi completamente svuotato, privo di realtà. Le “ideali” che avevo in mente non valevano assolutamente nulla. Una sete ardente mi invase; da quel momento in poi, non feci altro che studiare fisiologia, medicina e scienze naturali. Solo quando la necessità lo richiese, tornai a dedicarmi agli studi storici. Fu allora che compresi per la prima volta il legame tra un’attività scelta contro natura – quel cosiddetto “lavoro” per cui in realtà nessuno è veramente chiamato – e il bisogno di anestetizzare i propri sentimenti di noia e fame attraverso un’arte, come l’arte wagneriana, ad esempio. Guardandomi intorno con maggiore attenzione, scoprii che molti giovani uomini si trovavano nella stessa situazione: una forza contraria alla loro natura li costringeva a scegliere strade errate. In Germania, per essere precisi, troppi erano condannati a non decidere nel momento giusto e poi, sotto un peso insopportabile, a continuare ad andare avanti. Questi giovani cercavano in Wagner un’ancora di salvezza, si dimenticavano di sé stessi, per un attimo. Che dire! per cinque o sei ore al massimo.
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In quel momento, il mio istinto decise con fermezza di non cedere ulteriormente, di non continuare a conformarmi agli altri, di non confondere più me stesso con loro. Qualsiasi tipo di vita, le condizioni più avverse, la malattia, la povertà, tutto mi sembrava preferibile a quella “disprezzabile altruismo” in cui ero caduto all’inizio per ignoranza, per giovinezza, e in cui poi ero rimasto intrappolato per pigrizia, per quel cosiddetto “senso del dovere”. Fu proprio in quel momento che, in modo che non posso abbastanza lodare, e proprio al momento giusto, intervenne quella terribile eredità lasciata da mio padre. In fondo, era una sorta di predestinazione a una morte prematura. La malattia mi liberò lentamente: mi risparmiò ogni rottura, ogni passo violento e offensivo. Non persi alcuna forma di benessere in quel periodo; anzi, ne guadagnai molto. La malattia mi diede il diritto di cambiare completamente tutte le mie abitudini; mi permise di dimenticare. Mi donò la necessità di stare a letto, di oziare, di aspettare e di essere paziente. Ma questo significa pensare! I miei occhi, soltanto i miei occhi, misero fine a tutta quella presunzione intellettuale, a quella cosiddetta filologia tedesca: fui “liberato dai libri”; per anni non lessi più nulla. La più grande grazia che mi sia mai stata concessa! Quel “io” più profondo, quasi sepolto, quasi silenzioso sotto l’obbligo costante di ascoltare gli altri (“e questo significa leggere!”), iniziò lentamente a risvegliarsi, timidamente, incertamente. Ma alla fine riprese a parlare. Non ho mai avuto così tanto fortuna nella mia vita come nei momenti più difficili e dolorosi: basta guardare la “alba” o il “passeggiatore e la sua ombra” per capire cosa significasse questa “ritrovata me stessa”: era una forma suprema di guarigione. E tutto il resto ne derivò naturalmente.
5
Menschliches, Allzumenschliches, dies Denkmal einer rigorosen Selbstzucht, mit der ich bei mir allem eingeschleppten »höheren Schwindel«, »Idealismus«, »schönen Gefühl« und andren Weiblichkeiten ein jähes Ende bereitete, wurde in allen Hauptsachen in Sorrent niedergeschrieben; es bekam seinen Schluss, seine endgültige Form in einem Basler Winter, unter ungleich ungünstigeren Verhältnissen als denen in Sorrent. Im Grunde hat Herr Peter Gast, damals an der Basler Universität studierend und mir sehr zugetan, das Buch auf dem Gewissen. Ich diktierte, den Kopf verbunden und schmerzhaft, er schrieb ab, er korrigierte auch – er war im Grunde der eigentliche Schriftsteller, während ich bloß der Autor war. Als das Buch endlich fertig mir zu Händen kam – zur tiefen Verwunderung eines Schwerkranken –, sandte ich, unter anderem, auch nach Bayreuth zwei Exemplare. Durch ein Wunder von Sinn im Zufall kam gleichzeitig bei mir ein schönes Exemplar des Parsifal-Textes an, mit Wagners Widmung an mich »seinem theuren Freunde Friedrich Nietzsche, Richard Wagner, Kirchenrath«. – Diese Kreuzung der zwei Bücher – mir war’s, als ob ich einen ominösen Ton dabei hörte. Klang es nicht, als ob sich Degen kreuzten! … Jedenfalls empfanden wir es beide so: denn wir schwiegen beide. – Um diese Zeit erschienen die ersten Bayreuther Blätter: ich begriff, wozu es höchste Zeit gewesen war. – Unglaublich! Wagner war fromm geworden …
6
Wie ich damals (1876) über mich dachte, mit welcher ungeheuren Sicherheit ich meine Aufgabe und das Welthistorische an ihr in der Hand hielt, davon legt das ganze Buch, vor allem aber eine sehr ausdrückliche Stelle Zeugnis ab: nur dass ich, mit der bei mir instinktiven Arglist, auch hier wieder das Wörtchen »ich« umging und diesmal nicht Schopenhauer oder Wagner, sondern einen meiner Freunde, den ausgezeichneten Dr. Paul Rée, mit einer welthistorischen Glorie überstrahlte – zum Glück ein viel zu feines Tier, als dass … Andre waren weniger fein: ich habe die Hoffnungslosen unter meinen Lesern, zum Beispiel den typischen deutschen Professor, immer daran erkannt, dass sie, auf diese Stelle hin, das ganze Buch als höheren Réealismus verstehn zu müssen glaubten … In Wahrheit enthielt es den Widerspruch gegen fünf, sechs Sätze meines Freundes: man möge darüber die Vorrede zur »Genealogie der Moral« nachlesen. – Die Stelle lautet: Welches ist doch der Hauptsatz, zu dem einer der kühnsten und kältesten Denker, der Verfasser des Buchs »Über den Ursprung der moralischen Empfindungen« (lisez: Nietzsche, der erste Immoralist) vermöge seiner ein- und durchschneidenden Analysen des menschlichen Handelns gelangt ist! »Der moralische Mensch steht der intelligiblen Welt nicht näher als der physische – denn es gibt keine intelligible Welt …« Dieser Satz, hart und schneidig geworden unter dem Hammerschlag der historischen Erkenntnis (lisez: Umwertung aller Werte) kann vielleicht einmal, in irgendwelcher Zukunft – 1890! – als die Axt dienen, welche dem »metaphysischen Bedürfnis« der Menschheit an die Wurzel gelegt wird – ob mehr zum Segen oder zum Fluche der Menschheit, wer wüsste das zu sagen? Aber jedenfalls als ein Satz der erheblichsten Folgen, fruchtbar und furchtbar zugleich und mit jenem Doppelblick in die Welt sehend, welchen alle großen Erkenntnisse haben …
Morgenröte
Gedanken über die Moral als Vorurteil
1
Mit diesem Buche beginnt mein Feldzug gegen die Moral. Nicht dass es den geringsten Pulvergeruch an sich hätte – man wird ganz andre und viel lieblichere Gerüche an ihm wahrnehmen, gesetzt, dass man einige Feinheit in den Nüstern hat. Weder großes, noch auch kleines Geschütz: ist die Wirkung des Buches negativ, so sind es seine Mittel umso weniger, diese Mittel, aus denen die Wirkung wie ein Schluss, nicht wie ein Kanonenschuss folgt. Dass man von dem Buche Abschied nimmt mit einer scheuen Vorsicht vor allem, was bisher unter dem Namen Moral zu Ehren und selbst zur Anbetung gekommen ist, steht nicht im Widerspruch damit, dass im ganzen Buch kein negatives Wort vorkommt, kein Angriff, keine Bosheit – dass es vielmehr in der Sonne liegt, rund, glücklich, einem Seegetier gleich, das zwischen Felsen sich sonnt. Zuletzt war ich’s selbst, dieses Seegetier: fast jeder Satz des Buches ist erdacht, erschlüpft in jenem Felsen-Wirrwarr nahe bei Genua, wo ich allein war und noch mit dem Meere Heimlichkeit hatte. Noch jetzt wird mir, bei einer zufälligen Berührung dieses Buchs, fast jeder Satz zum Zipfel, an dem ich irgendetwas Unvergleichliches wieder aus der Tiefe ziehe: seine ganze Haut zittert von zarten Schaudern der Erinnerung. Die Kunst, die es voraus hat, ist keine kleine darin, Dinge, die leicht und ohne Geräusch vorbeihuschen, Augenblicke, die ich göttliche Eidechsen nenne, ein wenig fest zu machen – nicht etwa mit der Grausamkeit jenes jungen Griechengottes, der das arme Eidechslein einfach anspießte, aber immerhin doch mit etwas Spitzem, mit der Feder … »Es gibt so viele Morgenröten, die noch nicht geleuchtet haben« – diese indische Inschrift steht auf der Tür zu diesem Buche. Wo sucht sein Urheber jenen neuen Morgen, jenes bisher noch unentdeckte zarte Rot, mit dem wieder ein Tag – ah, eine ganze Reihe, eine ganze Welt neuer Tage! – anhebt? In einer Umwertung aller Werte, in einem Loskommen von allen Moralwerten, in einem Jasagen und Vertrauen-haben zu alledem, was bisher verboten, verachtet, verflucht worden ist. Dies jasagende Buch strömt sein Licht, seine Liebe, seine Zärtlichkeit auf lauter schlimme Dinge aus, es gibt ihnen »die Seele«, das gute Gewissen, das hohe Recht und Vorrecht auf Dasein wieder zurück. Die Moral wird nicht angegriffen, sie kommt nur nicht mehr in Betracht … Dies Buch schließt mit einem »Oder?« – es ist das einzige Buch, das mit einem »Oder?« schließt …
2
Meine Aufgabe, einen Augenblick höchster Selbstbesinnung der Menschheit vorzubereiten, einen großen Mittag, wo sie zurückschaut und hinausschaut, wo sie aus der Herrschaft des Zufalls und der Priester heraustritt und die Frage des warum?, des wozu? Zum ersten Male als Ganzes stellt –, diese Aufgabe folgt mit Notwendigkeit aus der Einsicht, dass die Menschheit nicht von selber auf dem rechten Wege ist, dass sie durchaus nicht göttlich regiert wird, dass vielmehr gerade unter ihren heiligsten Wertbegriffen der Instinkt der Verneinung, der Verderbnis, der décadence-Instinkt verführerisch gewaltet hat. Die Frage nach der Herkunft der moralischen Werte ist deshalb für mich eine Frage ersten Ranges, weil sie die Zukunft der Menschheit bedingt. Die Forderung, man solle glauben, dass alles im Grunde in den besten Händen ist, dass ein Buch, die Bibel, eine endgültige Beruhigung über die göttliche Lenkung und Weisheit im Geschick der Menschheit gibt, ist, zurückübersetzt in die Realität, der Wille, die Wahrheit über das erbarmungswürdige Gegenteil davon nicht aufkommen zu lassen, nämlich, dass die Menschheit bisher in den schlechtesten Händen war, dass sie von den Schlechtweggekommenen, den Arglistig-Rachsüchtigen, den sogenannten »Heiligen«, diesen Weltverleumdern und Menschenschändern regiert worden ist. Das entscheidende Zeichen, an dem sich ergibt, dass der Priester (– eingerechnet die versteckten Priester, die Philosophen) nicht nur innerhalb einer bestimmten religiösen Gemeinschaft, sondern überhaupt Herr geworden ist, dass die décadence-Moral, der Wille zum Ende, als Moral an sich gilt, ist der unbedingte Wert, der dem Unegoistischen, und die Feindschaft, die dem Egoistischen überall zuteil wird. Wer über diesen Punkt mit mir uneins ist, den halte ich für infiziert … Aber alle Welt ist mit mir uneins … Für einen Physiologen lässt ein solcher Wert-Gegensatz gar keinen Zweifel. Wenn innerhalb des Organismus das geringste Organ in noch so kleinem Maße nachlässt, seine Selbsterhaltung, seinen Kraftersatz, seinen »Egoismus« mit vollkommner Sicherheit durchzusetzen, so entartet das Ganze. Der Physiologe verlangt Ausschneidung des entarteten Teils, er verneint jede Solidarität mit dem Entarteten, er ist am fernsten vom Mitleiden mit ihm. Aber der Priester will gerade die Entartung des Ganzen, der Menschheit: darum konserviert er das Entartende – um diesen Preis beherrscht er sie … Welchen Sinn haben jene Lügenbegriffe, die Hilfsbegriffe der Moral, »Seele«, »Geist«, »freier Wille«, »Gott«, wenn nicht den, die Menschheit physiologisch zu ruinieren? … Wenn man den Ernst von der Selbsterhaltung, Kraftsteigerung des Leibes, das heißt des Lebens ablenkt, wenn man aus der Bleichsucht ein Ideal, aus der Verachtung des Leibes »das Heil der Seele« konstruiert, was ist das anderes, als ein Rezept zur décadence? – Der Verlust an Schwergewicht, der Widerstand gegen die natürlichen Instinkte, die »Selbstlosigkeit« mit einem Worte – das hieß bisher Moral … Mit der »Morgenröte« nahm ich zuerst den Kampf gegen die Entselbstungs-Moral auf. –
Die fröhliche Wissenschaft
(»la gaya scienza«)
Die »Morgenröte« ist ein jasagendes Buch, tief, aber hell und gütig. Dasselbe gilt noch einmal und im höchsten Grade von der gaya scienza: fast in jedem Satz derselben halten sich Tiefsinn und Mutwillen zärtlich an der Hand. Ein Vers, welcher die Dankbarkeit für den wunderbarsten Monat Januar ausdrückt, den ich erlebt habe – das ganze Buch ist ein Geschenk – verrät zur Genüge, aus welcher Tiefe heraus hier die »Wissenschaft« fröhlich geworden ist:
Der du mit dem Flammenspeere
Meiner Seele Eis zerteilt,
Dass sie brausend nun zum Meere
Ihrer höchsten Hoffnung eilt:
Heller stets und stets gesunder,
Frei im liebevollsten Muss –
Also preist sie deine Wunder,
Schönster Januarius!
What is human, what is truly human—this monument to the rigorous self-discipline I employed to put an abrupt end to all the “superficial delusions,” “idealism,” “romantic sentiments,” and other effeminate traits I had allowed to influence me—was essentially written in Sorrent. It received its final form, its definitive shape, during a winter in Basel, under far less favorable circumstances than those in Sorrent. In truth, Mr. Peter Gast, who was then studying at the University of Basel and held me in great esteem, bore primary responsibility for this book. I dictated while suffering from a severe headache; he wrote down what I said and also made corrections—he was, in essence, the true writer, while I was merely the author. When the book was finally completed and came into my hands—much to the astonishment of someone who was seriously ill—I sent two copies, among other places, to Bayreuth. By a strange coincidence, at about the same time, I received a beautiful copy of the text of Parsifal, along with Wagner’s dedication to me: “to my dear friend Friedrich Nietzsche, Richard Wagner, Church Councillor.” When these two books came together, it was as if I heard an ominous sound. Didn’t it seem like the clash of swords?. In any case, both of us felt that way—we both remained silent. Around this time, the first issues of the Bayreuther Blätter were published; I realized how urgently necessary such publications had been. Incredible! Wagner had become pious.
6
The way I thought about myself back then (in 1876), with what utter certainty I believed I had grasped my mission and its world-historical significance—of this, the entire book bears witness, especially a very explicit passage. Only that, with my instinctive cunning, I once again avoided using the word “I” in this context, and this time I did not attribute these ideas to Schopenhauer or Wagner, but rather to one of my friends, the distinguished Dr. Paul Rée, casting him in a glow of world-historical glory—fortunately, a far too refined individual to be manipulated in such ways. Others were less discerning: among my readers, I could always recognize those who were utterly despairing, like the typical German professor, because they would insist on interpreting the entire book as embodying some higher form of “Réalism.” In truth, however, the book contained contradictions to five or six of my friend’s statements; one might refer to the preface to “The Genealogy of Morality” for further details. The relevant passage reads: “What is then the main conclusion to which one of the boldest and most cold-blooded thinkers of all time, the author of ‘On the Origin of Moral Sentiments’ (i.e., Nietzsche, the first true immoralist), has arrived through his incisive analyses of human behavior? ‘The moral man is no closer to the intelligible world than the physical man—because there is no such thing as an intelligible world at all, ’ This statement, hardened and sharpened by the blows of historical inquiry, may one day—in 1890, perhaps—become the axe that strikes at the very root of humanity’s ‘metaphysical aspirations.’ Whether for good or ill, who can say? But in any case, it is a statement with profoundly far-reaching consequences, both fruitful and terrifying, and one that possesses that dual perspective on the world that all great insights share, ”
Morning Red
Thoughts on Morality as a Prejudice
1
With this book begins my campaign against morality. Not that it possesses the slightest hint of something harsh or unpleasant; on the contrary, one will perceive quite other, much more delightful scents emanating from it, provided one has the sensitivity to detect such things. Neither heavy nor light artillery is involved here: if the effect of this book is negative, then its means are all the less so—those means through which its effects arise, like a conclusion rather than a cannonshot. The fact that one must part with this book with cautious restraint toward everything that has hitherto been revered in the name of morality does not contradict the fact that not a single negative word appears in it, no attacks, no malice—on the contrary, it lies basking in the sunlight, round and happy, like a marine creature sunbathing among rocks. In the end, it was I myself who was that marine creature: nearly every sentence of this book was conceived while I was alone near Genoa, amidst the rocky chaos where I still shared a certain degree of intimacy with the sea. Even now, whenever I casually touch this book, nearly every sentence becomes a handle through which I can draw something unparalleled from the depths—its entire surface trembles with gentle shivers of memory. The art it possesses is no small one: to capture those fleeting moments, those what I call “divine lizards,” and to fix them in time, not with the cruelty of that young Greek god who pierced the poor lizard, but at least with something sharp—perhaps a feather, “There are so many dawn colors that have yet to shine”—this Indian inscription appears on the door of this book. Where does its author seek that new dawn, that previously undiscovered, tender red from which another day—ah, an entire series of days, an entire world of new days!—might begin? In a reevaluation of all values, in a rejection of all moral notions, in an acceptance and trust in everything that has hitherto been forbidden, despised, or cursed. This book, with its affirmative tone, pours its light, its love, its tenderness upon all that is often considered bad; it restores to them “the soul,” the good conscience, the high right and privilege to exist. Morality is not attacked here; it simply ceases to be taken into consideration. This book ends with a “Or?”—it is the only book that ends with a “Or?”.
2
My task is to prepare humanity for a moment of supreme self-reflection—a great occasion when it looks back and forward, when it steps out from under the rule of chance and priests, and for the first time considers in its entirety the questions of “why?” and “for what purpose?” This task arises inevitably from the realization that humanity is not on the right path on its own; that it is certainly not governed by divine authority; rather, it is precisely under its most sacred values that the instinct of negation, of decay, and of degeneration has exerted a seductive influence. Therefore, the question of the origin of moral values is of paramount importance to me, for it determines the future of humanity. The claim that one should believe that everything is ultimately in the best hands, that a book like the Bible provides definitive reassurance about divine guidance and wisdom in human affairs—when translated into reality—only serves to conceal the truth that humanity has until now been in the worst hands, governed by those who have gone astray, by the cunning and vengeful so-called “saints,” these slanderers of the world and destroyers of humanity. The decisive sign that a priest (including those hidden priests, namely philosophers) has become master not only within a particular religious community but in society as a whole is when the morality of decay, the will toward destruction, becomes regarded as moral in itself—when unconditional value is attributed to what is unselfish, and hostility is directed toward what is selfish everywhere. Those who disagree with me on this point are, in my view, infected. But the entire world disagrees with me. For a physiologist, such a contrast between values leaves no room for doubt. If even the smallest part of an organism fails to ensure its own survival, to replenish its energy, to uphold its “egoism” with absolute certainty, then the whole organism degenerates. The physiologist demands that the diseased part be removed; he denies any solidarity with it and is farthest from feeling sympathy for it. But the priest seeks precisely the decay of the whole, of humanity—this is why he preserves what is decaying; at this cost, he holds power over it. What meaning do those deceptive concepts of morality, those so-called aids to morality—“soul,” “spirit,” “free will,” “God”—have, if not to destroy humanity physiologically?. When the focus is diverted from the vital importance of self-preservation and the enhancement of life itself, when the desire for beauty is transformed into an ideal, when contempt for the body is regarded as “the salvation of the soul,” what is left but a recipe for degeneration? – The loss of self-importance, the resistance against natural instincts, that “selflessness” in a word—that used to be called morality. With the “dawn,” I began my struggle against this morality of self-deprecation.
The Joyful Science
(“la gaya scienza”)
“Morgenröte” is a book that speaks with an affirmative tone—profound, yet bright and kind. The same holds true, to an even greater extent, of the gaya scienza: in nearly every sentence of this work, profoundness and lightheartedness hold hands tenderly. A single verse that expresses gratitude for January, the most wonderful month I have ever experienced—this entire book is a gift—in itself reveals sufficiently from what depths this “science” has emerged, bringing joy to its readers.
He who wields the flaming spear.
My soul is shattered into ice.
That they now rush towards the sea with a roaring sound.
Your greatest hope is upon you.
Brighter and ever healthier.
Free within the most loving necessity—
She also praises your wonders.
Most beautiful January!
Ciò che è umano, ciò che ha a che fare con l’umanità: questo monumento di una rigorosa autodisciplina con cui ho posto fine, in modo radicale, a tutto quel “vano orgoglio”, “idealismo”, “belle sensazioni” e ad altre forme di effemminilità che si erano insinuate in me. Fu scritto per lo più a Sorrento; ricevette la sua forma definitiva durante un inverno a Basilea, in condizioni molto meno favorevoli rispetto a quelle di Sorrento. In realtà, il merito principale di questo libro va al signor Peter Gast, che all’epoca studiava all’università di Basilea e mi era molto vicino. Io dettavo, con la testa fasciata e soffrendo molto; lui scriveva e correggeva. In sostanza, lui era il vero scrittore, mentre io ero soltanto l’autore. Quando finalmente il libro fu pronto e mi arrivò tra le mani – per grande meraviglia di una persona gravemente malata – inviai due copie anche a Bayreuth. Per un miracolo del destino, nello stesso periodo ricevetti anche una bella copia del testo del Parsifal, con la dedica di Wagner a me: “al mio caro amico Friedrich Nietzsche”. Questa combinazione dei due libri. Mi sembrò di percepire un suono sinistro. Non era forse come se delle spade si incrociassero? Comunque sia, entrambi lo sentimmo così, perché entrambi rimanemmo in silenzio. In quel periodo uscirono i primi numeri della “Bayreuther Blätter”: capii quanto fosse stato importante che ciò avvenisse. Incredibile! Wagner era diventato devoto.
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Come pensavo di me stesso allora (nel 1876), con quale incredibile sicurezza ritenevo di avere in mano la mia missione e il suo significato per la storia del mondo. Di tutto ciò testimonia l’intero libro, soprattutto un passaggio molto esplicito. Solo che, con quella astuzia istintiva che caratterizzava me stesso, anche questa volta evitai di utilizzare il pronome “io” e, al posto di Schopenhauer o Wagner, feci brillare di una gloria “storico-mondiale” uno dei miei amici: il distinto dottor Paul Rée. Fortunatamente, era un uomo troppo nobile per essere manipolato a quel modo. Alcuni altri, invece, non erano così delicati. Ho sempre riconosciuto tra i miei lettori disperati – ad esempio quei tipici professori tedeschi – coloro che, arrivati a questo passaggio del libro, credevano di doverlo interpretare come un’espressione di un “realismo superiore”. In realtà, quel passaggio conteneva il contrario di ciò che sosteneva mio amico: si potrebbe leggere la prefazione alla “Genealogia della morale” per capirne meglio il senso. Il passaggio in questione recita: “Qual è dunque il principio fondamentale a cui è giunto uno dei pensatori più audaci e spietati di tutti i tempi, l’autore del libro ‘Sull’origine delle sensazioni morali’ (leggete: Nietzsche, il primo immoralista), grazie alle sue analisi profonde e incisive sul comportamento umano? ‘L’uomo morale non è più vicino al mondo intelligibile di quanto lo sia l’uomo fisico, perché non esiste alcun mondo intelligibile, ’ Questa affermazione, resa ancora più tagliente dal peso delle conoscenze storiche, potrebbe un giorno – nel 1890, forse! – diventare l’arma con cui si colpirà alla radice quel “bisogno metafisico” che caratterizza l’umanità. Chissà se ciò porterà alla sua salvezza o al suo declino. Comunque sia, si tratta di una affermazione dalle conseguenze estremamente importanti, sia positive che negative, e che offre uno sguardo duplice sul mondo, proprio come tutte le grandi verità, ”
Alba.
Pensieri sulla morale come pregiudizio
1
Con questo libro inizia la mia campagna contro la morale. Non che abbia il minimo odore di polvere da sparo: si percepiscono invece odori molto diversi e molto più piacevoli, a condizione di avere un po’ di sensibilità olfattiva. Né cannoni grandi né piccoli: se l’effetto del libro è negativo, allora i mezzi utilizzati per ottenerlo lo sono ancora di più; questi mezzi fanno sì che l’effetto emerga come una conclusione naturale, e non come il risultato di un colpo di cannone. Il fatto che ci si separi da questo libro con una certa cautela, soprattutto riguardo a tutto ciò che finora è stato considerato morale e addirittura oggetto di venerazione, non è in contraddizione con il fatto che in tutto il libro non compaia una parola negativa, nessun attacco, nessuna malvagità: al contrario, esso risplende come il sole, rotondo, felice, simile a un animale marino che si riscalda tra le rocce. Alla fine, sono stato io stesso quell’animale marino: quasi ogni frase di questo libro è nata nel caos di quelle rocce vicino a Genova, dove ero solo e condividevo ancora il segreto del mare. Ancora oggi, quando sfioro casualmente queste pagine, quasi ogni frase diventa un filo attraverso cui tiro fuori qualcosa di incomparabile dalle profondità: tutta la sua “pelle” trema per i delicati brividi della memoria. L’arte che questo libro possiede non è certo una cosa da poco: consiste nel rendere permanenti cose che passano velocemente e silenziosamente, momenti che chiamo “lagartole divine”. Non con la crudeltà di quel giovane dio greco che pungiva quelle povere lagartoline, ma comunque con qualcosa di affilato, “Ci sono tante albe che ancora non hanno brillato” – questa iscrizione indiana si trova sulla porta di questo libro. Dove cerca il suo autore quella nuova alba, quel rosso delicato e ancora sconosciuto, con cui un nuovo giorno – ah, una serie intera di giorni, un intero mondo di nuovi giorni! – possa iniziare? In una riconsiderazione di tutti i valori, in una liberazione da ogni concezione morale tradizionale, in un’accettazione e in una fiducia verso tutto ciò che finora è stato proibito, disprezzato, maledetto. Questo libro, con la sua attitudine positiva, irradia luce, amore, tenerezza su cose spesso considerate negative; restituisce loro “l’anima”, la coscienza, il diritto e il privilegio di esistere. La morale non viene attaccata, semplicemente non viene più presa in considerazione. Questo libro si conclude con un “O forse?”. È l’unico libro che si conclude con un “O forse?”.
2
Il mio compito consiste nel preparare un momento di profonda auto-riflessione per l’umanità, un grande momento in cui essa possa guardare indietro e avanti, uscire dal dominio del caso e dei preti, e porre per la prima volta, nella sua interezza, le domande “perché?” e “a che scopo?”. Questo compito deriva necessariamente dalla consapevolezza che l’umanità non è sulla retta strada da sola, che certamente non è guidata da forze divine, ma che proprio sotto i suoi concetti di valore più sacri ha dominato l’istinto del rifiuto, della distruzione, dell’instinto alla decadenza. Pertanto, la domanda sull’origine dei valori morali è per me di primaria importanza, poiché condiziona il futuro dell’umanità. La richiesta che si creda che tutto sia fondamentalmente nelle migliori mani, che un libro come la Bibbia possa fornire una tranquillità definitiva riguardo alla guida e alla saggezza divina nel destino umano, tradotta nella realtà, significa semplicemente negare l’esistenza di quel contrario miserabile: cioè che finora l’umanità è stata guidata da persone malvagie, astute e vendicative, da quei cosiddetti “santi” che sono in realtà diffamatori del mondo e distruttori dell’umanità. Il segno decisivo che dimostra che il prete (inclusi i preti nascosti, ovvero i filosofi) abbia preso il controllo non solo all’interno di una determinata comunità religiosa, ma in generale, è l’affermazione che la morale della decadenza, il desiderio di distruzione, sia considerata essa stessa un valore. Questo valore si basa esclusivamente sull’altruismo, mentre l’ostilità verso l’egoismo prevale ovunque. Chi è in disaccordo con me su questo punto, secondo me è influenzato da errori. Ma tutta la gente è in disaccordo con me. Per un fisiologo, un simile contrasto tra valori non lascia alcun dubbio: se anche il minimo organo all’interno di un organismo smette, anche solo per poco, di assicurare con sicurezza la propria autodifesa e il proprio rinnovamento energetico, l’intero organismo degenera. Il fisiologo chiede l’amputazione della parte degenerata, nega qualsiasi solidarietà con essa, ed è lontano dal provare pietà per essa. Ma il prete desidera proprio la decadenza dell’intero essere umano; per questo motivo conserva ciò che è degenerato. A questo prezzo, ne ha il controllo. Qual è lo scopo di quei concetti falsi e ingannevoli che costituiscono i “concetti ausiliari” della morale – come “anima”, “spirito”, “libero arbitrio”, “Dio” – se non quello di distruggere fisicamente l’umanità?. Se si distoglie l’attenzione dalla necessità di preservare e rafforzare il corpo, cioè la vita stessa, se si costruisce un ideale sulla dipendenza dall’alcol o sul disprezzo per il corpo, chiamandolo “salvezza dell’anima”, non si fa altro che preparare la strada alla decadenza. La perdita di peso, la resistenza agli istinti naturali, quella “disinteresse”. In una parola: questa era fino ad allora considerata morale. Con l’alba iniziai il mio primo combattimento contro quella morale dell’autoannientamento.
La scienza gioiosa
(“La scienza allegra”)
“La ‘Alba’ è un libro che parla di luce, profondo ma al contempo chiaro e gentile. Lo stesso vale, in misura ancora maggiore, per la ‘gaya scienza’: quasi in ogni sua frase si intrecciano profondità di pensiero e spirito giocoso in modo armonioso. Un verso che esprime gratitudine per il meraviglioso mese di gennaio che ho vissuto. L’intero libro è un dono; basta questo a dimostrare da quale profondità questa ‘scienza’ sia nata con gioia.”
Colui che impugna la lancia di fiamme.
Il ghiaccio divide la mia anima.
Che ora si dirigessero tumultuosamente verso il mare.
La vostra più grande speranza sta per realizzarsi.
Sempre più luminoso e sempre più sano.
Liberi, nel modo più amorevole possibile.
E loda anche i tuoi miracoli.
Miglior gennaio possibile!
Was hier »höchste Hoffnung« heißt, wer kann darüber im Zweifel sein, der als Schluss des vierten Buchs die diamantene Schönheit der ersten Worte des Zarathustra aufglänzen sieht? – Oder der die granitnen Sätze am Ende des dritten Buchs liest, mit denen sich ein Schicksal für alle Zeiten zum ersten Male in Formeln fasst! – Die Lieder des Prinzen Vogelfrei, zum besten Teil in Sizilien gedichtet, erinnern ganz ausdrücklich an den provençalischen Begriff der »gaya scienza«, an jene Einheit von Sänger, Ritter und Freigeist, mit der sich jene wunderbare Frühkultur der Provençalen gegen alle zweideutigen Kulturen abhebt; das allerletzte Gedicht zumal, »an den Mistral«, ein ausgelassenes Tanzlied, in dem, mit Verlaub! über die Moral hinweggetanzt wird, ist ein vollkommner Provençalismus. –
Also sprach Zarathustra
Ein Buch für Alle und Keinen
1
Ich erzähle nunmehr die Geschichte des Zarathustra. Die Grundkonzeption des Werks, der Ewige-Wiederkunfts-Gedanke, die höchste Formel der Bejahung, die überhaupt erreicht werden kann –, gehört in den August des Jahres 1881: er ist auf ein Blatt hingeworfen, mit der Unterschrift: »6000 Fuß jenseits von Mensch und Zeit«. Ich ging an jenem Tage am See von Silvaplana durch die Wälder; bei einem mächtigen pyramidal aufgetürmten Block unweit Surlei machte ich halt. Da kam mir dieser Gedanke. – Rechne ich von diesem Tage ein paar Monate zurück, so finde ich, als Vorzeichen, eine plötzliche und im Tiefsten entscheidende Veränderung meines Geschmacks, vor allem in der Musik. Man darf vielleicht den ganzen Zarathustra unter die Musik rechnen; – sicherlich war eine Wiedergeburt in der Kunst zu hören, eine Vorausbedingung dazu. In einem kleinen Gebirgsbade unweit Vicenza, Recoaro, wo ich den Frühling des Jahrs 1881 verbrachte, entdeckte ich, zusammen mit meinem maëstro und Freunde Peter Gast, einem gleichfalls »Wiedergebornen«, dass der Phönix Musik mit leichterem und leuchtenderem Gefieder, als er je gezeigt, an uns vorüberflog. Rechne ich dagegen von jenem Tage an vorwärts, bis zur plötzlichen und unter den unwahrscheinlichsten Verhältnissen eintretenden Niederkunft im Februar 1883 – die Schlusspartie, dieselbe, aus der ich im Vorwort ein paar Sätze zitiert habe, wurde genau in der heiligen Stunde fertig gemacht, in der Richard Wagner in Venedig starb – so ergeben sich achtzehn Monate für die Schwangerschaft. Diese Zahl gerade von achtzehn Monaten dürfte den Gedanken nahelegen, unter Buddhisten wenigstens, dass ich im Grunde ein Elefanten-Weibchen bin. – In die Zwischenzeit gehört die »gaya scienza«, die hundert Anzeichen der Nähe von etwas Unvergleichlichem hat; zuletzt gibt sie den Anfang des Zarathustra selbst noch, sie gibt im vorletzten Stück des vierten Buchs den Grundgedanken des Zarathustra. – Insgleichen gehört in diese Zwischenzeit jener Hymnus auf das Lehen (für gemischten Chor und Orchester), dessen Partitur vor zwei Jahren bei E. W. Fritzsch in Leipzig erschienen ist: ein vielleicht nicht unbedeutendes Symptom für den Zustand dieses Jahres, wo das jasagende Pathos par excellence, von mir das tragische Pathos genannt, im höchsten Grade mir innewohnte. Man wird ihn später einmal zu meinem Gedächtnis singen. – Der Text, ausdrücklich bemerkt, weil ein Missverständnis darüber im Umlauf ist, ist nicht von mir: er ist die erstaunliche Inspiration einer jungen Russin, mit der ich damals befreundet war, des Fräulein Lou von Salomé. Wer den letzten Worten des Gedichts überhaupt einen Sinn zu entnehmen weiß, wird erraten, warum ich es vorzog und bewunderte: sie haben Größe. Der Schmerz gilt nicht als Einwand gegen das Leben: »Hast du kein Glück mehr übrig mir zu geben, wohlan! noch hast du deine Pein …« Vielleicht hat auch meine Musik an dieser Stelle Größe. (Letzte Note der A-Klarinette cis nicht c. Druckfehler.) – Den darauffolgenden Winter lebte ich in jener anmutig stillen Bucht von Rapallo unweit Genua, die sich zwischen Chiavari und dem Vorgebirge Porto fino einschneidet. Meine Gesundheit war nicht die Beste; der Winter kalt und über die Maßen regnerisch; ein kleines Albergo, unmittelbar am Meer gelegen, sodass die hohe See nachts den Schlaf unmöglich machte, bot ungefähr in allem das Gegenteil vom Wünschenswerten. Trotzdem und beinahe zum Beweis meines Satzes, dass alles Entscheidende »trotzdem« entsteht, war es dieser Winter und diese Ungunst der Verhältnisse, unter denen mein Zarathustra entstand. – Den Vormittag stieg ich in südlicher Richtung auf der herrlichen Straße nach Zoagli hin in die Höhe, an Pinien vorbei und weitaus das Meer überschauend; des Nachmittags, so oft es nur die Gesundheit erlaubte, umging ich die ganze Bucht von Santa Margherita bis hinter nach Porto fino. Dieser Ort und diese Landschaft ist durch die große Liebe, welche Kaiser Friedrich der Dritte für sie fühlte, meinem Herzen noch näher gerückt; ich war zufällig im Herbst 1886 wieder an dieser Küste, als er zum letzten Mal diese kleine vergessene Welt von Glück besuchte. – Auf diesen beiden Wegen fiel mir der ganze erste Zarathustra ein, vor allem Zarathustra selber, als Typus: richtiger, er überfiel mich …
2
Um diesen Typus zu verstehn, muss man sich zuerst seine physiologische Voraussetzung klarmachen: sie ist das, was ich die große Gesundheit nenne. Ich weiß diesen Begriff nicht besser, nicht persönlicher zu erläutern, als ich es schon getan habe, in einem der Schlussabschnitte des fünften Buchs der »gaya scienza«. »Wir Neuen, Namenlosen, Schlechtverständlichen« – heißt es daselbst –, »wir Frühgeburten einer noch unbewiesenen Zukunft, wir bedürfen zu einem neuen Zwecke auch eines neuen Mittels, nämlich einer neuen Gesundheit, einer stärkeren gewitzteren zäheren verwegneren lustigeren, als alle Gesundheiten bisher waren. Wessen Seele danach dürstet, den ganzen Umfang der bisherigen Werte und Wünschbarkeiten erlebt und alle Küsten dieses idealischen »Mittelmeers« umschifft zu haben, wer aus den Abenteuern der eigensten Erfahrung wissen will, wie es einem Eroberer und Entdecker des Ideals zumute ist, insgleichen einem Künstler, einem Heiligen, einem Gesetzgeber, einem Weisen, einem Gelehrten, einem Frommen, einem Göttlich-Abseitigen alten Stils: der hat dazu zu allererst eins nötig, die große Gesundheit – eine solche, welche man nicht nur hat, sondern auch beständig noch erwirbt und erwerben muss, weil man sie immer wieder preisgibt, preisgeben muss … Und nun, nachdem wir lange dergestalt unterwegs waren, wir Argonauten des Ideals, mutiger vielleicht als klug ist, und oft genug schiffbrüchig und zu Schaden gekommen, aber, wie gesagt, gesünder als man es uns erlauben möchte, gefährlich gesund, immer wieder gesund, – will es uns scheinen, als ob wir, zum Lohn dafür, ein noch unentdecktes Land vor uns haben, dessen Grenzen noch niemand abgesehn hat, ein Jenseits aller bisherigen Länder und Winkel des Ideals, eine Welt so überreich an Schönem, Fremdem, Fragwürdigem, Furchtbarem und Göttlichem, dass unsre Neugierde sowohl als unser Besitzdurst außer sich geraten sind – ach, dass wir nunmehr durch nichts mehr zu ersättigen sind! … Wie könnten wir uns, nach solchen Ausblicken und mit einem solchen Heißhunger in Wissen und Gewissen, noch am gegenwärtigen Menschen genügen lassen! Schlimm genug, aber es ist unvermeidlich, dass wir seinen würdigsten Zielen und Hoffnungen nur mit einem übel aufrechterhaltenen Ernste zusehn und vielleicht nicht einmal mehr zusehn … Ein andres Ideal läuft vor uns her, ein wunderliches, versucherisches, gefahrenreiches Ideal, zu dem wir niemanden überreden möchten, weil wir niemandem so leicht das Recht darauf zugestehn: das Ideal eines Geistes, der naiv, das heißt ungewollt und aus überströmender Fülle und Mächtigkeit mit allem spielt, was bisher heilig gut, unberührbar, göttlich hieß; für den das Höchste, woran das Volk billigerweise sein Wertmaß hat, bereits so viel wie Gefahr, Verfall, Erniedrigung oder, mindestens, wie Erholung, Blindheit, zeitweiliges Selbstvergessen bedeuten würde; das Ideal eines menschlich-übermenschlichen Wohlseins und Wohlwollens, welches oft genug unmenschlich erscheinen wird, zum Beispiel, wenn es sich neben den ganzen bisherigen Erdenernst, neben alle bisherige Feierlichkeit in Gebärde, Wort, Klang, Blick, Moral und Aufgabe wie deren leibhafteste unfreiwillige Parodie hinstellt – und mit dem, trotz alledem, vielleicht der große Ernst erst anhebt, das eigentliche Fragezeichen erst gesetzt wird, das Schicksal der Seele sich wendet, der Zeiger rückt, die Tragödie beginnt …«
3
What is called “highest hope” here—how can anyone doubt it, when one sees, at the end of the fourth book, the diamond-like beauty of Zarathustra’s first words shine forth? Or when one reads the granite-like sentences at the end of the third book, in which a fate for all times is for the first time formulated in concrete terms! The songs of Prince Vogelfrei, written largely in Sicily, explicitly recall the Provençal concept of “gaya scienza”—that unity of singer, knight, and free spirit that distinguishes the splendid early culture of the Provençals from all ambiguous or contradictory cultures. In particular, the very last poem, “To Mistral,” is a lively dance song in which, to use an indulgent expression, morality is simply ignored—all pure Provençalism!
Also spoke Zarathustra.
A book for everyone—and for no one at all.
1
I shall now tell the story of Zarathustra. The fundamental concept of this work—the idea of eternal recurrence, the highest form of affirmation that can possibly be achieved—was conceived in August 1881; it was scribbled down on a piece of paper with the caption: “6000 feet beyond man and time.” That day, as I walked through the forests by Lake Silvaplana, I stopped near a massive, pyramid-shaped rock formation near Surlei. It was then that this idea came to me. If I trace back a few months from that day, I find as precursors a sudden and profoundly decisive change in my tastes, especially in music. Perhaps the entire work of Zarathustra can be considered part of this musical transformation; certainly, there was a rebirth in art at that time, a prerequisite for such an event. At a small mountain resort near Vicenza, Recoaro, where I spent the spring of 1881, I discovered, along with my maestro and friend Peter Gast, another “reborn” artist, that the phoenix of music was flying past us, its feathers lighter and brighter than ever before. On the other hand, if I count forward from that day until my sudden and unexpected decline in February 1883—the final phase of the work, the same section from which I quoted a few sentences in the preface—eighteen months elapsed. This exact number of eighteen months seems to suggest, at least among Buddhists, that I am essentially an elephantess. In between these events lies the “gaya scienza”—that hundred signs indicating the approach of something unparalleled; ultimately, it also contains the very beginnings of Zarathustra itself, particularly in the penultimate section of the fourth book. Similarly, included in this period is that hymn to labor (for mixed choir and orchestra), whose score was published two years ago by E. W. Fritzsch in Leipzig: perhaps it is a significant symptom of the state of mind I found myself in that year, when the tragic passion, which I call the “pathos of tragedy,” inhabited me to the greatest degree. People will one day sing it in my memory. It should be noted explicitly that this text is not my own; it is the astonishing inspiration of a young Russian woman I knew at the time, Miss Lou von Salomé. Anyone who can grasp the meaning of the last lines of this poem will understand why I preferred and admired it: they possess greatness. Pain is not considered an objection to life: “If you have no more happiness left to give me, well then! you still have your suffering, ” Perhaps my music also possesses such greatness at this point. (The final note of the A-klarinette should be cis, not c.) (Errata.) – The following winter I spent in that gently tranquil bay of Rapallo, located near Genoa and nestled between Chiavari and the promontory of Porto Fino. My health was not at its best; the winter was cold and excessively rainy; a small inn, situated right by the sea, meant that the pounding waves made it impossible to sleep at night—almost everything about it was the very opposite of what I desired. Yet, and almost as proof of my assertion that everything essential often emerges “despite all obstacles,” it was precisely that winter and those unfavorable circumstances that gave birth to my Zarathustra. – In the mornings, I would head south along the magnificent road leading to Zoagli, passing by pine trees and with a sweeping view of the sea; in the afternoons, whenever my health permitted, I would walk around the entire bay of Santa Margherita, all the way behind Porto Fino. This place and this landscape have become even dearer to my heart because of the profound love that Emperor Frederick III held for them; I happened to be on that coast again in the autumn of 1886, when he visited this little, forgotten corner of happiness for the last time. – On these two journeys, the entire first part of Zarathustra came to mind to me, especially Zarathustra himself as a literary figure: his essence, so to say, it overwhelmed me.
2
To understand this type of person, one must first clarify their physiological prerequisite: it is what I call “great health.” I know of no better or more personal way to explain this concept than I have already done in one of the concluding sections of the fifth book of “gaya scienza.” It says there: “We, the new ones, the nameless ones, those who are poorly understood—we, the premature born of an as-yet-unproven future—we need, for a new purpose, a new means: namely, a new kind of health, one that is stronger, wiser, more resilient, bolder, and more joyful than any health that has existed before. Those whose soul yearns to experience the full range of past values and desires, to navigate all the shores of this ideal ‘Mediterranean,’ and who wish to understand from the adventures of their own experience what it is like for an explorer and conqueror of ideals, as well as for an artist, a saint, a legislator, a wise man, a scholar, a pious person, or someone of the old style who seeks the divine—those people need, above all else, great health—a health that one does not merely possess, but must also constantly acquire and strive to maintain, because it is something that is constantly lost and must be continuously regained. And now, after having traveled along such a path for so long, we adventurers of ideals—perhaps braver than wise—we have often been shipwrecked and suffered harm, but yet, as I said before, we are healthier than anyone would be willing to admit. We are dangerously healthy, always recovering again and again. And now it seems to us that, as a reward for all this, there lies before us an undiscovered land, whose boundaries no one has ever seen—a realm beyond all previous lands and corners of the ideal, a world so rich in beauty, strangeness, mystery, terror, and divinity, that our curiosity and desire for possession have gone utterly wild. Ah, how could we possibly be satisfied with the present human condition after such prospects and such insatiable thirst for knowledge and truth!” Bad enough, but it is inevitable that we can only watch—perhaps even stop watching—his most worthy goals and hopes with a falsely maintained seriousness. Another ideal walks before us: a wonderful, tempting, yet dangerous ideal. We would not want to persuade anyone to embrace it, because we are not willing to grant such a right so easily to anyone. It is the ideal of a spirit that, naively—that is, unintentionally—and out of an overflowing abundance of vitality and power, plays with everything that has hitherto been regarded as holy, good, untouchable, divine. For such a spirit, what the people foolishly consider their highest values would mean nothing but danger, decay, degradation—or at best, mere relief, blindness, temporary self-forgetfulness. It is the ideal of a human-being who transcends humanity in his well-being and kindness, yet this ideal often appears inhuman when it stands alongside all the seriousness, solemnity, gestures, words, sounds, looks, morals, and endeavors that have characterized human existence to date—like their most vivid and involuntary parody. And yet, perhaps it is with this ideal that true seriousness begins, that the real question is posed, that the fate of the soul is decided, that the clock moves forward, and that tragedy unfolds.
3
Quello che qui viene chiamato “massima speranza”, chi potrebbe dubitarne, quando si vede brillare alla fine del quarto libro la diamantina bellezza delle prime parole di Zarathustra? O quando si leggono le frasi solide e incisive presenti alla fine del terzo libro, nelle quali per la prima volta un destino per tutti i tempi viene espresso in forma di formule chiare e definitive! I canti del Principe Vogelfrei, scritti in gran parte in Sicilia, ricordano esplicitamente il concetto provenzale di “gaya scienza”, quell’unità tra cantante, cavaliere e spirito libero che caratterizza quella meravigliosa cultura primordiale dei Provenzali, distinguendola da tutte le altre culture ambigue e confuse; soprattutto l’ultimo dei loro poemi, “al Mistral”, un canto di danza spensierato in cui, con il permesso di dirlo, si ignora completamente ogni considerazione morale. Un esempio perfetto di autentico provenzalismo.
E così parlò Zarathustra.
Un libro per tutti e nessuno.
1
Ora racconterò la storia di Zarathustra. L’idea fondamentale dell’opera, il concetto della rinascita eterna, la formula più alta di affermazione possibile – tutto ciò nacque nell’agosto del 1881: fu scritto su un foglio con la dicitura “6000 piedi al di là dell’uomo e del tempo”. Quel giorno stavo passeggiando nei boschi presso il lago Silvaplana; mi fermai vicino a un enorme blocco di roccia a forma di piramide, non lontano da Surlei. Fu allora che mi venne in mente questo pensiero. Se risalgo alcuni mesi indietro, trovo come presagi un improvviso e decisivo cambiamento nel mio gusto, soprattutto per quanto riguarda la musica. Si potrebbe forse considerare l’intero Zarathustra parte della musica; sicuramente in quell’epoca si avvertiva una rinascita nell’arte, una condizione necessaria per tale processo. In una piccola località termale nei pressi di Vicenza, Recoaro, dove trascorsi la primavera del 1881, scoprii insieme al mio maestro e amico Peter Gast, anch’egli un “rinato”, che il “fenice” della musica volava sopra di noi con piume più leggere e luminose di qualsiasi altra volta. Se invece considero quel periodo come un arco di tempo che va fino alla mia improvvisa e inaspettata crisi nel febbraio del 1883 – la parte finale dell’opera, quella da cui ho citato alcuni passaggi nel preambolo – allora otto mesi intercorrono tra questi due eventi. Proprio questo numero, gli otto mesi, potrebbe far pensare, almeno tra i buddisti, che in fondo io sia una “femmina elefante”. Nel frattempo, esiste quella che potremmo chiamare la “scienza gioiosa”, caratterizzata da centinaia di segni che indicano l’avvicinamento a qualcosa di incomparabile; infine, essa stessa rappresenta l’inizio stesso di Zarathustra, il concetto fondamentale dell’opera, come espresso nell’ultimo brano del quarto libro. Allo stesso modo, in questo periodo è nato anche quel canto in onore della terra (per coro misto e orchestra), la cui partitura è stata pubblicata due anni fa da E. W. Fritzsch a Lipsia: forse si tratta di un sintomo significativo dello stato d’animo di quell’anno, quando il pathos dell’affermazione, che io chiamo “pathos tragico”, mi pervadeva in tutto il suo intensità. Un giorno qualcuno lo canterà in mio onore. Il testo, menzionato esplicitamente perché circolano delle interpretazioni errate al riguardo, non è mio: è l’ispirazione straordinaria di una giovane russa con cui allora ero amico, la signorina Lou von Salomé. Chi riesce a comprendere il significato delle ultime parole del poema capirà perché l’ho preferito e ammirato: esse possiedono vera grandezza. Il dolore non viene considerato un ostacolo alla vita: “Se non hai più felicità da donarmi, bene! Hai ancora la tua sofferenza, ” Forse anche la mia musica in questo punto raggiunge una forma di grandezza. (Ultima nota della clarinetta in La bemolle, non in Do.) ([Errata di stampa.]) Quell’inverno trascorsi in quella baia incantevole e tranquilla di Rapallo, vicino a Genova, che si estende tra Chiavari e il promontorio di Porto fino. La mia salute non era delle migliori; l’inverno fu freddo e particolarmente piovoso; un piccolo albergo situato direttamente sul mare, dove il rumore delle onde rendeva impossibile dormire di notte, offriva praticamente tutto ciò che si potesse desiderare. Eppure, quasi a dimostrazione della mia teoria secondo cui ciò che è veramente importante “nasce comunque nonostante tutto”, fu proprio quell’inverno e quelle condizioni avverse ad alimentare la creazione di Zarathustra. La mattina salivo verso sud lungo quella meravigliosa strada che conduce a Zoagli, tra pini e con una vista spaziosa sul mare; il pomeriggio, ogni volta che la salute me lo permetteva, percorrevo l’intera baia di Santa Margherita fino a Porto fino. Questo luogo e questo paesaggio mi sono diventati ancora più cari grazie all’enorme affetto che l’imperatore Federico III provava per essi; ero casualmente di nuovo su questa costa nell’autunno del 1886, quando egli visitò per l’ultima volta questo piccolo angolo dimenticato di felicità. Lungo questi due itinerari mi vennero in mente tutti i passaggi del primo libro di Zarathustra, soprattutto il personaggio stesso di Zarathustra, considerato come un vero e proprio modello umano: una figura autentica. Mi colpì profondamente.
2
Per comprendere questo tipo di persona, è necessario prima chiarire la sua condizione fisiologica fondamentale: essa rappresenta ciò che io chiamo “grande salute”. Non conosco modo migliore, né più personale, per spiegarlo, se non quello che ho già fatto in uno dei capitoli finali del quinto libro della “gaya scienza”. “Noi nuovi, senza nome, mal compresi”, si legge lì, “noi nati prematuramente in un futuro ancora da dimostrare, abbiamo bisogno, per un nuovo scopo, di un nuovo mezzo: cioè di una nuova salute, più forte, più astuta, più tenace, più audace, più gioiosa di qualsiasi altra salute esistita finora. Chiunque abbia il desiderio di sperimentare l’intera gamma dei valori e dei desideri umani fino ad oggi, chiunque voglia conoscere quali emozioni provi un conquistatore e un esploratore dell’ideale, così come un artista, un santo, un legislatore, un sapiente, uno studioso, un devoto, una figura di stampo divino in stile antico: ha bisogno innanzitutto della grande salute – una salute che non si possiede semplicemente, ma che deve essere costantemente acquisita e rafforzata, poiché viene continuamente perduta. E ora, dopo aver percorso un lungo cammino in questo senso, noi Argonauti dell’ideale, forse più coraggiosi di quanto siamo saggi, spesso naufraghiati e caduti in disgrazia, ma pur sempre più sani di quanto ci si possa permettere, sembra che davanti a noi ci sia una terra ancora inesplorata, i cui confini nessuno ha mai visto; un aldilà di tutti i paesi e di tutti gli angoli dell’ideale esistenti finora; un mondo così ricco di bellezza, di meraviglie straniere, di enigmi, di cose terribili e di aspetti divini, che la nostra curiosità e il nostro desiderio di possedere tutto ciò sono ormai incontenibili. Ah, come potremmo mai accontentarci dell’uomo attuale, dopo aver visto tali prospettive e con un tale appetito per la conoscenza e la verità! È abbastanza grave, ma è inevitabile che noi assistiamo ai suoi obiettivi e alle sue speranze più nobili soltanto con un serietà mal impostata. Forse non siamo nemmeno più in grado di osservarli. Un altro ideale ci precede: un ideale meraviglioso, allettante, ma pericoloso; un ideale che non vogliamo convincere nessuno ad abbracciarlo, perché non possiamo concederlo così facilmente a nessuno. L’ideale di uno spirito che, in modo ingenuo – cioè involontario e scaturito da una sovrabbondanza di energia e potenza – gioca con tutto ciò che finora è stato considerato sacro, puro, divino; per il quale il massimo valore riconosciuto dal popolo rappresenta spesso un pericolo, una decadenza, una umiliazione, o, al massimo, una forma di sollievo, cecità, temporaneo oblio di sé. L’ideale di un benessere e di una benevolenza umani che trascendono i limiti dell’umano. Un ideale che spesso appare inumano, soprattutto quando si contrappone a tutta la serietà, alla solennità tradizionali della vita: nei gesti, nelle parole, nel suono, nello sguardo, nella morale, nelle azioni. Eppure, forse proprio con questo ideale inizia la vera serietà, viene posto il vero interrogativo, si decide il destino dell’anima. Il “cursore” del tempo si muove. La tragedia ha inizio.
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– Hat jemand, Ende des neunzehnten Jahrhunderts, einen deutlichen Begriff davon, was Dichter starker Zeitalter Inspiration nannten? Im andren Falle will ich’s beschreiben. – Mit dem geringsten Rest von Aberglauben in sich würde man in der Tat die Vorstellung, bloß Inkarnation, bloß Mundstück, bloß Medium übermächtiger Gewalten zu sein, kaum abzuweisen wissen. Der Begriff Offenbarung, in dem Sinn, dass plötzlich, mit unsäglicher Sicherheit und Feinheit, etwas sichtbar, hörbar wird, etwas, das einen im Tiefsten erschüttert und umwirft, beschreibt einfach den Tatbestand. Man hört, man sucht nicht; man nimmt, man fragt nicht, wer da gibt; wie ein Blitz leuchtet ein Gedanke auf, mit Notwendigkeit, in der Form ohne Zögern – ich habe nie eine Wahl gehabt. Eine Entzückung, deren ungeheure Spannung sich mitunter in einen Tränenstrom auslöst, bei der der Schritt unwillkürlich bald stürmt, bald langsam wird; ein unvollkommnes Außer-sich-sein mit dem distinktesten Bewusstsein einer Unzahl feiner Schauder und Überrieselungen bis in die Fußzehen; eine Glückstiefe, in der das Schmerzlichste und Düsterste nicht als Gegensatz wirkt, sondern als bedingt, als herausgefordert, als eine notwendige Farbe innerhalb eines solchen Lichtüberflusses; ein Instinkt rhythmischer Verhältnisse, der weite Räume von Formen überspannt – die Länge, das Bedürfnis nach einem weit gespannten Rhythmus ist beinahe das Maß für die Gewalt der Inspiration, eine Art Ausgleich gegen deren Druck und Spannung … Alles geschieht im höchsten Grade unfreiwillig, aber wie in einem Sturme von Freiheits-Gefühl, von Unbedingtsein, von Macht, von Göttlichkeit … Die Unfreiwilligkeit des Bildes, des Gleichnisses ist das Merkwürdigste; man hat keinen Begriff mehr, was Bild, was Gleichnis ist, alles bietet sich als der nächste, der richtigste, der einfachste Ausdruck. Es scheint wirklich, um an ein Won Zarathustras zu erinnern, als ob die Dinge selber herankämen und sich zum Gleichnis anböten (– »hier kommen alle Dinge liebkosend zu deiner Rede und schmeicheln dir: denn sie wollen auf deinem Rücken reiten. Auf jedem Gleichnis reitest du hier zu jeder Wahrheit. Hier springen dir alles Seins Worte und Wort-Schreine auf; alles Sein will hier Wort werden, alles Werden will von dir reden lernen –«). Dies ist meine Erfahrung von Inspiration; ich zweifle nicht, dass man Jahrtausende zurückgehn muss, um jemanden zu finden, der mir sagen darf »es ist auch die meine«. –
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Ich lag ein paar Wochen hinterdrein in Genua krank. Dann folgte ein schwermütiger Frühling in Rom, wo ich das Leben hinnahm – es war nicht leicht. Im Grunde verdross mich dieser für den Dichter des Zarathustra unanständigste Ort der Erde, den ich nicht freiwillig gewählt hatte, über die Maßen; ich versuchte loszukommen – ich wollte nach Aquila, dem Gegenbegriff von Rom, aus Feindschaft gegen Rom gegründet, wie ich einen Ort dereinst gründen werde, die Erinnerung an einen Atheisten und Kirchenfeind comme il faut, an einen meiner Nächstverwandten, den großen Hohenstaufen-Kaiser Friedrich den Zweiten. Aber es war ein Verhängnis bei dem allen: ich musste wieder zurück. Zuletzt gab ich mich mit der piazza Barberini zufrieden, nachdem mich meine Mühe um eine antichristliche Gegend müde gemacht hatte. Ich fürchte, ich habe einmal, um schlechten Gerüchen möglichst aus dem Wege zu gehn, im palazzo del Quirinale selbst nachgefragt, ob man nicht ein stilles Zimmer für einen Philosophen habe. – Auf einer loggia hoch über der genannten piazza, von der aus man Rom übersieht und tief unten die fontana rauschen hört, wurde jenes einsamste Lied gedichtet, das je gedichtet worden ist, das Nachtlied; um diese Zeit ging immer eine Melodie von unsäglicher Schwermut um mich herum, deren Refrain ich in den Worten wiederfand »tot vor Unsterblichkeit …« Im Sommer, heimgekehrt zur heiligen Stelle, wo der erste Blitz des Zarathustra-Gedankens mir geleuchtet hatte, fand ich den zweiten Zarathustra. Zehn Tage genügten; ich habe in keinem Falle, weder beim ersten, noch beim dritten und letzten mehr gebraucht. Im Winter darauf, unter dem halkyonischen Himmel Nizzas, der damals zum ersten Male in mein Leben hineinglänzte, fand ich den dritten Zarathustra – und war fertig. Kaum ein Jahr, fürs Ganze gerechnet. Viele verborgne Flecke und Höhen aus der Landschaft Nizzas sind mir durch unvergessliche Augenblicke geweiht; jene entscheidende Partie, welche den Titel »Von alten und neuen Tafeln« trägt, wurde im beschwerlichsten Aufsteigen von der Station zu dem wunderbaren maurischen Felsenneste Eza gedichtet, – die Muskel-Behendheit war bei mir immer am größten, wenn die schöpferische Kraft am reichsten floss. Der Leib ist begeistert: lassen wir die »Seele« aus dem Spiele … Man hat mich oft tanzen sehn können; ich konnte damals ohne einen Begriff von Ermüdung, sieben, acht Stunden auf Bergen unterwegs sein. Ich schlief gut, ich lachte viel –, ich war von einer vollkommnen Rüstigkeit und Geduld.
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Abgesehen von diesen Zehn-Tage-Werken waren die Jahre während und vor allem nach dem Zarathustra ein Notstand ohnegleichen. Man büßt es teuer, unsterblich zu sein: man stirbt dafür mehrere Male bei Lebzeiten. – Es gibt etwas, das ich die rancune des Großen nenne: alles Große, ein Werk, eine Tat, wendet sich, einmal vollbracht, unverzüglich gegen den, der sie tat. Eben damit, dass er sie tat, ist er nunmehr schwach – er hält seine Tat nicht mehr aus, er sieht ihr nicht mehr ins Gesicht. Etwas hinter sich zu haben, das man nie wollen durfte, etwas worin der Knoten im Schicksal der Menschheit eingeknüpft ist – und es nunmehr auf sich haben! … Es zerdrückt beinahe … Die rancune des Großen! – Ein andres ist die schauerliche Stille, die man um sich hört. Die Einsamkeit hat sieben Häute; es geht nichts mehr hindurch. Man kommt zu Menschen, man begrüßt Freunde: neue Öde, kein Blick grüßt mehr. Im besten Falle eine Art Revolte. Eine solche Revolte erfuhr ich, in sehr verschiedenem Grade, aber fast von jedermann, der mir nahestand; es scheint, dass nichts tiefer beleidigt als plötzlich eine Distanz merken zu lassen, – die vornehmen Naturen, die nicht zu leben wissen, ohne zu verehren, sind selten. – Ein Drittes ist die absurde Reizbarkeit der Haut gegen kleine Stiche, eine Art Hilflosigkeit vor allem Kleinen. Diese scheint mir in der ungeheuren Verschwendung aller Defensiv-Kräfte bedingt, die jede schöpferische Tat, jede Tat aus dem Eigensten, Innersten, Untersten heraus zur Voraussetzung hat. Die kleinen Defensiv-Vermögen sind damit gleichsam ausgehängt; es fließt ihnen keine Kraft mehr zu. – Ich wage noch anzudeuten, dass man schlechter verdaut, ungern sich bewegt, den Frostgefühlen, auch dem Misstrauen allzu offensteht – dem Misstrauen, das in vielen Fällen bloß ein ätiologischer Fehlgriff ist. In einem solchen Zustande empfand ich einmal die Nähe einer Kuhherde durch Wiederkehr milderer, menschenfreundlicherer Gedanken, noch bevor ich sie sah: Das hat Wärme in sich …
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– At the end of the nineteenth century, did anyone have a clear understanding of what poets of those great times referred to as “inspiration”? If not, I would like to describe it myself. – With even the slightest trace of superstition remaining within one, it would indeed be difficult to reject the notion of being merely an incarnation, merely a vessel, merely a medium through which mighty forces manifest themselves. The term “revelation” – in the sense that something suddenly becomes visible, audible, with indescribable certainty and precision, something that shakes and overturns one at their very core – simply describes this phenomenon. One hears it; one does not seek it out. One accepts it; one does not question who gives it. Like a flash of lightning, an idea emerges, with absolute necessity, in a form that leaves no room for hesitation. I never had a choice. It is an ecstasy whose immense tension sometimes breaks into tears; one’s steps become either hurried or slow without conscious control; it is a state of being lost to oneself, accompanied by the keenest awareness of countless subtle tremors and transcendent experiences, reaching even into one’s toes; it is a profound happiness in which the most painful and darkest things do not appear as opposites, but rather as conditions necessary, as challenges, as inevitable elements within such an overwhelming flood of light. There is also an instinct for rhythmic relationships that spans vast realms of form. The length of these forms, the need for a broad-ranging rhythm, are almost the measure of the intensity of inspiration itself – a kind of balance against its pressure and tension. Everything happens in the highest degree involuntarily, yet it feels like a storm of freedom, of necessity, of power, of divinity. The involuntary nature of these images, of these metaphors, is perhaps the most striking aspect; one no longer has any clear notion of what an image or metaphor actually is; everything seems to be the most immediate, the most accurate, the simplest way to express something. It truly seems, as if recalling Zarathustra, that things themselves come forward and offer themselves up as metaphors, (“Here, all things approach your words with affection and flatter you; for they wish to ride upon your back. Upon every metaphor, you ride towards every truth. Here, the words and sacred symbols of all existence leap toward you; everything that exists wishes to become words through you; everything that becomes wishes to learn to speak through you, ”). This is my experience of inspiration. I have no doubt that one would have to go back thousands of years to find someone who could tell me, “This is also mine.” –
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I fell ill in Genoa and was several weeks behind schedule. Then came a gloomy spring in Rome, where I embraced life—though it was not easy at all. In essence, this place—the most unworthy of being called home for the poet of Zarathustra, a place I had not chosen willingly—bored me beyond measure. I tried to escape; I wanted to go to Aquila, the very antithesis of Rome, founded out of hatred for that city, just as one day I will found a place in memory of an atheist and a true enemy of the church—a man who was one of my closest relatives: the great Holy Roman Emperor Frederick II. But fate had other plans; I had to return. In the end, I settled for the piazza Barberini, after my futile efforts to find an anti-Christian neighborhood had left me exhausted. I once even asked, in the palazzo del Quirinale itself, if they could provide a quiet room for a philosopher, in an attempt to escape those unpleasant smells. On a loggia high above that piazza, with a view of Rome below and the sound of the fountain in the distance, that most solitary of poems was written—the Night Song. During that time, a melody of indescribable melancholy surrounded me; its refrain echoed in the words “dead before immortality, ” In the summer, returning to the sacred place where the first spark of the Zarathustra idea had ignited within me, I found the second Zarathustra. Ten days were enough—far less than it had taken for the first and the third. The following winter, under the halcyon skies of Nice, which shone on me for the first time in my life, I found the third Zarathustra—and was finished. In all, little more than a year. Many hidden corners and landscapes of Nice are forever associated with unforgettable moments for me; that crucial passage titled “Of Old and New Tablets” was written during the most arduous ascent from one station to the magnificent Moorish fortress of Eza—my physical strength was at its peak whenever my creative energy flowed freely. The body is filled with passion; let us set aside the concept of a “soul” altogether. People often saw me dancing; back then, I could spend seven or eight hours walking through mountains without feeling the slightest fatigue. I slept well, laughed often—filled with perfect vigor and patience.
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Apart from these ten-day projects, the years during and especially after Zarathustra were an unparalleled state of crisis. To be immortal comes at a terrible price: one dies multiple times in the course of their life. There is something I call the “rancor of the great”: everything great—a work, an act—once accomplished, immediately turns against those who carried it out. Just by having done it, they become weak; they can no longer endure their own actions, nor face them directly. To have something behind oneself that one should never have desired, something in which the knot of humanity’s fate is entangled—and now to bear it oneself. It almost crushes one. The rancor of the great! Another aspect is the eerie silence that surrounds one. Loneliness has seven layers; nothing can penetrate it anymore. One approaches people, greets friends—but it’s all a new desolation; no gaze offers any welcome. At best, there might be some form of rebellion. I experienced such rebellions, to varying degrees, from almost everyone who was close to me. It seems that nothing is more deeply offensive than suddenly having to maintain distance. Those noble natures who cannot live without reverence are rare indeed. A third aspect is the absurdly easy irritability of the skin at even the slightest touch—a kind of helplessness, especially among the small. This, I believe, stems from the immense waste of all defensive abilities that any creative act, any action born from one’s deepest self, requires. These small defensive mechanisms are thereby rendered useless; no strength remains for them. I would also like to suggest that in such a state, one digests food more poorly, moves with reluctance, and becomes far too open to feelings of coldness—and also to mistrust, which in many cases is merely a mistaken interpretation of circumstances. Once, in such a state, I sensed the presence of a herd of cows simply by the recurrence of gentler, more human-like thoughts—even before I saw them: Such things possess their own warmth.
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Alla fine del diciannovesimo secolo, qualcuno aveva già una chiara concezione di ciò che i poeti dei tempi più grandi chiamavano “ispirazione”? In caso contrario, vorrei descriverlo io stesso. Con anche solo un minimo di superstizione in sé, infatti, è difficile respingere l’idea di essere soltanto un’incarnazione, soltanto uno strumento, soltanto un mezzo attraverso cui operano forze sovrannaturali. Il concetto di “rivelazione”, nel senso che qualcosa diventa improvvisamente visibile, udibile, con una sicurezza e una precisione indescrivibili, qualcosa che scuote e sconvolge profondamente l’individuo, questo concetto descrive semplicemente il fatto stesso. Si ascolta, non si cerca; si accetta, non si chiede chi sia colui che dona; come un fulmine, un pensiero appare, con necessità, nella forma più appropriata, senza esitazioni. Non ho mai avuto scelta. Un’estasi la cui immensa tensione a volte si trasforma in un fiume di lacrime; il passo diventa ora veloce, ora lento, involontariamente; uno stato di perdita di sé accompagnato da una consapevolezza estrema di mille sottili brividi e emozioni intensissime; una profonda felicità nella quale ciò che è più doloroso e oscuro non appare come un contrappunto, ma come qualcosa di necessario, di stimolante, di parte di quel flusso luminoso. Un istinto per le relazioni ritmiche che abbraccia spazi vasti di forme; la lunghezza, il bisogno di un ritmo ampio, sono quasi i parametri della forza dell’ispirazione, una sorta di equilibrio contro la sua pressione e la sua tensione. Tutto avviene in modo del tutto involontario, ma come se si fosse immersi in un turbine di sensazioni di libertà, di necessità, di potere, di divinità. La natura involontaria dell’immagine, del simbolo è ciò che più sorprende; non si ha più alcuna idea di cosa sia un’immagine, di cosa sia un simbolo. Tutto sembra offrirsi come l’espressione più immediata, più corretta, più semplice possibile. Sembra davvero che le cose stesse vengano da noi e si offrano come simboli, (“Tutte le cose vengono qui, con tenerezza, verso la tua parola, per adularti: vogliono cavalcare sul tuo dorso. Su ogni simbolo tu viaggi verso ogni verità. Qui, le parole di tutto l’essere ti saltano addosso; tutto l’essere vuole diventare parola, tutto ciò che nasce vuole imparare a parlare attraverso di te, ”). Questa è la mia esperienza dell’ispirazione. Non dubito che si debbano tornare indietro per migliaia di anni per trovare qualcuno che possa dirmi: “Anche questa è la mia esperienza”.
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Ero rimasto indietro di alcune settimane a Genova, malato. Poi seguì una primavera triste a Roma, dove affrontai la vita. Non fu facile. In realtà, quel luogo, il più indegno per un poeta come Zarathustra, che non avevo scelto volontariamente, mi disgustava profondamente; cercai di andarmene. Volevo raggiungere Aquila, l’antitesi di Roma, fondata per odio verso quella città. Come un giorno fonderei io stesso un luogo in memoria di un ateo e nemico della Chiesa, come uno dei miei parenti più prossimi: l’imperatore Federico II degli Staufer. Ma fu un destino crudele. Dovetti tornare indietro. Alla fine mi accontentai della piazza Barberini, dopo aver rinunciato all’idea di trovare un luogo “anticristiano”. Temo di aver persino chiesto, nel palazzo del Quirinale, se non ci fosse una stanza tranquilla per un filosofo. Su una loggia sopra quella piazza, da cui si può vedere Roma e ascoltare il rumore della fontana in basso, fu composto quel canto più solitario che sia mai stato scritto: il “Canto Notturno”. In quei tempi, intorno a me c’era sempre una melodia di tristezza indescrivibile. Il ritornello di quella canzone recitava: “Morto per l’immortalità, ” Nell’estate, tornato nel luogo sacro dove per la prima volta mi era balenata l’idea di Zarathustra, trovai il secondo Zarathustra. Dieci giorni furono sufficienti; in nessun caso ne avrei avuti bisogno, né per il primo, né per il terzo e ultimo. Nell’inverno successivo, sotto il cielo incantevole di Nizza, che per la prima volta brillava nella mia vita, trovai il terzo Zarathustra. E fui pronto. In tutto, poco più di un anno. Molti luoghi nascosti e vette del paesaggio di Nizza sono stati “consacrati” da momenti indimenticabili per me. Quella parte decisiva del libro, intitolata “Di vecchie e nuove tavole”, fu scritta durante l’ascesa più faticosa, dalla stazione alla meravigliosa fortezza moresca di Eza. La mia forza fisica era al suo apice quando la creatività scorreva più abbondantemente. Il corpo è ispirato. Lasciamo che l’‘anima’ non entri in gioco. Spesso mi si vedeva ballare; allora potevo camminare per sette, otto ore di seguito su montagne, senza provare stanchezza. Dormivo bene, ridevo molto. Ero pieno di energia e pazienza.
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Ad eccezione di queste opere realizzate in dieci giorni, gli anni trascorsi durante e soprattutto dopo la pubblicazione del “Zarathustra” furono un periodo di emergenza senza precedenti. Pagare il prezzo dell’immortalità significa morire più volte nella propria vita. C’è qualcosa che chiamo “l’odio del Grande”: tutto ciò che è grande, un’opera, un atto, una volta compiuto, si rivolge immediatamente contro colui che l’ha realizzato. Proprio perché l’ha compiuto, egli diventa debole; non riesce più a sopportare il proprio atto, non osa più guardarlo in faccia. Avere qualcosa alle proprie spalle che non si sarebbe mai dovuto desiderare, qualcosa in cui è annodato il nodo del destino dell’umanità, e doverlo portare con sé!. Questo quasi schiaccia. L’odio del Grande. Un’altra cosa è quel silenzio spaventoso che ci circonda. La solitudine ha sette “pelli”; nulla più può passarvi attraverso. Si va tra le persone, si salutano gli amici, ma tutto è desolazione; nessuno più ti guarda con simpatia. Nel migliore dei casi, si verifica una sorta di rivolta. Ho sperimentato questa rivolta, in gradi diversi, quasi in tutti coloro che mi erano vicini; sembra che nulla possa essere offeso più profondamente di quando qualcuno improvvisamente decide di mantenere le distanze. Le persone nobile d’animo, quelle che non sanno vivere senza venerare, sono rare. Un’altra caratteristica di questo stato è quell’eccessiva irritabilità della pelle di fronte a piccoli stimoli, una sorta di impotenza soprattutto nei confronti dei più deboli. Questo fenomeno, a mio parere, è dovuto al fatto che tutte le capacità difensive necessarie per compiere un’opera creativa, un atto nato dal profondo dell’anima, vengono completamente esaurite. Le piccole risorse difensive umane diventano così inutili. Oso anche suggerire che in questo stato si digerisce male, ci si muove con difficoltà, si è più vulnerabili al freddo e anche al sospetto. Un sospetto che, in molti casi, non è altro che un errore di interpretazione. In uno di questi stati, una volta, percepii la vicinanza di un gregge di mucche semplicemente perché i miei pensieri divennero più gentili, più umani. Questo ha in sé qualcosa di caldo.
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Dieses Werk steht durchaus für sich. Lassen wir die Dichter beiseite: es ist vielleicht überhaupt nie etwas aus einem gleichen Überfluss von Kraft heraus getan worden. Mein Begriff »dionysisch« wurde hier höchste Tat; an ihr gemessen erscheint der ganze Rest von menschlichem Tun als arm und bedingt. Dass ein Goethe, ein Shakespeare nicht einen Augenblick in dieser ungeheuren Leidenschaft und Höhe zu atmen wissen würde, dass Dante, gegen Zarathustra gehalten, bloß ein Gläubiger ist und nicht einer, der die Wahrheit erst schafft, ein weltregierender Geist, ein Schicksal –, dass die Dichter des Veda Priester sind und nicht einmal würdig, die Schuhsohlen eines Zarathustra zu lösen, das ist alles das Wenigste und gibt keinen Begriff von der Distanz, von der azurnen Einsamkeit, in der dies Werk lebt. Zarathustra hat ein ewiges Recht zu sagen: »ich schließe Kreise um mich und heilige Grenzen; immer wenigere steigen mit mir auf immer höhere Berge – ich baue ein Gebirge aus immer heiligeren Bergen.« Man rechne den Geist und die Güte aller großen Seelen in eins: alle zusammen wären nicht imstande, eine Rede Zarathustras hervorzubringen. Die Leiter ist ungeheuer, auf der er auf und nieder steigt; er hat weiter gesehn, weiter gewollt, weiter gekonnt, als irgendein Mensch. Er widerspricht mit jedem Wort, dieser jasagendste aller Geister; in ihm sind alle Gegensätze zu einer neuen Einheit gebunden. Die höchsten und die untersten Kräfte der menschlichen Natur, das Süßeste, Leichtfertigste und Furchtbarste strömt aus einem Born mit unsterblicher Sicherheit hervor. Man weiß bis dahin nicht, was Höhe, was Tiefe ist; man weiß noch weniger, was Wahrheit ist. Es ist kein Augenblick in dieser Offenbarung der Wahrheit, der schon vorweggenommen, von einem der Größten erraten worden wäre. Es gibt keine Weisheit, keine Seelen-Erforschung, keine Kunst zu reden vor Zarathustra: das Nächste, das Alltäglichste redet hier von unerhörten Dingen. Die Sentenz von Leidenschaft zitternd; die Beredsamkeit Musik geworden; Blitze vorausgeschleudert nach bisher unerratenen Zukünften. Die mächtigste Kraft zum Gleichnis, die bisher da war, ist arm und Spielerei gegen die Rückkehr der Sprache zur Natur der Bildlichkeit. – Und wie Zarathustra herabsteigt und zu jedem das Gütigste sagt! Wie er selbst seine Widersacher, die Priester, mit zarten Händen anfasst und mit ihnen an ihnen leidet! – Hier ist in jedem Augenblick der Mensch überwunden, der Begriff »Übermensch« ward hier die größte Realität, – in einer unendlichen Ferne liegt alles das, was bisher groß am Menschen hieß, unter ihm. Das Halkyonische, die leichten Füße, die Allgegenwart von Bosheit und Übermut und was sonst alles typisch ist für den Typus Zarathustra ist nie geträumt worden als wesentlich zur Größe. Zarathustra fühlt sich gerade in diesem Umfang an Raum, in dieser Zugänglichkeit zum Entgegengesetzten als die höchste Art alles Seienden; und wenn man hört, wie er diese definiert, so wird man darauf verzichten, nach seinem Gleichnis zu suchen.
– die Seele, welche die längste Leiter hat und am tiefsten hinunter kann, die umfänglichste Seele, welche am weitesten in sich laufen und irren und schweifen kann,
die notwendigste, welche sich mit Lust in den Zufall stürzt,
die seiende Seele, welche ins Werden, die habende, welche ins Wollen und Verlangen will –,
die sich selber fliehende, welche sich selber in weitesten Kreisen einholt,
die weiseste Seele, welcher die Narrheit am süßesten zuredet,
die sich selber liebendste, in der alle Dinge ihr Strömen und Widerströmen und Ebbe und Flut haben – –
Aber das ist der Begriff des Dionysos selbst. – Eben dahin führt eine andre Erwägung. Das psychologische Problem im Typus des Zarathustra ist, wie der, welcher in einem unerhörten Grade Nein sagt, Nein tut, zu allem, wozu man bisher Ja sagte, trotzdem der Gegensatz eines neinsagenden Geistes sein kann; wie der das Schwerste von Schicksal, ein Verhängnis von Aufgabe tragende Geist trotzdem der leichteste und jenseitigste sein kann – Zarathustra ist ein Tänzer –: wie der, welcher die härteste, die furchtbarste Einsicht in die Realität hat, welcher den »abgründlichsten Gedanken« gedacht hat, trotzdem darin keinen Einwand gegen das Dasein, selbst nicht gegen dessen ewige Wiederkunft findet – vielmehr einen Grund noch hinzu, das ewige Ja zu allen Dingen selbst zu sein, »das ungeheure unbegrenzte Ja- und Amen-sagen« … »In alle Abgründe trage ich noch mein segnendes Jasagen« … Aber das ist der Begriff des Dionysos noch einmal.
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– Welche Sprache wird ein solcher Geist reden, wenn er mit sich allein redet? Die Sprache des Dithyrambus. Ich bin der Erfinder des Dithyrambus. Man höre, wie Zarathustra vor Sonnenaufgang (S. 484–487.) mit sich redet: ein solches smaragdenes Glück, eine solche göttliche Zärtlichkeit hatte noch keine Zunge vor mir. Auch die tiefste Schwermut eines solchen Dionysos wird noch Dithyrambus; ich nehme, zum Zeichen, das Nachtlied – die unsterbliche Klage, durch die Überfülle von Licht und Macht, durch seine Sonnen-Natur, verurteilt zu sein, nicht zu lieben.
Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen. Und auch meine Seele ist ein springender Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das will laut werden. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ach, dass ich dunkel wäre und nächtig! Wie wollte ich an den Brüsten des Lichts saugen!
Und euch selber wollte ich noch segnen, ihr kleinen Funkelsterne und Leuchtwürmer droben! – und selig sein ob eurer Licht-Geschenke.
Aber ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen.
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht; und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
O Unseligkeit aller Schenkenden! O Verfinsterung meiner Sonne! O Begierde nach Begehren! O Heißhunger in der Sättigung!
Sie nehmen von mir: aber rühre ich noch an ihre Seele? Eine Kluft ist zwischen Nehmen und Geben; und die kleinste Kluft ist am letzten zu überbrücken.
Ein Hunger wächst aus meiner Schönheit: wehetun möchte ich denen, welchen ich leuchte, berauben möchte ich meine Beschenkten – also hungere ich nach Bosheit.
Die Hand zurückziehend, wenn sich schon ihr die Hand entgegenstreckt: Dem Wasserfall gleich, der noch im Sturze zögert – also hungere ich nach Bosheit.
Solche Rache sinnt meine Fülle aus, solche Tücke quillt aus meiner Einsamkeit.
Mein Glück im Schenken erstarb im Schenken, meine Tugend wurde ihrer selber müde an ihrem Überflusse!
Wer immer schenkt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Mein Auge quillt nicht mehr über vor der Scham der Bittenden; meine Hand wurde zu hart für das Zittern gefüllter Hände.
Wohin kam die Träne meinem Auge und der Flaum meinem Herzen? O Einsamkeit aller Schenkenden! O Schweigsamkeit aller Leuchtenden!
Viel Sonnen kreisen im öden Räume: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte – mir schweigen sie.
O dies ist die Feindschaft des Lichts gegen Leuchtendes: erbarmungslos wandelt es seine Bahnen.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen – also wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen ihre Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkt euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Ach, Eis ist um mich, meine Hand verbrennt sich an Eisigem! Ach, Durst ist in mir, der schmachtet nach eurem Durste.
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen – nach Rede verlangt mich.
Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen. Und auch meine Seele ist ein springender Brunnen.
Nacht ist es: nun erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden. –
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Dergleichen ist nie gedichtet, nie gefühlt, nie gelitten worden: so leidet ein Gott, ein Dionysos. Die Antwort auf einen solchen Dithyrambus der Sonnen-Vereinsamung im Lichte wäre Ariadne … Wer weiß außer mir, was Ariadne ist! … Von allen solchen Rätseln hatte niemand bisher die Lösung, ich zweifle, dass je jemand hier auch nur Rätsel sah. – Zarathustra bestimmt einmal, mit Strenge, seine Aufgabe – es ist auch die meine –, dass man sich über den Sinn nicht vergreifen kann: er ist jasagend bis zur Rechtfertigung, bis zur Erlösung auch alles Vergangenen.
Ich wandle unter Menschen als unter Bruchstücken der Zukunft: jener Zukunft, die ich schaue.
Und das ist all mein Dichten und Trachten, dass ich in eins dichte und zusammentrage, was Bruchstück ist und Rätsel und grauser Zufall.
Und wie ertrüge ich es, Mensch zu sein, wenn der Mensch nicht auch Dichter und Rätselrater und Erlöser des Zufalls wäre?
This work stands on its own in every respect. Setting aside the poets for a moment—perhaps nothing has ever been accomplished from such an immense surge of creative power. My term “dionysian” has been given here its highest meaning; measured against it, all other human endeavors seem poor and limited. That a poet like Goethe or Shakespeare would not be able to breathe for even a moment in such tremendous passion and greatness; that Dante, compared to Zarathustra, is merely a believer, not one who creates truth itself, not a world-governing spirit, not a force that shapes destiny—these facts show how insignificant the poets of the Veda are, how unworthy they are even to clean the soles of Zarathustra’s shoes. All this is merely the beginning; it does not begin to convey the vastness, the profound solitude in which this work exists. Zarathustra has an eternal right to say: “I draw circles around myself and establish sacred boundaries; fewer and fewer people ascend with me to higher and higher mountains—I build a mountain range from increasingly sacred peaks.” Combine the spirit and goodness of all great souls together—still would they not be capable of producing a single word of Zarathustra’s. The path he walks is immense; he has seen further, desired more, accomplished more than any other human being. With every word he speaks, this most affirmative of all spirits challenges everything; within him, all opposites are united into a new unity. The highest and lowest forces of human nature, the sweetest, the most frivolous, and the most terrible—all flow forth from one source with eternal certainty. Until now, people have no idea what height or depth truly mean; they know even less what truth is. Not a single moment of this revelation of truth has ever been anticipated or guessed by any of the greatest minds. There is no wisdom, no profound exploration of the soul, no art of speaking that can compare to Zarathustra’s—even the most mundane things spoken here speak of unimaginable realities. The fervor in his words trembles; his eloquence becomes music; flashes of insight are hurled toward futures that have never been foreseen before. The most powerful ability to use metaphor is nothing but a trivial game compared to the return of language to its natural, pictorial origins. And how Zarathustra descends, speaking kindness to everyone! How he touches his adversaries, the priests, with gentle hands and shares their suffering with them! Here, in every moment, the human being is transcended; the concept of “Übermensch” becomes the greatest reality. In an infinite distance lies everything that has ever been considered great about humanity—now it lies beneath him. The Halkyonian qualities, those light-footedness, the omnipresence of malice and audacity—all these traits, so characteristic of Zarathustra’s nature, were never even imagined as essential to greatness. It is precisely in this extent of spatiality, in this accessibility to the opposite, that Zarathustra feels himself to be the highest form of all that exists; and when one hears how he defines these concepts, one will refrain from attempting to seek his metaphors.
—the soul which possesses the longest reach and can descend to the greatest depths; the most expansive soul, capable of wandering and erring within itself for the greatest distances.
the most essential one, that willingly plunges into chance.
The existing soul, which strives towards becoming; the possessing soul, which desires to will and to long for.
That which flees from itself, yet encompasses itself within the widest circles.
the wisest soul, who speaks to folly in the sweetest manner.
That which loves itself most deeply, in which all things possess their currents, counter-currents, high tides, and low tides.
But this is precisely the essence of the concept of Dionysus himself. – Another line of thought leads us in exactly that direction. The psychological problem inherent in the figure of Zarathustra is how one who, to an unprecedented degree, says “no” and acts on that “no,” regarding everything for which one previously said “yes,” can still be a person of a spirit that refuses to affirm; how one who bears the heaviest burden of fate, a spirit destined for suffering and challenge, can yet be the lightest and most transcendent of beings – Zarathustra is a dancer. How one who possesses the sharpest, most terrifying insight into reality, who has contemplated the “deepest and darkest thoughts,” can still find no objection to existence itself, not even to its eternal recurrence; on the contrary, such a person finds reason to affirm everything with an eternal “yes” – an “immense, boundless affirmation and acceptance”, “Into every abyss, I carry my own blessingful assent, ” But once again, this is precisely what the concept of Dionysus signifies.
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– In what language would such a spirit speak when talking to itself? The language of the dithyramb. I am the inventor of the dithyramb. Listen how Zarathustra speaks to himself before sunrise (pages 484–487): Such emerald-like happiness, such divine tenderness—no tongue has ever expressed them before me. Even the deepest sorrow of such a Dionysus would take the form of a dithyramb; I choose, as a symbol, the nocturnal lament—the immortal cry expressing the fate of being condemned, because of excess of light and power, because of its solar nature, to be unable to love.
It is night; now all the gushing fountains speak aloud. And my soul too is a gushing fountain.
It is night; now at last do all the songs of lovers awaken. And my soul too is the song of a lover.
There is something within me that is unquiet, that cannot be calmed; it seeks to express itself loudly. There is a longing for love within me that speaks in the very language of love itself.
I am light; oh, if only I were night! But this is my solitude—being surrounded by light.
Ah, if only I were dark and nocturnal! How I would love to suck at the breasts of light!
And I also wanted to bless you all, you little shining stars and glowing worms up there! – I would be blessed indeed by your gifts of light.
But I live in my own light; I absorb back into myself the flames that burst forth from me.
I do not know the happiness that comes from taking; often I dreamed that stealing must be even more blissful than receiving.
This is my poverty: that my hand never ceases to give; this is my envy: that I see eyes filled with waiting, and nights illuminated by longing.
O wretchedness of all those who give! O darkness that overshadows my life! O desire arising from desire itself! O insatiable hunger even in times of fullness!
They take from me—but do I still touch their soul in the process? There is a gap between taking and giving; and even the smallest of these gaps must ultimately be bridged.
A hunger arises from my -beauty: I desire to cause pain to those whom I illuminate; I wish to deprive those whom I have blessed. Hence, I crave evil.
Retreating one’s hand even when it has been extended towards someone else: just like a waterfall that hesitates even as it pours down—therefore, I crave malice.
Such vengeance fills my being; such cunning arises from my solitude.
My luck at giving vanished as I kept giving; my virtue grew weary of itself due to its abundance!
Anyone who gives away things runs the risk of losing shame; anyone who distributes freely has their hands and heart worn out from constant giving.
My eye no longer swells with shame for those who beg; my hand has become too strong to tremble at the sight of others’ trembling hands.
Where did that tear come from my eye, and that fluff from my heart? Oh loneliness of all those who give! Oh silence of all those who shine!
Many suns circle in this desolate void; to everything that is dark, they speak through their light—but to me, they remain silent.
Ah, this is the hostility of light toward that which shines—mercilessly does it pursue its course.
Unfair towards that which shines from the deepest depths of the heart; cold towards the sun itself—hence, every sun must set.
Like a storm, the suns follow their paths. They obey their relentless will—such is their coldness.
Oh you, the Dark Ones, the Nightly Ones, it is you who create warmth from the Bright! Oh you, it is you who drink milk and nectar from the udders of light!
Ah, ice surrounds me; my hand burns upon contact with it! Ah, thirst within me yearns for the very thirst you have.
It is night: ah, how I must be light! And such thirst for nightingales. And such loneliness!
It is night; now, like a fountain, my desire bursts forth—my longing for speech overcomes me.
It is night; now all the gushing fountains speak aloud. And my soul too is a gushing fountain.
It is night; now all the songs of lovers awaken. And my soul too is the song of a lover. –
8
Nothing of the kind has ever been sung in poetry, never felt, never endured: thus does a god suffer, a Dionysus. The answer to such a dithyramb of solitary solitude in the light would be Ariadne. Who else but me knows what Ariadne is!. Of all such mysteries, no one has ever found the solution; I doubt if anyone here has even perceived them at all. – Zarathustra once, with absolute certainty, defined his own mission—and it is also mine—to ensure that one never misunderstands the meaning of things: it is an affirmative truth that justifies and redeems everything that has happened in the past.
I move among people as if they were fragments of the future—that future which I am witnessing.
And all my poetry and endeavor consist in bringing together what is fragmentary, enigmatic, and the product of sheer chance.
And how could I endure being human if man were not also a poet, a solver of mysteries, and a liberator of chance?
Quest’opera rappresenta in sé stessa qualcosa di unico e irripetibile. Mettendo da parte i poeti, forse non è mai stato compiuto nulla di simile, nato da una tale abbondanza di energia creativa. Il mio concetto di “dionisiaco” qui ha raggiunto il suo apice; rispetto ad esso, tutto il resto delle azioni umane appare povero e condizionato. Un Goethe, un Shakespeare non saprebbero mai respirare in quell’immensa passione e maestosità; Dante, al confronto di Zarathustra, è soltanto un credente, non colui che crea la verità, un spirito che governa il mondo, un destino. I poeti del Veda sono solo sacerdoti, e nemmeno degni di pulire le suole delle scarpe di Zarathustra: tutto ciò rappresenta soltanto l’infimo, e non dà alcuna idea della distanza, dell’immensa solitudine in cui vive quest’opera. Zarathustra ha il diritto eterno di dire: “Io traccio cerchi intorno a me stesso e stabilisco confini sacri; sempre meno persone salgono con me verso montagne sempre più alte. Costruisco una catena di montagne sempre più sacre”. Si possano sommare lo spirito e la bontà di tutte le grandi anime: insieme, non sarebbero in grado di produrre nemmeno un discorso come quello di Zarathustra. La strada che egli percorre è immensa; ha visto più lontano, desiderato di più, realizzato di più di qualsiasi altro essere umano. Ogni sua parola contraddice tutto ciò che esiste; in lui tutti gli opposti si uniscono in una nuova unità. Le forze più elevate e le più basse della natura umana, il dolcestissimo, il più leggero e il più terribile, tutto sgorga da una fonte di eterna certezza. Fino ad ora non si sa cosa sia l’altezza, cosa sia la profondità; ancora meno si conosce cosa sia la verità. Nessuna saggezza, nessuna indagine sull’anima umana, nessuna arte del parlare sono in grado di affrontare Zarathustra: anche le cose più banali e quotidiane qui parlano di realtà inaudite. Le frasi escono tremanti di passione; il discorso diventa musica; fulmini vengono scagliati verso futuri ancora sconosciuti. La forza più potente, quella del simbolo, rispetto a essa, tutto ciò che finora è stato considerato “potente” appare povero e insignificante. E come Zarathustra scende tra le persone, dicendo loro la cosa più gentile possibile! Come lui stesso tocca con mani dolci i suoi avversari, quei sacerdoti, e soffre insieme a loro. Qui, in ogni istante, l’uomo viene superato; il concetto di “Umanità superiore” diventa la più grande realtà. Tutto ciò che finora è stato considerato “grande” nell’uomo giace ora al suo piede. Quello che è tipico del carattere di Zarathustra, non era mai stato nemmeno immaginato come qualcosa di essenziale per la grandezza umana. Zarathustra si sente proprio in questa misura di spazio, in questa accessibilità al contrario, come la forma più elevata di tutto ciò che esiste; e quando si ascolta come definisce queste cose, si preferisce non cercare il suo paragone.
– l’‘anima che possiede il “pilastro” più lungo e può discendere più in profondità; l’anima più vasta, capace di percorrere distanze infinite all’interno di sé stessa, errando e vagabondando senza fine.
quella più necessaria, che si getta con piacere nel caso fortuito.
La sesta anima, quella che tende verso l’essere, quella che desidera volere e bramare.
quella che fugge da sé stessa, ma che si rinchiude in cerchi sempre più ampi.
l’anima più saggia, quella che con le parole più dolci incoraggia la follia.
quella che ama se stessa più di ogni altra, nella quale tutte le cose seguono i loro flussi e contracorrenti, le loro maree e le loro bassure.
Ma questo è proprio il concetto stesso di Dioniso. Un’altra riflessione conduce esattamente in questa direzione. Il problema psicologico rappresentato dal tipo di Zarathustra consiste nel comprendere come colui che, in un grado senza precedenti, dice “no” e agisce secondo questo principio possa tuttavia essere l’esatto opposto di una mente che si limiti a dire “sì”; come colui che deve affrontare il destino più gravoso, un compito estremamente arduo, possa comunque essere la persona più leggera e più vicina alla verità ultima. Zarathustra è un danzatore. Come colui che possiede la visione più dura, più terribile della realtà, che ha concepito il “pensiero più profondo e oscuro”, possa tuttavia non trovare in questo nulla che contraddica l’esistenza, nemmeno la sua eterna ricorrenza. Anzi, trova addirittura una ragione per essere ancora di più il “sì” eterno verso tutte le cose, per pronunciare un “sì” e un “amen” infiniti e potenti, “Porto nelle profondità dell’abisso il mio sì benedettore, ” Ma questo è davvero il concetto stesso di Dioniso.
7
– In quale lingua parlerà uno spirito del genere quando parla da solo? Nella lingua del ditirambo. Io sono l’inventore del ditirambo. Ascoltate come Zarathustra parla con se stesso prima dell’alba (pp. 484–487): una tale felicità smaragdina, una tale tenerezza divina. Nessuna lingua aveva mai espresso prima di me ciò che egli esprime. Anche la più profonda tristezza di un simile Dioniso si trasforma in ditirambo; io prendo il canto notturno come simbolo di questa tristezza: il lamento immortale di chi, a causa dell’eccesso di luce e potere, della sua natura solare, è condannato a non amare.
È notte: ora tutte le fontane che zampillano parlano. E anche la mia anima è una fontana che zampilla.
È notte: solo ora si risvegliano tutte le canzoni degli amanti. Anche la mia anima è una canzone d’amore.
In me c’è qualcosa di inquieto, di irrefrenabile che desidera esprimersi ad alta voce; dentro di me c’è un’anima che brama l’amore e che parla essa stessa la lingua dell’amore stesso.
Sono luce: ah, se solo fossi notte! Ma questa è la mia solitudine, essere avvolto dalla luce.
Ah, se fossi oscuro e notturno. Come potrei allora succhiare i seni della luce?
E volevo anche benedirvi voi, piccole stelle scintillanti e lumache luminose lassù in cielo. E essere felice per i doni di luce che mi offrite.
Ma io vivo nella mia propria luce; assorbo dentro di me le fiamme che scaturiscono da me stesso.
Non conosco la felicità di chi prende; spesso ho sognato che rubare dovesse essere ancora più beato che prendere.
Questa è la mia povertà: la mia mano non smette mai di donare; questo è il mio invidia: vedo occhi pieni d’attesa e notti illuminate dalla brama.
Oh miseria di tutti coloro che donano! Oh oscurità della mia luce interiore! Oh desiderio insaziabile di ulteriori desideri! Oh fame ardente anche quando si è sazi!
Mi prendono qualcosa da me. Ma io tocco ancora la loro anima? C’è un abisso tra dare e ricevere; e persino il più piccolo di questi abissi è difficile da superare.
Dalla mia bellezza nasce una fame: desidero infliggere dolore a coloro che illumino con la mia presenza, voglio privare di ciò che ho donato. Ecco perché bramo il male.
Tirare indietro la mano quando l’altra si sta già tendendo verso di noi. Come una cascata che esita ancora nel suo impeto. Ecco perché anelo alla malvagità.
Tali vendette nascono dalla mia pienezza; tali astuzie emergono dalla mia solitudine.
La mia fortuna nel donare svanì mentre continuavo a donare; la mia virtù, esagerata nella sua abbondanza, ne divenne stancia di sé stessa!
Chi dona rischia di perdere la vergogna; chi distribuisce ha le mani e il cuore consumati dal continuo dare.
Il mio occhio non si riempie più di vergogna per chi chiede pietà; la mia mano è diventata troppo dura per poter tremare insieme alle mani piene di speranza.
Dove sono finite la lacrima dal mio occhio e il peluzzo dal mio cuore? Oh solitudine di tutti coloro che donano. Oh silenzio di tutte le cose che brillano.
Molte stelle ruotano in questo spazio desolato: a tutto ciò che è oscuro, parlano con la loro luce, a me, invece, tacciono.
Oppure questa è l’ostilità della luce verso ciò che brilla: senza pietà, essa percorre le sue traiettorie.
Ingiusto verso ciò che brilla nel profondo del cuore, freddo verso il sole. Ecco perché ogni sole deve percorrere il proprio cammino.
Come una tempesta, i soli percorrono le loro orbite. Obbediscono alla loro volontà implacabile; questa è la loro “freddura”.
Oh voi soltanto, o oscurità, o notte, che generate calore dal luminoso! Oh voi soltanto, che bevete latte e delizie dalle mammelle della luce!
Ah, il ghiaccio è dappertutto intorno a me; la mia mano si brucia a contatto con il freddo del ghiaccio! Ah, ho sete, una sete che desidera ardentemente la stessa sete che provate voi.
È notte. Ah, quanto desidero essere luce! E quanto ho sete di usignoli. E quanto mi sento solo.
È notte: ora, come una sorgente inarrestabile, dal mio interno sgorga il mio desiderio. Il desiderio di parlare.
È notte: ora tutte le fontane che zampillano parlano. E anche la mia anima è una fontana che zampilla.
È notte: ora si risvegliano tutte le canzoni degli amanti. E anche la mia anima è una canzone d’amore.
8
Tali cose non sono mai state scritte in poesia, mai provate, mai sofferte. Così soffre un dio, un Dioniso. La risposta a un simile ditirambo della solitudine del sole alla luce sarebbe Arianna. Chi, se non io, sa cos’è Arianna!. Di tutti questi enigmi, nessuno fino ad ora ne ha trovato la soluzione; dubito che qualcuno qui abbia mai nemmeno riconosciuto che si trattasse di enigmi. Zarathustra stabilisce una volta per tutte, con fermezza, il proprio compito, ed è anche il mio: non si può sbagliare sul significato delle cose; esso è affermativo fino alla giustificazione, fino alla redenzione di tutto ciò che è accaduto in passato.
Vivo tra le persone come se fossero frammenti del futuro: quel futuro che io stesso osservo.
E tutto il mio compito poetico consiste nel raccogliere e unire ciò che è frammentario, enigmatico e frutto di un terribile caso fortuito.
E come potrei sopportare di essere un uomo, se l’uomo non fosse anche poeta, enigmatico e salvatore del caso?
Die Vergangnen zu erlösen und alles »Es war« umzuschaffen in ein »So wollte ich es!« – das hieße mir erst Erlösung.
An einer andren Stelle bestimmt er so streng als möglich, was für ihn allein »der Mensch« sein kann – kein Gegenstand der Liebe oder gar des Mitleidens – auch über den großen Ekel am Menschen ist Zarathustra Herr geworden: der Mensch ist ihm eine Unform, ein Stoff, ein hässlicher Stein, der des Bildners bedarf.
Nicht-mehr-wollen und Nicht-mehr-schätzen und Nicht-mehr-schaffen: o dass diese große Müdigkeit mir stets ferne bleibe!
Auch im Erkennen fühle ich nur meines Willens Zeuge- und Werdelust; und wenn Unschuld in meiner Erkenntnis ist, so geschieht dies, weil Wille zur Zeugung in ihr ist.
Hinweg von Gott und Göttern lockte mich dieser Wille: was wäre denn zu scharfen, wenn Götter – da wären?
Aber zum Menschen treibt er mich stets von Neuem, mein inbrünstiger Schaffens-Wille; so treibts den Hammer hin zum Steine.
Ach, ihr Menschen, im Steine schläft mir ein Bild, das Bild der Bilder! Ach, dass es im härtesten, hässlichsten Steine schlafen muss!
Nun wütet mein Hammer grausam gegen sein Gefängnis. Vom Steine stäuben Stücke: was schiert mich das!
Vollenden will ich’s, denn ein Schatten kam zu mir – aller Dinge Stillstes und Leichtestes kam einst zu mir!
Des Übermenschen Schönheit kam zu mir als Schatten: was gehen mich noch – die Götter an! …
Ich hebe einen letzten Gesichtspunkt hervor: der unterstrichene Vers gibt den Anlass hierzu. Für eine dionysische Aufgabe gehört die Härte des Hammers, die Lust selbst am Vernichten in entscheidender Weise zu den Vorbedingungen. Der Imperativ: »werdet hart!«, die unterste Gewissheit darüber, dass alle Schaffenden hart sind, ist das eigentliche Abzeichen einer dionysischen Natur. –
Jenseits von Gut und Böse
Vorspiel einer Philosophie der Zukunft
1
Die Aufgabe für die nunmehr folgenden Jahre war so streng als möglich vorgezeichnet. Nachdem der jasagende Teil meiner Aufgabe gelöst war, kam die neinsagende, neintuende Hälfte derselben an die Reihe: die Umwertung der bisherigen Werte selbst, der große Krieg – die Heraufbeschwörung eines Tags der Entscheidung. Hier ist eingerechnet der langsame Umblick nach Verwandten, nach solchen, die aus der Stärke heraus zum Vernichten mir die Hand bieten würden. – Von da an sind alle meine Schriften Angelhaken: vielleicht verstehe ich mich so gut als jemand auf Angeln! … Wenn nichts sich fing, so liegt die Schuld nicht an mir. Die Fische fehlten …
2
Dies Buch (1886) ist in allem Wesentlichen eine Kritik der Modernität, die modernen Wissenschaften, die modernen Künste, selbst die moderne Politik nicht ausgeschlossen, nebst Fingerzeigen zu einem Gegensatz-Typus, der so wenig modern als möglich ist, einem vornehmen, einem jasagenden Typus. Im letzteren Sinne ist das Buch eine Schule des gentilhomme, der Begriff geistiger und radikaler genommen als er je genommen worden ist. Man muss Mut im Leibe haben, ihn auch nur auszuhalten, man muss das Fürchten nicht gelernt haben … Alle die Dinge, worauf das Zeitalter stolz ist, werden als Widerspruch zu diesem Typus empfunden, als schlechte Manieren beinahe, die berühmte »Objektivität« zum Beispiel, das »Mitgefühl mit allem Leidenden«, der »historische Sinn« mit seiner Unterwürfigkeit vor fremdem Geschmack, mit seinem Auf-dem-Bauch-Liegen vor petits faits, die »Wissenschaftlichkeit«. – Erwägt man, dass das Buch nach dem Zarathustra folgt, so errät man vielleicht auch das diätetische régime, dem es seine Entstehung verdankt. Das Auge, verwöhnt durch eine ungeheure Nötigung, fernzusehn – Zarathustra ist weitsichtiger noch als der Zar –, wird hier gezwungen, das Nächste, die Zeit, das Um-uns scharf zu fassen. Man wird in allen Stücken, vor allem auch in der Form, eine gleiche willkürliche Abkehr von den Instinkten finden, aus denen ein Zarathustra möglich wurde. Das Raffinement in Form, in Absicht, in der Kunst des Schweigens, ist im Vordergrunde, die Psychologie wird mit eingeständlicher Härte und Grausamkeit gehandhabt – das Buch entbehrt jedes gutmütigen Worts … Alles das erholt: wer errät zuletzt, welche Art Erholung eine solche Verschwendung von Güte, wie der Zarathustra ist, nötig macht? … Theologisch geredet – man höre zu, denn ich rede selten als Theologe – war es Gott selber, der sich als Schlange am Ende seines Tagewerks unter den Baum der Erkenntnis legte: er erholte sich so davon, Gott zu sein … Er hatte alles zu schön gemacht … Der Teufel ist bloß der Müßiggang Gottes an jedem siebenten Tage …
Genealogie der Moral
Eine Streitschrift
Die drei Abhandlungen, aus denen diese Genealogie besteht, sind vielleicht in Hinsicht auf Ausdruck, Absicht und Kunst der Überraschung das Unheimlichste, was bisher geschrieben worden ist. Dionysos ist, man weiß es, auch der Gott der Finsternis. – Jedes Mal ein Anfang, der irreführen soll, kühl, wissenschaftlich, ironisch selbst, absichtlich Vordergrund, absichtlich hinhaltend. Allmählich mehr Unruhe; vereinzeltes Wetterleuchten; sehr unangenehme Wahrheiten aus der Ferne her mit dumpfem Gebrumm laut werdend – bis endlich ein tempo feroce erreicht ist, wo alles mit ungeheurer Spannung vorwärts treibt. Am Schluss jedes Mal, unter vollkommen schauerlichen Detonationen, eine neue Wahrheit zwischen dicken Wolken sichtbar. – Die Wahrheit der ersten Abhandlung ist die Psychologie des Christentums: die Geburt des Christentums aus dem Geiste des Ressentiment, nicht, wie wohl geglaubt wird, aus dem »Geiste« – eine Gegenbewegung ihrem Wesen nach, der große Aufstand gegen die Herrschaft vornehmer Werte. Die zweite Abhandlung gibt die Psychologie des Gewissens: dasselbe ist nicht, wie wohl geglaubt wird, »die Stimme Gottes im Menschen« – es ist der Instinkt der Grausamkeit, der sich rückwärts wendet, nachdem er nicht mehr nach außen hin sich entladen kann. Die Grausamkeit als einer der ältesten und unwegdenkbarsten Kultur-Untergründe hier zum ersten Male ans Licht gebracht. Die dritte Abhandlung gibt die Antwort auf die Frage, woher die ungeheure Macht des asketischen Ideals, des Priester-Ideals, stammt, obwohl dasselbe das schädliche Ideal par excellence, ein Wille zum Ende, ein décadence-Ideal ist. Antwort: nicht, weil Gott hinter den Priestern tätig ist, was wohl geglaubt wird, sondern faute de mieux – weil es das einzige Ideal bisher war, weil es keinen Konkurrenten hatte. »Denn der Mensch will lieber noch das Nichts wollen als nicht wollen« …Vor allem fehlte ein Gegen-Ideal – bis auf Zarathustra. – Man hat mich verstanden. Drei entscheidende Vorarbeiten eines Psychologen für eine Umwertung aller Werte. – Dies Buch enthält die erste Psychologie des Priesters.
Götzen-Dämmerung
Wie man mit dem Hammer philosophiert
1
Diese Schrift von noch nicht 150 Seiten, heiter und verhängnisvoll im Ton, ein Dämon, welcher lacht –, das Werk von so wenig Tagen, dass ich Anstand nehme, ihre Zahl zu nennen, ist unter Büchern überhaupt die Ausnahme: es gibt nichts Substanzreicheres, Unabhängigeres, Umwerfenderes – Böseres. Will man sich kurz einen Begriff davon geben, wie vor mir alles auf dem Kopfe stand, so mache man den Anfang mit dieser Schrift. Das, was Götze auf dem Titelblatt heißt, ist ganz einfach das, was bisher Wahrheit genannt wurde. Götzen-Dämmerung – auf deutsch: es geht zu Ende mit der alten Wahrheit …
2
Es gibt keine Realität, keine »Idealität«, die in dieser Schrift nicht berührt würde (– berührt: was für ein vorsichtiger Euphemismus! …). Nicht bloß die ewigen Götzen, auch die allerjüngsten, folglich altersschwächsten. Die »modernen Ideen« zum Beispiel. Ein großer Wind bläst zwischen den Bäumen, und überall fallen Früchte nieder – Wahrheiten. Es ist die Verschwendung eines allzu reichen Herbstes darin: man stolpert über Wahrheiten, man tritt selbst einige tot – es sind ihrer zu viele … Was man aber in die Hände bekommt, das ist nichts Fragwürdiges mehr, das sind Entscheidungen. Ich erst habe den Maßstab für »Wahrheiten« in der Hand, ich kann erst entscheiden. Wie als ob in mir ein zweites Bewusstsein gewachsen wäre, wie als ob sich in mir »der Wille« ein Licht angezündet hätte über die schiefe Bahn, auf der er bisher abwärts lief … Die schiefe Bahn – man nannte sie den Weg zur Wahrheit« … Es ist zu Ende mit allem »dunklen Drang«, der gute Mensch gerade war sich am wenigsten des rechten Wegs bewusst … Und allen Ernstes, niemand wusste vor mir den rechten Weg, den Weg aufwärts: erst von mir an gibt es wieder Hoffnungen, Aufgaben, vorzuschreibende Wege der Kultur – ich bin deren froher Botschafter … Eben damit bin ich auch ein Schicksal. – –
3
To liberate the past and transform everything that “was” into something that “I wanted it to be” – only then would it mean true liberation for me.
In another passage, he defines in the most stringent terms what “human” can mean for him alone—nothing that could be an object of love or even compassion. Zarathustra has also come to master his intense disgust toward humanity: to him, man is an unformed mass, a mere material, an ugly stone that requires the hand of a creator to bring it into shape.
No longer wanting, no longer cherishing, no longer creating—oh, that this great weariness might always stay far from me!
Even in cognition, I merely perceive the desire of my will to witness and bring things into being; and when innocence is present in my understanding, it is because the will is at work within it, driving that process forward.
It was this will that drew me away from God and gods; for what would be so sharp or intense if gods truly existed?
Yet it is my fervent will to create that constantly drives me toward humanity—just as it drives the hammer toward the stone.
Ah, you humans—into the very stone does a vision sleep, the vision of all visions! Ah, that it must rest within the hardest, most ugly of stones.
Now my hammer wreaks fierce havoc upon its prison. Pieces of stone fly everywhere—what does that matter to me!
I shall complete it, for a shadow came to me—everything that is still and light once came to me!
The beauty of the Übermensch approached me in the form of a shadow: what does it matter to me—what do the gods even matter!.
I would like to highlight one final point: the underlined verse provides the rationale for this. For a Dionysian endeavor, the hardness of the hammer, and even the pleasure inherent in destruction, are decisive prerequisites. The imperative “become hard!” and the unwavering conviction that all creators are inherently hard are the true hallmarks of a Dionysian nature.
Beyond good and evil
A Prelude to a Philosophy of the Future
1
The task set for the years to come was defined in the strictest possible terms. Once the affirmative part of my mission was accomplished, came the negative, intuitive half: the reevaluation of existing values, the great war—the summoning of a day of decision. This included a careful consideration of those who might offer me their help in destruction, out of sheer strength.. From that point on, all my writings became “hooks” for attracting attention: perhaps I understand fishing better than anyone!. If nothing was caught, the fault lay not with me—the fish were simply absent.
2
This book (1886) is, in its essential aspects, a critique of modernity—modern sciences, modern arts, and even modern politics are not spared in this critique—and it also proposes an alternative type that is as unmodern as possible: a refined, compliant type. In this sense, the book serves as a school for the gentleman, understood in the most spiritual and radical sense of the term. One must have great courage to endure its contents; one must not have learned to fear. Everything that this era takes pride in is viewed here as contrary to this ideal type, almost as bad manners: the so-called “objectivity,” “compassion for all those who suffer,” the “historical sense” with its subservience to foreign tastes, its eagerness to cater to trivialities, and so on. If one considers that this book follows in the footsteps of Zarathustra, one might also grasp the dietary regimen that contributed to its creation. The eye, accustomed by immense necessity to look far into the distance—Zarathustra is even more far-sighted than a king—is forced here to focus intently on what is closest at hand: time, what surrounds us. Throughout the book, and especially in its form, one finds a deliberate rejection of those instincts from which Zarathustra could have emerged. The refinement in form, intention, and the art of silence are central; psychology is treated with acknowledged harshness and cruelty—the book lacks any gentle words. All these elements combine to produce a certain kind of relief: who can ultimately guess what kind of relief such a waste of goodness, as Zarathustra represents, requires?. Theologically speaking—and please listen, for I rarely speak as a theologian—was it not God himself who, at the end of his daily work, lay down under the tree of knowledge in the form of a serpent? In this way, he rested from being God. He had made everything too beautiful. The devil is merely God’s idleness on every seventh day.
The Genealogy of Morality
A pamphlet of controversy
The three treatises that make up this genealogy are perhaps, in terms of their expression, intent, and the art of surprise they employ, the most unsettling things that have ever been written. Dionysos is, as we know, also the god of darkness. – Each time, the beginning is designed to mislead: cool, scientific, even ironic; deliberately superficial, deliberately misleading. Gradually, more and more tension builds up; scattered flashes of revelation appear; very unpleasant truths begin to emerge from afar, with a dull, rumbling sound. Until finally, a fierce pace is reached, at which point everything moves forward with tremendous intensity. At the end of each treatise, amidst utterly terrifying explosions, a new truth becomes visible through thick clouds. The truth of the first treatise is the psychology of Christianity: Christianity arose from the spirit of resentment, not, as many believe, from some “spiritual” origin—it was, in essence, a counter-movement against the dominance of noble values, a great revolt against such authority. The second treatise explores the psychology of conscience: Conscience is not, as commonly believed, “the voice of God within us”—it is rather the instinct for cruelty that turns inward when it can no longer be expressed outwardly. For the first time, cruelty is revealed as one of the oldest and most ingrained cultural foundations. The third treatise answers the question of why the ascetic ideal, the priestly ideal, possesses such immense power, even though it is, in essence, a destructive ideal—a will toward destruction, a decadent ideal. The answer: not because God acts through priests, as many believe, but simply because it was the only available ideal at the time; it had no competitors. “For man would rather want nothing at all than to have no desire at all, ” Above all, what was lacking was an opposing ideal—until Zarathustra appeared. You understand me now. These three treatises represent a psychologist’s groundbreaking efforts to reevaluate all values. This book contains the first systematic exploration of the psychology of the priestly role.
Dawn of Idolatry
How to Philosophize with a Hammer
1
This manuscript, less than 150 pages in length, with its tone that is both lighthearted and ominous, a demon that laughs. This work, created in just a few days—so brief that I feel compelled to mention the exact number of days—it stands out among all books: there is nothing more substantial, more independent, more revolutionary, or more sinister. If one were to seek a brief way to grasp how everything before me was turned upside down, this manuscript would be the perfect starting point. What Götzen calls “Dämmerung” on the title page is, in essence, what has hitherto been called truth. The twilight of Götzen, in other words: the end of the old truth.
2
There is no reality, no “ideality” that is not touched upon in this text (– “touched upon”: what a cautious euphemism!, ). Not merely the eternal gods, but also the most recent ones, thus the weakest in age. For example, those “modern ideas.” A strong wind blows through the trees, and everywhere fruits fall down—truths. It is a waste of this excessively rich autumn: one stumbles upon truths, one even tramples some of them underfoot—they are just too many. But what one manages to grasp in their hands is nothing more than something unquestionable; it has become a decision. Only now do I hold the standard by which to judge “truths”; only now can I make decisions. It’s as if a second consciousness has grown within me, as if the “will” within me has kindled a light that illuminates the crooked path on which it had been moving downward all along. That crooked path—people used to call it the way to truth. All that “dark drive” is over now; good people were perhaps the least aware of the right path. And in all seriousness, no one before me knew the right path, the path upward—it is only from me onward that there are again hopes, tasks, prescribed paths for culture—I am their joyful messenger. And precisely because of this, I too am a fate. – –
3
Redimere il passato e trasformare tutto ciò che “è stato” in qualcosa che “avrei voluto io!”. Solo allora avrei trovato la vera redenzione.
In un altro passaggio, definisce in modo estremamente rigoroso ciò che, secondo lui, possa essere considerato “l’uomo”: nulla di più di un oggetto di amore o persino di compassione. Anche riguardo al profondo disgusto che prova per l’uomo, Zarathustra si è dimostrato padrone di sé: per lui l’uomo non è altro che una forma distorta, un materiale, una pietra brutta che ha bisogno dell’intervento del creatore.
Non voler più, non apprezzare più, non creare più. Oh, che questa grande stanchezza possa sempre rimanere lontana da me!
Anche nel processo di conoscenza, percepisco soltanto la voglia del mio volere di testimoniare e di agire; e se nella mia conoscenza c’è innocenza, ciò avviene perché il volere è presente in essa come forza che induce alla testimonianza.
Questo desiderio mi allontanava da Dio e dagli dèi: cosa ci sarebbe di così terribile se gli dèi esistessero davvero?
Ma è sempre la mia fervente volontà di creare a spingermi verso l’uomo; così come il martello viene spinto verso la pietra.
Ah, o uomini. Nel cuore della pietra giace un’immagine, l’immagine di tutte le immagini! Ah, come debba dormire proprio nella pietra più dura, più brutta.
Ora il mio martello colpisce con violenza la sua prigione; pezzi di pietra volano ovunque. Ma che mi importa!
Lo voglio compiere, perché un’ombra è venuta da me. Tutto ciò che è più quieto e leggero al mondo è una volta venuto da me!
La bellezza dell’Uomo Superiore mi giunse come un’ombra: che cosa possono significare ancora per me gli dèi.
Vorlasto un ultimo aspetto: il verso evidenziato costituisce il motivo per cui si arriva a questa conclusione. Per una attività di natura dionisiaca, la durezza del martello, il piacere stesso nel distruggere, sono condizioni essenziali. L’imperativo: “Diventate duri!”, la certezza assoluta che tutti coloro che creano siano duri, rappresentano proprio il tratto distintivo di una natura dionisiaca.
Al di là del bene e del male
Prologo di una filosofia del futuro
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Il compito per gli anni che seguivano era stato delineato in modo il più rigoroso possibile. Una volta risolto il lato positivo del mio compito, arrivava il momento di affrontare quella parte negativa, quella che richiedeva intuizione e riflessione: la rivisitazione dei valori precedenti, la grande guerra. La preparazione di un giorno decisivo. In questo contesto era incluso anche l’esame attento dei parenti, di coloro che, mosso dalla forza, mi avrebbero offerto la loro mano per distruggere. Da quel momento in poi, tutti i miei scritti divennero “esche”: forse sono davvero bravo a pescare. Se nulla veniva catturato, la colpa non era mia. I pesci semplicemente mancavano.
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Questo libro (pubblicato nel 1886) rappresenta in ogni sua essenza una critica della modernità: delle scienze moderne, delle arti moderne, persino della politica moderna. Viene presentata come un opposto di questo tipo di modernità, un tipo tanto poco moderno quanto possibile: un tipo nobile, un tipo che acconsente passivamente alle convenzioni. In questo senso, il libro costituisce una sorta di “scuola” per l’uomo gentiluomo, inteso in un senso spirituale e radicale mai prima esplorato. Per sopportare il contenuto di questo libro è necessario avere coraggio; non si deve aver imparato a temere nulla. Tutto ciò di cui questa epoca si vanta viene considerato come in contraddizione con questo tipo di modernità, quasi come cattive maniere: l’“oggettività” tanto decantata, la “compassione per tutti coloro che soffrono”, il “senso storico” con la sua sottomissione ai gusti altrui, la ricerca dei “piccoli fatti”. Se si considera che questo libro segue le orme di Zarathustra, forse si può anche intuire il “regime dietetico” che ne ha determinato la nascita. L’occhio, abituato a guardare lontano per necessità, diventa qui costretto ad osservare con attenzione ciò che è immediatamente vicino: il presente, il tempo che ci circonda. In ogni sua parte, soprattutto nella forma in cui è scritto, si riscontra una volontaria distanza dagli istinti naturali da cui è nato Zarathustra. La raffinatezza nella forma, nelle intenzioni, nell’arte del silenzio occupa un posto centrale; la psicologia umana viene analizzata con una durezza e una crudeltà quasi esplicite. Il libro manca di ogni parola gentile. Ma quale tipo di “riposo” può derivare da una simile sprecatura di bontà, come quella rappresentata da Zarathustra?. Parlando in termini teologici – ascoltate attentamente, poiché raramente parlo da teologo – è stato forse Dio stesso a sdraiarsi sotto l’albero della conoscenza, alla fine del suo lavoro quotidiano: si è riposato così dal fatto di essere Dio. Aveva reso tutto troppo bello. Il Diavolo non è altro che il “lavoro ozioso” di Dio nei giorni feriali.
Genealogie della morale
Un pamphlet polemico
Le tre trattazioni che compongono questa “genealogia” rappresentano forse, per quanto riguarda espressione, intenzione e arte di sorprendere, ciò che è più inquietante mai stato scritto. Dioniso, si sa, è anche il dio delle tenebre. Ogni volta, un inizio volto a ingannare: freddo, scientifico, ironico; deliberatamente messo in primo piano, deliberatamente evasivo. Gradualmente, sempre più agitazione; lampi improvvisi; verità molto sgradevoli che si fanno sentire da lontano, con un ruggito cupo. Fino a quando non si raggiunge un ritmo feroce, in cui tutto procede con una tensione estrema. Alla fine, sempre, tra detonazioni spaventose, emerge una nuova verità, nascosta tra nuvole dense. La verità della prima trattazione è la psicologia del cristianesimo: la nascita del cristianesimo dall’“spirito del risentimento”, e non, come si crede comunemente, dall’“spirito” stesso. Una reazione contraria alla sua essenza, una grande rivolta contro il dominio dei valori aristocratici. La seconda trattazione analizza la psicologia della coscienza: essa non è, come si ritiene, “la voce di Dio nell’uomo”, ma l’istinto della crudeltà che, non potendosi più sfogare all’esterno, si rivolge all’interno. La crudeltà, come uno dei fondamenti culturali più antichi e ineluttabili. Per la prima volta viene portata alla luce. La terza trattazione fornisce una risposta alla domanda su quale sia la fonte del potere immenso dell’ideale ascetico, dell’ideale sacerdotale. Non perché Dio agisca dietro i sacerdoti, come si crede, ma perché non esisteva alcun altro ideale concorrente, “Poiché l’uomo preferisce voler ancora il nulla piuttosto che non volere affatto, ”. Soprattutto, mancava un ideale opposto. Fino all’apparizione di Zarathustra. Mi avete capito. Tre lavori fondamentali di uno psicologo per una “rivalutazione di tutti i valori”. Questo libro contiene la prima analisi psicologica del sacerdote.
Il tramonto degli dèi
Come filosofare con un martello
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Questo scritto, lungo meno di 150 pagine, dal tono spensierato e al contempo sinistro, un demone che ride. Un’opera nata in pochi giorni, tanto da meritare che ne venga menzionato il numero esatto. È davvero un’eccezione tra tutti i libri: non esiste nulla di più sostanzioso, indipendente, rivoluzionario, né, forse, di più “cattivo”. Se si vuole avere un’idea di quanto tutto ciò che mi è accaduto fosse davvero sconvolgente, bisogna iniziare proprio da questo scritto. Quello che Götzen definisce nel frontespizio, è semplicemente ciò che finora è stato chiamato “verità”. La “Crepuscolo di Götzen”, in altre parole: sta per finire la vecchia verità.
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Non esiste alcuna realtà, alcuna “idealità” che in questo testo non venga menzionata (, menzionata: che eufemismo prudente!). Non solo gli dèi eterni, ma anche quelli più recenti, quindi i più deboli con l’età. Per esempio, le “idee moderne”. Un grande vento soffia tra gli alberi e ovunque cadono frutti: verità. È uno spreco di un autunno troppo ricco. Si inciampano nelle verità, si calpestano alcune di esse. Ne sono troppe. Ma ciò che si ottiene non è più nulla di discutibile: sono decisioni. Solo io ho ora lo standard per definire cosa sia una “verità”; solo io posso decidere. È come se in me fosse cresciuto un secondo livello di coscienza, come se nel mio interno si fosse accesa una luce che illumina la strada tortuosa su cui fino ad ora il “volere” procedeva verso il basso. Quella strada tortuosa. Si diceva che fosse il cammino verso la verità. È finito tutto quel “impulso oscuro”. Le persone buone erano le meno consapevoli della strada giusta. E, sul serio, nessuno prima di me conosceva la strada giusta, la strada verso l’alto: solo da quando sono nato esistono di nuovo speranze, compiti, percorsi culturali da indicare. Sono il loro lieto messaggero. Ed è proprio per questo che sono anche un destino. – –
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Unmittelbar nach Beendigung des eben genannten Werks und ohne auch nur einen Tag zu verlieren, griff ich die ungeheure Aufgabe der Umwertung an, in einem souveränen Gefühl von Stolz, dem nichts gleichkommt, jeden Augenblick meiner Unsterblichkeit gewiss und Zeichen für Zeichen mit der Sicherheit eines Schicksals in eherne Tafeln grabend. Das Vorwort entstand am 3. September 1888: als ich morgens, nach dieser Niederschrift, ins Freie trat, fand ich den schönsten Tag vor mir, den das Ober-Engadin mir je gezeigt hat – durchsichtig, glühend in den Farben, alle Gegensätze, alle Mitten zwischen Eis und Süden in sich schließend. – Erst am 20. September verließ ich Sils-Maria, durch Überschwemmungen zurückgehalten, zuletzt bei Weitem der einzige Gast dieses wunderbaren Orts, dem meine Dankbarkeit das Geschenk eines unsterblichen Namens machen will. Nach einer Reise mit Zwischenfällen, sogar mit einer Lebensgefahr im überschwemmten Como, das ich erst tief in der Nacht erreichte, kam ich am Nachmittag des 21. in Turin an, meinem bewiesenen Ort, meiner Residenz von nun an. Ich nahm die gleiche Wohnung wieder, die ich im Frühjahr innegehabt hatte, via Carlo Alberto 6, III, gegenüber dem mächtigen palazzo Carignano, in dem Vittorio Emanuele geboren ist, mit dem Blick auf die piazza Carlo Alberto und drüber hinaus aufs Hügelland. Ohne Zögern und ohne mich einen Augenblick abziehn zu lassen, ging ich wieder an die Arbeit: es war nur das letzte Viertel des Werks noch abzutun. Am 30. September großer Sieg; siebenter Tag; Müßiggang eines Gottes am Po entlang. Am gleichen Tage schrieb ich noch das Vorwort zur »Götzen-Dämmerung«, deren Druckbogen zu korrigieren meine Erholung im September gewesen war. – Ich habe nie einen solchen Herbst erlebt, auch nie etwas der Art auf Erden für möglich gehalten – ein Claude Lorrain ins Unendliche gedacht, jeder Tag von gleicher unbändiger Vollkommenheit. –
Der Fall Wagner
Ein Musikanten-Problem
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Um dieser Schrift gerecht zu werden, muss man am Schicksal der Musik wie an einer offenen Wunde leiden. – Woran ich leide, wenn ich am Schicksal der Musik leide! Daran, dass die Musik um ihren weltverklärenden, jasagenden Charakter gebracht worden ist, dass sie décadence-Musik und nicht mehr die Flöte des Dionysos ist … Gesetzt aber, dass man dergestalt die Sache der Musik wie seine eigene Sache, wie seine eigene Leidensgeschichte fühlt, so wird man diese Schrift voller Rücksichten und über die Maßen mild finden. In solchen Fällen heiter sein und sich gutmütig mit verspotten – ridendo dicere severum, wo das verum dicere jede Härte rechtfertigen würde – ist die Humanität selbst. Wer zweifelt eigentlich daran, dass ich, als der alte Artillerist, der ich bin, es in der Hand habe, gegen Wagner mein schweres Geschütz aufzufahren! – Ich hielt alles Entscheidende in dieser Sache bei mir zurück – ich habe Wagner geliebt. – Zuletzt liegt ein Angriff auf einen feineren »Unbekannten«, den nicht leicht ein anderer errät, im Sinn und Wege meiner Aufgabe – o ich habe noch ganz andere »Unbekannte« aufzudecken, als einen Cagliostro der Musik – noch mehr freilich ein Angriff auf die in geistigen Dingen immer träger und instinktärmer, immer ehrlicher werdende deutsche Nation, die mit einem beneidenswerten Appetit fortfährt, sich von Gegensätzen zu nähren und »den Glauben« so gut wie die Wissenschaftlichkeit, die »christliche Liebe« so gut wie den Antisemitismus, den Willen zur Macht (zum »Reich«) so gut wie das évangile des humbles ohne Verdauungsbeschwerden hinunterschluckt … Dieser Mangel an Partei zwischen Gegensätzen! Diese stomachische Neutralität und »Selbstlosigkeit«! Dieser gerechte Sinn des deutschen Gaumens, der allem gleiche Rechte gibt – der alles schmackhaft findet … Ohne allen Zweifel, die Deutschen sind Idealisten … Als ich das letzte Mal Deutschland besuchte, fand ich den deutschen Geschmack bemüht, Wagner und dem Trompeter von Säckingen gleiche Rechte zuzugestehn; ich selber war Zeuge, wie man in Leipzig, zu Ehren eines der echtesten und deutschesten Musiker, im alten Sinne des Wortes deutsch, keines bloßen Reichsdeutschen, des Meister Heinrich Schütz einen Liszt-Verein gründete, mit dem Zweck der Pflege und Verbreitung listiger Kirchenmusik … Ohne allen Zweifel, die Deutschen sind Idealisten …
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Aber hier soll mich nichts hindern, grob zu werden und den Deutschen ein paar harte Wahrheiten zu sagen: wer tut es sonst? – Ich rede von ihrer Unzucht in historicis. Nicht nur, dass den deutschen Historikern der große Blick für den Gang, für die Werte der Kultur gänzlich abhanden gekommen ist, dass sie allesamt Hanswürste der Politik (oder der Kirche –) sind: dieser große Blick ist selbst von ihnen in Acht getan. Man muss vorerst »deutsch« sein, »Rasse« sein, dann kann man über alle Werte und Unwerte in historicis entscheiden – man setzt sie fest … »Deutsch« ist ein Argument, »Deutschland, Deutschland über alles« ein Prinzip, die Germanen sind die »sittliche Weltordnung« in der Geschichte; im Verhältnis zum Imperium romanum die Träger der Freiheit, im Verhältnis zum achtzehnten Jahrhundert die Wiederhersteller der Moral, des »kategorischen Imperativs« … Es gibt eine reichsdeutsche Geschichtsschreibung, es gibt, fürchte ich, selbst eine antisemitische, – es gibt eine Hof-Geschichtsschreibung und Herr von Treitschke schämt sich nicht … Jüngst machte ein Idioten-Urteil in historicis, ein Satz des zum Glück verblichenen ästhetischen Schwaben Vischer, die Runde durch die deutschen Zeitungen als eine »Wahrheit«, zu der jeder Deutsche Ja sagen müsse: »Die Renaissance und die Reformation, beide zusammen machen erst ein Ganzes – die ästhetische Wiedergeburt und die sittliche Wiedergeburt.« – Bei solchen Sätzen geht es mit meiner Geduld zu Ende, und ich spüre Lust, ich fühle es selbst als Pflicht, den Deutschen einmal zu sagen, was sie alles schon auf dem Gewissen haben. Alle großen Kultur-Verbrechen von vier Jahrhunderten haben sie auf dem Gewissen! … Und immer aus dem gleichen Grunde, aus ihrer innerlichsten Feigheit vor der Realität, die auch die Feigheit vor der Wahrheit ist, aus ihrer bei ihnen Instinkt gewordenen Unwahrhaftigkeit, aus »Idealismus« … Die Deutschen haben Europa um die Ernte, um den Sinn der letzten großen Zeit, der Renaissance Zeit, gebracht, in einem Augenblicke, wo eine höhere Ordnung der Werte, wo die vornehmen, die zum Leben jasagenden, die Zukunft verbürgenden Werte am Sitz der entgegengesetzten, der Niedergangs-Werte, zum Sieg gelangt waren – und bis in die Instinkte der dort Sitzenden hinein! Luther, dies Verhängnis von Mönch, hat die Kirche, und, was tausendmal schlimmer ist, das Christentum wiederhergestellt, im Augenblick, wo es unterlag … Das Christentum, diese Religion gewordene Verneinung des Willens zum Leben! … Luther, ein unmöglicher Mönch, der, aus Gründen seiner »Unmöglichkeit«, die Kirche angriff und sie – folglich! – wiederherstellte … Die Katholiken hätten Gründe, Lutherfeste zu feiern, Lutherspiele zu dichten … Luther – und die »sittliche Wiedergeburt«! Zum Teufel mit aller Psychologie! – Ohne Zweifel, die Deutschen sind Idealisten. – Die Deutschen haben zweimal, als eben mit ungeheurer Tapferkeit und Selbstüberwindung eine rechtschaffne, eine unzweideutige, eine vollkommen wissenschaftliche Denkweise erreicht war, Schleichwege zum alten »Ideal«, Versöhnungen zwischen Wahrheit und »Ideal«, im Grunde Formeln für ein Recht auf Ablehnung der Wissenschaft, für ein Recht auf Lüge zu finden gewusst. Leibniz und Kant – diese zwei größten Hemmschuhe der intellektuellen Rechtschaffenheit Europas! – Die Deutschen haben endlich, als auf der Brücke zwischen zwei décadence-Jahrhunderten eine force majeure von Genie und Wille sichtbar wurde, stark genug, aus Europa eine Einheit, eine politische und wirtschaftliche Einheit, zum Zweck der Erdregierung zu schaffen, mit ihren »Freiheits-Kriegen« Europa um den Sinn, um das Wunder von Sinn in der Existenz Napoleons gebracht – sie haben damit alles, was kam, was heute da ist, auf dem Gewissen, diese kulturwidrigste Krankheit und Unvernunft, die es gibt, den Nationalismus, diese névrose nationale, an der Europa krank ist, diese Verewigung der Kleinstaaterei Europas, der kleinen Politik: sie haben Europa selbst um seinen Sinn, um seine Vernunft – sie haben es in eine Sackgasse gebracht. – Weiß jemand außer mir einen Weg aus dieser Sackgasse? … Eine Aufgabe, groß genug, die Völker wieder zu binden? …
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Immediately after completing the aforementioned work, without losing a single day, I embarked on the immense task of transcribing it all onto durable tablets, doing so with a sense of sovereign pride unparalleled in its intensity—fully aware of every moment of my immortality as if guided by fate itself. The preface was written on September 3, 1888: that morning, after finishing this transcription, I stepped outside and found before me the most beautiful day that Upper Engadin had ever shown me—clear and radiant in its colors, embodying all contrasts and all intermediate states between ice and warmth. It wasn’t until September 20 that I left Sils-Maria, delayed by floods; at that time, I was by far the only guest at this wonderful place, and it was my gratitude that inspired me to bestow upon it an immortal name. After a journey marked by various incidents, including a life-threatening encounter during the flooded city of Como, which I reached only late at night, I arrived in Turin on the afternoon of September 21—my proven destination, my future residence. I took up again the same apartment I had occupied in the spring, located at via Carlo Alberto 6, III, opposite the magnificent palazzo Carignano where Vittorio Emanuele was born, with a view of piazza Carlo Alberto and the surrounding hills. Without hesitation and without taking a single moment to rest, I resumed my work—only the final quarter of the project remained unfinished. On September 30, I achieved a great success; it was the seventh day of this endeavor. That same day, I also wrote the preface to “Götzen-Dämmerung,” whose manuscript had required my attention during my recuperation in September. I had never experienced such an autumn, nor had I ever imagined anything like it on earth—a kind of eternal Claude Lorrain, with each day possessing equal and unbound perfection.
The case of Wagner
A problem for musicians
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To truly appreciate this text, one must suffer alongside the fate of music, as if it were an open wound. – How I suffer when I think of the fate of music! It suffers because its world-enlightening, affirmative character has been lost; it has become music of décadence, no longer the flute of Dionysus. But if one regards the cause of music as one’s own cause, as one’s own story of suffering, then this text will seem full of compassion and excessively gentle. In such cases, to remain cheerful and to respond with kindness even to mockery—“ridendo dicere severum”, where “verum dicere” would justify any harshness—is nothing less than the very essence of humanity. Who could possibly doubt that I, as an old artilleryman, have the power to wield my heavy guns against Wagner? I held back everything decisive in this matter; I loved Wagner. Ultimately, my task involves attacking a more subtle “unknown”—one that is not easy for others to discern. Indeed, I have far greater “unknowns” to uncover than some so-called “Cagliostros of music.” More profoundly still, my aim is to attack the German nation, which in spiritual matters has become increasingly sluggish and instinctive, yet continues with admirable eagerness to feed on contradictions—swallowing both “faith” and scientificity, “Christian love” and antisemitism, the will for power (“the Reich”) just as readily. This lack of partisanship between opposites! This neutral, selfless attitude! This German sense of taste that grants equal merit to everything. Without a doubt, the Germans are idealists. When I last visited Germany, I noticed how the German taste sought to grant Wagner the same status as the trumpeter of Säckingen; I witnessed firsthand how in Leipzig, in honor of one of the truest and most genuinely German musicians—in the old sense of the word—rather than some mere “Reichsdeutsche,” a Liszt society was established with the aim of preserving and promoting sophisticated church music. Without a doubt, the Germans are idealists.
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But here, nothing should prevent me from being blunt and telling the Germans some hard truths: who else would do it? I’m referring to their immorality in the field of history. Not only have German historians completely lost any sense of the broader context and the values of culture; they are all mere tools of politics (or the church)—but this very broad perspective has also been deliberately ignored by them. One must first be “German,” one must be part of the “race,” before one can decide what values are important or not in history—before one can establish them as absolute, “German” is an argument; “Germany, Germany above all else” is a principle; the Germans are seen as the embodiment of the “moral order” in history. Compared to the Roman Empire, they were the champions of freedom; compared to the 18th century, they were the restorers of morality and the “categorical imperative”. There is a form of German historical writing—and, I fear, even antisemitic historical writing. There is courtly historical writing, and Herr von Treitschke isn’t ashamed of it at all. Recently, some foolish statement in the field of history—made by the unfortunately forgotten aesthetic Swab Vischer—went viral in German newspapers as if it were an absolute “truth” that every German had to accept: “The Renaissance and the Reformation together form a whole: the aesthetic rebirth and the moral rebirth.” When I encounter such statements, my patience runs out, and I feel compelled, even as a duty, to tell the Germans what they really owe for. All the great cultural crimes of four centuries are their responsibility! And it’s always for the same reason: their deepest cowardice in the face of reality—which is also cowardice in the face of truth; their inherent dishonesty, disguised as “idealism”. The Germans ruined Europe’s chance to achieve a higher order of values, at a time when those noble values that promised a better future were on the verge of victory—even if only among some of the people who lived there! Luther, that unfortunate monk, managed to restore the Church—and, what’s even worse, Christianity—in a moment when it was on the brink of collapse. Christianity, that religion which has turned into a denial of the will to live. Luther, an impossible monk who, precisely because he was “impossible,” attacked the Church and thus, in effect, restored it. The Catholics would have every right to celebrate Luther’s birthday and write plays about him. Luther—and the so-called “moral rebirth”. To hell with all that psychological nonsense! Without a doubt, the Germans are idealists. – The Germans have twice, when they had once again achieved a righteous, unequivocal, and thoroughly scientific way of thinking through immense courage and self-overcoming, managed to find indirect paths back to the old “ideal,” to reconcile truth with the “ideal” – in essence, to formulate arguments for the right to reject science, for the right to lie. Leibniz and Kant, these two greatest obstacles to the intellectual integrity of Europe! Finally, when a force of genius and will manifested itself on the threshold between two centuries of decline, the Germans were strong enough to turn Europe into a single entity, a political and economic union, with the goal of governing the world. Yet their “wars for freedom” deprived Europe of its meaning, of the wonder of purpose in Napoleon’s existence. They bear responsibility for everything that came afterward, for what exists today: that most culture-repugnant disease and irrationality, nationalism—the national neurosis that plagues Europe, the perpetuation of Europe’s fragmentation into small states, its petty politics. They have led Europe itself down a dead end. – Does anyone besides me know a way out of this impasse?. A task great enough to reunite the peoples of Europe once more.
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Immediatamente dopo la conclusione dell’opera menzionata e senza perdere nemmeno un giorno, mi misi all’impegno di questa enorme impresa di rielaborazione, con un senso di orgoglio incomparabile, certa in ogni momento della mia immortalità, e scavando, segno dopo segno, come se fossi guidata dal destino. La prefazione fu scritta il 3 settembre 1888: quella mattina, dopo averla redatta, uscii all’aperto e trovai davanti a me il giorno più bello che l’Alto Engadino mi avesse mai mostrato: trasparente, brillante nelle sue sfumature, che racchiudeva in sé tutti gli opposti, tutte le mezze vie tra ghiaccio e sole. Solo il 20 settembre lasciai Sils-Maria, trattenuta dalle inondazioni; fui l’ultimo ospite di questo meraviglioso luogo, al quale voglio donare, con la mia gratitudine, il nome dell’immortalità. Dopo un viaggio pieno di incidenti, persino di un pericolo di vita durante l’inondazione di Como, che raggiunsi solo a notte fonda, arrivai a Torino il pomeriggio del 21 settembre, nel mio luogo stabile, nella mia residenza da quel momento in poi. Ripresi lo stesso appartamento che avevo occupato in primavera, al numero 6 di via Carlo Alberto III, di fronte al maestoso palazzo Carignano, dove è nato Vittorio Emanuele, con vista sulla piazza Carlo Alberto e sulle colline circostanti. Senza esitazione e senza concedermi un attimo di riposo, ripresi il mio lavoro: mancava solo l’ultimo quarto dell’opera da completare. Il 30 settembre arrivò la grande vittoria; settimo giorno. Un giorno di ozio, lungo il Po. Lo stesso giorno scrissi anche la prefazione a “Il tramonto degli dei”, la cui correzione delle bozze era stata motivo della mia pausa estiva. Non avevo mai vissuto un autunno del genere, né avevo mai ritenuto possibile qualcosa del genere sulla Terra. Pensavo a Claude Lorrain nell’infinito, ogni giorno di uguale perfezione incontrollata.
Il caso Wagner
Un problema per i musicisti
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Per comprendere appieno questo testo, è necessario soffrire per il destino della musica, come se si trattasse di una ferita aperta. Quello che soffro io, quando soffro per il destino della musica, è il fatto che essa abbia perso il suo carattere di luce e di esaltazione del mondo; non è più la musica di Dioniso. Ma se si considera questa questione come propria, come una propria storia di sofferenza, allora questo testo apparirà pieno di considerazioni e estremamente moderato. In tali casi, essere sereni e tolleranti verso le derisioni – ridere quando ciò che si dice è severo, anche se in realtà richiederebbe grande durezza – rappresenta proprio l’essenza dell’umanità. Chi dubita forse che io, essendo un vecchio artigliere, abbia il potere di utilizzare il mio “pesante cannone” contro Wagner? Ho tenuto per me tutto ciò che era decisivo in questa questione. Ho amato Wagner. Alla fine, l’obiettivo della mia missione consiste nel colpire un “sconosciuto” più delicato, uno che non è facile da individuare; oppure forse ho il compito di svelare altri “sconosciuti”, ancora più pericolosi di un Cagliostro nella musica. Ma soprattutto, si tratta di attaccare quella nazione tedesca che, nel campo spirituale, diventa sempre più passiva e istintiva, sempre più sincera. Una nazione che con grande appetito continua a nutrirsi dei contrasti e ingoia sia la “fede” che la scientificità, sia l’“amore cristiano” che l’antisemitismo, sia il desiderio di potere (“il regno”) quanto l’evangelo della umiltà. Questa mancanza di partigianeria tra i contrasti. Questa neutralità e “altruismo”. Questo senso equo del gusto tedesco, che attribuisce lo stesso valore a tutto. Che trova sapore in ogni cosa. Senza dubbio, i tedeschi sono idealisti. L’ultima volta che ho visitato la Germania, ho notato come il gusto tedesco cercasse di dare lo stesso valore a Wagner e al trombettista di Säckingen; ho assistito personalmente a come a Lipsia, in onore di uno dei musicisti più autentici e tedeschi nel vero senso della parola – non di un semplice “tedesco del Reich”, ma di un Maestro come Heinrich Schütz – venisse fondato un club Liszt, con lo scopo di promuovere e diffondere la musica sacra. Senza dubbio, i tedeschi sono idealisti.
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Ma qui nulla dovrebbe impedirmi di essere brutale e di dire ai tedeschi alcune dure verità: chi altro lo farebbe? Parlo della loro dissolutezza nella storiografia. Non solo i storici tedeschi hanno completamente perso quella grande capacità di comprendere il corso degli eventi e i valori della cultura, non solo sono tutti servitori della politica (o della chiesa), ma anche questa capacità è stata da loro stessi ignorata. Prima bisogna essere “tedeschi”, essere “razza”; solo allora si può decidere su tutti i valori e gli disvalori nella storia. Si stabiliscono regole, “Tedesco” è un argomento, “Germania, la Germania sopra ogni cosa” è un principio; i tedeschi sono considerati l’“ordine morale” nella storia; rispetto all’Impero romano, sono i portatori della libertà; rispetto al XVIII secolo, sono coloro che hanno ristabilito la moralità, il “principio categorico”. Esiste una storiografia tedesca del Reich; temo anche che esista una storiografia antisemita. Esiste una storiografia di corte, e Herr von Treitschke non si vergogna affatto. Di recente, un giudizio assurdo in ambito storico, una frase dello scomparso esteta svizzero Vischer, è stata pubblicata dai giornali tedeschi come una “verità” a cui ogni tedesco dovrebbe dare il proprio assenso: “La Rinascenza e la Riforma, insieme, formano un tutto: la rinascita estetica e la rinascita morale”. Di fronte a frasi del genere, la mia pazienza finisce; provo il desiderio, anzi sento il dovere di dire ai tedeschi cosa hanno già commesso. Tutti i grandi crimini culturali degli ultimi quattro secoli sono sulla loro coscienza! E sempre per lo stesso motivo: per la loro codardia intrinseca di fronte alla realtà, che è anche codardia di fronte alla verità; per la loro falsità diventata istinto. I tedeschi hanno distrutto l’Europa, il senso dell’ultima grande epoca, l’epoca della Rinascenza, proprio nel momento in cui un ordine superiore dei valori stava per trionfare. E questo ha avuto effetto anche sugli istinti delle persone coinvolte! Lutero, quel monaco disastroso, ha ristabilito la chiesa, e, cosa ancora peggiore, il cristianesimo, proprio nel momento in cui stava per essere sconfitto. Il cristianesimo, quella religione che si basa sulla negazione del desiderio di vivere. Lutero, un monaco impossibile, che, a causa della sua “impossibilità”, attaccò la chiesa e, di conseguenza!, la ristabilì. I cattolici avrebbero tutti i motivi per celebrare feste in onore di Lutero, per scrivere opere teatrali su di lui. Lutero, e la “rinascita morale”. Al diavolo tutta questa psicologia! Senza dubbio, i tedeschi sono idealisti. – I tedeschi hanno due volte, quando appunto con un coraggio e una forza d’animo straordinari erano giunti a una concezione del pensiero retta, chiara e completamente scientifica, saputo trovare vie traverse per tornare all’antico “ideale”, per cercare compromessi tra verità e “ideale”; in sostanza, formule che giustificassero il diritto di rifiutare la scienza, il diritto di mentire. Leibniz e Kant, queste due grandi ostacoli alla rettitudine intellettuale d’Europa! Finalmente, quando sul ponte tra due secoli di decadenza è apparsa una forza straordinaria di genio e volontà, abbastanza potente da trasformare l’Europa in un’unica entità politica ed economica al fine di governare il mondo, i tedeschi, con le loro “guerre per la libertà”, hanno distrutto in Europa il senso stesso, il miracolo del significato nell’esistenza di Napoleone. Hanno portato sulla propria coscienza tutto ciò che è successo da allora, tutto ciò che esiste oggi: questa malattia e follia culturalmente più aberrante che esista, il nazionalismo, questa nevrosi nazionale che affligge l’Europa, questa perpetuazione del particolarismo europeo, di quella piccola politica meschina. Hanno condotto l’Europa stessa nella strada senza uscita. Qualcuno, oltre a me, conosce una via d’uscita da questa situazione?. Una missione abbastanza grande da riuscire a unire di nuovo i popoli.
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– Und zuletzt, warum sollte ich meinem Verdacht nicht Worte geben! Die Deutschen werden auch in meinem Falle wieder alles versuchen, um aus einem ungeheuren Schicksal eine Maus zu gebären. Sie haben sich bis jetzt an mir kompromittiert, ich zweifle, dass sie es in der Zukunft besser machen. – Ah was es mich verlangt, hier ein schlechter Prophet zu sein! … Meine natürlichen Leser und Hörer sind jetzt schon Russen, Skandinavier und Franzosen – werden sie es immer mehr sein; – Die Deutschen sind in die Geschichte der Erkenntnis mit lauter zweideutigen Namen eingeschrieben, sie haben immer nur »unbewusste« Falschmünzer hervorgebracht (– Fichte, Schelling, Schopenhauer, Hegel, Schleiermacher gebührt dies Wort so gut wie Kant und Leibniz; es sind alles bloße Schleiermacher –): sie sollen nie die Ehre haben, dass der erste rechtschaffne Geist in der Geschichte des Geistes, der Geist, in dem die Wahrheit zu Gericht kommt über die Falschmünzerei von vier Jahrtausenden, mit dem deutschen Geiste in eins gerechnet wird. Der »deutsche Geist« ist meine schlechte Luft: ich atme schwer in der Nähe dieser Instinkt gewordnen Unsauberkeit in psychologicis, die jedes Wort, jede Miene eines Deutschen verrät. Sie haben nie ein siebzehntes Jahrhundert harter Selbstprüfung durchgemacht wie die Franzosen – ein Larochefoucauld, ein Descartes sind hundertmal in Rechtschaffenheit den ersten Deutschen überlegen –, sie haben bis heute keinen Psychologen gehabt. Aber Psychologie ist beinahe der Maßstab der Reinlichkeit oder Unreinlichkeit einer Rasse … Und wenn man nicht einmal reinlich ist, wie sollte man Tiefe haben? Man kommt beim Deutschen, beinahe wie beim Weibe, niemals auf den Grund, er hat keinen: das ist alles. Aber damit ist man noch nicht einmal flach. – Das, was in Deutschland »tief« heißt, ist genau diese Instinkt-Unsauberkeit gegen sich, von der ich eben rede: man will über sich nicht im Klaren sein. Dürfte ich das Wort »deutsch« nicht als internationale Münze für diese psychologische Verkommenheit in Vorschlag bringen; – In diesem Augenblick zum Beispiel nennt es der deutsche Kaiser seine »christliche Pflicht«, die Sklaven in Afrika zu befreien: unter uns andern Europäern hieße das dann einfach »deutsch« … Haben die Deutschen auch nur ein Buch hervorgebracht, das Tiefe hätte? Selbst der Begriff dafür, was tief an einem Buch ist, geht ihnen ab. Ich habe Gelehrte kennengelernt, die Kant für tief hielten; am preußischen Hofe, fürchte ich, hält man Herrn von Treitschke für tief. Und wenn ich Stendhal gelegentlich als tiefen Psychologen rühme, ist es mir mit deutschen Universitätsprofessoren begegnet, dass sie mich den Namen buchstabieren ließen …
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– Und warum sollte ich nicht bis ans Ende gehn! Ich liebe es, reinen Tisch zu machen. Es gehört selbst zu meinem Ehrgeiz, als Verächter der Deutschen par excellence zu gelten. Mein Misstrauen gegen den deutschen Charakter habe ich schon mit sechsundzwanzig Jahren ausgedrückt (dritte Unzeitgemäße I 335) – die Deutschen sind für mich unmöglich. Wenn ich mir eine Art Mensch ausdenke, die allen meinen Instinkten zuwiderläuft, so wird immer ein Deutscher daraus. Das Erste, woraufhin ich mir einen Menschen »nierenprüfe«, ist, ob er ein Gefühl für Distanz im Leibe hat, ob er überall Rang, Grad, Ordnung zwischen Mensch und Mensch sieht, ob er distinguiert: damit ist man gentilhomme; in jedem andren Fall gehört man rettungslos unter den weitherzigen, ach! so gutmütigen Begriff der canaille. Aber die Deutsehen sind canaille – ach! sie sind so gutmütig … Man erniedrigt sich durch den Verkehr mit Deutschen: der Deutsche stellt gleich … Rechne ich meinen Verkehr mit einigen Künstlern, vor allem mit Richard Wagner ab, so habe ich keine gute Stunde mit Deutschen verlebt … Gesetzt, dass der tiefste Geist aller Jahrtausende unter Deutschen erschiene, irgendeine Retterin des Capitols würde wähnen, ihre sehr unschöne Seele käme zum Mindesten ebenso in Betracht … Ich halte diese Rasse nicht aus, mit der man immer in schlechter Gesellschaft ist, die keine Finger für nuances hat – wehe mir! ich bin eine nuance –, die keinen esprit in den Füßen hat und nicht einmal gehen kann … Die Deutschen haben zuletzt gar keine Füße, sie haben bloß Beine … Den Deutschen geht jeder Begriff davon ab, wie gemein sie sind, aber das ist der Superlativ der Gemeinheit – sie schämen sich nicht einmal, bloß Deutsche zu sein … Sie reden über alles mit, sie halten sich selbst für entscheidend, ich fürchte, sie haben selbst über mich entschieden … Mein ganzes Leben ist der Beweis de rigueur für diese Sätze. Umsonst, dass ich in ihm nach einem Zeichen von Takt, von délicatesse gegen mich suche. Von Juden ja, noch nie von Deutschen. Meine Art will es, dass ich gegen jedermann mild und wohlwollend bin – ich habe ein Recht dazu, keine Unterschiede zu machen –: dies hindert nicht, dass ich die Augen offen habe. Ich nehme niemanden aus, am wenigsten meine Freunde, – ich hoffe zuletzt, dass dies meiner Humanität gegen sie keinen Abbruch getan hat! Es gibt fünf, sechs Dinge, aus denen ich mir immer eine Ehrensache gemacht habe. – Trotzdem bleibt wahr, dass ich fast jeden Brief, der mich seit Jahren erreicht, als einen Zynismus empfinde: es liegt mehr Zynismus im Wohlwollen gegen mich als in irgendwelchem Hass … Ich sage es jedem meiner Freunde ins Gesicht, dass er es nie der Mühe für wert hielt, irgendeine meiner Schriften zu studieren: ich errate aus den kleinsten Zeichen, dass sie nicht einmal wissen, was drin steht. Was gar meinen Zarathustra anbetrifft, wer von meinen Freunden hätte mehr darin gesehn als eine unerlaubte, zum Glück vollkommen gleichgültige Anmaßung? … Zehn Jahre: und niemand in Deutschland hat sich eine Gewissensschuld daraus gemacht, meinen Namen gegen das absurde Stillschweigen zu verteidigen, unter dem er vergraben lag: ein Ausländer, ein Däne war es, der zuerst dazu genug Feinheit des Instinkts und Mut hatte, der sich über meine angeblichen Freunde empörte … An welcher deutschen Universität wären heute Vorlesungen über meine Philosophie möglich, wie sie letztes Frühjahr der damit noch einmal mehr bewiesene Psycholog Dr. Georg Brandes in Kopenhagen gehalten hat? – Ich selber habe nie an alledem gelitten; das Notwendige verletzt mich nicht; amor fati ist meine innerste Natur. Dies schließt aber nicht aus, dass ich die Ironie liebe, sogar die welthistorische Ironie. Und so habe ich, zwei Jahre ungefähr vor dem zerschmetternden Blitzschlag der Umwertung, der die Erde in Konvulsionen versetzen wird, den »Fall Wagner« in die Welt geschickt: die Deutschen sollten sich noch einmal unsterblich an mir vergreifen und verewigend es ist gerade noch Zeit dazu! – Ist das erreicht! – Zum Entzücken, meine Herren Germanen! Ich mache Ihnen mein Kompliment …
Warum ich ein Schicksal bin
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Ich kenne mein Los. Es wird sich einmal an meinen Namen die Erinnerung an etwas Ungeheures anknüpfen – an eine Krisis, wie es keine auf Erden gab, an die tiefste Gewissens-Kollision, an eine Entscheidung, heraufbeschworen gegen alles, was bis dahin geglaubt, gefordert, geheiligt worden war. Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit. – Und mit alledem ist nichts in mir von einem Religionsstifter – Religionen sind Pöbel-Affären, ich habe nötig, mir die Hände nach der Berührung mit religiösen Menschen zu waschen … Ich will keine »Gläubigen«, ich denke, ich bin zu boshaft dazu, um an mich selbst zu glauben, ich rede niemals zu Massen … Ich habe eine erschreckliche Angst davor, dass man mich eines Tags heiligspricht: man wird erraten, weshalb ich dies Buch vorher herausgebe, es soll verhüten, dass man Unfug mit mir treibt … Ich will kein Heiliger sein, lieber noch ein Hanswurst … Vielleicht bin ich ein Hanswurst … Und trotzdem oder vielmehr nicht trotzdem – denn es gab nichts Verlogneres bisher als Heilige – redet aus mir die Wahrheit. – Aber meine Wahrheit ist furchtbar: denn man hieß bisher die Lüge Wahrheit. – Umwertung aller Werte: das ist meine Formel für einen Akt höchster Selbstbesinnung der Menschheit, der in mir Fleisch und Genie geworden ist. Mein Los will, dass ich der erste anständige Mensch sein muss, dass ich mich gegen die Verlogenheit von Jahrtausenden im Gegensatz weiß … Ich erst habe die Wahrheit entdeckt, dadurch dass ich zuerst die Lüge als Lüge empfand – roch … Mein Genie ist in meinen Nüstern … Ich widerspreche, wie nie widersprochen worden ist, und bin trotzdem der Gegensatz eines neinsagenden Geistes. Ich bin ein froher Botschafter, wie es keinen gab, ich kenne Aufgaben von einer Höhe, dass der Begriff dafür bisher gefehlt hat; erst von mir an gibt es wieder Hoffnungen. Mit alledem bin ich notwendig auch der Mensch des Verhängnisses. Denn wenn die Wahrheit mit der Lüge von Jahrtausenden in Kampf tritt, werden wir Erschütterungen haben, einen Krampf von Erdbeben, eine Versetzung von Berg und Tal, wie dergleichen nie geträumt worden ist. Der Begriff Politik ist dann gänzlich in einen Geisterkrieg aufgegangen, alle Machtgebilde der alten Gesellschaft sind in die Luft gesprengt – sie ruhen allesamt auf der Lüge: es wird Kriege geben, wie es noch keine auf Erden gegeben hat. Erst von mir an gibt es auf Erden große Politik. –
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Will man eine Formel für ein solches Schicksal, das Mensch wird? – Sie steht in meinem Zarathustra.
– And lastly, why should I not give voice to my suspicions! In my case too, the Germans will try everything possible to turn a terrible fate into something trivial. They have already compromised themselves in dealing with me; I doubt they will do any better in the future. – Ah, what it demands of me to be such a poor prophet here. My natural readers and listeners are already Russians, Scandinavians, and Frenchmen—they will become even more so in the future. The Germans are recorded in the history of knowledge with all sorts of ambiguous names; they have always produced nothing but “unconscious” counterfeiters (– Fichte, Schelling, Schopenhauer, Hegel, Schleiermacher—all of them are mere imitators of Kant and Leibniz); they shall never have the honor of seeing the first genuine, upright spirit in the history of thought—the spirit in which truth will judge the falsifications of four millennia—be associated with the German spirit. The “German spirit” is nothing but foul air to me; I breathe heavily in the presence of this instinctively vile filth in their psychology, which reveals everything about a German, through every word and gesture they utter. They have never undergone a century of rigorous self-examination like the French—Larochefoucauld or Descartes would be a hundred times more genuine than any first-rate German. To this day, they have not produced a single psychologist. Yet psychology is almost the measure of the purity or impurity of a race. And if one is not even pure, how can one possess depth? With the German, one never reaches the bottom—because he has none at all. But even that doesn’t mean he is shallow. What in Germany is called “depth” is precisely this kind of instinctive filth I’ve been referring to: they simply don’t want to be clear about themselves. Shouldn’t I propose using the word “German” as an international term for this kind of psychological degeneration? For instance, right now the German emperor calls it his “Christian duty” to liberate the slaves in Africa; among us Europeans, that would simply be called “German behavior”. Have the Germans ever produced a single book that possesses true depth? They don’t even have the terms to describe what depth is in a book. I’ve known scholars who considered Kant to be profound; at the Prussian court, I’m afraid, people consider Herr von Treitschke to be profound. And when I occasionally praise Stendhal as a profound psychologist, I’ve had German university professors ask me to spell the name for them.
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– And why shouldn’t I go all the way! I love to clear things up completely. It’s even part of my ambition to be regarded as the very epitome of one who despises the Germans. My distrust of the German character was expressed when I was twenty-six years old (Third Unzeitgemäße, I 335) – the Germans are simply impossible for me. If I imagine a type of person who goes completely against all my instincts, it’s always a German who results. The first thing I look for in judging such a person is whether they have any sense of distance within themselves, whether they recognize hierarchy, order, and distinction between people; if they do, then they are gentlemen; otherwise, they belong without hope to that vast, oh! so benevolent category of the common people. But the Germans are part of the common people – oh! how benevolent they are. One lowers oneself by associating with Germans: a German immediately. If I were to compare my interactions with some artists, especially Richard Wagner, then I haven’t had a single good moment with Germans. Suppose the deepest spirit of all centuries were to appear among the Germans; some savior of the Capitol might think that her own very unattractive soul would at least be worthy of consideration. I simply can’t endure this race; one is always in bad company with them; they lack any sense of nuance – oh, how unfortunate for me! I am a man of nuance. They lack any spirit or ability to move forward. The Germans nowadays don’t even have feet; they only have legs. Every concept related to what it means to be human is alien to them, but this is precisely the ultimate form of rudeness – they aren’t even ashamed to be Germans. They discuss everything with everyone, consider themselves decisive, and I fear they have already decided my fate for me. My entire life is proof of these statements. In vain do I search for any sign of tact or delicacy towards me in it. Yes, towards Jews, but never towards Germans. By natura, I am mild and kind to everyone – I have the right to treat everyone equally – but that doesn’t prevent me from keeping my eyes open. I don’t exclude anyone, especially not my friends. I hope that this has in no way diminished my humanity towards them! There are five or six things that I have always regarded as matters of honor. Nevertheless, it remains true that almost every letter I receive over the years fills me with cynicism: there is more cynicism in their kindness towards me than in any form of hatred. I tell every one of my friends face to face that they never found it worth the effort to read any of my writings; I can tell from the smallest details that they don’t even know what’s inside them. As for my Zarathustra, which of my friends would have seen anything in it other than an unauthorized and, fortunately, completely irrelevant pretension? , Ten years have passed, and not a single person in Germany has felt any guilt for defending my name against the absurd silence into which it was buried—an outsider, a Dane, was the first to possess the sensitivity of instinct and the courage to speak out against my so-called “friends”. At which German university could lectures on my philosophy be held today, as Dr. Georg Brandes did in Copenhagen last spring, once again proving its relevance through his teachings? I myself have never suffered from any of this; what is necessary does not hurt me; fate-love is my very essence. But this does not mean that I do not love irony—especially the historical irony of the world. And so, about two years before the devastating shockwave of the revolution that will convulse the earth, I released “The Case Wagner” into the world: let the Germans once again take vengeance upon me in a way that would ensure my immortality—for now, it is still time for such things!. Have I achieved my goal?. To your delight, my German friends! I offer you my compliments.
Why I am a Fate
1
I know my fate. One day, someone will associate my name with the memory of something monstrous—a crisis unlike any that has ever existed on earth, a clash of conscience so profound, a decision taken in defiance of everything that had hitherto been believed, demanded, or sanctified. I am not a human being; I am dynamite. And in all this, there is nothing in me of a founder of religion—religions are mere affairs for the masses. I need to wash my hands after coming into contact with religious people. I want no “believers”; I think I am too wicked to believe in myself at all. I never speak to crowds. I have a terrible fear that one day people will declare me holy—they will understand why I am publishing this book now; it is meant to prevent them from doing anything foolish with me. I do not want to be a saint; rather, I would prefer to be a buffoon. Perhaps I am indeed a buffoon. And yet, or perhaps precisely because there has never been anything more deceitful than saints before me, it is the truth that speaks through me. But my truth is terrible: for hitherto, people have called lies “truth.” The Subversion of All Values—that is my formula for an act of supreme self-reflection by humanity, an act that has become flesh and genius in me. My fate demands that I be the first decent human being—to stand in opposition to the deceit of thousands of years. It is only because I first perceived lies as lies that I discovered the truth. My genius resides in my nostrils. I speak against everything in a way that has never been done before, and yet I am the very antithesis of a silent, submissive spirit. I am a joyful messenger like no other; I understand tasks of such a magnitude that the concept itself has previously lacked—only from me will hope arise once again. But in all this, I am also inevitably the man of doom. For when truth clashes with the lies of thousands of years, we will experience shocks, earthquakes that will rearrange mountains and valleys as if such things were imaginable. The concept of politics will then be reduced to a spiritual war; all the power structures of old society will be shattered—they are all built on lies. There will be wars like none that have ever existed before. Only from me will true great politics arise on earth.
2
Is it possible to formulate a formula for such a fate that defines what it means to be human? – That formula can be found in my “Zarathustra.”
– And finally, why shouldn’t I give voice to my suspicion! The Germans, even in my case, will once again do everything possible to turn an immense destiny into a mouse. They’ve compromised themselves with me so far; I doubt they’ll do any better in the future. – Ah, how much I long to be a bad prophet here! … My natural readers and listeners are already Russians, Scandinavians, and French—soon they’ll be even more so;—The Germans have inscribed themselves in the history of knowledge with nothing but ambiguous names; they’ve always produced only “unconscious” counterfeiters (—Fichte, Schelling, Schopenhauer, Hegel, Schleiermacher deserve this label as much as Kant and Leibniz; they’re all mere Schleiermachers—): they should never have the honor of having the first righteous spirit in the history of the spirit—the spirit in which truth will judge the counterfeiting of four millennia—counted as one with the German spirit. The “German spirit” is my bad air: I breathe heavily near this instinctual impurity in psychology, which betrays every word, every gesture of a German. They’ve never undergone a seventeenth-century period of rigorous self-examination like the French—Larochefoucauld, Descartes are a hundred times more upright than the first Germans—and until now, they haven’t had a single psychologist. But psychology is almost the measure of a race’s cleanliness or uncleanliness… And if you’re not even clean, how could you have depth? With the German, almost as with a woman, you’ll never get to the bottom—it simply doesn’t exist: that’s all there is to it. But even that isn’t enough to make him shallow. —What’s called “deep” in Germany is precisely this instinctual impurity toward oneself, the very thing I’m talking about: people don’t want to be clear about themselves. If only I could propose the word “German” as an international coin for this psychological degeneration;—At this very moment, for example, the German emperor calls it his “Christian duty” to free the slaves in Africa: among us other Europeans, that would just be called “German”… Have the Germans ever produced even a single book that was deep? Even the very concept of what makes a book deep eludes them. I’ve met scholars who considered Kant deep; at the Prussian court, I’m afraid, they consider Herr von Treitschke deep. And when I occasionally praise Stendhal as a deep psychologist, I’ve found German university professors willing to spell out his name for me…
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– And why shouldn’t I go all the way! I love to make a clean sweep. It’s part of my ambition itself to be considered the quintessential despiser of the Germans. I expressed my distrust of the German character already at the age of twenty-six (Untimely Meditation III 335)—the Germans are impossible for me. If I imagine a type of human being that runs counter to all my instincts, it’ll always turn out to be a German. The first thing I “kidney-test” a person for is whether he has a sense of distance within himself, whether he sees rank, degree, order everywhere between human beings, whether he distinguishes: that’s what makes one a gentleman; in every other case, one belongs irrevocably to the broad-hearted, alas, so good-natured category of the rabble. But the Germans are rabble—alas, they’re so good-natured… One humiliates oneself by associating with Germans: the German immediately… If I count my association with certain artists, especially Richard Wagner, I haven’t spent a single good hour with Germans… Suppose the deepest spirit of all millennia were to appear among the Germans, some savior of the Capitol would think her very ugly soul was at least equally worthy of consideration… I can’t stand this race, with whom one is always in bad company, who have no fingers for nuances—woe is me! I am a nuance—, who have no esprit in their feet and can’t even walk… The Germans lately have no feet at all; they’ve got nothing but legs… The Germans lose all sense of how base they are, yet that’s the superlative of baseness—they aren’t even ashamed to be merely Germans… They talk about everything, they consider themselves decisive—I fear they’ve decided about me themselves… My whole life is the proof de rigueur for these statements. It’s pointless that I search in it for a sign of tact, of delicacy toward myself. From Jews, yes; never from Germans. My nature wants me to be mild and benevolent toward everyone—I have a right to do so, to make no distinctions—: that doesn’t stop me from keeping my eyes open. I exclude no one, least of all my friends—I hope, after all, that this hasn’t harmed my humanity toward them! There are five or six things I’ve always made a point of. —Still, it’s true that almost every letter I’ve received in years feels like cynicism to me: there’s more cynicism in goodwill toward me than in any hatred… I tell each of my friends straight to their face that they’ve never thought it worth their while to study any of my writings: I can guess from the smallest signs that they don’t even know what’s inside. As for my Zarathustra specifically, which of my friends would have seen in it anything more than an unauthorized, fortunately completely indifferent presumption?… Ten years—and nobody in Germany has felt guilty enough to defend my name against the absurd silence under which it lay buried: it was a foreigner, a Dane, who first had enough finesse of instinct and courage to rebel against my supposed friends… At which German university today would lectures on my philosophy be possible, such as those given last spring by Dr. Georg Brandes in Copenhagen, who proved it once again?—I myself have never suffered from any of this; what’s necessary doesn’t hurt me; amor fati is my innermost nature. That doesn’t preclude my loving irony, even world-historical irony. And so, about two years before the devastating lightning bolt of the Revaluation that will throw the earth into convulsions, I sent out the “Wagner Case”: the Germans should once again commit the unforgivable crime against me, and there’s still just time left to immortalize it!—Is it achieved!—To your delight, my German gentlemen! I pay you my compliments…
Why I Am a Destiny
1
I know my lot. One day, my name will become associated with something immense—a crisis like none the earth has ever known, the deepest collision of consciences, a decision summoned up against everything that had been believed, demanded, sanctified until then. I’m not a human being; I’m dynamite. —And yet, there’s nothing in me of a founder of religions—religions are mob affairs; I need to wash my hands after touching religious people… I don’t want “believers”; I think I’m too malicious to believe in myself; I never speak to crowds… I’m terribly afraid that one day they’ll canonize me: they’ll guess why I’m publishing this book ahead of time—it’s meant to prevent them from doing foolish things with me… I don’t want to be a saint; I’d rather be a buffoon… Maybe I am a buffoon… And yet—or rather, not yet—for there’s never been anything more hypocritical than saints—truth speaks through me. —But my truth is terrifying: because until now, they’ve called lies truth. —Revaluation of all values: that’s my formula for an act of supreme self-reflection by humanity, which has become flesh and genius in me. My lot demands that I be the first decent human being, that I recognize myself in opposition to the hypocrisy of millennia… I alone discovered the truth by first feeling lies as lies—smelling them… My genius is in my nostrils… I contradict as never before contradicted, and yet I’m the opposite of a negating spirit. I’m a joyful messenger like no other; I know tasks of such height that the concept for them has been lacking until now; only from me onward are there hopes again. With all this, I’m necessarily also the man of doom. For when truth clashes with the lies of millennia, we’ll have upheavals, a convulsion of earthquakes, a shifting of mountains and valleys like nothing ever dreamed of. The concept of politics will then have entirely dissolved into a war of spirits; all power structures of the old society will have been blown to bits—they all rested on lies: there’ll be wars like none the earth has ever seen. Only from me onward is there great politics on earth.—
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Do you want a formula for such a destiny that becomes human?—It’s in my Zarathustra.
– und wer ein Schöpfer sein will im Guten und Bösen, der muss ein Vernichter erst sein und Werte zerbrechen.
Also gehört das höchste Böse zur höchsten Güte: diese aber ist die schöpferische.
Ich bin bei Weitem der furchtbarste Mensch, den es bisher gegeben hat; dies schließt nicht aus, dass ich der wohltätigste sein werde. Ich kenne die Lust am Vernichten in einem Grade, die meiner Kraft zum Vernichten gemäß ist, – in beidem gehorche ich meiner dionysischen Natur, welche das Neintun nicht vom Jasagen zu trennen weiß. Ich bin der erste Immoralist: damit bin ich der Vernichter par excellence. –
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Man hat mich nicht gefragt, man hätte mich fragen sollen, was gerade in meinem Munde, im Munde des ersten Immoralisten der Name Zarathustra bedeutet: denn was die ungeheure Einzigkeit jenes Persers in der Geschichte ausmacht, ist gerade dazu das Gegenteil. Zarathustra hat zuerst im Kampf des Guten und des Bösen das eigentliche Rad im Getriebe der Dinge gesehn – die Übersetzung der Moral ins Metaphysische, als Kraft, Ursache, Zweck an sich, ist sein Werk. Aber diese Frage wäre im Grunde bereits die Antwort. Zarathustra schuf diesen verhängnisvollsten Irrtum, die Moral: folglich muss er auch der Erste sein, der ihn erkennt. Nicht nur, dass er hier länger und mehr Erfahrung hat als sonst ein Denker – die ganze Geschichte ist ja die Experimental-Widerlegung vom Satz der sogenannten »sittlichen Weltordnung« –: das Wichtigere ist, Zarathustra ist wahrhaftiger als sonst ein Denker. Seine Lehre, und sie allein, hat die Wahrhaftigkeit als oberste Tugend – das heißt den Gegensatz zur Feigheit des »Idealisten«, der vor der Realität die Flucht ergreift; Zarathustra hat mehr Tapferkeit im Leibe als alle Denker zusammengenommen. Wahrheit reden und gut mit Pfeilen schießen, das ist die persische Tugend. – Versteht man mich? … Die Selbstüberwindung der Moral aus Wahrhaftigkeit, die Selbstüberwindung des Moralisten in seinen Gegensatz – in mich – das bedeutet in meinem Munde der Name Zarathustra.
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Im Grunde sind es zwei Verneinungen, die mein Wort Immoralist in sich schließt. Ich verneine einmal einen Typus Mensch, der bisher als der höchste galt, die Guten, die Wohlwollenden, Wohltätigen; ich verneine andrerseits eine Art Moral, welche als Moral an sich in Geltung und Herrschaft gekommen ist – die décadence-Moral, handgreiflicher geredet, die christliche Moral. Es wäre erlaubt, den zweiten Widerspruch als den entscheidenderen anzusehn, da die Überschätzung der Güte und des Wohlwollens, ins Große gerechnet, mir bereits als Folge der décadence gilt, als Schwäche-Symptom, als unverträglich mit einem aufsteigenden und jasagenden Leben: im Jasagen ist Verneinen und Vernichten Bedingung. – Ich bleibe zunächst bei der Psychologie des guten Menschen stehn. Um abzuschätzen, was ein Typus Mensch wert ist, muss man den Preis nachrechnen, den seine Erhaltung kostet – muss man seine Existenzbedingungen kennen. Die Existenz-Bedingung der Guten ist die Lüge –: anders ausgedrückt, das Nicht-sehn-Wollen um jeden Preis, wie im Grunde die Realität beschaffen ist, nämlich nicht derart, um jederzeit wohlwollende Instinkte herauszufordern, noch weniger derart, um sich ein Eingreifen von kurzsichtigen gutmütigen Händen jederzeit gefallen zu lassen. Die Notstände aller Art überhaupt als Einwand, als etwas, das man abschaffen muss, betrachten, ist die niaiserie par excellence, ins Große gerechnet, ein wahres Unheil in seinen Folgen, ein Schicksal von Dummheit –, beinahe so dumm, als es der Wille wäre, das schlechte Wetter abzuschaffen – aus Mitleiden etwa mit den armen Leuten … In der großen Ökonomie des Ganzen sind die Furchtbarkeiten der Realität (in den Affekten, in den Begierden, im Willen zur Macht) in einem unausrechenbaren Maße notwendiger als jene Form des kleinen Glücks, die sogenannte »Güte«; man muss sogar nachsichtig sein, um der letzteren, da sie in der Instinkt-Verlogenheit bedingt ist, überhaupt einen Platz zu gönnen. Ich werde einen großen Anlass haben, die über die Maßen unheimlichen Folgen des Optimismus, dieser Ausgeburt der homines optimi, für die ganze Geschichte zu beweisen. Zarathustra, der erste, der begriff, dass der Optimist ebenso décadent ist wie der Pessimist und vielleicht schädlicher, sagt: gute Menschen reden nie die Wahrheit. Falsche Küsten und Sicherheiten lehrten euch die Guten; in Lügen der Guten wart ihr gehören und geborgen. Alles ist in den Grund hinein verlogen und verbogen durch die Guten. Die Welt ist zum Glück nicht auf Instinkte hin gebaut, dass gerade bloß gutmütiges Herdengetier darin sein enges Glück fände; zu fordern, dass alles »guter Mensch«, Herdentier, blauäugig, wohlwollend, »schöne Seele« – oder, wie Herr Herbert Spencer es wünscht, altruistisch werden solle, hieße dem Dasein seinen großen Charakter nehmen, hieße die Menschheit kastrieren und auf eine armselige Chineserei herunterbringen. – Und dies hat man versucht! … Dies eben hieß man Moral … In diesem Sinne nennt Zarathustra die Guten bald »die letzten Menschen«, bald den »Anfang vom Ende«; vor allem empfindet er sie als die schädlichste Art Mensch, weil sie ebenso auf Kosten der Wahrheit als auf Kosten der Zukunft ihre Existenz durchsetzen.
Die Guten – die können nicht schaffen, die sind immer der Anfang vom Ende –
– sie kreuzigen den, der neue Werte auf neue Tafeln schreibt, sie opfern sich die Zukunft, sie kreuzigen alle Menschen-Zukunft!
Die Guten – die waren immer der Anfang vom Ende …
Und was auch für Schaden die Welt-Verleumder tun mögen, der Schaden der Guten ist der schädlichste Schaden.
5
Zarathustra, der erste Psycholog der Guten, ist – folglich – ein Freund der Bösen. Wenn eine décadence-Art Mensch zum Rang der höchsten Art aufgestiegen ist, so konnte dies nur auf Kosten ihrer Gegensatz-Art geschehn, der starken und lebensgewissen Art Mensch. Wenn das Herdentier im Glanze der reinsten Tugend strahlt, so muss der Ausnahme-Mensch zum Bösen heruntergewertet sein. Wenn die Verlogenheit um jeden Preis das Wort »Wahrheit« für ihre Optik in Anspruch nimmt, so muss der eigentlich Wahrhaftige unter den schlimmsten Namen wiederzufinden sein. Zarathustra lässt hier keinen Zweifel: er sagt, die Erkenntnis der Guten, der »Besten« gerade sei es gewesen, was ihm Grausen vor dem Menschen überhaupt gemacht habe; aus diesem Widerwillen seien ihm die Flügel gewachsen, »fortzuschweben in ferne Zukünfte« – er verbirgt es nicht, dass sein Typus Mensch, ein relativ übermenschlicher Typus, gerade im Verhältnis zu den Guten übermenschlich ist, dass die Guten und Gerechten seinen Übermenschen Teufel nennen würden …
Ihr höchsten Menschen, denen mein Auge begegnete, das ist mein Zweifel an euch und mein heimliches Lachen: ich rate, ihr würdet meinen Übermenschen – Teufel heißen!
So fremd seid ihr dem Großen mit eurer Seele, dass euch der Übermensch furchtbar sein würde in seiner Güte …
An dieser Stelle und nirgendswo anders muss man den Ansatz machen, um zu begreifen, was Zarathustra will: diese Art Mensch, die er konzipiert, konzipiert die Realität, wie sie ist: sie ist stark genug dazu –, sie ist ihr nicht entfremdet, entrückt, sie ist sie selbst, sie hat all deren Furchtbares und Fragwürdiges auch noch in sich, damit erst kann der Mensch Größe haben …
6
– Aber ich habe auch noch in einem andren Sinne das Wort Immoralist zum Abzeichen, zum Ehrenzeichen für mich gewählt; ich bin stolz darauf, dies Wort zu haben, das mich gegen die ganze Menschheit abhebt. Niemand noch hat die christliche Moral als unter sich gefühlt: dazu gehörte eine Höhe, ein Fernblick, eine bisher ganz unerhörte psychologische Tiefe und Abgründlichkeit. Die christliche Moral war bisher die Circe aller Denker – sie standen in ihrem Dienst. – Wer ist vor mir eingestiegen in die Höhlen, aus denen der Gifthauch dieser Art von Ideal – der Weltverleumdung! – emporquillt! Wer hat auch nur zu ahnen gewagt, dass es Höhlen sind? Wer war überhaupt vor mir unter den Philosophen Psycholog und nicht vielmehr dessen Gegensatz »höherer Schwindler«, »Idealist«? Es gab vor mir noch gar keine Psychologie. – Hier der Erste zu sein kann ein Fluch sein, es ist jedenfalls ein Schicksal: denn man verachtet auch als der Erste … Der Ekel am Menschen ist meine Gefahr …
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– And whoever wishes to be a creator, both in good and in evil, must first be a destroyer, must shatter values.
Furthermore, the highest form of evil belongs to the highest form of good; yet that good is the creative one.
I am by far the most terrible person that has ever existed; this does not rule out the possibility that I may become the most benevolent one as well. I understand the pleasure of destruction to such a degree as is commensurate with my power to destroy—in both respects, I obey my dionysian nature, which cannot distinguish between negation and affirmation. I am the first immoralist; in that sense, I am the destroyer par excellence.
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No one asked me; they should have asked what the name Zarathustra means in my mouth, in the mouth of the first immoralist. For what makes that Persian so uniquely important in history is precisely the very opposite: Zarathustra was the first to see, in the struggle between good and evil, the true essence at the heart of things. His achievement was translating morality into metaphysics—into a concept of power, cause, and purpose in itself. But this question would essentially be the answer itself. Zarathustra created the most fatal illusion of all: morality. Therefore, he must also have been the first to recognize it. Not only did he possess more and deeper experience than any other thinker—after all, the entire history is nothing but an experimental refutation of the so-called “moral order of the world”—but more importantly, Zarathustra was more truthful than any other thinker. His teachings alone held truth as the highest virtue—that is, they stood in direct opposition to the cowardice of those “idealists” who flee from reality. Zarathustra possessed more courage than all thinkers combined. To speak the truth and to shoot arrows with precision—such was the Persian virtue.. Do you understand me?. To overcome morality through truth, to transform the moralist into his very opposite—into me—that is what the name Zarathustra means in my mouth.
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In essence, what my term “immoralist” encompasses are two types of denial: on the one hand, I deny the existence of a certain type of human being that has hitherto been regarded as the highest—those who are good, benevolent, and charitable; on the other hand, I deny a particular form of morality that has become prevalent and dominant in itself—the morality of decadence, or more bluntly, the Christian morality. It might be argued that the second contradiction is the more decisive one, for my view holds that the overestimation of goodness and benevolence, considered on a broader scale, is precisely a consequence of decadence—a symptom of weakness, and something utterly incompatible with a life that is striving upward and affirmative. In an affirmative life, denial and destruction are essential conditions. For now, I will focus on the psychology of the “good person.” To assess the value of a certain type of human being, one must consider the cost required to maintain them—one must understand their conditions of existence. The condition for the existence of the good is lies; in other words, it is a refusal to confront reality at all costs, whether that reality means not always stimulating benevolent instincts or not allowing oneself to be manipulated by short-sighted, well-meaning individuals. To regard all kinds of hardship as obstacles that must be eliminated is nothing short of utter foolishness—a true disaster when considered in its broader consequences, a fate of stupidity almost as absurd as if one were willing to eliminate bad weather out of mere sympathy for the poor. In the grand scheme of things, the horrors of reality—whether in human emotions, desires, or the drive for power—are far more necessary than that fleeting form of happiness known as “goodness.” One must even be lenient toward such so-called goodness, since it is inherently rooted in deceit and hypocrisy. I will have ample opportunities to demonstrate the extremely terrifying consequences of optimism—the product of this so-called “humanity of optimists”—for the entire course of history. Zarathustra was the first to understand that an optimist is just as decadent as a pessimist, and perhaps even more harmful. He said: “Good people never speak the truth.” It was the good who taught you false promises and illusions of security; in their lies, you felt belonging and protection. Everything has been fundamentally distorted and perverted by the good. Fortunately, the world is not structured around instincts that would allow merely benevolent herd animals to find their narrow sense of happiness within it. To demand that everyone become “good people”—herd animals, bluish-eyed, well-willing, with “beautiful souls”, or, as Mr. Herbert Spencer wished, altruistic—would mean stripping existence of its true essence, castrating humanity, and reducing it to a pitiful state akin to Chinese feudalism. And indeed, such attempts have been made! . This was precisely what was meant by “morality.” In this sense, Zarathustra sometimes calls the Good “the last people,” and at other times “the beginning of the end”; above all, he regards them as the most harmful type of human being, because they pursue their existence at the expense of both truth and the future.
The good ones, they can’t succeed; they are always the beginning of the end.
– They crucify those who write new values on new tablets; they sacrifice the future of all humanity!
The good ones, they have always been the beginning of the end.
No matter what harm those who slander the world may cause, the harm done to the good is the most harmful of all.
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Zarathustra, the first psychologist of the “Good,” is therefore a friend of the “Bad.” When a certain form of decadence elevates man to the rank of the highest species, it can only do so at the expense of its opposite—namely, the strong and life-affirming human being. When the herd animal shines in the brilliance of pure virtue, then the exceptional individual must necessarily be degraded as evil. When deceit is willing to claim the word “truth” for its own purposes, then the one who is truly truthful must be labeled with the worst of names. Zarathustra leaves no doubt about this: he says that it was precisely the understanding of the Good, of what is “best,” that filled him with utter disgust toward humanity; it was out of this aversion that he gained the wings to “soar into distant futures.” He does not hide that his human type—a relatively superhuman one—is, in fact, superhuman precisely in relation to the Good; that the Good and the righteous would call his kind devils.
Your so-called “highest beings”—those whom my eye has encountered—are but the object of my doubt and the source of my secret laughter. I dare say that you would call my Overman, devils!
So alien are you to the Great in your very souls, that the superman would seem terrible to you in his goodness.
It is at this very place, and nowhere else, that one must begin to understand what Zarathustra intends: the kind of human being that he conceives is one who understands reality as it truly is—one who is strong enough to do so; one who is not alienated from it, nor detached from it; one who is essentially that reality itself, and who even embodies all its horrors and uncertainties. Only in this way can humanity attain true greatness.
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– But in another sense too, I have chosen the word “immoralist” as a badge, as an honor for myself; I am proud to bear this label that sets me apart from all of humanity. No one else has ever perceived Christian morality as something truly unique: it possessed a certain height, a far-reaching perspective, and a psychological depth and abyssality that had never been heard of before. Christian morality was, up until now, the Circe of all thinkers – they all served in its service. – Who among those who came before me has ventured into those caves from which the poisonous fumes of this kind of idealism – this slander of the world! – rise up? Who would have even dared to imagine that such caves existed? Among the philosophers who preceded me, who was there who was a psychologist, and not rather its very opposite: a “higher swindler,” an “idealist”? Before me, psychology itself did not even exist. – To be the first in this field can be a curse; it is certainly a fate: for even as the first, one must also despise. My danger lies in my utter contempt for humanity.
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Chi desidera essere un creatore, sia nel bene che nel male, deve prima diventare un distruttore e rompere i valori esistenti.
Pertanto, il male supremo appartiene alla virtù suprema; e questa è quella creativa.
Sono di gran lunga l’uomo più terribile che sia mai esistito; ciò tuttavia non esclude la possibilità che io possa diventare anche il più benefattore. Conosco il piacere della distruzione in misura tale da essere all’altezza delle mie capacità distruttive: in entrambi i casi obbedisco alla mia natura dionisiaca, che non sa separare l’atto di distruggere da quello di esultare. Sono il primo immorale. Ed è proprio questo a rendermi il distruttore per eccellenza.
3
Non mi è stato chiesto; avrebbero dovuto chiedermi cosa significhi esattamente il nome Zarathustra nella mia bocca, nella bocca del primo immorale. Poiché ciò che rende unica quella figura nella storia è proprio il suo opposto. Zarathustra fu il primo a vedere, nel conflitto tra il bene e il male, il vero motore che regola il corso delle cose: la trasposizione della morale nel metafisico, intesa come forza, causa, scopo in sé. Ma questa domanda sarebbe già di per sé una risposta. Zarathustra creò l’errore più fatale di tutti: la morale. Pertanto deve essere anche il primo a riconoscerlo. Non solo perché possiede più esperienza di qualsiasi altro pensatore – tutta la storia, in fondo, è un tentativo di confutare teoricamente quel cosiddetto “ordine morale del mondo” – ma soprattutto perché Zarathustra è più veritiero di qualsiasi altro pensatore. La sua dottrina, e solo essa, considera la verità come la massima virtù. Il contrario della codardia dell’“idealista” che fugge di fronte alla realtà. Zarathustra possiede più coraggio in sé di tutti i pensatori messi insieme. Parlare la verità e colpire con precisione. Questa è la virtù persiana. Mi capite?. Superare la morale attraverso la verità. Superare il moralista trasformandolo nel suo opposto. In me. Questo è ciò che significa, nella mia bocca, il nome Zarathustra.
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In sostanza, ci sono due forme di negazione che il termine “immoralista” racchiude in sé: da un lato, nego quel tipo umano che fino ad ora è stato considerato il più nobile, ovvero i buoni, i benevoli, i caritatevoli; dall’altro lato, nego un certo tipo di morale che si è affermata come moralità universale, cioè la morale della decadenza, o, per dirla in termini più concreti, la morale cristiana. Si potrebbe ritenere che questa seconda contraddizione sia la più decisiva, poiché l’overestimazione della bontà e della benevolenza, nel complesso, rappresenta, secondo me, una conseguenza della decadenza stessa: un sintomo di debolezza, qualcosa che è incompatibile con una vita orientata verso il progresso e l’azione concreta. Nel momento in cui si agisce, la negazione e la distruzione diventano inevitabili. Per ora mi attengo alla psicologia dell’uomo buono: per valutare il valore di un certo tipo umano, è necessario calcolare il prezzo che la sua esistenza comporta, conoscere le condizioni in cui si svolge. La condizione essenziale per l’esistenza dei buoni è la menzogna. In altre parole, il rifiuto di vedere la realtà così com’è, a tutti i costi; il rifiuto di lasciarsi influenzare da istinti benevoli o dall’intervento di persone superficialmente gentili. Considerare ogni tipo di difficoltà come un ostacolo da eliminare è la più profonda stupidità; nel complesso, rappresenta un vero disastro. Quasi altrettanto sciocco quanto voler eliminare il cattivo tempo per pietà verso le persone povere. Nell’ambito dell’economia generale della realtà, le terribilità che essa comporta (nei sentimenti, nelle passioni, nel desiderio di potere) sono necessarie in misura inestimabile rispetto a quella forma di piccolo “bene” che chiamiamo “bontà”; anzi, bisognerebbe essere tolleranti verso questa forma di bontà, poiché è condizionata dalla menzogna e dall’inganno. Avrò molte occasioni per dimostrare quali terribili conseguenze abbia l’ottimismo, quell’espressione dell’“homo optimus”. Zarathustra fu il primo a capire che l’ottimista è altrettanto decadente del pessimista, e forse persino più dannoso. Diceva: “Gli uomini buoni non dicono mai la verità”. Le false sicurezze e le illusioni sono state insegnate agli uomini dai buoni; nelle menzogne dei buoni, gli uomini hanno trovato rifugio e protezione. Tutto è fondamentalmente distorto e falsificato a causa dei buoni. Fortunatamente, il mondo non è stato costruito in modo da soddisfare gli istinti umani, affinché solo gli esseri umani benevoli potessero trovare la loro felicità. Chiedere che tutti diventino “buoni”, animali da allevamento, persone dal cuore puro, altruiste, significherebbe privare la vita del suo vero significato, castrare l’umanità e ridurla a una condizione miserabile. E questo è stato davvero tentato! . Ecco ciò che si chiamava morale. In questo senso, Zarathustra definisce spesso i Buoni “gli ultimi uomini” o “l’inizio della fine”; soprattutto li considera il tipo umano più dannoso, poiché cercano di affermare la propria esistenza a scapito sia della verità che del futuro.
I buoni, non ce la fanno mai; sono sempre l’inizio della fine.
– Crocifiggono colui che scrive nuovi valori su nuove tavole; sacrificano il futuro. Crocifiggono ogni possibilità futura dell’umanità!
I buoni, loro sono sempre stati l’inizio della fine.
Qualunque danno possano causare i diffamatori del mondo, il danno arrecato ai buoni è senz’altro il più dannoso di tutti.
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Zarathustra, il primo “psicologo del Bene”, è quindi un amico del Male. Se un certo tipo umano è salito al rango della specie più elevata, ciò può essere avvenuto soltanto a scapito del suo opposto: del tipo umano forte e consapevole della vita. Se l’animale gregario splende nella luce delle virtù più pure, allora l’uomo eccezionale deve essere considerato un essere malvagio. Se la menzogna utilizza a tutti i costi il termine “verità” al proprio servizio, allora colui che è veramente vero deve essere riconosciuto con i peggiori nomi possibili. Zarathustra non lascia alcun dubbio su questo punto: afferma che proprio la conoscenza del Bene, di ciò che è “migliore”, gli ha suscitato orrore per l’uomo in sé; da questo disgusto sono nati i suoi “ali”, che gli hanno permesso di “volare verso lontane future”. Non nasconde nemmeno che il suo tipo umano, un tipo relativamente sovrumano, è proprio per contrasto con i Buoni considerato sovrumano; i Buoni e i Giusti chiamerebbero il suo essere sovrumano “diavolo”.
Voi, gli esseri umani più elevati che il mio sguardo abbia incontrato. Questo è il mio dubbio su di voi, e anche la mia risata segreta: vi consiglio di chiamare il mio “superuomo”. Diavoli!
Siete così estranei all’“Grande” con la vostra anima, che l’Uomo Superiore vi apparirebbe terribile nella sua bontà.
In questo punto, e solo in questo, è necessario intraprendere un’analisi per comprendere ciò che Zarathustra vuole: quel tipo di uomo che egli concepisce è in grado di affrontare la realtà così com’è; è abbastanza forte per farlo, non ne è alienato né distaccato, è essa stessa. E poiché possiede anche tutto ciò che nella realtà è terribile e discutibile, solo allora l’uomo può raggiungere la grandezza.
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– Ma ho anche scelto la parola “immoralista” come simbolo, come segno d’onore per me; sono orgoglioso di possedere questa parola che mi distingue da tutta l’umanità. Nessuno ha mai considerato la morale cristiana qualcosa di proprio: essa rappresentava un livello elevato, una visione ampia, una profondità e una oscurità psicologica fino ad allora inascoltate. La morale cristiana è stata finora la “Circe” di tutti i pensatori: essi erano al suo servizio. – Chi, prima di me, è entrato nelle caverne da cui si sprigiona il veleno di questo tipo di ideale, di questa calunnia contro il mondo? Chi ha mai osato anche solo immaginare che esistessero tali caverne? Tra i filosofi precedenti a me, chi era davvero uno psicologo, e non piuttosto il suo opposto: un “ingannatore più elevato”, un “idealista”? Prima di me, semplicemente, non esisteva ancora la psicologia. – Essere il primo in questo campo può essere una maledizione. È comunque un destino: perché anche chi è il primo viene disprezzato. L’orrore per l’uomo è la mia minaccia.
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Hat man mich verstanden? – Was mich abgrenzt, was mich beiseite stellt gegen den ganzen Rest der Menschheit, das ist, die christliche Moral entdeckt zu haben. Deshalb war ich eines Worts bedürftig, das den Sinn einer Herausforderung an jedermann enthält. Hier nicht eher die Augen aufgemacht zu haben, gilt mir als die größte Unsauberkeit, die die Menschheit auf dem Gewissen hat, als Instinkt gewordner Selbstbetrug, als grundsätzlicher Wille, jedes Geschehen, jede Ursächlichkeit, jede Wirklichkeit nicht zu sehen, als Falschmünzerei in psychos logicis bis zum Verbrechen. Die Blindheit vor dem Christentum ist das Verbrechen par excellence – das Verbrechen am Leben … Die Jahrtausende, die Völker, die Ersten und die Letzten, die Philosophen und die alten Weiber – fünf, sechs Augenblicke der Geschichte abgerechnet, mich als siebenten – in diesem Punkte sind sie alle einander würdig. Der Christ war bisher das »moralische Wesen«, ein Kuriosum ohnegleichen – und, als »moralisches Wesen«, absurder, verlogner, eitler, leichtfertiger, sich selber nachteiliger als auch der größte Verächter der Menschheit es sich träumen lassen könnte. Die christliche Moral – die bösartigste Form des Willens zur Lüge, die eigentliche Circe der Menschheit: das, was sie verdorben hat. Es ist nicht der Irrtum als Irrtum, was mich bei diesem Anblick entsetzt, nicht der jahrtausendelange Mangel an »gutem Willen«, an Zucht, an Anstand, an Tapferkeit im Geistigen, der sich in seinem Sieg verrät – es ist der Mangel an Natur, es ist der vollkommen schauerliche Tatbestand, dass die Widernatur selbst als Moral die höchsten Ehren empfing und als Gesetz, als kategorischer Imperativ, über der Menschheit hängen blieb! … In diesem Maße sich vergreifen, nicht als einzelner, nicht als Volk, sondern als Menschheit! … Dass man die allerersten Instinkte des Lebens verachten lehrte; dass man eine »Seele«, einen »Geist« erlog, um den Leib zuschanden zu machen; dass man in der Voraussetzung des Lebens, in der Geschlechtlichkeit, etwas Unreines empfinden lehrt; dass man in der tiefsten Notwendigkeit zum Gedeihen, in der strengen Selbstsucht (– das Wort schon ist verleumderisch! –) das böse Prinzip sucht; dass man umgekehrt in den typischen Abzeichen des Niedergangs und der Instinkt-Widersprüchlichkeit, im »Selbstlosen«, im Verlust an Schwergewicht, in der »Entpersönlichung« und »Nächstenliebe« (– Nächstensucht!) den höheren Wert, was sage ich! den Wert an sich sieht! … Wie! wäre die Menschheit selber in décadence? war sie es immer? – Was feststeht, ist, dass ihr nur Décadence-Werte als oberste Werte gelehrt worden sind. Die Entselbstungs-Moral ist die Niedergangs-Moral par excellence, die Tatsache, »ich gehe zugrunde« in den Imperativ übersetzt: »ihr sollt alle zugrunde gehn« – und nicht nur in den Imperativ! … Diese einzige Moral, die bisher gelehrt worden ist, die Entselbstungs-Moral, verrät einen Willen zum Ende, sie verneint im untersten Grunde das Leben. – Hier bliebe die Möglichkeit offen, dass nicht die Menschheit in Entartung sei, sondern nur jene parasitische Art Mensch, die des Priesters, die mit der Moral sich zu ihren Wert-Bestimmern emporgelogen hat – die in der christlichen Moral ihr Mittel zur Macht erriet … Und in der Tat, das ist meine Einsicht: die Lehrer, die Führer der Menschheit, Theologen insgesamt, waren insgesamt auch décadents: daher die Umwertung aller Werte ins Lebensfeindliche, daher die Moral … Definition der Moral: Moral – die Idiosynkrasie von décadents, mit der Hinterabsicht, sich am Leben zu rächen – und mit Erfolg. Ich lege Wert auf diese Definition. –
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– Hat man mich verstanden? – Ich habe eben kein Wort gesagt, das ich nicht schon vor fünf Jahren durch den Mund Zarathustras gesagt hätte. – Die Entdeckung der christlichen Moral ist ein Ereignis, das nicht seinesgleichen hat, eine wirkliche Katastrophe. Wer über sie aufklärt, ist eine force majeure, ein Schicksal – er bricht die Geschichte der Menschheit in zwei Stücke. Man lebt vor ihm, man lebt nach ihm … Der Blitz der Wahrheit traf gerade das, was bisher am höchsten stand: wer begreift, was da vernichtet wurde, mag zusehn, ob er überhaupt noch etwas in den Händen hat. Alles, was bisher »Wahrheit« hieß, ist als die schädlichste, tückischste, unterirdischste Form der Lüge erkannt; der heilige Vorwand, die Menschheit zu »verbessern«, als die List, das Leben selbst auszusaugen, blutarm zu machen. Moral als Vampirismus … Wer die Moral entdeckt, hat den Unwert aller Werte mit entdeckt, an die man glaubt oder geglaubt hat; er sieht in den verehrtesten, in den selbst heiliggesprochnen Typen des Menschen nichts Ehrwürdiges mehr, er sieht die verhängnisvollste Art von Missgeburten darin, verhängnisvoll, weil sie faszinierten … Der Begriff »Gott« erfunden als Gegensatz-Begriff zum Leben – in ihm alles Schädliche, Vergiftende, Verleumderische, die ganze Todfeindschaft gegen das Leben in eine entsetzliche Einheit gebracht! Der Begriff »Jenseits«, »wahre Welt« erfunden, um die einzige Welt zu entwerten, die es gibt – um kein Ziel, keine Vernunft, keine Aufgabe für unsre Erden-Realität übrig zu behalten? Der Begriff »Seele«, »Geist«, zuletzt gar noch »unsterbliche Seele«, erfunden, um den Leib zu verachten, um ihn krank – »heilig« – zu machen, um allen Dingen, die Ernst im Leben verdienen, den Fragen von Nahrung, Wohnung, geistiger Diät, Krankenbehandlung, Reinlichkeit, Wetter, einen schauerlichen Leichtsinn entgegenzubringen! Statt der Gesundheit das »Heil der Seele« – will sagen eine folie circulaire zwischen Bußkrampf und Erlösungs-Hysterie! Der Begriff »Sünde« erfunden samt dem zugehörigen Folter-Instrument, dem Begriff »freier Wille«, um die Instinkte zu verwirren, um das Misstrauen gegen die Instinkte zur zweiten Natur zu machen! Im Begriff des »Selbstlosen«, des »Sich-selbst-Verleugnenden« das eigentliche décadence-Abzeichen, das Gelocktwerden vom Schädlichen, das Seinen-Nutzen-nicht-mehr-finden-Können, die Selbst-Zerstörung zum Wertzeichen überhaupt gemacht, zur »Pflicht«, zur »Heiligkeit«, zum »Göttlichen« im Menschen! Endlich – es ist das Furchtbarste – im Begriff des guten Menschen die Partei alles Schwachen, Kranken, Missratnen, An-sich-selber-Leidenden genommen, alles dessen, was zugrunde gehn soll –, das Gesetz der Selektion gekreuzt, ein Ideal aus dem Widerspruch gegen den stolzen und wohlgeratenen, gegen den jasagenden, gegen den zukunftsgewissen, zukunftsverbürgenden Menschen gemacht – dieser heißt nunmehr der Böse … Und das alles wurde geglaubt als Moral! – Ecrasez l’infâme! – –
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– Hat man mich verstanden? – Dionysos gegen den Gekreuzigten …
Have they understood me? What distinguishes me, what sets me apart from the rest of humanity, is that I have discovered Christian morality. That is why I needed a word that contained the essence of a challenge to everyone. Failing to open my eyes at this moment would be considered by me the greatest sin upon humanity’s conscience – an instinctive form of self-deception, a fundamental refusal to see any event, any causality, any reality for what they are, nothing but a form of psychological fraud, even a crime. Blindness toward Christianity is the ultimate crime, the crime against life itself. Thousands of years, nations, the first and the last, philosophers and old women—compared to these few fleeting moments in history, I am but one among them. In this regard, they are all equal to me. Christ has until now been regarded as a “moral being,” an unparalleled curiosity—but as a “moral being,” he was more absurd, deceitful, vain, frivolous, and self-destructive than even the greatest despisers of humanity could ever imagine. Christian morality, the most vicious form of the will to lie, the true Circe of mankind: what has corrupted it all. What horrified me about this is not the mistake itself, not the millennia-long lack of “good will,” of discipline, decency, or courage in the spiritual realm—those failings are revealed in their very success. No, what horrifies me is the absence of nature, the utterly terrifying fact that what is inherently evil has been revered as morality, that it has become the law, the categorical imperative imposed upon humanity. To commit such atrocities, not as individuals or nations, but as humanity as a whole! To teach people to despise the most basic instincts of life; to invent a “soul” and a “spirit” merely to degrade the body; to forbid people from experiencing anything pure within the very conditions that make life possible, within sexuality itself; to seek out evil in the very necessities of growth, in selfishness itself—how utterly absurd! And yet, to regard these manifestations of decline and internal contradiction—as “selflessness,” as a loss of dignity, as acts of “love for others” (which is nothing but another form of self-interest)!. How could humanity possibly be in décadence? Has it always been so? What is certain is that all it has ever been taught are values associated with decline. The morality of self-destruction is the very essence of decadence—“I am doomed” translated into an imperative: “You all must perish.” And not just as an imperative. . This single moral principle that has been taught so far—the morality of self-destruction—revels in a will to bring everything to an end; at its very core, it denies the very existence of life. Here, there remains the possibility that it is not humanity as a whole that has degenerated, but only those parasitic forms of human beings who have exploited religion and morality to elevate themselves to positions of power. Indeed, this is my insight: the teachers and leaders of humanity, theologians in general, were themselves decadents; hence the revaluation of all values toward something utterly hostile to life, hence the very nature of morality itself. The definition of morality, then, is nothing more than the idiosyncratic expressions of decadence, driven by the ulterior motive of seeking revenge on life—and they have succeeded in their endeavors. I place great emphasis on this definition.
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“Has anyone understood me?” I haven’t said a single word that I wouldn’t have said five years ago through the mouth of Zarathustra. The discovery of Christian morality is an event without precedent, a true catastrophe. Whoever reveals it is like a force majeure, like fate itself—they shatter the history of humanity into two. People live before them and after them. The lightning of truth struck what until then stood highest; those who understand what was destroyed there may now see whether they still hold anything at all in their hands. Everything that was once called “truth” is now recognized as the most harmful, treacherous, and underground form of lies; the so-called sacred pretext of “improving” humanity turns out to be nothing but a scheme to drain life itself, to render it bloodless. Morality as vampirism. Whoever discovers morality also discovers the worthlessness of all values in which people believe or have believed; they see no dignity left in the most revered, even sanctified forms of human beings, and recognize them as the most fatal kind of aberrations—fatal precisely because they are so fascinating. The concept of “God” was invented as the opposite of life itself—into it were poured all that is harmful, poisonous, slanderous; the entire enmity toward life was condensed into one terrifying unity! The concepts of “afterlife” and “true world” were created to devalue the only world that truly exists—so as to leave us with no goals, no reason, no purpose in our earthly reality. The terms “soul,” “spirit,” and even “immortal soul” were invented to despise the body, to make it sick, “holy,” and to treat all things that deserve seriousness in life—with utter frivolity regarding issues of food, shelter, mental nourishment, medical care, cleanliness, and the weather! In place of health, we have the “salvation of the soul”—that is, a vicious cycle of guilt-ridden torment and delusional hope for redemption. The concept of “sin” was invented, along with the corresponding instrument of torture; the notion of “free will” was created to confuse our instincts and turn mistrust toward them into second nature. The so-called “selflessness,” the “denial of oneself” are nothing but signs of decadence—enticements to evil, an inability to find one’s own worth, and even a form of self-destruction that is regarded as a virtue, a “duty,” a “holiness,” a “divinity” within us. Most terrifying of all: within the concept of the “good person” lies the support for everything weak, sick, flawed, and suffering—everything that is destined to perish. The law of selection was twisted into an ideal that opposes the proud, successful, confident, and future-oriented; such a person is now called evil. And all of this has been accepted as morality!—Crush the vile!—
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“Has anyone understood me?” Dionysus against the Crucified one.
Mi hanno capito? Ciò che mi distingue, ciò che mi mette al di fuori del resto dell’umanità, è aver scoperto la morale cristiana. Per questo ho avuto bisogno di una parola che contenesse il significato di una sfida rivolta a tutti: non essersi aperti gli occhi in tempo è per me la più grande colpa che l’umanità possa portare sulle sue spalle, un istinto di autoinganno, un desiderio radicale di ignorare ogni evento, ogni causa, ogni realtà. Una falsificazione psicologica e logica che arriva fino al crimine. L’ignoranza del cristianesimo è il crimine per eccellenza, il crimine contro la vita stessa. I secoli, i popoli, i primi e gli ultimi, i filosofi e le donne comuni, rispetto a pochi brevi momenti della storia, io sono soltanto il settimo. In questo senso, tutti sono uguali tra loro. Il cristiano è stato finora l’“essere morale” per antonomasia, una curiosità senza pari. E, in quanto “essere morale”, assurdo, bugiardo, vanitoso, frivolo, dannoso a se stesso più di quanto qualsiasi altro nemico dell’umanità possa immaginare. La morale cristiana, la forma più malvagia del desiderio di mentire, la vera Circe dell’umanità: ciò che l’ha corrotta. Non è l’errore in sé a disgustarmi quando lo vedo, né la mancanza di “buona volontà”, di disciplina, di decoro, di coraggio nello spirito, che si rivela nel suo stesso successo. È la mancanza di “natura”, è il fatto orribile che la natura stessa, nella sua essenza contraddittoria, sia stata elevata a morale, a “legge”, a imperativo categorico che incombe sull’umanità. In questo modo, commettere errori, non come individuo, né come popolo, ma come umanità intera. Insegnare ad disprezzare i primi istinti della vita; inventare una “anima”, un “spirito” per danneggiare il corpo; insegnare a provare disgusto nella condizione stessa della vita, nella sessualità; cercare nel bisogno più fondamentale di crescere, nell’egoismo più spietato, il principio del male. Invece, considerare come valore supremo ciò che è tipico del declino e della contraddizione degli istinti, la “disinteressatezza”, la perdita di peso, l’“anonimizzazione” e la “carità” (che non è altro che un altro tipo di egoismo, ) come espressione di valore. Come! Se l’umanità stessa fosse in declino. Lo è sempre stata? Quello che è certo è che le sole valori considerate supreme sono stati quelli legati al declino. La morale dell’autoannullamento è la vera morale del declino. Il fatto di dire “io sto per distruggermi” trasformato in un imperativo: “voi dovete distruggervi tutti, ” E non solo in un imperativo. . Quest’unica morale che finora è stata insegnata, la morale dell’autoannientamento, rivela un desiderio di fine; in fondo, essa nega la stessa vita. Qui rimane aperta la possibilità che non sia l’umanità nel suo insieme ad essere decaduta, ma soltanto quella specie parassitaria di esseri umani che si è servita della morale come strumento per affermare il proprio potere. E in effetti, questa è la mia conclusione: gli insegnanti, i guidatori dell’umanità, in generale i teologi, erano tutti decadenti; da ciò deriva la ridiscussione di tutti i valori in senso ostile alla vita, e da ciò nasce quella morale. Definizione della morale: la morale è l’idiosincrasia dei decadenti, concepita con l’intento di vendicarsi sulla vita stessa – e con successo. Insisto su questa definizione.
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“Mi hanno capito? Non ho detto una parola che non avrei potuto dire già cinque anni fa attraverso le parole di Zarathustra. La scoperta della morale cristiana è un evento senza precedenti, una vera e propria catastrofe. Chi la spiega rappresenta una forza irresistibile, un destino: spezza la storia dell’umanità in due parti. Si vive prima di lui, si vive dopo di lui. Il fulmine della verità ha colpito proprio ciò che fino ad ora era considerato il più nobile: chi comprende ciò che è stato distrutto può solo chiedersi se abbia ancora qualcosa in mano. Tutto ciò che fino ad ora veniva definito ‘verità’ è ora riconosciuto come la forma più dannosa, più subdola, più oscena della menzogna; il pretesto sacro di ‘migliorare’ l’umanità si rivela in realtà una truffa per svuotare la vita stessa del suo significato. La morale come vampirismo. Chi scopre la vera natura della morale scopre anche il nulla di tutti i valori in cui crediamo o abbiamo creduto; non vede più nulla di nobile nei tipi umani più ammirati, nemmeno in quelli considerati sacri; li considera piuttosto le forme più pericolose di deformità. Il concetto di ‘Dio’ è stato inventato come opposizione alla vita stessa: in esso si racchiude tutto ciò che è dannoso, velenoso, calunnioso. L’intera ostilità verso la vita viene concentrata in un’unica entità orribile! Il concetto di ‘aldilà’, di ‘mondo vero’ viene creato per degradare l’unica realtà che esiste. Per non lasciarci alcun obiettivo, alcuna ragione, nessuna missione nella nostra vita terrena. I concetti di ‘anima’, ‘spirito’, persino di ‘anima immortale’ vengono inventati per disprezzare il corpo, per renderlo ‘sacro’ attraverso la malattia. Per negare ogni valore reale della vita, come l’alimentazione, l’abitazione, le cure mediche, la pulizia, il clima. Al posto della salute viene proposta la ‘salvezza dell’anima’, cioè un circolo vizioso di pentimento e isteria di redenzione. Il concetto di ‘peccato’ viene creato insieme agli strumenti di tortura ad esso associati; il concetto di ‘libero arbitrio’ serve a confondere gli istinti, a rendere il sospetto verso di loro una seconda natura. Nel concetto di ‘autosacrificio’, di ‘negazione di sé’, si nasconde in realtà il segno più evidente del declino morale: l’attrazione verso ciò che è dannoso, l’incapacità di trovare un vero scopo nella vita. La distruzione di sé stessi viene presentata come un valore, come una ‘dovere’, come qualcosa di ‘sacro’ nell’uomo. E infine, il peggiore di tutto: nel concetto dell’uomo ‘buono’ si sostiene la causa di tutti i deboli, dei malati, dei falliti, di coloro che soffrono. Si applica la legge della selezione naturale, si trasforma un ideale in opposizione all’uomo orgoglioso e prospero, all’uomo sicuro di sé, al futuro. Quest’ultimo viene ora definito ‘il cattivo’. E tutto questo è stato considerato morale!. Schiacciate l’infame!”
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“Mi hanno capito?” Dioniso contro il Crocifisso.